Aktuelles


BGH: Kunde muss nur für eine genutzte TAN zahlen

Banken dürfen beim Online Banking nicht grundsätzlich für jede verschickte TAN Gebühren verlangen, urteilte nun der Bundesgerichtshof. Der für Bankrecht zuständige XI. Zivilsenat entschied damit über die Unterlassungsklage eines Verbraucherschutzverbands gegen eine Sparkasse. Konkret ging es um die Formulierung "Jede smsTAN kostet 0,10 € (unabhängig vom Kontomodell)". Der Verband sah durch die zu allgemeine Formulierung die Nutzer von Girokonten benachteiligt, scheiterte bislang aber in zwei Vorinstanzen. Nun hat der BGH die Unterlassungsklage für zulässig erachtet und die Sache zur neuen Verhandlung an das Berufungsgericht zurückverwiesen.

Der BGH stellte damit aber nicht infrage, dass Banken sich generell die Kosten für den Versand von SMS-TAN vom Kunden erstatten lassen können. Zahlungsdienstleister dürfen für ihren Dienst – hier eben die Ausgabe des Authentifizierungsmittels – das vereinbarte Entgelt verlangen. Allerdings nur dann, wenn PIN oder TAN auch tatsächlich genutzt wurde. Die beanstandete Klausel sei jedoch aufgrund ihres einschränkungslosen Wortlauts so auszulegen, dass jede an den Kunden versendete TAN diesem mit 10 Cent in Rechnung gestellt werden kann, unabhängig davon, ob sie wirklich für einen Zahlungsauftrag verwendet wird. Damit, so der BGH, würden dann aber auch jene SMS-TAN kostenpflichtig, die der Kunde aufgrund von Phishing-Verdacht, Überschreitung des Zeitfensters oder technischen Fehlfunktionen gar nicht genutzt hat. In den ersten Verhandlungsrunden blieb offen, ob die beklagte Sparkasse die beanstandete Klausel mit „jeder“ SMS-TAN tatsächlich wörtlich so benutzt. Auch das muss nun das Berufungsgericht klären. 

Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK), die Interessenvertretung der fünf kreditwirtschaftlichen Spitzenverbände, begrüßte in einer Mitteilung die differenzierte Bewertung durch den BGH, die eine Zahlungsdienst-auslösende SMS-TAN im Online Banking für entgeltfähig hält. Dem Kunden werde durch dieses Verfahren ein besonders einfacher Weg eröffnet, seine Bankgeschäfte abzuwickeln. Wie für jeden Privatkunden entstünden auch für Kreditinstitute beim Versenden einer SMS Kosten und Aufwand.

(Urteil vom 25. Juli 2017 – XI ZR 260/15)  

 

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Aufsicht segnet Concardis-Verkauf ab


Die Übernahme ist perfekt, und der Eschborner Payment Dienstleister Concardis löst sich durch einen Eigentümerwechsel aus der deutschen Kreditwirtschaft. Wie im Januar bereits berichtet, veräußerte der bisherige Gesellschafterkreis – Banken aus allen Sektoren der deutschen Kreditwirtschaft – das Unternehmen zu einem nicht näher bezifferten Preis an die Investoren Advent International und Bain Capital Private Equity. Nun hat die BaFin als zuständige Aufsichtsbehörde den Verkauf ohne Auflagen abgenickt. Zuvor hatte bereits die europäische Wettbewerbsbehörde der Transaktion zugestimmt.
Die neuen Eigentümer streben den Aufbau einer internationalen Paymentplattform an. Der erste Baustein dazu war die Übernahme des Rechnungskaufspezialisten Ratepay im April. Der neue Aufsichtsratsvorsitzende von Concardis, Stuart Gent (Bain Capital PE), will sowohl die interne Transformation zu einer „Digital Payment Company“ als auch die strategische Weiterentwicklung mit hoher Intensität vorantreiben. Concardis soll sich als „mit industrieller Logik operierender Spieler“ weiterentwickeln, ergänzte CEO Marcus W. Mosen. Dazu sei bereits eine Reihe von Entwicklungsprojekten gestartet worden, die nach dem Gesellschafterwechsel beschleunigt umgesetzt werden. Ziel sei es, kleinen und mittelständischen Händlern effiziente Paymentlösungen für den Multikanalvertrieb anzubieten, große Handelsgesellschaften sollen mit grenzüberschreitenden Paymentprodukten bei ihren Internationalisierungsstrategien begleitet werden. Concardis begann ursprünglich mit der Anbindung von Händlern an das Kreditkartensystem und erweiterte sein Kerngeschäft in den letzten Jahren auf den gesamten bargeldlosen Zahlungsverkehr. Mit weiteren Investitionen in Innovation und strategische Zukäufe soll dieser Weg fortgesetzt werden.

 

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Weichen stellen für Instant Payments

Zur Vorbereitung auf die Einführung von Instant Payments testet UniCredit RT1, eine Echtzeitzahlungsplattform von EBA Clearing. Durch diese Pilotphase soll sichergestellt werden, dass die Kunden in Deutschland und Italien die neue Zahlungsmethode zeitnah zu ihrem offiziellen Start nutzen können. Instant Payments bedeutet die sekundenschnelle Ausführung von Zahlungen rund um die Uhr einschließlich der Bestätigung über den Erfolg einer Transaktion. Ab November 2017 werden Account-Servicing Payment Service Providers (ASPSPs) im SEPA-Raum diese neue Zahlungsalternative nutzen können. Sie ist entspricht dem European Payment Council SCT Inst Rulebook und ist im Einklang mit den globalen Nachrichtenstandards für Echtzeitzahlungen (ISO 20022).
Für die UniCredit sei die Teilnahme am Instant Payment Verfahren ein Beitrag zur digitalen Transformation der Bank, sagte Jan Kupfer, globaler Co-Head GTB. Er geht davon aus, dass der Kundennutzen mit der zunehmenden Verbreitung von Instant Payments und dem Ausbau des Produktangebots weiter steigen wird. „Schon jetzt bereiten Banken in verschiedenen Ländern Testphasen vor, andere werden diesen Schritt vor Ende des Sommers machen. Derzeit planen fast 30 Finanzinstitute, sich im November mit RT1 zu verbinden, 70 weitere Banken planen 2018 ihre Teilnahme“, so Hays Littlejohn, CEO von EBA Clearing. UniCredit ist eine der 39 finanzierenden Banken, die die Entwicklung der neuen Infrastruktur von EBA Clearing ermöglichen.

 

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Mit paydirekt von Handy zu Handy zahlen

Privatpersonen können über die paydirekt-App nun Geld von Smartphone zu Smartphone senden. Dazu öffnet der Nutzer die App, wählt die E-Mail-Adresse oder Mobilfunknummer des Empfängers aus, gibt den Betrag ein und bestätigt die Zahlung mit „senden“. IBAN oder TAN müssen dazu nicht eingegeben werden. Sofern der Empfänger bereits bei paydirekt registriert ist, erhält er das Geld direkt auf sein Girokonto. Die sensiblen Kontodaten werden nicht an den Empfänger übermittelt, sondern bleiben im geschützten Bereich des Online-Bankings. In der paydirekt-App erhält der Absender dann einen Überblick über alle Zahlungen wie auch über seine Online-Einkäufe.
paydirekt sei von Beginn an für die verschiedensten Alltagssituationen konzipiert worden, sagt Geschäftsführer Niklas Bartelt. „Mit der neuen Handy-zu-Handy-Zahlfunktion gehen wir den nächsten Schritt im Ausbau von paydirekt, damit mobiles Bezahlen so praktisch und bequem wird, wie das Smartphone. Und das, ohne auf die Sicherheit der deutschen Banken zu verzichten.“ 
Um die Erfahrungen der Nutzer in die Weiterentwicklung einfließen zu lassen, startet die Funktion zunächst in eine Beta-Phase. „Da Peer-to-Peer-Zahlungen in Deutschland noch am Anfang stehen und um zu verstehen, worauf es unseren Kunden ankommt, haben wir uns bewusst für diesen Start entschieden“, so Bartelt weiter. Außerdem werden die Funktionen in der Beta-Phase laufend erweitert sowie zusätzliche Angebote und weitere Banken und Sparkassen freigeschaltet. Zunächst sind nämlich nur die Kunden von Commerzbank, comdirect, Deutsche Bank, Hypovereinsbank, der Oldenburgischen Landesbank und der Postbank dabei. Geld empfangen kann aber grundsätzlich jede Privatperson mit einem Girokonto – auch wenn der Empfänger nicht bei paydirekt registriert ist. Der Empfänger erhält dann eine E-Mail- oder SMS-Benachrichtigung über die Zahlung, die er in der paydirekt-App ohne Registrierung annehmen kann. Erst dann wird das Geld beim Sender abgebucht.

 

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Strom tanken und per Blockchain zahlen

Was kommt dabei heraus, wenn sich eine Bank, der Spross eines Energieunternehmens und ein FinTech zusammentun? Antwort: Ein neues Zahlungssystem auf Blockchain-Basis, mit dem man das Laden seines Elektroautos abrechnen kann. Nach Angaben der Betreiber handelt es sich hierbei um den europaweit ersten Einsatz der Blockchain-Technologie. Die innovative Kombination vereint Motionwerk, ein Start-up aus dem innogy Innovation-Hub, mit dem FinTech Xtech und der Sutor Bank. Zum Einsatz kommt das Zahlungssystem auf der E-Mobility-Plattform „Share & Charge“, die von Motionwerk betrieben wird.
Mit „Share&Charge“ können die Fahrer von E-Mobilen den Strom an der Ladestation per App zahlen. Sie schließen mit dem Betreiber der Ladestation einen digitalen Vertrag (Smart Contract), der auf der Blockchain-Technologie Etherum basiert. Fließt Strom, wird automatisch ein Zahlungsvorgang angestoßen. Dazu wird ein Token übertragen. Der Nutzer zahlt mit seiner virtuellen Brieftasche, die per Geldüberweisung auf ein Treuhandkonto bei der Sutor Bank gespeist wird. Treuhandkonto und virtuelle Geldbörse sind über eine Schnittstelle (API) miteinander verbunden; dahinter steckt die Technologie von Xtech, die eingehende Geldbeträge auf dem Treuhandkonto in Token umwandelt. Das API-Konto der Sutor Bank war dabei der Baustein, der Xtech bislang fehlte, um ein komplettes Zahlungssystem anzubieten.
Die Sutor Bank bietet FinTech-Start-ups und anderen digitalen Unternehmen die Produkte, Prozesse und Systeme, die sie von einer lizenzierten Bank für die Umsetzung ihrer Geschäftsmodelle benötigen. Die Partner erhalten dabei über APIs Zugang und müssen in der Regel keine Vorab-Zahlungen für die Integration in die Banking-Plattform zahlen. Sutor-Geschäftsführer Robert Freitag freute sich, mit der neuen Kooperation eine „wegweisende Blockchain-Anwendung“ zu unterstützen. Die App kann ab sofort inklusive ihrer Zahlungsfunktion genutzt werden. Die Fahrer von Elektroautos bekommen die nächste Lademöglichkeit in ihrer Umgebung ebenso wie den Tarif auf einen Blick angezeigt. Dadurch, dass bereits 1.000 Ladestationen des ersten Partners innogy verfügbar sind, könnten der Nutzwert und die Akzeptanz von Elektroautos erhöht werden.

 

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Vom Pad direkt ins Online-Postfach

Nach dem neuen Dienst „Cash ohne Karte“, bei dem Bargeld am Automaten nur mittels eines übermittelten Zahlencodes und einer PIN abgehoben werden kann, bietet die Targobank ihren Kunden im Rahmen der Digitalisierungsstrategie nun einen weiteren innovativen Service an. Dank der Nutzung von Signature Pads können Kunden ab sofort alle Dokumente und Verträge, die sie in Filialen und Vermögenscentern unterschreiben, unmittelbar danach in ihrem Online-Postfach abrufen. Die Bank hat die Automatisierung ihrer Produkte, Services und Prozesse in den letzten beiden Jahren stetig weiterentwickelt. So können Kunden ein Depot komplett digital binnen 24 Stunden eröffnen, online einen Kleinkredit beantragen und sich dabei über ein Video-Identverfahren legitimieren oder sich in der Mobile Banking App per Fingerabdruck einloggen. Auch in den Filialen der Targobank wurden bereits viele digitale Service Tools etabliert, wie zum Beispiel die Online-Terminvereinbarung oder die schrittweise Umstellung auf die "papierlose Filiale".

 

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DSV-Töchter B+S und Payone fusionieren

Die beiden Sparkassenverlag-Töchter  B+S Card Service sowie Payone firmieren künftig als BS Payone GmbH mit Sitz in Frankfurt und einer Niederlassung in Kiel. Der Zusammenschluss erfolgt – vorbehaltlich der Zustimmung der Aufsichtsbehörden, im dritten Quartal 2017. Das neue Unternehmen verfügt über rund 255.000 Kunden in 18 Ländern. Auf der Beschäftigtenseite stehen rund 650 Mitarbeiter an sechs Standorten. Mit über einer Milliarde Transaktionen im Jahr ist BS Payone einer der führenden Anbieter für Zahlungsabwicklung in Europa. Thomas Mang, Vorsitzender der Deutscher Sparkassenverlag-Gesellschafterversammlung, bezeichnete die Lösung als „360-Grad-Angebot für den Point of Sale sowie den E- und M-Commerce“. Bisher hält die DSV-Gruppe 100 Prozent der Anteile an B+S sowie 80 Prozent an Payone. Die beiden Gründungsgeschäftsführer und Anteilseigner von Payone, Carl Frederic Zitscher und Jan Kanieß, bleiben an Bord und ziehen in die Geschäftsführung der BS Payone ein. Vorsitzender der Geschäftsführung wird Niklaus Santschi, der diesen Posten bislang bei der B+S Card Service bekleidet; ebenfalls in der neuen Geschäftsführung sitzt B+S-Mann Frank Isfort. BS Payone werde omnikanalfähig sein, alle Zahlverfahren anbieten und so seine Marktstellung als Payment-Dienstleister stärken, sagte Wilhelm Gans, Vorsitzender der Geschäftsführung der DSV-Gruppe (Deutscher Sparkassenverlag). Er hofft, so leichter einen Investor als Minderheitsbeteiligten zu finden.

  

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P2P-Zahlungen bei paydirekt kartellrechtlich möglich 

Das Bundeskartellamt hat derzeit keine Einwände gegen die geplante Einführung einer neuen Zahlungsfunktion beim Internet-Bezahlverfahren paydirekt. Mithilfe der geplanten neuen Funktion sollen Kunden künftig kleinere Geldbeträge direkt von Handy zu Handy überweisen können (P2P-Zahlungsfunktion). Die neue Kooperation bringe eine Verbesserung der Wettbewerbsverhältnisse auf dem Markt für Internet-Bezahlverfahren, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. „Mit der Umsetzung dieses Vorhabens kann paydirekt sein Internet-Bezahlverfahren um eine mobile Funktion ergänzen, die der Marktführer Paypal und viele weitere Wettbewerber schon seit geraumer Zeit anbieten.“ 
Paydirekt ist ein Gemeinschaftsunternehmen, an dem führende private Banken, Volks- und Raiffeisenbanken sowie Sparkassen beteiligt sind. Die Institute haben dieses Bezahlverfahren zwar gemeinsam entwickelt, stehen sonst aber im Wettbewerb zueinander. Das war der Grund für das Bundeskartellamt, sich mit dem Vorhaben zu beschäftigen. 
Die Kunden von paydirekt sollen künftig mit ihrer paydirekt-App an die in ihrem Smartphone gespeicherten Kontaktpersonen direkt Geld überweisen können. Konkurrent Paypal hat seine App bereits seit geraumer Zeit mit einer solchen P2P-Funktion ausgestattet. Auch die Sparkassengruppe (Kwitt) sowie die Volks- und Raiffeisenbanken (Geld senden und empfangen) haben einen solchen Dienst im Angebot, ebenso FinTechs wie z. B. Lendstar. 

 

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Österreich: Das iPhone als digitale Geldbörse

Während iPhone-Nutzer in Deutschland sehnsüchtig darauf warten, dass der Apple-eigene Bezahldienst endlich auch hierzulande einsetzbar wird, zeigen die Österreicher, wie´s auch gehen kann: Die Hypo Landesbanken Oberösterreich, Steiermark und Salzburg kooperieren mit der österreichischen Smartphone-Zahlungslösung Blue Code und machen so alle iPhones und die ersten beiden Varianten der Apple Watch zur digitalen Geldbörse. Die Bezahlung erfolgt über das Girokonto des Nutzers. Bislang sind Apple-User in den meisten Ländern noch von der Handyzahlung ausgeschlossen, u. a. weil die Amerikaner keine fremden NFC-Systeme auf ihren Geräten dulden. Auch Blue Code funktioniert ohne Near Field Communication (Nahfunktechnologie), man muss also keinen NFC-Sticker auf das teure Smartphone kleben, wie es etwa beim mittlerweile eingestellten Verfahren mpass üblich war. Das österreichische Prozedere wurde nun für die Apple-Smartphones und -Uhren optimiert, die Bezahlung funktioniere technologieunabhängig und in Verbindung mit jedem Mobilfunkprovider, erläuterte Christian Pirkner, Vorstand bei dem Wiener Unternehmen.
Das Verfahren ist einfach: Man öffnet die Blue Code-App, gibt seine PIN ein oder bestätigt via Touch-ID und sieht sogleich einen Strichcode auf dem Display, den man an der Kasse scannen lässt. Die App speichere keine Nutzerdaten am Smartphone, versichert das Unternehmen. Die Bezahltechnologie stellt für jeden Einkauf einen neuen, einmal gültigen Barcode zur Verfügung. Hinter jedem Barcode wiederum steht ein 20-stelliger Token, der die Zahlungen vollkommen anonymisiert. Das Netz der Akzeptanzstellen ist dicht gewebt: Schon 85 Prozent des Lebensmitteleinzelhandels beim alpenländischen Nachbarn sind angeschlossen, dazu kommen Drogeriemärkte, Kinos, Tankstellen oder Parkhäuser. Die Kunden der Hypo Landesbanken lernen in einem kleinen Video, wie schnell sie ihr Konto mit dem neuen Service verbinden können.

 

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PhotoTAN für Commerzbank-Firmenkunden

Der Wunsch nach der Abwicklung von Bankgeschäften über Online-Kanäle nimmt auch bei Firmenkunden immer weiter zu. Neben der Sicherheit und der einfachen Handhabung ist dabei die geräteübergreifende Nutzung ein besonders relevanter Aspekt. Das für Zahlungsaufträge aus dem Privatkundengeschäft bewährte Legitimationsverfahren der photoTAN kann neuerdings auch zur Freigabe von Firmenkunden-Aufträgen genutzt werden. Firmenkunden der Commerzbank können ab sofort ihre Zahlungsaufträge mit dem EBICS-Signaturserver des Bank-Verlags geräteübergreifend im Webportal und mobil via Smartphone oder Tablet elektronisch unterschreiben – parallel zu den bisher verwendeten Signatursticks oder Signaturkarten mit dazugehörigem Lesegerät am PC. Der EBICS-Signaturserver sorgt dafür, dass ausschließlich der Firmenkunde selbst Zugriff auf seinen persönlichen Signaturschlüssel hat. Eine EBICS-Signatur wird nur dann erstellt, wenn der Kunde sich vorher per photoTAN erfolgreich authentifiziert hat.
Der Signaturserver mit der Verwaltung und Nutzung des Schlüsselmaterials in einer geschützten Serverumgebung des Rechenzentrums schaffe gerade für mobile Endgeräte eine hochsichere Alternative zur bisher üblichen Speicherung auf dem Endgerät selbst, erläuterte dazu Hans-Peter Kraus, Bereichsleiter Security & Trusted Services beim Bank-Verlag. Durch den Einsatz einer starken Zwei-Faktor-Authentifizierung wie der photoTAN zur Erstellung der Signatur würden alle aktuellen regulatorischen Anforderungen gemäß MaSI und der zukünftigen PSD 2 erfüllt. Derzeit werde der Signaturserver bereits zu einer eIDAS-konformen Lösung weiterentwickelt, die es erlaube, dass die Kunden der Banken z. B. im Online-Banking mit ihrem vorhandenen Zwei-Faktor-Verfahren rechtsgültig Verträge mit Dritten ohne Medienbruch unterschreiben können.

 

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Miete überweisen ohne Zahlendreher

Eine neue Zahlungsverkehrslösung, die eine eindeutige und zeitsparende Zuordnung von Zahlungen zu Kundenkonten ermöglicht, bietet die HSH Nordbank ihren Kunden an. Die SAP-basierte Software „HSH Promos Cash Connection“ wurde vom Systemhaus Promos Consult entwickelt ist ist insbesondere für Wohnungsgesellschaften gedacht. Gerade für Unternehmen mit vielen Wohneinheiten ist die Verbuchung von Mietzahlungen oft aufwendig. Fehlende Informationen oder Zahlendreher in der Betreffzeile erfordern eine zeitintensive manuelle Nachbearbeitung. Die neue Lösung minimiert diese Fehlerquelle, da jedem Mietvertrag eine virtuelle und objektspezifische Kontonummer zugeordnet wird. Als erste will die im MDAX-gelistete TAG Immobilien AG die neue Software einsetzen. Das Unternehmen verwaltet rund 80.000 Immobilien. 

 

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 Bezahlen im Zeichen des Sterns: Mercedes pay

Daimler Financial Services übernimmt den Zahlungsdienstleister PayCash Europe, ein von der luxemburgischen Bankenaufsicht reguliertes Finanzinstitut mit E-Geld-Lizenz. Die Stuttgarter wollen mit „Mercedes pay“ künftig einen eigenen elektronischen Zahlungsdienstleister an den Start bringen. Dieser wird in die Tochtergesellschaft Daimler Mobility Services integriert, die bereits verschiedene Mobilitätsdienstleistungen wie car2go oder die App mytaxi bündelt.
Für Daimler heißt die Losung „Mobility at your fingertips“, also das Bezahlen von Mobilitäts- und anderen Dienstleistungen mithilfe des Smartphones. „Profitieren wird vor allem der Kunde, der zukünftig zur Nutzung von verschiedenen Daimler-Dienstleistungen nur einmal seine Zahldaten angeben muss. Möglich wird dies mit der sogenannten eWallet, einem virtuellen Geldbeutel“, sagte Vorstandschef Klaus Entenmann.
Der Finanzierungs- und Leasingdienstleister Daimler Financial Services hatte 2016 erstmals über vier Millionen finanzierter Fahrzeuge in seinem Portfolio. Perspektivisch sollen diese und andere Finanzierungsgeschäfte über das neue Zahlungssystem möglich gemacht werden. Zu den Details der Übernahme wurden keine weiteren Angaben veröffentlicht.

 

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Kräftiges Wachstum - Kartengeschäft legt wieder zu

 

Nach einem schwächeren Jahr 2014 mit stieg der Umsatz mit Zahlungskarten 2015 in Deutschland um 17 Mrd. € auf 315 Mrd. € an, das entspricht einem Plus von 5,7 Prozent. Die Zahlen beziehen sich auf alle Kartenumsätze , die in Deutschland von in- und ausländischen Karteninhabern am Point of Sale sowie im E-Commerce getätigt wurden. Quer durch alle Branchen liegt der deutsche Kartenmarkt damit wieder bei ähnlichen Wachstumsraten wie in den Jahren 2012 und 2013. Längerfristig flachen die jährlichen Wachstumsraten allerdings allmählich ab und werden keine zweistellige Höhe mehr erreichen. Die größten Wachstumstreiber waren die Kreditkarten und das ELV-Verfahren. Fast ein Viertel der Umsätze in Deutschland wird aber bereits mit Kreditkarten getätigt. Das deutsche Debitkartenverfahren ec cash blieb dagegen mit einem Plus von 1,9 Prozent deutlich zurück, berichtet PaySys Consultancy in seiner aktuellen Kartenmarktstatistik für die Jahre 2006-2015..
Der Kartenmarkt profitiert damit klar von der europäischen Interchange-Verordnung, die zu geringeren Entgelten für Händler führte. In der Folge akzeptieren seither beispielsweise große Disounter und Baumärkte Kreditkarten. Die Ausweitung der Akzeptanz führte zu einem Wachstumsschub bei Kreditkarten von 11 Prozent. Als Substitutionseffekt wuchs ec cash nur noch geringer (+1,9 Prozent). Außerdem war der regulierungsbedingte Preiseffekt in diesem Segment wesentlich geringer, da die Issuer-Vergütung durch die direkten Händlerentgelte bereits Anfang 2015 unter 0,3 Prozent gesunken war.
Innerhalb der Marktsegmente verzeichnet ec cash deutliche Unterschiede. Der Tankstellenbereich schrumpfte um 17,6 Prozent. Die Ursachen für diesen erheblichen Rückgang waren die Ölpreissenkung gegenüber dem Vorjahr und die massive Verlagerung auf ELV, nachdem die damaligen Händlerentgelte für diese Branche in Höhe von 0,2 Prozent durch die Interchange-Verordnung nicht gesenkt werden mussten. Dieser starke Rückgang konnte durch ein Wachstum von ec cash im Handel (+5,3 Prozent) teilweise kompensiert werden.
Für das Jahr 2015 übernimmt die PaySys-Kartenmarktstatistik nicht die ec cash-Daten der Deutschen Kreditwirtschaft (DK), die in ihrer Statistik für 2015 ein Umsatzminus in Höhe von 3,4 Prozent und für 2016 zweistellige Wachstumsraten aufweist. Nahezu sämtliche Netzbetreiber verzeichneten 2015 bei ec cash eine Zunahme. Außerdem sei die statistische Delle in der DK-Statistik nicht plausibel, kritisiert Hugo Godschalk. Sowohl für 2015 als auch für 2016 sei von einem stetigen und moderaten Wachstum bei ec cash auszugehen.
In der Statistik sei noch kein Wettbewerb des nationalen Debitkartensystems ec cash/girocard mit den internationalen Debitkarten-Brands Maestro und V PAY spürbar. Sowohl für Maestro als auch für V PAY hätten sich die extremen Wachstumsraten der Vorjahre (bedingt durch die Ausdehnung der Akzeptanz) im Bereich von ca. 7 bis 8 Prozent normalisiert. Insgesamt sei aber der Anteil dieser Brands noch gering. Das POS-Umsatzverhältnis der internationalen Brands zu girocard beträgt 3 zu 97. Der ELV-Umsatz sei entgegen den Prognosen aber nicht nur im Tankstellenbereich (+31 Prozent), sondern auch im Handelsbereich (+9 Prozent), obwohl sich das relative Preisverhältnis zum Konkurrenten ec cash wegen der Interchange-Senkung verschlechterte. Das in Deutschland beliebte ELV-Verfahren habe demnach an Attraktivität keineswegs verloren.
Die Verlierer 2015 sind laut PaySys die GeldKarte mit einem Rückgang von 7,8 Prozent, die Handelskundenkarten (-3,2 Prozent) sowie die Tankkarten (-2,5 Prozent), wobei der Rückgang bei den Tankkarten nicht strukturbedingt, sondern eine Folge der Mineralölpreisentwicklung sei. Gemessen an den Konsumausgaben der privaten Haushalte sieht die Kartenmarktstatistik in Deutschland noch viel Potenzial. Über ein Drittel der Konsumausgaben würden heute bereits mit Karte bezahlt.
Auf der Issuing-Seite (deutsche Karten im Inland) bleibt der Kaufumsatz am POS (inkl. E-Commerce) 2015 nahezu unverändert, auf der Acquiring-Seite (Kartenumsatz in Deutschland, inländische Karten am physischen POS exkl. E-Commerce) zeigt die Statistik dagegen einen dramatischen Einbruch um minus 15,6 Prozent. Gleichzeitig meldet die Bundesbank auf der Issuing-Seite einen ebenfalls dramatischen Rückgang des Kartengeschäftes im E-Commerce (minus 21,3 Prozent). „Diese widersprüchliche Entwicklung des inländischen Kartengeschäftes aus der Issuing- und Acquirerperspektive ist mathematisch nahezu unmöglich“, so Godschalk. Die Erfahrung zeige, dass es im Kartengeschäft keine derartigen umwälzenden Veränderungen innerhalb einer Zeitspanne von einem Jahr gebe. Die Bundesbank meldet ab 2014 auch Zahlen für ELV („karteninduzierte Lastschriften“), und zwar 119,5 Mrd. € (2014) bzw. 112,4 Mrd. € (2015). Nicht nur der Rückgang ist für PaySys überraschend, sondern vielmehr der Umfang. „Er würde bedeuten, dass ca. 40 Prozent des ELV-Umsatzes nicht über die Terminals der ec cash-Netzbetreiber abgewickelt werden, was völlig unrealistisch ist“, heißt es bei PaySys, diese Zahlen bräuchten eine erhebliche Korrektur.

 

 

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Concardis an Private Equity Investoren verkauft

Zu einem nicht näher bezifferten Preis haben Advent International und Bain Capital Private Equity den deutschen Paymentdienstleister Concardis aus Eschborn übernommen, der Kaufvertrag ist in trockenen Tüchern. Bislang war Concardis ein Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Kreditwirtschaft. Das  Dienstleistungsangebot der Eschborner erstreckt sich auf den gesamten Point-of-Sale-Zahlungsverkehr, E-Commerce, Zahlungen bei Mehrkanalvertrieben und Zusatzleistungen im Händlergeschäft. Der Transaktionsumsatz wurde zuletzt um 19,1 Prozent auf 41,9 Mrd. € gesteigert.
Die neuen Eigentümer wollen den eingeschlagenen Wachstums- und Internationalisierungskurs fortsetzen. Mit mehr als 20 Investitionen in relevanten Marktsegmenten zählen Advent International und Bain Capital PE zu den erfahrensten Investoren im Finanzdienstleistungssektor. Sie haben zuletzt u. a. die Entwicklung von ICBPI und ISP Processing in Italien sowie von Worldpay in Großbritannien unterstützt. Concardis habe nun finanziell starke Partner zur Unterstützung des kontinuierlichen Wachstums und der Internationalisierung seines Geschäfts gewonnen, sagte Marcus W. Mosen, Vorsitzender der Geschäftsführung. Die Paymentbranche befinde sich derzeit in einem umfassenden Konsolidierungsprozess, an dem man aktiv teilnehmen wolle. Für die beiden Investoren sei Concardis die ideale Plattform zur Errichtung eines in Deutschland basierten, führenden internationalen Paymentdienstleisters. Das bringe Vorteile sowohl für das Unternehmen, für die Mitarbeiter und auch für die Kunden.
Jetzt müssen lediglich die Aufsichtsbehörden noch dem Verkauf zustimmen.

  

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Im E-Commerce dominiert die Lastschrift

Die Weihnachtszeit hat den Handel feiern lassen: Mit insgesamt 55,62 Mrd. € gaben die Deutschen 2016 so viel Geld wie noch nie für Geschenke aus. Laut einer aktuellen Studie von Payone, B+S Card Service und Statista stiegen die Umsätze im Weihnachtsgeschäft sowohl im stationären als auch im Online-Handel weiter an und erzielten einen neuen Rekord. Die Studie basiert auf anonymisierten Transaktionsdaten. Demnach ist die beliebteste Zahlungsmethode im E-Commerce die Lastschrift. Nahezu 33 Prozent aller Käufe werden mit dieser Zahlungsart getätigt. Wallets wie PayPal werden bei über 32 Prozent der Käufe zur Zahlung eingesetzt und liegen somit ganz knapp an zweiter Position. Männer nutzen diese beiden Zahlungsverfahren deutlich häufiger als Frauen.

Die Zahlungsarten für kostspieligere Einkäufe platzieren sich in der Reihenfolge Vorkasse (fast 235 €), Rechnung (129 €), Nachnahme (127 €), Finanzierung (120 €) und Kreditkarte (114 €). Der durchschnittliche Einkaufwert bei Online-Käufen mit diesen Zahlungsarten liegt damit jeweils deutlich über 100 €. Bei Kartenzahlung im Weihnachtsgeschäft des stationären Einzelhandels wird die Girocard mit großem Abstand am häufigsten eingesetzt. Fast 80 Prozent der Kartenzahler zahlen ihren Einkauf mit der Girocard. Die Anteile der Nutzung von Visa und MasterCard sind mit 1 Prozent Unterschied recht ähnlich. Die VisaCard kommt bei 10,4 Prozent und die MasterCard bei 9,4 Prozent der Kartenzahlungen zum Einsatz. Die Maestro Card hat einen Anteil von 2,3 Prozent an allen Käufen. Bei Zahlung mit der Girocard liegt der durchschnittliche Einkaufswert knapp unter 50 € und ist damit am geringsten. Mit sehr geringem Vorsprung und einem Durchschnittseinkaufswert von 49,85 € platziert sich die Maestro Card knapp davor. Bei per Visa und MasterCard gezahlten Einkäufen beträgt der Einkaufswert im Vergleich durchschnittlich je 72 € und 85 € – ein klarer Vorsprung.

  

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Technischer Rahmen steht  -- Instant Payments im Zeitrahmen

Der Europäische Zahlungsverkehrsrat EPC hat nun den technischen Rahmen für Instant Payments abgesteckt: Demnach wird die europaweite Sofortzahlungslösung wie geplant im November 2017 eingeführt. Damit wird der Weg für innovative Bezahlmethoden geebnet und der Beschluss bringe Europa näher an schnelle, leicht anwendbare und sichere Bezahlverfahren, sagte EPRB-Vorsitzender Yves Mersch. Das Euro Retail Payments Board hat mit den Vorarbeiten begonnen, sodass die  Zahlungsdienstleister nun bis zur Inbetriebnahme des Systems im nächsten November entsprechende Angebote vorbereiten und ihre Dienste vorstellen können.
Das ERPB ist ein hochrangiges Gremium unter dem Vorsitz der EZB, in dem Branchenvertreter gemeinsam Lösungen für strategische Themen im Massenzahlungsverkehr erarbeiteten. Hinter Instant Payments steckt eine Lösung für den Massenzahlungsverkehr, die rund um die Uhr (24/7/365) zur Verfügung steht und Zahlungen zwischen zwei Parteien quasi in Echtzeit abwickelt. Das Überweisungssystem für Sofortzahlungen (SEPA Instant Credit Transfer Scheme) liefert dabei den technischen Rahmen für innovative Bezahlverfahren in Euro, darunter auch Mobiltelefonzahlungen zwischen Einzelpersonen.

 

 

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Neues Forum Zahlungsverkehr: Austausch und Konfliktlösung

Jedes halbe Jahr trifft sich künftig das „Forum Zahlungsverkehr“ – ein Gremium, das von der Bundesbank gegründet wurde, um Anbietern und Nutzern von Zahlungsdiensten einen Austausch zu Innovationen und möglichen Konflikten zu ermöglichen. Im Fokus der Sitzungen wird vor allem die zunehmende Digitalisierung stehen, die im Zahlungsverkehr der entscheidende Antriebsfaktor ist für Veränderungen wie kontaktloses Bezahlen oder Zahlungsabwicklungen in Echtzeit. Aber auch Themen, die auf europäischer Ebene, z. B. im ERPB, diskutiert werden, gelangen auf die Tagesordnung.
Das Forum schließt an die Arbeit des SEPA-Rats an, der seinen Auftrag erfüllt hat. Nun gehe es darum, SEPA 2.0 für digitale Zahlverfahren zu gestalten, erläuterte Carl-Ludwig Thiele. Das Bundesbank-Vorstandsmitglied ist auch Vorsitzender des Forums ZV.
In dieser Woche lief das bisher im zwischenbetrieblichen Zahlungsverkehr genutzte Datenträgeraustauschformat (DTA) für Scheckzahlungen vollständig aus. Mit der Umstellung des Scheckclearings sind im Interbankenzahlungsverkehr alle deutschen Verfahren im Massenzahlungsverkehr auf das in den SEPA-Zahlverfahren genutzte XML-Format umgestellt.  Überweisungen und Lastschriften werden schon seit August 2014 nur noch im neuen Format ausgetauscht. Die Umstellung der Girocard-Zahlungen erfolgte zum Januar 2016. Das DTA-Format war 40 Jahre im Einsatz und ermöglichte die automatisierte elektronische Verarbeitung von Inlandszahlungen im deutschen Zahlungsverkehr.
Mitglieder des neuen Forums Zahlungsverkehr sind Spitzenvertreter der Nachfrage- und der Angebotsseite: HDE (Handelsverband Deutschland), BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie), vzbv (Verbraucherzentrale Bundesverband), GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft), BAGFW (Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V.), BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft), VDZ (Verband Deutscher Zeitschriftenverleger), KKR (Kompetenzzentrum für das Kassen- und Rechnungswesen des Bundes); sowie BVR (Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V.), BdB (Bundesverband deutscher Banken e.V.), VÖB (Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands e.V.), bvzi (Bundesverband der Zahlungsinstitute), BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.) und DSGV (Deutscher Sparkassen- und Giroverband e.V.). An der ersten Sitzung, die Anfang November stattfand, nahmen auch Vertreter der BaFin, vom Bundeskartellamt sowie aus den Bundesministerien der Finanzen und der Justiz teil.

  

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Sparkassen preschen mit "Kwitt" vor 

Geld überweisen von Handy zu Handy, das geht schnell und einfach, ist aber in Deutschland noch nicht so weit verbreitet. Zwar gibt es Anbieter wie beispielsweise Kesh, die neben lokalen Bezahlmöglichkeiten auch den C2C-Bereich adressieren, jedoch eher in einer Nische agieren. Populär werden könnten Handy-Zahlungen aber mit dem für Ende November angekündigten Update der beiden weit verbreiteten Sparkassen-Apps. Sie werden die Zahlungsfunktion "Kwitt“ beinhalten und damit rund 4,5 Millionen Nutzer auf einen Schlag für das moderne Verfahren fit machen. Über die Apps können dann per Smartphone Geldbeträge an die Mobilfunknummer eines Dritten gesendet werden. Bei Beträgen unter 30 € ist dazu nicht einmal eine TAN notwendig.
Kwitt soll dabei nicht nur auf die eigenen Kunden beschränkt bleiben; die Sparkassen greifen die Mitbewerber offensiv an. „Wir wollen dieses System auch für andere Finanzdienstleister und deren Kunden öffnen und damit zum allgemeinen Marktstandard machen, nachdem eine Kooperation mit den Genossenschaftsbanken rechtlich zurzeit nicht möglich scheint“, erklärte Joachim Schmalzl aus dem Vorstand des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). Die eigenen Kunden sollten aber nicht warten müssen, bis alle Finanzdienstleister ein solches P2P (Peer-to-Peer)-Angebot unterbreiten. Kwitt sieht er als Beitrag dafür, ein schnelles und bequemes Zahlverfahren auf dem deutschen Markt voranzubringen. So werde der Alltag derjenigen Kunden unterstützt, die immer mehr Dinge des Alltags mit dem Smartphone erledigen wollen. Schmalzl: „Diese Kundengruppe wächst immer schneller und wird schon in naher Zukunft die Mehrheit unserer Kunden ausmachen“.
 

 

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 "Hey Siri, bitte überweisen!"

Günstig ohnehin, aber bitte auch einfach, schnell und bequem – das ist es, was der Kunde will. Gerade im Bereich Payment verändern sich die Kundenerwartungen rasant und orientieren sich dabei meist an den Neuerungen, die von FinTechs auf den Markt geworfen werden. Schön, wenn eine Bank da selbst nicht nur mithalten, sondern sogar vorpreschen kann und in Sachen Bequemlichkeit einen neuen Standard setzt. Möglich macht es das jüngste Update der iPhone-Software. Seither reicht ein simpler Satz wie „Hey Siri, überweise 500 Euro an Petra Musterfrau.“ Die Spracherkennungssoftware im iPhone erkennt nun, wenn sie im Finanzassistenten der Postbank aktiv werden soll. Siri nimmt dem Bankkunden das Eintippen der Empfängerdaten ab, greift dazu auf die Überweisungsvorlagen bzw. auf die Bankkontakte des Kunden zurück und setzt automatisch die entsprechende IBAN ein. Die Angaben werden mit der Bitte um Bestätigung wiederholt und Siri wechselt zum Login der Finanzassistenten-App. Nach Eingabe der Login-Daten inklusive Passwort sieht der Kunden die bereits vorausgefüllte Überweisung und kann die Transaktion mit dem Signaturverfahren BestSign mobil und seinem Fingerabdruck oder per Passwort freigeben. Die Postbank setzt in ihrer Finanzassistent-App schon lange auf Spracheingabe. Bereits seit 2013 können darin Überweisungen einfach per Spracheingabe diktiert werden. Die Unterstützung von Siri sei nun das i-Tüpfelchen, erläuterte Tobias Ehret, Head of Digital Experience & Innovation.

 

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Bezahlen mit Fingerabdruck und Selfie


Mastercard führt eine neue App für biometrische Bezahlverfahren ohne Passworteingabe beim Online-Shopping ein. Identity Check Mobile nutzt für die Verifizierung der Identität der Karteninhaber biometrische Verfahren – einzigartige Merkmale wie Fingerabdruck- oder Gesichtserkennung. Nach erfolgreich durchgeführten Tests in den Niederlanden, den USA und Kanada, startet Mastercard diese Technologie nun in zwölf Euroländern: Deutschland, Österreich, Belgien, Niederlande, Großbritannien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland. Das weltweite Rollout ist in mehreren Phasen für das Jahr 2017 vorgesehen.

Mit Identity Check Mobile ist künftig keine Passworteingabe mehr erforderlich. Stattdessen profitieren Karteninhaber von schnelleren digitalen Einkaufsmöglichkeiten und gleichzeitig mehr Sicherheit. Die Einführung der Technologie erfolgt im Anschluss an Tests und Studien, die gezeigt haben, dass die Verbraucher in Europa im Vergleich zu den derzeit verwendeten passwortbasierten Systemen mittlerweile biometrische Zahlungsverfahren bevorzugen.

 

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Routing-Daten im Zahlungsverkehr - Synergien nutzen

Den Übergang zum einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraums SEPA haben viele Banken gleich auch zu einer Vereinfachung ihrer internen Routing-Praktiken genutzt. Im Rahmen einer Studie hat SWIFT diese Vereinfachungen untersucht und stellte nun vor, welche Möglichkeiten ähnliche, neu aufkommende Initiativen bieten können. Die Einführung von Business Identifier Code (BIC) und International Bank Account Number (IBAN) waren die wichtigsten Werkzeuge zur Standardisierung des Transaktionsformats für SEPA-Zahlungen. In der Praxis bedeutete dies die Einrichtung einer zentralen Kontoverwaltung und Zahlungsabwicklung, die das bisher übliche interne Routing von Zahlungen zu den Zweigstellen überflüssig machte. Die Studie zeigt auf, dass einige Banken ihre zuvor vielfachen BICs durch einen einzigen Code für das gesamte Institut ersetzt haben, was deren Gesamtzahl erheblich reduzierte. Zugleich verlagerte die Regelung, bei inländischen Überweisungen lediglich die IBAN anzugeben, die Verantwortung für die Angabe eines BIC vom Kunden auf die Bank. Durch eine Vereinfachung der Routingdaten hätten Banken Vorteile, erläutert Hervé Valentin von SWIFTRef, und führt geringere Kosten, eine Steigerung des Straight-Through-Processing sowie erhöhte Effizienz an. Projekte dieser Größenordnung seien grundsätzlich teuer und sollten im besten Fall im Zug ohnehin anstehender Umstellungen gleich mit angefasst werden. Die nächsten Projekte, die sich für Banken für Re-Organisationen anbieten, sind z. B. Instantzahlungen (SEPA Instant Credit Transfer) oder die Global Payments Innovation-Initiative (GPII). 

 

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Den Rechnungskauf im E-Commerce vorfinanzieren lassen

Kunden von Online-Händlern lieben den Kauf auf Rechnung, weil sie damit kein Risiko eingehen, die Ware in Ruhe prüfen können und darüber hinaus eine Zahlpause erzielen. Für den Händler sieht die Sache anders aus: Er muss den Kauf vorfinanzieren und darauf warten, dass sein Kunde nach 14 Tagen die Rechnungssumme überweist – verbunden mit einem aufwendigen Debitorenmanagement und dem entsprechenden Ausfallrisiko. Nun geht eine neue Online-Bezahlart geht an den Start, der „Kauf auf Rechnung mit Vorfinanzierung“. Online-Händler, deren Kunden auf Rechnung kaufen, können damit den Forderungsbetrag direkt nach der Bestellung gutgeschrieben bekommen.

Diese Bezahlart entsteht durch eine Kooperation von Commerzbank und der Wirecard-Gruppe. Die Münchener liefern der Bank einfach zu integrierende Komponenten, die Zahlungsabwicklung und Risikomanagement im E-Commerce vereinfachen. Damit bietet die Commerzbank ihren Geschäfts- und Firmenkunden diese Leistungen ergänzend zum eigenen Portfolio an. Onlinehändler können diese Bezahlart als Gesamtpaket nutzen oder zu einer bereits vorhandenen Softwarelösung dazu buchen. Die Kunden der Bank, die sich als Marktführer in der Mittelstandsfinanzierung versteht, profitieren somit vom anhaltenden Boom im E-Commerce.

  

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Kartenzahlung für Händler günstiger als gedacht


Händler haben die Kreditkarte bislang aufgrund vermeintlich hoher Kosten als teures Zahlverfahren eingestuft. Dabei haben sich seit der im Dezember 2015 eingeführten neuen Regelung der Interbankenentgelte für kartengebundene Zahlungsvorgänge (MIF-Verordnung) die durchschnittlichen Kosten für die Akzeptanz von Kreditkarten sowohl am Verkaufspunkt als auch im Online-Handel merklich verringert. Die Verordnung begrenzt die sogenannte Interchange Fee bei Consumer-Kreditkarten auf maximal 0,3 Prozent des Kartenumsatzes. Für die Vollkostenstudie von ibi research an der Universität Regensburg wurde untersucht, in welchem Umfang sich die Gesamtkosten bei der Kreditkartenzahlung im deutschen Online-Handel durch die MIF-Verordnung verändert haben.
Bei der Befragung von Zahlungsdienstleistern, Online-Händlern und Kreditkartenherausgebern ergab sich, dass die Kreditkarte im Durchschnitt die zweitgünstigste Bezahlform ist, noch vor Zahlungsarten wie Vorkasse, Lastschrift oder Zahlung auf Rechnung. Betrachtet man die Gesamtkosten der verschiedenen Zahlungsverfahren, steigt die Kreditkarte durch die MIF-Regulierung von Platz 5 auf Platz 2 im Ranking der kostengünstigsten Verfahren. Das günstigste Bezahlverfahren im Online-Handel bleibt die Sofort-Überweisung. „Der Zahlungsverkehr entwickelt sich ständig weiter. Händler sollten ihr Portfolio an Zahlungsverfahren regelmäßig überprüfen“, rät Johannes F. Sutter von Six Payment Services. Bei Online-Händlern seien sichere, preiswerte Zahlungsverfahren beliebt. „Die Studie belegt, dass der Handel dem Kundenwunsch nach Kartenzahlung kosteneffizient nachkommen kann.“ Insgesamt sei damit zu rechnen, dass aufgrund der gesunkenen Kosten künftig mehr Online-Händler die Kreditkarte als Zahlungsverfahren anbieten werden und damit dem Kunden ein ausgewogenes Zahlungsmittel-Portfolio präsentieren.

 

 

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Expansionstrieb bleibt: Concardis jetzt auch Netzbetreiber 

Die Deutsche Kreditwirtschaft hat der Concardis GmbH eine Zulassung als technischer Netzbetreiber erteilt. Im Girocard System der deutschen Banken und Sparkassen gibt es damit 18 zugelassene Netzbetreiber. Das Unternehmen aus Eschborn ist nunmehr in der Lage, Kunden am Point of Sale neben den kaufmännischen Leistungen auch die technischen Services anzubieten, die für die Abwicklung bargeldloser Zahlungen erforderlich sind, und braucht dafür nicht mehr die Dienste Dritter. In jüngster Zeit wickelte Concardis diese Leistungen vor allem über die Cardtech ab, an der das Unternehmen mehrheitlich beteiligt ist.
Möglich wurde die kurzfristige Zulassung durch die Verschmelzung der International Cash Processing GmbH (ICP) auf Concardis. Das Unternehmen hatte auch TelePay sowie REA Card Austria übernommen, und sich so einen besseren Zugang zum österreichischen Markt verschafft. Hinzu kamen zuletzt Beteiligungen wie an der Orderbird AG, einem Kassensystem in der Gastronomie, sowie an WEAT Electronic Datenservice, die dem Ausbau der Marktposition in zwei wichtigen vertikalen Märkten dienen sollen. Als technischer Netzbetreiber sei Concardis jetzt auch in der Lage, andere kaufmännische Netzbetreiber gezielt zu unterstützen und den eigenen Kunden individuelle Payment-Lösungen anzubieten, erläuterte CEO Markus W. Mosen.
 

 

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Regulatorik im ZV kostet Banken eine weitere Milliarde

Immer mehr Regularien umzusetzen, kommt die rund 2.000 deutschen Kreditinstitute teuer zu stehen. Ein Beratungsunternehmen hat diese Kosten nun heruntergebrochen auf den Bereich Zahlungsverkehr. Allein hier fallen für die Banken demnach Mehrausgaben in Höhe von 1 Mrd. € in den nächsten zwei bis drei Jahren an. Kosten, denen kaum zusätzliche Erträge gegenüberstehen und die die Banken zusätzlich extrem belasten. Für die Rechnung hat die Hamburger PPI AG alle Themen, die auf Banken in Sachen Zahlungsverkehr zukommen, in einer 33 Felder umfassenden Themenlandkarte zusammengefasst. Enthalten sind darin Regularien und Gesetze wie die PSD II, die zwingend umzusetzen sind, sowie Trends und allgemeine Themen.
Neben der Regulatorik sorgen neue Bezahlverfahren wie Instant Payments und Paydirekt für diese Zusatzausgaben, jedoch auch Ausgaben für Big Data. „Es gilt parallel an diversen Stellschrauben zu drehen. Das bedarf vieler Fachkräfte und damit zusätzlichem Geld“, fasst PPI zusammen. Große Investitionen waren bereits für den einheitlichen Zahlungsverkehr im Euroraum erforderlich. Die nun noch erfolgende analoge Umstellung für Nicht-Euro-Länder verschlinge noch einmal 12 Mio. €. Das Update der SEPA-und SWIFT Regelwerke schlage mit weiteren 15 Mio. € zu Buche. Noch weitaus massiver werden die Aufwände für die Zahlungsdiensterichtlinie. Nur die Umsetzung der PSD-II-Vorschriften koste die Banken schon 250 Mio. €; insgesamt verursachen allein die aufgezählten Standardisierungen und Regulierungen laut PPI Kosten in Höhe von 354 Mio. €. Dann stehen noch einmal 65 Mio. € auf der Liste, womit Ausgaben für zwingend umzusetzende Regularien, für neue Zahlungsverkehrsprodukte und Trends abgedeckt werden sollen.
Auch an anderen Kostenpunkten können sich die Banken nicht vorbeimogeln, selbst wenn keine regulatorische Vorgabe dahinter steht. Big Data sei so ein Beispiel, erläutert Zahlungsverkehrsexperte Hubertus von Poser: "Die Implementierung neuer Systeme und Aufrüstung bestehender Systeme im Rahmen von Big Data wird voraussichtlich allein 65 Mio. € an Personalkosten verbrauchen.“
Für all diese Aufgaben wird neben viel Geld natürlich auch eine Menge Manpower benötigt. Die Zahlungsverkehrsexperten in den Banken sind mit den laufenden Aufgaben meist mehr als ausgelastet; die Rekrutierung neuer Mitarbeiter auf dem Arbeitsmarkt ist schwierig. Bei der erforderlichen Talentsuche komme es darauf an, die zentrale strategische Relevanz und Attraktivität des Zahlungsverkehrs aufzuzeigen, so von Poser: „Zahlungsverkehrsexperten müssen weg vom Nerd-Vorurteil." Banken, denen dieser Schachzug gelinge, profitierten später von günstigeren Umsetzungskosten, weil sie keine Experten teuer einkaufen müssten.

 

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Rocket Internet dockt bei der FinTech Group an

Rocket Internet SE und die FinTech Group AG wollen künftig gemeinsam EU-weite FinTech-Geschäftsmodelle entwickeln. Das klingt etwas nebulös, und das ist auch beabsichtigt: Die beiden Partner haben nämlich vereinbart, über die genauen Inhalte der gemeinsamen Ziele zunächst Stillschweigen zu bewahren. In einer Pressemitteilung heißt es lediglich, dass die FinTech Group die Banklizenz ihrer Konzerntochter biw-Bank zur Verfügung stellt und technologische Infrastruktur wie das Kernbanksystem einbringt, dazu noch die Server- und Software-Entwicklungsleistungen ihres Systemhauses XCOM AG, das gerade ein neues Großrechenzentrum eröffnet hat. Rocket Internet steuere sein Know-how im Bereich Online-Marketing, User Experience, Frontend-Gestaltung, Internationalisierung und der Entwicklung skalierbarer Geschäftsmodelle bei. Das Berliner Internetunternehmen mit seinen Erfahrungen beim Aufbau skalierbarer, disruptiver Geschäftsmodelle sei der perfekte Partner für den Aufbau digitaler Bankdienstleistungen in Europa, sagte Frank Niehage, CEO der FinTech Group. Rocket Internet war schon an einigen erfolgreichen Start-ups beteiligt; sein Vorzeigeobjekt ist der Versandhändler Zalando.

 

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 MasterCard übernimmt VocaLink-Mehrheit

MasterCard wird 92,4 Prozent der Londoner VocaLink Holdings Ltd. übernehmen, die als Spezialist für mobile Bezahldienstleistungen agiert. Der amerikanische Kreditkartenkonzern lässt sich den Kauf rund 920 Mio. US-$ kosten. Die Altaktionäre können bei Erreichen der gesteckten Leistungsziele zusätzliche 220 Mio. US $ verdienen.
Mit der Übernahme erweitert MasterCard sein Dienstleistungsangebot und unterstreicht seine Ansprüche, globaler Player in allen Bereichen elektronischer Zahlungen und Zahlungsströme zu sein. Das Vereinigte Königreich sei ein sehr strategischer Markt, auf dem sein Unternehmen eine größere Rolle spielen wolle, sagte CEO Ajay Banga. Die Technologien von VocaLink sollen ausgebaut und weltweit in die MasterCard-Lösungen integriert werden. Der CEO von VocaLink, David Yates, soll nach Abschluss der Akquisition ins Managenemt von MasterCard wechseln.
VocaLink betreibt Technologie-Plattformen für britische Zahlungssysteme, wie z. B. den Echtzeit-Zahlungsdienst Faster Payments oder BACS, ein automatisiertes Clearing House (ACH) für direkten Kredit- und Lastschriftzahlungsverkehr zwischen Bankkonten. Darüber hinaus bieten die Londoner innovative Produkte mit globalem Potenzial an, wie ZAPP, eine Mobile Payment App, die Fast-ACH-Technologie nutzt. Im letzten Jahr erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 182 Mio. £ und verarbeitete mehr als 11 Milliarden Transaktionen.

 

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 Handy-Zahlung am POS, ein seltenes Phänomen

Vier von fünf Deutschen wissen mittlerweile, dass es eine Möglichkeit gibt, mithilfe des Handys Zahlungen vorzunehmen. Selbst genutzt wurde diese Möglichkeit jedoch erst von 2 Prozent der befragten Verbraucher, und deren praktische Erfahrungen beschränken sich dann meist auch noch auf das Ausland. Mobile Payment sei in der physischen Einkaufswelt in Deutschland bislang erst mikroskopisch wahrnehmbar, und der bereits für 2013 vorhergesagte Durchbruch der Handy-Zahlung werde auch 2016 nicht stattfinden, lautet das Fazit einer Umfrage des Frankfurter Beratungsunternehmens PaySys. Die Vorreiter der mobilen Zahlung gehören fast ausschließlich zu den Verbrauchern, die ohnehin am Point of Sale (POS) nicht mit Bargeld, sondern lieber mit der Karte zahlen. „Es ist zu vermuten, dass diese Gruppe nicht nur die First Mover, sondern auch das Kernpotenzial für die Handy-Zahlung bilden“, glaubt PaySys-Geschäftsführer Hugo Godschalk. Er hält es deshalb für fragwürdig, ob die Zahlung mittels Handy in einem wesentlichen Umfang Bargeld ersetzen wird – falls sich diese Innovation überhaupt durchsetzen kann. Beinahe die Hälfte der interviewten Verbraucher zahlt an der Ladenkasse ohnehin lieber mit Bargeld. In dieser Gruppe ist die Unwissenheit über mögliche Handy-Zahlungen noch weiter verbreitet als im Durchschnitt (25 ggü. 17 Prozent). Die Vorliebe zur Barzahlung ist bei den älteren Verbrauchern deutlich höher. Jüngere Verbraucher (Altersgruppe 18 bis 30 Jahre) zeigen dagegen keine nennenswerten Abweichungen bezüglich der Affinität zur Karte oder zum Bargeld im Vergleich zu dem mittleren Alterssegment (30 bis 60 Jahre).
Repräsentative Aussagen bezüglich Altersgruppe oder Geschlecht können aus dieser Umfrage nicht gezogen werden, schränkt PaySys ein, da die Anzahl der Verbraucher, die bereits über ihr Handy gezahlt haben, noch so gering ist. Außerdem weiche das Umfrageergebnis von anderen zeitnahen Umfragen zu diesem Thema erheblich ab, da hier lediglich die Nutzung des Handys als Zahlungsinstrument beim physischen Einkauf erfragt wurde. Nicht enthalten ist die mobile Zahlung im E-Commerce, die in anderen Umfragen für Werte von bis zu 30 Prozent selbst erlebter Handy-Zahlung führte. Die Differenzierung hält Godschalk aber für wichtig. Wird nämlich per Handy am physischen POS bezahlt, eröffnet das den Weg für neue Zahlungsapplikationen, die im Handy neben den traditionellen Kredit- und Debitkarten hinterlegt werden können, wie z. B. das gerade in Deutschland gestartete Payback-Verfahren.

 

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eWallet und Smartphone-Zahlung vorne

Rund zwei Drittel der Deutschen gehen laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage davon aus, dass sie in fünf Jahren hauptsächlich die eWallet (z.  B. Alipay oder PayPal) als Bezahlmethode nutzen werden. Fast die Hälfte glaubt, im Jahr 2021 mehrheitlich das Smartphone für die Bezahlung zu verwenden, während rund 41 Prozent davon ausgehen, mithilfe biometrischer Erkenneungsmerkmale zu bezahlen (Scan des Fingerabdrucks, der Iris oder der Gesichtszüge). Der Smartwatch hingegen prognostizieren die Konsumenten keine Zukunft als Bezahloption: Nur 20 Prozent der Befragten können sich vorstellen, mehrheitlich ihre Armbanduhr zum Bezahlen zu verwenden. Die Daten entstammen einer Online-Umfrage, die Toluna im Auftrag von Worldpay durchführte. Die Befragten gaben dabei auch an, welche Vorteile sie in den genannten Bezahlmethoden der Zukunft sehen: Die Deutschen gehen demnach davon aus, dass diese Methoden sicherer (56 Prozent) bequemer (54 Prozent) und schneller (44 Prozent) sind als die bisher genutzten Bezahlmöglichkeiten.  

Diese Erkenntnisse flossen auch in neues europaweites Angebot ein: Worldpay Total, ein gemeinsames Omnichannel-Bezahlsystem des Payment Providers und der Wincor Nixdorf-Tochter Aevi, soll ab Januar 2017 auch in Deutschland verfügbar sein. Es ermöglicht Kunden den einheitlichen Einkauf über alle On- und Offline Vertriebskanäle, z. B. über mobile Endgeräte, auf Websites oder am Point-of-Sale, und soll in 22 europäischen Ländern angeboten werden. Eine Testphase auf dem französischen Markt wurde erfolgreich absolviert. Dort steht ab September 2016 auch die erste Markteinführung bevor. Das System greift die sich schnell wandelnden Technologien und Verbraucherwünsche auf: Nicht nur kanalübergreifender Verkauf, sondern auch Umtausch und Rückerstattung sind möglich. Darüber hinaus ist ein konsolidiertes Reporting inkludiert, das einen Überblick über die Verkaufsaktivitäten jedes Vertriebskanals ermöglicht sowie Informationen über internationale Zahlungs- und Kundendaten.  

 

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"Wettbewerb im Payment entscheidet sich am POS"


Concardis will seine Marktposition am realen und virtuellen Point of Sale (POS) verstärken und strebt eine weitere Internationalisierung des Geschäfts an. Das Unternehmen reagiert damit auf die Veränderungen im Paymentmarkt, wo zunehmend Anbieter aus dem Nichtbanken-Bereich (z. B. FinTechs) als Wettbewerber auftreten. „Der Wettbewerb im Payment entscheidet sich am POS. Wer auf die Dynamik dort die besten Antworten findet, wird am Ende die Nase vorne haben“, sagte CEO Marcus W. Mosen bei einem Pressegespräch in Eschborn. Basis und Treiber der Veränderung sei die fortschreitende Digitalisierung. Sie sorge dafür, dass Vertriebskanäle im sogenannten Multichanneling zusammenwachsen, integriere Bezahlanwendungen in die Alltagswelt der Konsumenten und ermögliche es, werthaltige Zusatzleistungen wie Lokalisierungs- und Kommunikationsleistungen mit der Bezahlanwendung zu verknüpfen. Payment sei heute mehr als nur Bezahlen: „Payment ist Teil der Kommunikations- und Transaktionsschnittstelle zum Kunden.“
Das Unternehmen modernisiert seine technischen Plattformen und arbeitet an der Verbesserung der Wettbewerbsposition. Im Rahmen dieser Strategie hat Concardis seine Beteiligung am führenden iPad-Kassensystem für die Gastronomie (Orderbird) erhöht, die Mehrheit am technischen Netzbetreiber Cardtech erworben und die ICP International Cash Processing übernommen. Die bisher noch ausstehende Kartellamtsgenehmigung für die Übernahme liege vor, sodass die ICP rückwirkend zum 1. Januar 2016 auf die Concardis verschmolzen werden könne. Dadurch gehen rund 36.000 weitere Zahlungsverkehrs-Terminals mit 85 Millionen Transaktionen pro Jahr an die Eschborner, die damit auch auf den zunehmenden internationalen Wettbewerbsdruck reagieren. Immer neue Anbieter entdecken den deutschen Markt und adressieren attraktive Kundensegmente, versuchen etwa, große Handelsunternehmen mit starkem eCommerce Geschäft und internationaler Ausrichtung für sich zu gewinnen. Um diese Kunden in ihrer Internationalisierungsstrategie zu unterstützen, will Mosen das internationale Engagement verstärken und weiter wachsen. Eine starke Exportnation wie Deutschland brauche im sich verändernden Retail-Zahlungsverkehr einen Partner mit internationaler Dimension, erläuterte der CEO sein Zielbild, „German Payment Champion“ zu werden.
 

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Reisen ohne zusätzliche Kreditkartenkosten

 

Eine „Supercard“, die britischen Reisenden das Bezahlen ohne die sonst anfallenden Kosten für Auslandszahlungen ermöglicht, bringen Wirecard und Travelex gemeinsam heraus. Das funktioniert mittels einer Kombination aus MasterCard und einer App. Auf dem britischen Markt ist die Supercard schon frei verfügbar; Fremdwährungs-Spezialist Travelex hatte das System bereits im vergangenen Jahr als Pilotprojekt gestartet. Wirecard fungiert im Rahmen dieser Kooperation als technischer Dienstleister und übernimmt den Acquiring-Prozess und das Risikomanagement. Kartenherausgeber ist ein Tochterunternehmen der Aschheimer.
Die Supercard verbindet alle vorhandenen Kredit- und Debitkarten in einer Kartenlösung und ist durch einen Chip und einen PIN-Code geschützt. Kunden können ihre Kredit- oder Debitkarte einfach via App mit ihrer Supercard verknüpfen. Bei Zahlungen im Ausland fallen keine Anwendungs-, Registrierungs-, Verwaltungs- oder Nutzungsgebühren an. Die Ausgaben können über die App in Echtzeit verfolgt werden. Supercard kann an allen MasterCard-Akzeptanzstellen eingesetzt werden.

 

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Bezahlung beim Autokauf per Handy


In Deutschland wechseln statistisch pro Tag über 20.000 Fahrzeuge ihren Besitzer. Bei einem durchschnittlichen Kaufpreis von 10.620 € werden so täglich über 200 Mio. € bewegt, zumeist in Form von Bargeld. Das ist umständlich und birgt erhebliche Risiken. Ein neuer Bezahlservice namens „Easy Car Pay“ bringt Käufer und Verkäufer zusammen und hilft, die Bezahlung eines Gebrauchtwagens via Smartphone oder PC ortsungebunden abzuwickeln.
Die Gründer setzen auf die Tatsache, dass mittlerweile drei Viertel aller Käufer Internet-Angebote für ihren Kauf nutzen. So kann das ausgewählte Fahrzeug auf den bekannten Kaufplattformen direkt mit allen Daten in den Online-Bezahlprozess importiert werden. Voraussetzung ist eine simple Registrierung von Verkäufer und Käufer bei Easy Car Pay. Die gesetzlich vorgeschriebene Überprüfung der Identität des Käufers erledigt der Dienst via Video-Identverfahren. Verkäufer oder Käufer schicken der anderen Partei ein Zahlungsangebot zum ausgewählten Gebrauchtwagen. Der Käufer "parkt" den Kaufbetrag per Online-Überweisung, Giropay oder SEPA-Sofortüberweisung auf dem Konto der Easy Car Pay-Partnerbank, was dem Verkäufer direkt per SMS mitgeteilt wird und so die Kaufabsicht unterstreicht.
Hat sich der Käufer dann durch Fahrzeugbesichtigung und Probefahrt zum Kauf entschlossen, fordert er via Smartphone oder PC bei dem System eine mTAN an, mit deren Freigabe die Auszahlung an den Verkäufer unmittelbar und unwiderruflich veranlasst wird. Beide involvierten Parteien werden darüber informiert und der Wagen kann den Besitzer wechseln. Preisreduzierungen oder -erhöhungen im Rahmen der Kaufverhandlung können ebenfalls berücksichtigt werden. Am Ende erhalten beide Parteien noch eine Rechnung über die Servicegebühr von Easy Car Pay. Diese liegt gestaffelt nach Kaufpreis zwischen 19,95 € und 0,15 Prozent des finalen Kaufpreises.

 

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Fokus auf SEPA-Zahlungen und Mobile Services

SIA kooperiert nun bei der Entwicklung und Markteinführung von Zahlungsverkehrslösungen für Großbritannien und ganz Europa mit dem britischen Bankhaus Raphaels. Gemeinsam werden den Kunden künftig SEPA-Zahlungsdienste angeboten. Möglich wird dies durch Raphaels indirekte Teilnahme am SEPA-Überweisungsverfahren (SEPA Credit Transfer) und SEPA-Lastschriftverfahren (SEPA Direct Debit). Dies erlaubt europäischen Unternehmen sowie Firmen aus Großbritannien den Zugang zu STEP2, EBA Clearings gesamteuropäischer Technologieinfrastruktur für Zahlungstransaktionen in Euro, die von SIA gemanagt wird. Über STEP2 werden pro Tag durchschnittlich mehr als 40 Millionen Transaktionen zwischen mehr als 4.800 Finanzinstituten in 34 europäischen Ländern abgewickelt.
Die Vereinbarung stärkt zudem die Position beider Partner auf dem Markt für Prepaid-Karten. Darüber hinaus kann Raphaels im mobilen Zahlungsverkehr künftig auf die Plattform „SIA EasyPay“ zugreifen, wodurch die Bank ihren Kunden kontaktloses Bezahlen per Smartphone anbieten kann. Die Plattform unterstützt sowohl SIM-basierte als auch Host Card Emulations-Technologien. Mittels Jiffy, der P2P-Lösung von SIA, kann Raphaels schließlich auch Echtzeitzahlungen anbieten. Jiffy basiert auf dem SEPA-Kredittransfer und erlaubt es Anwendern, per Smartphone Geld in Echtzeit zu senden und zu empfangen.

 

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Sparkassen und Landesbanken starten paydirekt -
15 Millionen theoretischer Kunden


Während viele Kunden privater Banken schon seit letztem Jahr mit paydirekt zahlen können, war lange fraglich gewesen, ob die Sparkassen überhaupt mitmachen. Nun aber starten – pünktlich zum Deutschen Sparkassentag – auch die roten Geldhäuser mit dem großen „S“ sowie die Privatkundeneinheiten der Landesbanken den gemeinsamen Online-Bezahldienst der Deutschen Kreditwirtschaft. Die Zahl der potenziellen Neukunden für das System bezifferte DSGV-Präsident Georg Fahrenschon in Düsseldorf mit 15 Millionen, damit werde paydirekt „Fahrt aufnehmen“. Die Institute selbst sowie die Payment Service Provider der Finanzgruppe brächten zudem umfangreiche Geschäftsbeziehungen zu Online-Händlern mit in die Bezahldienst-Kooperation der deutschen Kreditwirtschaft ein. Fast alle deutschen Sparkassen haben ihre Teilnahme an paydirekt vertraglich vereinbart, je nach Haus kann der Zeitpunkt der Verfügbarkeit aber variieren. Nur einen Tag zuvor hatte auch die Targobank verkündet, ihren Kunden den Zugang ab sofort zu ermöglichen.

Mit paydirekt können Kunden von Banken und Sparkassen direkt mit ihrem Girokonto bei Internet-Händlern bezahlen. Kunden müssen ihre Daten nicht mehr Dritten zugänglich machen und schließen damit eine Ausforschung ihrer Zahlungsverkehrsgewohnheiten aus. Voraussetzung ist lediglich die Registrierung für das neue Bezahlverfahren – und natürlich ein entsprechendes Angebot der Händler als Bezahlfunktion im Online-Shop.

Denn: So einfach und so sicher diese Variante auch ist, der Schwachpunkt von paydirekt ist immer noch die geringe Zahl der angeschlossenen Händler. Auf der Webseite des Bezahlsystems findet man derzeit gerade 58 Online-Händler, die das Verfahren anwenden. Die Big Player des Online-Handels, ob amazon, Otto oder Zalando, Tchibo oder Conrad, sucht man hier alle – noch – vergebens. Umso interessanter ist die Ankündigung, dass spätestens zum Weihnachtsgeschäft auch die Online-Shops der Vertriebsmarken der Metro-Group (Media Markt, Saturn, Real) mit an Bord sein wollen. Für Helaba-Vorstand Thomas Groß zeigt die Geschlossenheit beim Marktstart, wie überzeugt die Sparkassen heute von paydirekt seien. Michael Horn, Privatkunden-Vorstand der LBBW, äußerte sich über die Marktaussichten zuversichtlich:  „Der E-Commerce-Markt wächst rasant.  Ich bin überzeugt, dass paydirekt als Bezahlverfahren 'made in Germany' mit dem eigenen Girokonto als Basis eine ideale Lösung darstellt. Paydirekt wird schnell seinen Markt finden und dort erfolgreich sein."

 

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paydirekt setzt auf Händlerkonzentratoren

Mit dem neuen Händlerkonzentrator-Modell bietet paydirekt Online-Händlern ab sofort eine weitere Möglichkeit, am Online-Bezahlverfahren der deutschen Banken und Sparkassen teilzunehmen. Der Dienst kann nun – alternativ zu individuellen Vertrags- und Entgeltverhandlungen mit den Banken – auch über Payment-Dienstleister integriert werden. Online-Händler erhalten damit die kaufmännische Anbindung aus einer Hand. Ist der Dienstleister auch ein Payment Service Provider, erhält der Händler neben der kaufmännischen zudem auch gleich die technische Anbindung dazu.
Das Modell des Händlerkonzentrators mache die Integration von paydirekt einfacher und schneller, wovon vor allem kleinere und mittlere Händler profitierten, sagt paydirekt-Geschäftsführer Niklas Bartelt. Dem Online-Händler stehe ein zentraler, in der Regel bereits bekannter Ansprechpartner für Entgeltverhandlungen, Entgeltabrechnungen, Verträge und die technische Anbindung zur Verfügung. Als erster Händlerkonzentrator fungiert derzeit der Payment-Dienstleister Concardis. CEO Marcus W. Mosen betonte die Möglichkeiten des einfachen „One-Stop-Shopping“ für alle wesentlichen Zahlverfahren.Weitere Payment Service Provider haben laut Bartels bereits ihr Interesse bekundet; das System dürfte also eine sukzessive Ausweitung erfahren.

 
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"girocard-city": 
Kick-off für Innovationszentrum

 

 „Girocard-City“ liegt in Kassel. Unter diesem Namen nahm nun das Innovationszentrum der Deutschen Kreditwirtschaft seine Tätigkeit auf. Ziel ist es, mit Nachdruck an neuen und modernen Lösungen für den „Bezahl-Alltag“ zu arbeiten. Alle dazu notwendigen gemeinschaftlichen Bestrebungen werden seit dem Kick-off an diesem zentral und dauerhaft verankerten Innovationsstandort gebündelt. In „Girocard-City“ werden von nun an sämtliche Innovationen rund um die Girocard-Zahlung zunächst auf regionaler Ebene auf ihre Alltagstauglichkeit hin erprobt, bevor es zu einer nationalen Umsetzung kommt.

Die Wahl des Standorts Kassel beruht auf zahlreichen Faktoren. Wichtigstes Entscheidungskriterium war eine grundsätzliche Übertragbarkeit der regionalen Ergebnisse auf nationale Belange. Da die Bevölkerungsstruktur in Kassel sowie die Verteilung, Nutzung und der Besitz von Girocards fast deckungsgleich mit den deutschlandweiten Werten sind, besteht vor Ort eine äußerst repräsentative Vergleichssituation. Darüber hinaus sprechen noch  weitere begünstigende Faktoren für Kassel: die durchschnittliche Kaufkraft der Bürger und die durchschnittlichen Einzelhandelsumsätze, sowie die hohe Zentralität. Auch die Präsenz vieler kleiner und mittelständischer Händler sowie die besonders gute Vernetzung der Banken und Sparkassen waren mitentscheidend. Das Innovationslabor wurde im Stil bereits bekannter Testszenarien konzipiert, wie dem GfK-Testmarkt in Haßloch. Die langjährigen Erfahrungswerte des Marktforschungsinstituts sowie deren aktive Unterstützung in Kassel sollen zu einer dauerhaft erfolgreichen Umsetzung beitragen und die allgemeine Marktreife moderner Bezahllösungen effektiv ausloten.

Die Deutsche Kreditwirtschaft möchte so ihre Marktposition auch technologisch untermauern. Die Transaktionszahlen der Girocard bewegen sich zuletzt auf einem unverändert hohen Niveau, wie die aktuelle Statistik belegt. 2015 wurden insgesamt 2,59 Mrd. Bezahlvorgänge mit einem Gesamtumsatz von rund 138 Mrd. € per Karte und PIN vollzogen. Im Vorjahresvergleich entspricht dies einem minimalen Transaktionsrückgang von 0,65 Prozent.

Rund 95 Prozent der Deutschen besitzen eine eigene Girocard. Einer von der GfK für Euro Kartensysteme durchgeführten, repräsentativen Umfrage zufolge haben sogar ein Viertel der Bundesbürger mindestens zwei Exemplare in ihrer Geldbörse, und 90 Prozent nutzen diese zur Zahlung im Handel. Die Girocard ist und bleibt damit das am stärksten verbreitete Kartenzahlungsmittel in Deutschland. Auch im „Bezahl-Alltag“ belegt die Girocard die Spitzenposition als das beliebteste Kartenzahlungsmittel der Deutschen. Laut einer Studie von Payone und B+S Card Service in Kooperation mit Statista wurden im letzten Weihnachtsgeschäft 80  Prozent der Kartenzahlungen mit ihr getätigt. Die Zahl an aktiven Girocard-Terminals wuchs um 18.000 auf 784.000. Die im Dezember 2015 in Kraft getretene Regulierung der Interbankenentgelte – mit einer Transaktionsgebühr von höchstens 0,2 Prozent – könnte zu einem weiteren Akzeptanzstellenausbau führen.

 

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15.000 € in 10 Sekunden von Konto zu Konto  -
Konsultationen zu SCT Inst gestartet


Das European Payments Council (EPC) hat die öffentliche Konsultation zum SEPA-Instant Credit Transfer Scheme (SCT  Inst) gestartet. Die vorgeschlagene Regelung ist weltweit die erste Grundlage für Instant Payments in einem so riesigen Bereich wie dem einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraum SEPA. 
An der dreimonatigen Konsultation sollen sich alle Betroffenen, einschließlich der Payment Service Provider (PSP) und Endanwender, beteiligen. So will das EPC sicherstellen, dass die Regelung die Bedürfnisse des Marktes widerspiegelt.


Die wichtigsten Funktionen des SCT Inst-Schemes:

- Der geografische Anwendungsbereich der Regelung erstreckt sich über die 34 SEPA-Länder.

- Die Regelung basiert so weit wie möglich auf dem bestehenden SEPA-Credit Transfer Scheme und beinhaltet viele der bewährten Funktionen. Dadurch soll eine schnellere und kostengünstigere Implementierung erreicht werden.

- Es gilt für Überweisungen in Euro bis zu einem anfänglichen Höchstbetrag von 15.000 € pro Transaktion.

- Das Geld soll innerhalb von zehn Sekunden auf dem Konto des Zahlungsempfängers zur Verfügung stehen.

- Individuelle Systemteilnehmer (z. B. innerhalb eines bestimmten SEPA-Lands) können sich auf Wunsch bi- oder multilateral auf eine schnellere Ausführungszeit und / oder eine höheren Maximalbetrag einigen.

- Alle beteiligten Systempartner müssen technisch in der Lage sein, die SCT  Inst- Transaktionen auf einer Nonstop-Basis (24/7/365) zu verarbeiten.


Der Regelungsentwurf ist auf der EPC-Website verfügbar und kann bis zum 10. Juli kommentiert werden. Das Council will die endgültige Regelung im November 2016 veröffentlichen. Ein Jahr später sollen alle Teilnehmer bereit sein, die erste SCT  Inst-konforme Transaktion durchzuführen. Der kurze Zeitraum zwischen der Veröffentlichung der Regelung und der Einführung unterstreiche das Vertrauen der Zahlungsverkehrsindustrie in die PSPs, die Bedürfnisse der Kunden umzusetzen, hieß es beim EPC.

 

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Allianz im Bereich mobiler Zahlungen 


Banken sollen mobile Zahlungsmöglichkeiten noch schneller und einfacher einführen können, lautet die Prämisse hinter der Partnerschaft von Worldline und Gemalto. Sie ermöglichen gemeinsam das nahtlose Onboarding von Banken und Kartenemittenten für Mobile Wallets von Geräteherstellern. Der französische ZV- und Transaktionsdienstleister und der niederländische Anbieter von digitalen Sicherheitslösungen bündeln ihr Know-how, um Banken eine einsatzfähige und anpassbare End-to-End-Lösung zu bieten. Worldline bietet dabei Tokenisierung an, eine wichtige Komponente für mobile Bezahlvorgänge. Mithilfe dieses Services wird eine physische Karte in einen digitalen Token umgewandelt. Gemalto wiederum stellt den geschützten Zertifizierungslieferservice sicher. Dieser Dienst sorgt für die Einbettung des Tokens in die mobile Geldbörse im Smartphone mithilfe eines Trusted Services Hubs. In der Allianz kommen weitere Dienste für die Überprüfung von Identitäten und in Bezug auf das Ausstellen von Karten hinzu. Die Vorteile für die Kartenemittenten lägen dabei in der schnellen Markteinführungszeit, Flexibilität sowie der Kontrolle über die Daten ihrer Kunden.

 

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Bezahlen mit dem Smartphone

 

Es funktioniert auch in Deutschland, nur wissen noch viel zu wenige, wie es geht. Die Rede ist vom Bezahlvorgang mit dem Smartphone. Jeder dritte deutsche Smartphone-Nutzer zeigt sich aufgeschlossen für Mobile Payment, aber der Aufklärungsbedarf bleibt riesig, und kontaktloses Bezahlen via NFC-Technologie (Near Field Communication, ein internationaler Übertragungsstandard zum kontaktlosen Austausch von Daten über kurze Strecken per Funk) scheitert bislang noch oft an der mangelnden Information der Verbraucher. Das zeigt eine Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.
Rund ein Drittel der Smartphone-Nutzer hat selbst schon einmal kontaktlos bezahlt oder kann sich zumindest vorstellen, dies zukünftig zu tun – es könnten aber weit mehr sein. Die Hauptgründe für den Verzicht auf die Handy-Brieftasche sind laut dieser Umfrage Sicherheitsbedenken und vor allem Unwissenheit. Viele Handynutzer wissen nicht, ob ihr Gerät NFC-fähig ist, andere haben noch nie von dieser Bezahlvariante gehört.
Um den Service per Smartphone nutzen zu können, lädt man eine entsprechende Wallet-App, in der eine Zahlungsart (Kredit- oder Debitkarte) hinterlegt wird. Für den eigentlichen Bezahlvorgang hält der Kunde sein Gerät kurz vor ein entsprechend ausgerüstetes Lesegerät.  begleichen. Ab einem Kaufwert von 25 Euro bestätigt der Nutzer die Transaktion per Touch-ID (Fingerabdruck) oder Pin.
In Deutschland waren Ende 2015 rund 80.000 Kassenterminals NFC-fähig, darunter die meisten Tankstellen, Discounter, große Supermarktketten und Drogerien. Das entspricht gut zehn Prozent aller Kassenterminals in Deutschland.Das Verfahren erfülle höchste Sicherheitsstandards, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Daten würden nur verschlüsselt übertragen, und auf der kurzen Strecke zwischen Kassenterminal und Smartphone ist Hacking nahezu ausgeschlossen. „Die Gefahr, seine Geldbörse mit Münzen und Scheinen zu verlieren, ist weitaus größer“, so Rohleder.
Jeweils rund 20 Prozent derjenigen, die das Bezahlformat nicht nutzen, geben als Grund an, dass sie keine Vorteile gegenüber anderen Bezahlverfahren sehen oder das Verfahren zu kompliziert finden. Etwa jeder Sechste sagt, dass noch zu wenige Händler dieses Bezahlverfahren akzeptieren und jeder Zehnte erklärt, er habe kein NFC-fähiges Smartphone. Vier von zehn Nicht-Nutzern wollen generell nicht mit dem Smartphone bezahlen.
Kontaktloses Bezahlen per NFC ist aber auch mit einer entsprechend ausgerüsteten Kreditkarte möglich. Einzelne Banken beginnen in diesem Jahr damit, NFC-fähige Debitkarten auszugeben. Zudem gibt es Anwendungen für Tablets oder Wearables. „Die Einführung der NFC-fähigen Debitkarte kann der neuen Technologie in Deutschland, wo Kreditkarten weniger verbreitet sind als in anderen Ländern, einen starken Schub geben“, glaubt Rohleder.  Hierzulande ist die Bindung an das Bargeld traditionell groß. Deshalb setzen sich moderne Bezahl-Verfahren tendenziell langsamer durch als in Ländern, in denen die Kreditkarte ein sehr gängiges Zahlungsmittel ist. In London beispielsweise ist es schon heute üblich, dass in Taxen und Bussen kontaktlos bezahlt wird. Auch in Polen ist NFC schon weiter verbreitet als in Deutschland, weil hier bei der flächendeckenden Umrüstung der Kassenterminals direkt die NFC-Technologie eingeführt wurde.

 

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Fortschritt in den Portemonnaies

 

Die Frage nach der Beständigkeit des Bargelds und der Zukunft des Bezahlens ist eng mit der Digitalisierung der Finanzdienstleistungen und -produkte verbunden. Im Rahmen eines Parlamentarischen Abends der Initiative Deutsche Zahlungssysteme in Berlin stand die Frage im Vordergrund, ob sich das Akzeptanz- und Adoptionsverhalten der Verbraucher an das Innovationstempo des Markts anpasst oder ob sich beim Bezahlen – einem Bereich, der von einem hohen Vertrauens- und Sicherheitsbedürfnis geprägt ist – jene Zahlungsarten durchsetzen, die sich bereits langfristig bewähren konnten.
Die Initiative Deutsche Zahlungssysteme versteht sich als Netzwerk für Unternehmen und Institutionen, die die bargeldlosen Bezahlverfahren der Deutschen Kreditwirtschaft akzeptieren oder die hierfür notwendige Infrastruktur bereitstellen. Sie beobachtet Trends und Entwicklungen und greift diese auf, um sich gemeinsam mit der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) und auf Basis der bargeldlosen Bezahlverfahren GeldKarte, girogo und girocard für Fortschritt in den Portemonnaies der Verbraucher einzusetzen.
In der heutigen Finanzwirtschaft stünden vertraute und bewährte Zahlungsprodukte zunehmend neuen Geschäftsmodellen gegenüber. „Zwischen diesen Interessen und Perspektiven will die Politik einen Ausgleich finden. Es muss gelingen, Innovationen bei Finanzdienstleistungen entsprechend zu fördern, den Schutz der Verbraucher aber in bekanntem Maße zu wahren“, sagte Bundestagsabgeordneter Dr. Jens Zimmermann als Keynote-Speaker. Er bezeichnete den großen Vertrauensvorschuss der Banken als Gewicht, von dem neue Player auf dem Markt nur träumen könnten. Die Öffnung hin zu neuen Geschäftsmodellen und Technologien gelte es als Chance wahrzunehmen.
Die Deutsche Kreditwirtschaft tut dies schon längst. Joachim Fontaine vom Bundesverband deutscher Banken schilderte die Erfolge und Herausforderungen der letzten 25 Jahre seit Einführung der girocard. Die Debitkarte habe es geschafft, eine feste Stellung im Markt des bargeldlosen Bezahlens einzunehmen und damit Bewährtes mit stetiger Weiterentwicklung zu verbinden. Nun solle die Erfolgsgeschichte im Rahmen eines umfassenden Innovationsmanagementprozesses, der auch den Erprobungsstandort Kassel als „girocard city“ beinhaltet, fortgesetzt werden. Wie das gelingen kann und was digitale Innovation leisten muss, um sich nachhaltig durchzusetzen, beleuchtete Jan-Paul Leuteritz vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation. Sein Vortrag zur Technologieaufgeschlossenheit der Deutschen bot den Anwesenden einen Einblick in die Psychologie der Verbraucher, wenn es um modernes Bezahlen geht, und die Benutzerfreundlichkeit von kontaktlosen Bezahlterminals.

  

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Payment Group International: Zusammenschluss dreier Firmen

Die drei Zahlungsverkehrs-Anbieter ABK-Systeme, EFiS und GEVA Business Solutions planen zum 1. Juli einen strategischen Zusammenschluss ihrer Unternehmen und Tochtergesellschaften. Die zukünftige Payment Group International wird eine europaweit aufgestellte Holding mit Unternehmen in Deutschland, Belgien, Polen und Luxemburg. Ihre Zentrale wird in Frankfurt am Main etabliert, an den bisherigen Hauptstandorten in Aachen und Dreieich werden weiterhin Büros geführt. werden.
Uwe Klatt, bisher Geschäftsführer der GEVA Business Solutions GmbH, soll CEO des neuen Unternehmens werden, Armin Gerhardt, CEO der EFiS AG, wird als Chief Strategy Officer der Payment Group International agieren. Sie wollen mittelfristig die Geschäftsfelder erweitern und neue Märkte erschließen. Die künftig zusammengeführten Unternehmen haben im Jahr 2015 einen Gesamtumsatz von mehr als 16 Mio. € erwirtschaftet und beschäftigten zusammen mehr als 120 Mitarbeiter. Für die erste Gesamtbilanz im Jahre 2017 wird ein Umsatz von 20 Mio. € erwartet.

 

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girocard - Koexistenz von Tradition und Innovation


Bezahlen ist ein Vorgang, der von einem hohen Sicherheitsbedürfnis geprägt ist. Und diesen Wunsch sieht die große Mehrheit der Bevölkerung durch das elektronische Bezahlverfahren der girocard befriedigt. Wäre Bargeld in Zukunft keine Option mehr im Spektrum der Bezahlverfahren, würden die meisten Deutschen am liebsten mit der Debitkarte der Deutschen Kreditwirtschaft zahlen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie des Allensbacher Instituts im Auftrag der Initiative Deutsche Zahlungssysteme. Gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung und Technologisierung unserer Gesellschaft schätzen Verbraucher kartenbasierte Bezahlverfahren.
Zu den Vorteilen der Kartenzahlung zählt neben der Bequemlichkeit auch der Hygienefaktor. Trotzdem bevorzugen auch 48 Prozent derjenigen Personen, die über eine Bezahlkarte verfügen, immer noch eine Zahlung in bar. Jeder Zweite sagt, er lasse sich bei der Wahl des Zahlungsmittels von der Art des Geschäfts oder des zu erwerbenden Produkts beeinflussen. Ob sie sich am Bezahlterminal für das traditionelle oder das kartenbasierte Bezahlen entscheiden, hängt für drei Viertel der girocard-Nutzer davon ab, wieviel Bargeld sie gerade mitführen.
Die große Mehrheit der Bevölkerung erachtet die Zahlung mit der Debitkarte als sicher, vor allem dann, wenn die Bestätigung durch die Eingabe einer PIN erfolgt (73 Prozent). Das System der girocard basiert auf den strengen Sicherheitsstandards und -anforderungen der Deutschen Kreditwirtschaft. Das ist gerade bei Verlust oder Diebstahl der girocard von zentraler Bedeutung, und nur die wenigsten Bundesbürger haben in solch einem Falle negative Erfahrungen gemacht (4 Prozent). Kommen Scheine oder Münzen abhanden, ist das Geld weg, die Karte hingegen kann man schnell und einfach sperren lassen. Auch die Gefahr, falsches Rückgeld zu erhalten – zwei Drittel der Befragten ist dies schon einmal passiert – fällt bei Kartenzahlungen weg.

 

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Kontaktloses Bezahlen zunehmend beliebter


Die Gesamtzahl der von MasterCard und Maestro verarbeiteten Bezahlvorgänge hat in Europa 2015 die 1-Milliarden-Marke überschritten, 150 Prozent mehr als im Vorjahr. Noch größere Steigerungen verzeichnete der Bereich der kontaktlosen Zahlungen mit einem Plus von 205 Prozent im gleichen Zeitraum. Im vierten Quartal 2015 wurden in Europa bereits durchschnittlich 13 Prozent der über MasterCard erfolgten Transaktionen im Ladengeschäft kontaktlos abgewickelt. Die Anzahl der Tap-Transaktionen mit Karten, Mobiltelefonen oder anderen Geräten stieg um 121 Prozent, während sich die Gesamtausgaben bei kontaktlosen Bezahlvorgängen mit MasterCard und Maestro im Jahresvergleich um 183 Prozent erhöhten. Sowohl der Verbraucher als auch der Handel reagieren offenkundig sehr positiv auf die Möglichkeit kontaktloser Zahlungen: die Zahl dazu geeigneter Geräte und Karten stieg im letzten Jahr um 50 Prozent an. In Deutschland stieg die Zahl der Standorte, an denen kontaktlos bezahalt werden kann, zuletzt um über 300 Prozent an. In zehn Ländern Europas sind jeweils mehr als 5 Mio. Karten bzw. Geräte im Umlauf, die kontaktlose Zahlungen unterstützen. Knapp die Hälfte der täglichen Einkäufe in Europa liegt unter 25 € und bleibt damit im Limit für kontaktloses Bezahlen per Tap & Go. Kontaktlose Transaktionen bieten Verbrauchern aufgrund der hochmodernen mehrschichtigen Schutzmechanismen eine sicherere Alternative zu Barzahlungen. Mit zunehmender Verwendung steigt auch das Vertrauen in diese Technologie. Zwei Drittel der Verbraucher sind laut MasterCard davon überzeugt, dass kontaktlose Bezahlvorgänge mindestens ebenso sicher, wenn nicht sogar noch sicherer sind als herkömmliche Bezahlarten.
Kartenherausgeber können vom Trend zu mehr kontaktlosen Zahlungen ebenfalls profitieren. Analysen von MasterCard belegen, dass Kontaktlos-Funktionen und die dadurch erzielten Vorteile Karten zum bevorzugten Zahlungsmittel machen und zugleich die Konsumfreude ankurbeln. Der Anstieg der Ausgaben ist jedoch nicht nur auf Tap-Transaktionen, sondern auch auf eine deutlich höhere Anzahl der Bezahlvorgänge insgesamt zurückzuführen.

 

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Kollaboration von VISA und Wirecard

Der Zahlungsdienstleister Wirecard hat eine Partnerschaft mit Visa Europe Collab verkündet. Dabei handelt es sich um eine Initiative von Visa Europe mit Innovation Labs in Berlin, London und Tel Aviv. Wirecard wird Visa Europe Collab als strategischer Entwicklungspartner mit seinen Softwaretechnologie- und Bankdienstleistungen sowie Markt-Know-how unterstützen. Durch die Zusammenarbeit sollen FinTech Start-ups und Technologie-Anbieter direkten Zugang zu dem Partner-Netzwerk und technischen Plattformen sowie Interfaces erhalten, um damit Lösungen zu entwickeln, die das Bezahlerlebnis revolutionieren. Der Fokus von Visa Europe Collab liegt auf der Konzeption und Realisierung neuer Produkte und Services, die durch Kooperationen und Partnerschaften mit Technologie- und Digital-Unternehmen aus der Payment-Branche entstehen. Als Teil dieser Aktivitäten betreibt Visa Europe Collab zusammen mit diesen Partnern Initiativen wie Proof of Concepts (POCs), Proof of Technologies (POTs) oder Proof of Propositions (POPs). Susanne Steidl, EVP Issuing Services bei Wirecard: "Wir freuen uns sehr über die Partnerschaft mit Visa Europe Collab, welche Teil unser langfristigen Strategie ist, um unsere Aktivitäten im FinTech-Bereich weiter auszubauen. Durch die Kooperation erhalten globale FinTech Start-ups Zugang zu unserem kompletten Angebot aus nur einer Hand: von Bankdienstleistungen und Software-Technologie, Risikomanagement, Kartenherausgabe bis hin zu Mehrwertleistungen. Unsere langjährige Expertise als innovatives Unternehmen für Payment- und Bankdienstleistungen auf Basis von Internet-Technologie in Verbindung mit der Kreativität und der Schnelligkeit von FinTechs schaffen genau jene Lösungen, die Konsumenten von heute erwarten."

 

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Der BIC Picker - Automatisierte Zuordnung von BIC und IBAN in bankeigenen Systemen

Ab dem 1. Februar 2016 gilt auch für SEPA-Auslandszahlungen „IBAN only“. Gemäß EU-Verordnung 260/2012 dürfen Bankkunden ab diesem Zeitpunkt SEPA-Zahlungsaufträge außerhalb Deutschlands ohne Angabe eines Business Identifier Code (BIC) liefern. Die Bank muss aus der vom Kunden eingegebenen IBAN den BIC, auch als SWIFT Code bekannt, selbst ableiten und der Zahlung zusteuern, weil er für die Weiterverarbeitung in der Interbanken-Kommunikation notwendig ist.
Vor diesem Hintergrund hat der Bank-Verlag in Köln auf Anregung namhafter Privatbanken ein Produkt entwickelt, das sich für unterschiedliche Plattformen (COBOL, Java, .NET) zur Ermittlung eines BIC nutzen lässt. Der sogenannte „BIC Picker“ ermöglicht zudem Banken die Integration dieser Funktionalität in ihre eigenen Systeme. Hierfür wurde von SWIFT eine Lizenz als Value- Added Reseller erworben, um das SWIFTRef IBAN Plus Directory als Datenbasis im BIC Picker einsetzen zu können. Ausschlaggebend waren die hohe Datenqualität des IBAN Plus Directory sowie die hohe Marktdurchdringung innerhalb der deutschen Bankenlandschaft. Das Produkt deckt derzeit 33 SEPA-Länder sowie 31 weitere Länder jenseits des SEPA-Raums ab.
Jürgen Marstatt, Head of SWIFT Germany, erläutert dazu: „Unser SWIFTRef IBAN Plus Directory, in dem die Zuordnung der lokalen Bankcodes zum korrespondierenden BIC für den gesamten SEPA-Raum – und einige Länder darüber hinaus – enthalten ist, stellt die für alle teilnehmenden Banken einheitliche Datenbasis für den BIC Picker. Wir freuen uns, dass wir damit einen wichtigen Beitrag zu diesem effizienten neuen Tool leisten konnten.“
Wilhelm Niehoff, Sprecher der Geschäftsführung der Bank-Verlag GmbH, ergänzt: „Mit dem BIC Picker können wir Banken eine Lösung mit hoher Funktionalität zur Verfügung stellen, welche die Zahlungsverkehrsabwicklung vereinfacht sowie eine hohe Zukunftssicherheit in Anwendung, Technologie und Betrieb verspricht.“

 

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Paydirekt rückt jetzt die Händler in den Fokus

Das Onlinebezahlverfahren der deutschen Banken und Sparkassen ist erfolgreich in den Markt gestartet. „Das Angebot wird von den Kunden sehr gut angenommen. Wir verzeichnen bereits nach wenigen Wochen rund 150.000 Anmeldungen“, sagt Geschäftsführer Niklas Bartelt. Das Kundenwachstum liege täglich im vierstelligen Bereich. Rund 1.000 Institute, darunter die Commerzbank, die Deutsche Bank, die HypoVereinsbank und die Postbank sind angebunden; bei den Genossenschaftsbanken wurde eine Flächendeckung erreicht. Nach Abschluss des Weihnachtsgeschäfts soll nun die Händleranbindung intensiviert werden. Dafür wurde in den vergangenen Wochen an der Entwicklung einer Lösung gearbeitet, die vor allem für kleinere Händler attraktiv ist. Diese können ab 2016 über einen sogenannten Händlerkonzentrator, der die Verhandlungen mit den Banken übernimmt, angeschlossen werden. Das Bundeskartellamt habe dazu bereits seine positive Einschätzung mitgeteilt.
Im kommenden Jahr werden auch die bereits aktiven Kommunikationskanäle wie die Internetpräsenz oder der Twitterkanal @paydirekt ausgebaut. Die Vorbereitung einer deutschlandweiten Marketingkampagne ist ebenfalls angelaufen. Für das kommende Jahr rechnen die Verantwortlichen mit einer erhöhten Dynamik, sowohl bei der Registrierung von Kunden, als auch beim Anschluss weiterer Händler. Auch über die Erweiterung des Verfahrens wird nachgedacht. Bartelt sagte, mit den Investoren sei bereits eine umfangreiche Liste mit möglichen Erweiterungen entwickelt worden. Über die nächsten Schritte werde aber vor allem der Nutzer mit seinen Bedürfnissen entscheiden. Einer der ersten Teilnehmer des neuen Bezahlverfahrens, Office Direkt, berichtete von mehr als 1.000 Transaktionen nach wenigen Tagen, die allesamt fehlerfrei und technisch einwandfrei funktioniert hätten.

 

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Chinesisches Alipay an deutschen Kassen

Alibaba streckt seine Fühler in Euopa weiter aus. Alipay, eine Tochter des chinesischen IT-Riesen, hat nun eine Zusammenarbeit mit der Münchener Wirecard Gruppe vereinbart. Die Unternehmen kooperieren im Bereich einer Point-of-Sale-(POS-)Zahlungsakzeptanz für die Alipay Wallet. Stationäre Einzelhändler in Europa können chinesischen Touristen damit ab sofort Alipay anbieten, die in China führende mobile Bezahlmethode.
Alipay besitzt in China einen Marktanteil im Bereich Mobile Payment von 80 Prozent und hat 400 Mio. aktive Nutzer. Chinesen sind es gewohnt, ihr Smartphone mit der Alipay Wallet zur Bezahlung in Onlineshops und am Point-of-Sale einzusetzen.Jetzt können sie das auch in Europa tun, vorausgesetzt, der Händler hat einen Akzeptanzvertrag mit dem Aschheimer Unternehmen. Wirecard bietet Händlern die komplette POS-Infrastruktur inklusive Zahlungsabwicklung und Acquiring-Leistungen. Ein Kunde, der bargeldlos mit seiner Alipay Wallet bezahlen möchte, zeigt dem Händler lediglich sein Smartphone-Display mit einem Barcode. Der Händler scannt diesen Code und der Bezahlprozess startet automatisch – ohne den Austausch bestehender POS-Software oder -Terminal-Infrastruktur. Pünktlich zum Höhepunkt des Weihnachtsgeschäfts profitieren europäische Händler somit verstärkt vom wachstumsträchtigen chinesischen Tourismus-Markt. Allein im letzten Jahr trugen chinesische Touristen laut World Tourism Organisation (UNWTO) rund 165 Mrd. US-$ in die Welt.

 

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Sichere Authentifizierung mit nur einem Token

Ebenso wie für Privatkunden ist die persönliche Identifizierung auch für Unternehmen, die Online Banking nutzen, unabdingbar. Bislang verwenden die Banken dazu verschiedene proprietäre Anwendungen für eine digitale Unterschrift. Dabei bestehen hinsichtlich der Zugriffskontrolle große Unterschiede zwischen verschiedenen Banken, die jeweils eigene Lösungen mit unterschiedlichen Authentifizierungsstandards und Arbeitsabläufen einsetzen. Unternehmen arbeiten zumeist mit einer Vielzahl von Banken zusammen, müssen sich also auch mit vielen verschiedenen Authentifizierungsverfahren auseinandersetzen. Sie brauchen dabei zahlreiche Passwörter, um sich einzuloggen und Aufträge für Online-Bankgeschäfte freizugeben.
Die Deutsche Bank möchten diesen Bereich nun anwendungsfreundlicher gestalten. Ihr Bereich Global Transaction Banking erweitert den Einsatz der 3SKey-Lösung von SWIFT, um für ihren Autobahn App Market die sichere Authentifizierung von Kunden mit nur einem Token anzubieten. Über den Autobahn App Market erhalten Kunden über eine einzige Online-Schnittstelle direkten Zugang zu den bankübergreifenden Dienstleistungen der Deutschen Bank. 3SKey von SWIFT ist ein multibankfähiger individueller Token, der auf digitale Signaturen und starke Authentifizierung setzt. Er kann mit allen zugelassenen Bankkanälen international verwendet werden und hilft Unternehmen, sich mit nur einem Gerät sicher bei Online Banking-Anwendungen einzuloggen und an die Banken gesendete Finanztransaktionen zu unterschreiben.
Die Bank will so ihren Wettbewerbsvorsprung behaupten, denn der Kampf gegen FinTechs und Co. wird offenkundig schwerer: „Wir sehen zunehmend, wie neue Akteure, darunter auch Nicht-Banken, auf verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette im Wholesale-Banking auftreten“, sagte Michael Spiegel (Global Head of Trade Finance and Cash Management Corporates).. Mit 3SKey würden weiterhin die höchsten Sicherheitsstandards erfüllt. David Watson (Head of GTB Cross-Product Components) fügt hinzu, mit dem 3SKey würde die Identität mithilfe eines einzigen, bankunabhängigen Geräts mit hohem Sicherheitsstandard bestätigt. Er biete den Online-Kunden spürbare Vorteile. Der nächste logische Schritt sei, die 3SKey-Lösung nach SWIFT und EBICS France nun auch auf den internationalen Autobahn App Market auszudehnen und Unternehmenskunden so Zugang zu mehr als 180 Anwendungen aus dem elektronischen Produkt- und Leistungsangebot der Deutschen Bank zu eröffnen.

  

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"Pay by the Wrist": NFC-Zahlung mit der Armbanduhr

 

Bezahlen mit dem guten Namen war gestern, heute zahlt man mit seiner Armbanduhr: Swatch SA und Visa Inc. / Visa Europe haben ein Abkommen unterzeichnet, wonach die Besitzer eines aktuellen Swatch-Modells ab Anfang 2016 den Service „Pay by the wrist“ nutzen können. Vorerst funktioniert das allerdings nur in den USA, in der Schweiz und Brasilien.
Die Uhrmodelle enthalten unter ihrem Zifferblatt dazu einen NFC-Chip. Das NFC-basierte Bezahlsystem von Visa wird weltweit akzeptiert. Bei der Near Field Communication werden die notwendigen Daten im Nahbereich auf der Basis von Hochfrequenz-Funkwellen kontaktlos übertragen. Ähnlich wie eine Prepaid-Bankkarte ermöglicht die Uhr so das bargeldlose Bezahlen an einem kontaktlosen Verkaufs-Terminal. Die Pay-by the-Wrist-Transaktionen verlangen der Uhr absolut keine Energie ab, die Batterie behält ihre übliche Lebensdauer.
Die Uhren tragen den Namen Bellamy. Das erinnert nicht nur an die französische Bezeichnung für einen „guten Freund“. Der amerikanische Schriftsteller Edward Bellamy beschrieb schon im Jahr 1888 in seiner Novelle „Ein Rückblick aus dem Jahre 2000 auf das Jahr 1887“ eine utopische Welt, in der Kredit- und Debitkarten an die Stelle von Bargeld treten – damals eine revolutionäre Idee, 40 Jahre vor allen anderen.

 

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Einheitliche Instant Payment Regeln ab Herbst 2017

Waren Zahlungen innerhalb Europas vor nicht allzu langer Zeit noch mehrere Tage unterwegs, dauert es heute dank SEPA im einheitlichen europäischen Zahlungsraum nur noch einen Geschäftstag, bis Geld von A nach B überwiesen ist. Das geht aber noch schneller, wie zahlreiche moderne Anwendungen beweisen. Mobile Zahlungssysteme machen es möglich, Geld direkt zwischen Kunden hin- und herzuschieben (Peer-to-Peer-Zahlungen). Einheitliche Regeln sind also gefragt, und die stehen vor dem Durchbruch. Instant Payments heißt der blitzschnelle Zahlungsverkehr, der laut aktuellem Planungsstand im Herbst 2017 an den Start gehen wird. Das Euro Retail Payments Board (ERPB), ein Zusammenschluss von Zahlungsverkehrs-Dienstleistern und -Nutzern unter dem Vorsitz der Europäischen Zentralbank, hat den Europäischen Zahlungsverkehrsrat (EPC) aufgefordert, bis November 2016 ein Regelwerk für auf Euro lautende Echtzeitzahlungen zu entwickeln. Genau ein Jahr später sollen diese dann eingeführt werden.
Das Regelwerk wird auf Überweisungen im SEPA-Rahmen basieren und allen Zahlungsdienstleistern in Europa zur Verfügung stehen. Für Nutzer des neuen Verfahrens wird sich die Durchführung von Überweisungen von Konto zu Konto beschleunigen und nur noch wenige Sekunden in Anspruch nehmen – dies gilt sogar außerhalb der Geschäftszeiten der Banken.
Yves Mersch, Mitglied des EZB-Direktoriums und Vorsitzender des ERPB, hält hier einen europaweiten Ansatz für unbedingt erforderlich. Die neuen Regeln und technischen Standards legen einen Grundstein für innovative Zahlungsmethoden, wie etwa mobile Zahlungen zwischen Privatpersonen. Das Verfahren basiert zwar grundsätzlich auf Freiwilligkeit. Man darf aber davon ausgehen, dass sich alle Zahlungsdienstleister, die Echtzeitzahlungen auf der Grundlage von SEPA-Überweisungen anbieten wollen, diesen Regelungen anschließen werden.
Beim  Instant-Payments-Verfahren wird die Zahlungsnachricht sofort, also innerhalb von Sekunden nach Auslösung der Zahlung, an den Payment Service Provider des Empfängers übermittelt. Der Empfänger erhält sofort eine Gutschrift und kann über die Summe verfügen. Das funktioniert bei Zahlungen am heimischen PC ebenso gut wie bei mobilen Zahlungen per Smartphone oder Wearable. Das Verfahren ist nicht nur für den Endkunden praktisch; auch Händler profiteren von der schnellen Verfügbarkeit. 
Dem 2013 gegründeten ERPB gehören jeweils sieben Vertreter der Nachfrageseite (Verbraucher, Einzelhändler und Unternehmen) und der Angebotsseite (Banken sowie Zahlungs- und E-Geld-Institute) an. Hinzu kommen fünf Vertreter der nationalen Zentralbanken des Euro-Währungsgebiets sowie ein Vertreter einer nationalen Zentralbank eines nicht zum Eurogebiet gehörenden EU-Mitgliedstaats (alle jeweils im Rotationsverfahren). Die Europäische Kommission nimmt als Beobachter teil. 

 

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Das Aus für Yapital

Die Ambitionen waren hoch: Mit Yapital wollte die Otto Group das erste europaweite Cross-Channel-Payment-System aus dem und für den Einzelhandel verwirklichen. Doch jetzt ist alles Makulatur. Yapital wird mit Wirkung zum 31. Januar 2016 eingestellt.
„Die Geschäftsentwicklung und vor allem die Entwicklung der Endkundenzahl ist in diesem Bereich zum aktuellen Zeitpunkt schlicht nicht kalkulierbar“, sagt Marc Berg, Geschäftsführer von Yapital. Bereits vor drei Jahren habe man Mobile-Payment vor dem Durchbruch gesehen. De facto gibt es heute gerade einmal 200.000 Nutzer in Deutschland. Zudem ändern sich die Verbrauchergewohnheiten deutlich langsamer als von vielen Marktbeobachtern prognostiziert. Eine Gewinnung von Neukunden durch reines Marketing ließ sich bei Yapital betriebswirtschaftlich nicht umsetzen. „Auf Grund des Margenverfalls bedingt durch eine neue Rechtslage (Interchange Regulierung) ist aus unserer Sicht eine Endkundengewinnung für neue Payment-Systeme wie Yapital ohne starken Partner mit einer breiten Kundenbasis nicht rentabel zu betreiben. Dafür ändert sich das Kundenverhalten zu langsam“, fasst Berg das Kernproblem zusammen.
Um das Cross-Channel-Payment-Angebot von Yapital in dieser Situation zu einem nachhaltigen Erfolgsmodell zu führen, hat die Otto Group bis zuletzt Gespräche mit potenziellen strategischen Partnern geführt – offenbar vergeblich. Nun sollen die bestehenden Yapital-Konten auf Nutzer- und Händlerseite aufgelöst, der Hamburger Yapital-Standort aufgegeben werden. Am Luxemburger Standort soll der Geschäftsbetrieb von Yapital als E-Geld-Institut mit einer deutlich reduzierten Zahl von Mitarbeitern aufrechterhalten werden. Für die Belegschaft prüft die Otto Group derzeit Anschlussbeschäftigungen.

 

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Geld versenden mit WeChat und Western Union

WeChat-Nutzer in den USA können jetzt länderübergreifend Geld über die WU-Connect-Plattform von Western Union versenden. Das Abkommen der beiden Unternehmen bezeichnet WeChat als die erste Anwendung für soziale Kommunikation, mit der Privat¬personen mittels einer  Technologieplattform grenzüberschreitend Geld in mehr als 200 Länder und Territorien schicken können. Für weitere Länder ist die Markteinführung zurzeit in der Planung. Die Connect-Plattform bettet den Geldtransfer mit Western Union in digitale Plattformen Dritter ein. Dadurch öffnen sich für Nutzer neue Wege, Geld an Freunde und Verwandte zu schicken. Kunden können den Transfer mit ihrer Debitkarte, ihrer Kreditkarte oder über ihr Bankkonto durchführen und das Geld einfach an lokale Vertriebspartner des Dienstleisters rund um den Globus, an eine mobile Geldbörse oder an ein Bankkonto – wenn vorhanden – schicken. WeChat gehört weltweit zu den sozialen Apps mit dem höchsten Wachstum. Die App und ihr Schwesterprodukt Weixin (in China) hatten Ende September 2015 mehr als 650 Mio. aktive Benutzerkonten im Monat. Sie bringen Messaging, soziale Kommunikation und Spiele zusammen. Nutzer können kostenlos Text- und Multimedia-Nachrichten versenden, Videotelefonate durchführen und in dem geschlossenen sozialen Netzwerk Moments Fotos teilen – das klingt nach einer gelungenen Kombination aus Facebook, WhatsApp, Instagram, Snapchat und mobiler Geldbörse in einer Anwendung.

 

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Kesh-API für Programmierer geöffnet

Beim Bankathon in Frankfurt (16. bis 18. November) treten die besten Entwickler der deutschen FinTech-Szene gegeneinander an. Sie wollen in den 30 Stunden, die von den Veranstaltern vorgegeben sind, neuartige Funktionalitäten erarbeiten. Ein Hauptsponsor dieses Events ist die BIW Bank für Investments und Wertpapiere AG. Sie wird in Frankfurt die API ihres eigenen Mobile Payment-Systems Kesh für die jungen Entwicklerteams und ihre Produktideen öffnen. Die Entwickler können mithilfe der Kesh-Schnittstelle Mobile Payment-Funktionen in ihren eigenen Apps integrieren. Kesh wurde von der BIW AG und dem Technologieanbieter Xcom AG entwickelt. Beide Unternehmen sind Töchter der FinTech Group AG. Aus der Unternehmensgruppe stellt sich ebenfalls ein Entwicklerteam dem Wettbewerb. Die siegreichen Teams können danach ihre kreativen Produkte auf der parallel zum Bankathon stattfindenden Euro Finance Week einem internationalen Fachpublikum aus Bankern und Investoren vorstellen.
 

 

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Dynamische Anzeige ersetzt statische Nummer


Wer beim Online Shopping mit seiner Kreditkarte zahlt, kennt die Eingabe der dreistelligen Kartenprüfnummer. Diese Nummer ist bislang statisch. Die Zunahme der Verluste durch Kartenbetrug – Fico berichtet von einem fünfprozentigen Anstieg gegenüber dem Vorjahr, der Nilson-Report schätzt sogar 19 Prozent mehr – macht neue Wege erforderlich, gerade diese Betrugsart stärker zu bekämpfen, bei denen die Karte nicht physisch vorgelegt werden muss („Card Not Present“, CNP-Betrug). Laut Nilson macht CNP-Fraud 25 Prozent der gesamten Betrugssumme aus, mit steigender Tendenz. Die Banken arbeiten deshalb an Programmen, die die Sicherheit erhöhen.
Eine neue Lösung ersetzt nun die statische Kartenprüfnummer durch eine zeitbasierte dynamische CVV-/CVC-Anzeige auf der Zahlungskarte beziehungsweise dem Mobilgerät des Kunden. Der Code ändert sich dabei alle 20 Minuten und kann so die Sicherheit von Online-Transaktionen deutlich erhöhen. Die Dynamic Code Verification genannte Lösung für Zahlungssicherheit umfasst eine Bankkarte nach EMV-Standard für traditionelle und eCommerce-Zahlungen sowie für Abhebungen am Bankomat, eine Mobilversion, einen Validierungsserver und zusätzliche Services. Anbieter Gemalto unterstützt damit besonders die Banken, die bei ihrer Geschäftsstrategie auf mobile Anwendungen setzen. Für die Banken verringerten sich so die Kosten, die mit dem CNP-Betrugsmanagement verbunden sind. Endanwender verstünden die Sicherheitsvorteile dieser Display-Bankkarte intuitiv, zeigt eine Verbraucherstudie mit inklusive Akzeptanztest. Die Teilnehmer nannten diese Bankkarte besonders häufig als erste Wahl für ihre täglichen Kartentransaktionen. Die Lebensdauer des Produkts mit einer Batterielebensdauer von bis zu vier Jahren erscheint akzeptabel.

 

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Sicher bezahlen unter Schutz des Bankgeheimnisses

Beim Online-Shoppen im Internet hat der Käufer heute etliche Zahl-Methoden zur Verfügung. Laut einer aktuellen Postbank Studie nutzt die Mehrheit der Käufer Online­Bezahlsysteme wie Paypal (43 Prozent), gefolgt von Rechnung (26 Prozent), Kreditkarte (13 Prozent) und Bankeinzug (12 Prozent). Trotz steigender Zahlen: Viele Käufer sind verunsichert, ob ihre Daten in Online­Shops tatsächlich sicher aufgehoben sind.
Ende 2015 startet die Postbank gemeinsam mit anderen deutschen Privat- und Genossenschaftsbanken eine Alternative zu den bisherigen Zahlmethoden im Internet. Die Banken stellen mit paydirekt ein neues Online­Bezahlverfahren bereit, das direkt an das Girokonto angebunden ist. „85 Prozent der Deutschen vertrauen den Banken und Sparkassen am meisten, wenn es um das Bezahlen von Online-Einkäufen geht“, weiß Philip Laucks von der Postbank. „paydirekt bietet den Kunden ein hohes Maß an Sicherheit, weil es die Banken-Infrastruktur nutzt. Zudem wird es
in Deutschland entwickelt und betrieben und unterliegt damit strengen Regeln und Datenschutzbestimmungen.“
Den Bezahlvorgang erledigt der Kunde mit wenigen Klicks: Er muss sich lediglich einmalig bei seiner Bank für paydirekt angemeldet haben. Im jeweiligen Online-Shop wählt er dann paydirekt als Zahlverfahren aus und loggt sich mit Benutzernamen und Passwort seines paydirekt-Kontos ein. Der fällige Betrag wird dann von seinem Girokonto eingezogen und auf das Konto des Händlers überwiesen. Für den Käufer ist dieses Angebot kostenlos.
Der wohl größte Vorteil von paydirekt: Neben Käufer und Händler ist kein Dritter am Bezahlvorgang beteiligt. „Wir garantieren unseren Kunden, dass paydirekt die Transaktionsdaten unter den Schutz des Bankgeheimnisses stellt“, sagt Laucks. Zudem beinhaltet das neue Bezahlverfahren einen integrierten Käuferschutz. Sollte der Händler nicht liefern, nimmt der Reklamationsservice Kontakt zum Händler auf. Kann dieser den Versand der Waren nicht nachweisen, erhält der Kunde sein Geld zurück. Weitere Informationen unter www.postbank.de/paydirekt


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Endspurt: Umfrage zum Thema Payment


Noch bis zum 22. Oktober 2015 können Händler an einer Umfrage zum Thema Payment teilnehmen. Die Erhebung untersucht die Nutzung und den Einsatz von Mobile-Point-of-Sale-Lösungen (mPOS). Die Beantwortung der rund 20 Fragen dauert maximal zehn Minuten und findet sich unter www.ibi.de/payment-umfrage
Das Payment-Barometer misst regelmäßig die Bedeutung der Zahlungsabwicklung im stationären Handel und im E-Commerce. Die Ergebnisse dienen dazu, Händler mit Informationen zu aktuellen Entwicklungen zu versorgen, aus denen sich Handlungsempfehlungen zur Payment-Lösungen ableiten lassen. Je mehr Menschen sich an der Befragung beteiligen, desto zuverlässiger sind die gewonnenen Informationen. Die vollständigen Studienergebnisse sollen voraussichtlich bis Mitte November vorliegen und werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Teilnehmende Händler bekommen sie automatisch zugesandt.

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HVB bietet Firmenkunden virtuelle Konten

Nach Abschluss einer umfangreichen Pilotphase startet die HypoVereinsbank (HVB) mit dem Rollout ihrer neuen Portallösung „UC Virtual Accounts“. Das Prinzip dieser Virtual Accounts ist einfach: Auf Basis eines realen (physischen) Bankkontos wird je nach Bedarf eine nach oben unbegrenzte Anzahl virtueller Kontonummern eingerichtet. Die Nummern kann jeder Kunde individuell zuordnen. Kriterien können Filialen, Kostenstellen, Tochterunternehmen u. v. m. sein. Die Basis dafür ist die 22-stellige IBAN.
Der Vorteil der neuen Portallösung ist die höhere Transparenz der unternehmensinternen Kontenstruktur bei gleichzeitiger Reduktion der realen Bankkonten und des Papieraufwands. Durch das Portal können die Konten effizienter verwaltet, kurzfristig eröffnet oder gelöscht werden. Gleichzeitig werden das Debitoren- und Kreditorenmanagement deutlich vereinfacht und die automatischen Abgleichquoten verbessert.
Die HVB deckt als erste deutsche Bank mit der Portallösung UC Virtual Accounts den gesamten Zahlungsverkehr ab, also sowohl die Eingangs- als auch die Ausgangszahlungen und Einzüge. Vergleichbare Lösungen und Produkte am Markt waren bislang nur für die Empfängerseite einsetzbar. Da der Service zudem international nutzbar ist, wurden in Kooperation mit einer externen Beratungsgesellschaft umfangreiche Rechtsgutachten über mehr als 50 Länder eingeholt.
Mithilfe von Virtual Accounts könnten Unternehmen ihr Cash Management deutlich effizienter steuern und mehr Transparenz schaffen. Das gelte sowohl für die Kostenstellen, die Zahlungsverkehrsströme als auch für sämtliche Cash Management Aktivitäten und die Kontenverwaltung, erläuterte Ernst Ohmayer, Co-Head GTB der UniCredit Gruppe. UC Virtual Accounts ermöglicht einen unternehmensweiten Gesamtüberblick des jeweiligen Finanzstatus, ohne aufgeblähte Kontenstrukturen. Dabei stehen der flexible Umgang mit den Bankkonten sowie eine effiziente Liquiditätsoptimierung im Fokus. Tägliche Kontoüberträge – wie beim Cash Pooling bisher üblich – werden durch die Nutzung der Virtual Accounts Plattform hinfällig.

 

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Kontoumzug in zehn Minuten

Sein Konto umziehen zu lassen ist normalerweise mit einer Menge Aufwand verbunden. Viele scheuen diesen und nehmen so von einem geplanten Bankwechsel wieder Abstand. Die Commerzbank will diesen Schritt nun so leicht wie möglich machen. Sie bietet ab sofort eine App für einen digitalen Kontoumzug an. Mithilfe der kostenlosen Kontowechsel-App können Kunden, die zur Commerzbank wechseln wollen, ihrem Konto vollautomatisch innerhalb von wenigen Minuten per Smartphone oder Tablet zum Umzug verhelfen.
Die App, die vom Start-up-Unternehmen Fino Digital entwickelt und betrieben wird, identifiziert alle Zahlungspartner des Kunden und sucht nach Daueraufträgen, Lastschriften sowie anderen regelmäßigen Zahlungen. Nach Prüfung und Freigabe der Daten durch den Kunden veranlasst die App die Information aller Zahlungspartner über die neue Kontoverbindung bei der Commerzbank. Die Neukunden sparen so Zeitund Aufwand. Sämtliche Vorgänge liefen vollständig digital und papierlos ab, erläuterte Ole Franke, Leiter Directbanking Privat- und Geschäftskunden. Der Kunde muss typische Zahlungspartner wie Arbeitgeber, Vermieter, Versicherungen, Telefonanbieter oder Energieversorger nicht selbst schriftlich informieren. Auch die Recherche von Kontaktdaten entfällt. All dies erledigt die App und fragt sogar nach, um sicherzugehen, dass keine Zahlungsverbindung vergessen wurde. Zum Abschluss erhält der Kunde alle Anschreiben als digitale Kopie. Die Kontowechsel-App für iOS- und Android-Geräte ist in den bekannten Stores erhältlich.

 

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Comdirect setzt auf Social Trading
 
  
Erfahrenen Tradern folgen und Wertpapiere kaufen – direkt und ohne zusätzlichen Aufwand über das Smartphone. Bei comdirect ist das ab sofort möglich. Die Comdirect hat eine Kooperation mit dem FinTech-Unternehmen TopTrade geschlossen. TopTrade ist eine innovative Plattform, die Social Trading aufs Smartphone bringt. Per App erhalten die Nutzer Empfehlungen von Top Tradern aus Deutschland als Push-Mitteilung auf ihr Smartphone. Kunden der Direktbank können mit einem Klick aus der App heraus zu ihrem Depot wechseln und die Empfehlungen umsetzen.
Die Nutzer der App sehen aktuelle Trading-Ideen in einem Live-Stream. Sie können die Eckdaten der Handelsstrategien sehen und entscheiden, welche Trades sie über den Google Playstore bzw. den Apple App Store erwerben wollen. Nach erfolgreichem Kauf werden die Wertpapierkennnummer, Einstiegskurs und Sicherungsstopp angezeigt. Anschließend erhalten sie per Push-Funktion alle Updates zu diesem Trade aufs Smartphone, etwa wann der Gewinn der Trading-Idee realisiert wird, oder wann Teilverkäufe vorgenommen werden.

 

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Volkswagen Financial kauft Entwickler von Bezahlverfahren

Die Volkswagen Financial Services AG hat 92 Prozent der Gesellschafteranteile des Mobilitätsdienstleisters Sunhill Technologies erworben. Die GmbH aus Erlangen entwickelt seit 2001 bargeldlose Bezahlverfahren für das Smartphone in Kooperation mit deutschen und europäischen Mobilfunkunternehmen. Für Volkswagen Financial Services stünden die Praxiserfahrung und die Marktpositionierung rund um das Thema Mobilität von Sunhill im Vordergrund. Durch den Erwerb erschließe Volkswagen Potenzialfelder entlang der Wertschöpfungskette für Mobilitätsdienstleistungen und sehe dadurch exzellente Wachstumsperspektiven, sagte Vorstandsvorsitzender Frank Witter. Der Braunschweiger Geschäftsbereich des Volkswagen Konzerns wird so unter anderem zum führenden Unternehmen der Abrechnung von Dienstleistungen der Parkraumbewirtschaftung.  

 

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Globale Social-Listening-Studie -
Der Kunde will bequeme Zahlungssysteme

Weltweit sehen sich Einzelhändler in zunehmendem Maße gezwungen, neue Zahlungstechnologien einzuführen, weil die Käufer immer öfter einfachere und innovativere Zahlungsmethoden im Einzelhandel wünschen.  Um ein Verständnis für das Kundenerlebnis zu erlangen, hat MasterCard in Zusammenarbeit mit Prime Research die Gespräche und Meinungen von 1,6 Million Social-Media-Teilnehmern im Rahmen einer globalen Online-Untersuchung analysiert.
Demnach ist die Entwicklung und Einführung innovativer Zahlungsmethoden ein besonders heiß diskutiertes Thema. Vor allem, wenn neue digitale Zahlungssysteme mehr Komfort mit sich bringen, haben sie bei den Kunden leichtes Spiel. So würden 77 Prozent der Analysierten vor allem auf Reisen mobile Zahlungsmittel bevorzugen.  Prämien und Bonusleistungen wurden in den sozialen Medien im Zusammenhang mit Shopping und Einzelhandel besonders intensiv diskutiert, gerade im Zusammenhang mit der Unterhaltungsbranche. Dabei äußerten die Verbraucher den Wunsch nach einer zunehmenden Akzeptanz von NFC-Zahlungen, um für die regelmäßige Verwendung der Technologie Bonusleistungen zu erhalten. In London wurde diese Idee bereits umgesetzt. Dort durften kürzlich die Nutzer kontaktloser Systeme bei den „Fare Free Fridays“ die öffentlichen Verkehrssysteme an zwei Tagen kostenlos in Anspruch nehmen.
Ganz generell wünschen sich die Verbraucher mehr Akzeptanzstellen für neue Zahlungssysteme. Besonders ausgiebig besprochen wurde der Wunsch nach Integration neuer Zahlungssysteme speziell in der Modebranche. Einzelhändler, bei denen neue Zahlungsmethoden wie NFC-Technologien und mobile Zahlungsfunktionen bereits zum Einsatz kommen, wurden von den Käufern ausdrücklich gelobt.
„Die Resonanz in den sozialen Medien, die wir jedes Mal bei der Einführung innovativer Zahlungsmethoden erleben, spiegelt genau die Nachfrage und den Wunsch nach neuen, bequemeren Bezahlungsverfahren wider“, resümierte Carlos Menendez, Executive Director for International Markets bei MasterCard. Damit werde verdeutlicht, welche wesentliche Rolle das Thema Bezahlung im gesamten Einkaufserlebnis spiele. „Dies äußert sich entweder in Form von Frust, wenn die Zahlungsmethode nicht akzeptiert wird, oder in Form von Begeisterung über einen raschen, einfachen, persönlichen Ablauf.”
Die Studie zeigt auch, dass je nach Region die Konversationsthemen durchaus voneinander abweichen. In Deutschland wird, wenn die Rede aufs Shopping kommt, der Punkt „Kosten und Gebühren“ mit 28 Prozent Nennung am stärksten diskutiert. Die Bereiche „Komfort“ (25 Prozent) und „Prämien und Bonusleistungen“ (17 Prozent) folgen auf den Plätzen. In Nordamerika hingegen hat sich der Vormarsch von Apple Pay etc. schon bemerkbar gemacht, dort tauschen sich die Social-Media-Nutzer beim Thema Shopping zu 96 Prozent über digitale Wallets, In-App-Zahlungen sowie kontaktlose Zahlungen aus. Das Lieblings-Gesprächsthema der Deutschen in Sozialen Netzen dreht sich um die Mode, danach kommen Entertainment-Themen und der Sektor Lebensmittel. Wenn über Bezahlvarianten gesprochen wird, reden hierzulande 69 Prozent über moderne Bezahlmethoden und nur 31 Prozent über klassische Kartenzahlungen.
Für diese weltweit erste Social Listening Studie wurden im Zeitraum eines Jahres über 1,6 Million Posts in Konversationen zum Thema Shopping und Einzelhandel im Zusammenhang mit MasterCard und anderen Anbietern in den sozialen Medien erfasst. Dabei wurden folgende Kanäle berücksichtigt: Twitter, Facebook, Instagram, Forums, Weibo (China), Google+ und YouTube. Die Studie umfasst Verbrauchermeinungen aus 61 Märkten in Nord- und Südamerika, Europa, Afrika, Asien und dem Pazifischen Raum.

 

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Drei Karten in einer für größtmögliche Akzeptanz


Die Fidor Bank hat ihre SmartCard vorgestellt, die drei Bezahlformen in einem Produkt vereint: MasterCard Kreditkarte, Maestro Girokonto sowie eine kontaktlose Bezahlfunktion. Eine Karte wie diese habe es in Deutschland noch nicht gegeben, sagt Bankchef Matthias Kröner. Die SmartCard stelle die weltweit größtmögliche Akzeptanz sowohl im Einzelhandel als auch im Internet sicher. In Europa gebe es vergleichbare Angebote bislang nur in Belgien, Italien, Frankreich und Schweden, ergänzte Pawel Rychlinski von MasterCard.
Die MasterCard kann global an mehr als 1,6 Mio. angeschlossenen Geldautomaten eingesetzt werden. Die SmartCard, für die keine Fixkosten anfallen, unterstützt aber auch die in Europa stark verbreitete Maestro Bezahlfunktion – umgangssprachlich immer noch „EC-Karte“ genannt. Darüber hinaus können in Sekundenschnelle an den entsprechenden Terminals auch kontaktlose Zahlungen durchgeführt werden, bei denen man die Karte nur an das entsprechende Symbol eines Terminals heranführen muss. Bei Beträgen unter 25 Euro ist dann in der Regel keine Unterschrift oder PIN erforderlich.
Wird die Karte eingesetzt, erfolgt zunächst im Rahmen der Autorisierung eine automatische Anfrage bei der Bank, ob der fällige Betrag über die vorgelegte Karte bezahlt werden kann. Der Kartenherausgeber genehmigt die Anfrage oder lehnt sie (z. B. im Falle einer gestohlenen Karte oder bei mangelnder Bonität) ab. Bei der Fidor SmartCard werden Autorisierungen über MasterCard oder Maestro abgewickelt. Wird MasterCard als Bezahlform am Point of Sale nicht unterstützt, erfolgt die Abwicklung der Zahlung automatisch über Maestro. An zahlreichen Akzeptanzstellen kann der Kunde selbst auswählen, ob die Zahlung über MasterCard oder Maestro abgewickelt werden soll.

 

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MasterCard lanciert Samsung Pay für Europa

Mithilfe von MasterCard Digital Enablement Service (MDES) wird Samsung Pay in Europa lanciert. Die beiden Konzerne kündigten dazu nun die Ausweitung ihrer globalen Partnerschaft an. Ein Zeitpunkt für die Einführung wurde indes noch nicht genannt. Laut Pressemitteilung soll der Service voraussichtlich noch in diesem Sommer in den USA und in Südkorea starten. Samsung arbeite derzeit eng mit Banken zusammen, um den Zahlungsservice nach Europa zu bringen. Konkurrent Apple Pay hat den Sprung nach Europa zwischenzeitlich vollzogen und bietet seinen Dienst seit einigen Wochen auch in Großbritannien an. Für die Einführung auf dem deutschen Markt nannte der Branchenriese aus Cupertino bislang ebenfalls noch keinen Termin.
Samsung Pay ist ein mobiler Zahlungsservice, der es den Konsumenten erlaubt, mit Geräten des Herstellers alltägliche Einkäufe in Läden zu bezahlen, die Kontaktlos-Terminals bereithalten. Die Zahlungsvorgänge laufen über NFC- und MST-Technologien. 
Europäische Kartenherausgeber können sich nach der Lancierung mit der MDES-Plattform verbinden und Samsung Pay aktivieren. Kartenbesitzer können ihre Kredit-, Debit-, Prepaid- und Geschäftskarten  von teilnehmenden Herausgebern für den Bezahlservice aktivieren und anschließend ihre  Mobiltelefone zum Bezahlen ihrer Einkäufe nutzen. 

Anfangs dieses Jahres hatte MasterCard bereits angekündigt, Samsung Pay den Tokenisierungs-Service zur Verfügung zu stellen, um die Transaktionen sicherer zu machen und eine schnelle Verbindung zu Bankenpartnern in den USA herzustellen. 
Seit der Ankündigung von MDES im Jahr 2013 wurden Millionen von MasterCard Konten für die Nutzung von digitalen Zahllösungen tokenisiert. MDES ermöglicht derzeit die Tokenisierung von Kredit-, Debit-, Co-Brand-, Prepaid- und Geschäftskarten. Die Private Label Tokenisierung wird im dritten Quartal 2015 beginnen. Tokenisierungs-Services für Applikationen, eCommerce und Recurring Billing Card-on-File-Programme werden Händlern in den USA und Kanada im Verlauf dieses Jahres zur Verfügung gestellt und global auf alle MDES-fähigen Märkte ausgeweitet.

 

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Joint Venture für Zahlungsverkehr in CEE

Die Erste Group Bank hat mit Global Payments die Gründung eines Joint Ventures vereinbart, das Einzelhändlern in Tschechien, Rumänien und der Slowakei Leistungen in den Bereichen Händlerakquisition und Zahlungsabwicklung bieten soll. Zusätzlich haben die beiden Unternehmen eine Vereinbarung mit Caixa geschlossen. Der größten Retailbank Spaniens (und einem der Hauptaktionäre der Erste Group) wird aufgrund ihrer bestehenden strategischen Partnerschaft mit Global Payments eine Beteiligung an dem Joint Venture eingeräumt.
Das Closing des Deals wird für das vierte Quartal 2015 erwartet. Das Joint Venture wird seine Zentrale in Prag errichten und Vertriebsstellen in der gesamten Region betreiben.
Nach Abschluss der Transaktion und der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden wird die Erste Group 51 Prozent ihres Händlerakquisitionsgeschäfts für 29,94 Mio. € an Global Payments verkaufen und danach eine Beteiligung von 49 Prozent am Gemeinschaftsgeschäft halten. Durch die Zusammenarbeit werde der Fokus auf das Akquisitionsgeschäft gestärkt und die Servicequalität für den Handel im CEE-Raum ausgebaut, sagten Unternehmensvertreter bei der Vertragsunterzeichnung. Für die Erste Group bedeute dieser Deal einen wichtigen Schritt hin zu weiterem Wachstum im Zahlungsgeschäft, so Erste-Vorstand Peter Bosek. Global Payments verspricht sich von dem Geschäft eine Ausweitung des Direktvertriebs in Europa. Die CaixaBank will mithilfe der Partner ihre internationale Präsenz ausbauen.

 

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Für cloudbasierte HCE-Zahlungen zertifiziert


Giesecke & Devrient (G&D) hat von Visa die Zertifizierung „Visa Ready“ für cloudbasierte HCE-Zahlungsdienstleistungen (Host Card Emulation) erhalten. Über diesen Status sichert Visa bei Angeboten von Technologie- und Dienstleistungsanbietern die Kompatibilität mit den Visa-Vorgaben. Dem G&D-Rechenzentrum in Kanada wurde die Zertifizierung „Visa Ready“ als Anbieter cloudbasierter Zahlungsdienstleistungen erteilt.
Die Zertifizierung deckt alle Kernleistungen im Zusammenhang mit cloudbasierten Zahlungen ab: Bereitstellung digitaler Identitätsnachweise, damit verbundenes Schlüsselmanagement sowie Token-Lifecycle-Management. Zur Bereitstellung von Cloud-Zahlungsdienstleistungen implementiert G&D bei Kunden aus dem Bereich Bankwesen in aller Welt seine Lösung Convego CloudPay. Dieses ist kompatibel zu den bei großen Zahlungsprogrammen geltenden Spezifikationen für cloudbasierte Zahlungen. Die Kartenausgeber erhalten mit der Implementierung aus einer Hand die Möglichkeit, ihren Kunden beim gesamten Produktportfolio mobile Zahlungen anzubieten.
Convego CloudPay besteht aus zwei Hauptkomponenten: dem CloudPay-Server und dem CloudPay-Client. Der CloudPay-Server bildet eine Online-Schnittstelle zu Banken. Hierüber erfolgt die Bereitstellung der bankeigenen Bezahlkarten auf den HCE-kompatiblen Smartphones der Endverbraucher; auch das Lebenszyklusmanagement wird damit abgedeckt. Beim CloudPay-Client handelt es sich um eine abgesicherte Softwarebibliothek, die in die mobile Anwendung der Bank eingebunden ist. Im Client werden die Bezahlkartendaten sicher verwahrt; gleichzeitig bildet der Client die Engine zum Durchführen mobiler Zahlungsvorgänge. Mit dem CloudPay-Client werden modernste Sicherheitsmechanismen für den Schutz der Zahlungsdaten angewendet, die auf dem Mobilgerät gespeichert sind.

 

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EU hat „Bedenken“ zu Mastercard-Gebühren

 

Die Europäische Kommission geht dem Verdacht nach, dass Zahlungsregelungen von Mastercard sowie die erhobenen Interbankenentgelte die Kosten für Kreditkartenzahlungen künstlich in die Höhe treiben und den Wettbewerb zwischen Banken beschränken. Das würde sowohl Verbrauchern als auch Händlern in der EU schaden.
„Wir haben Bedenken sowohl hinsichtlich der Regelungen, die Mastercard auf grenzüberschreitende Transaktionen innerhalb der EU anwendet, als auch hinsichtlich der Entgelte, die den Händlern für die Annahme von außerhalb Europas ausgegebenen Karten in Rechnung gestellt werden. Mastercard hat nun Gelegenheit, zu unseren Vorwürfen Stellung zu nehmen“, erläuterte die für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager in einer Pressemitteilung.
Die Kommission legt in den Beschwerdepunkten dar, dass eine Regelung von Mastercard Banken daran hindert, Händlern in einem anderen Mitgliedstaat des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) niedrigere als die dort geltenden Interbankenentgelte anzubieten. Infolgedessen können die Händler nicht die an anderen Orten geltenden niedrigeren Entgelte nutzen. Dies könnte eine Beschränkung des grenzüberschreitenden Wettbewerbs zwischen Banken darstellen und gegen die europäischen Kartellvorschriften verstoßen.
Zudem wird Mastercard in der Mitteilung der Beschwerdepunkte vorgeworfen, dass die Interbankenentgelte für Zahlungen, die in der EU mit in anderen Weltregionen ausgegebenen Mastercard-Karten geleistet werden, gegen die europäischen Kartellvorschriften verstoßen, indem ein künstlich erhöhter Mindestpreis für die Abwicklung dieser Transaktionen erhoben und dadurch der Wettbewerb zwischen Banken beschränkt wird.


Kartenzahlungen spielen im Binnenmarkt für den Einkauf sowohl im Inland als auch im Ausland oder im Internet eine zentrale Rolle. Die europäischen Verbraucher und Unternehmen benutzen Zahlungskarten für mehr als 40 Prozent ihrer jährlichen bargeldlosen Zahlungen. Jedes Mal, wenn ein Verbraucher in einem Geschäft oder im Internet eine Zahlungskarte benutzt, muss die Bank des Händlers (Acquirer) eine Gebühr, das sogenannte Interbankenentgelt, an die Bank des Karteninhabers (Emittent) entrichten. Der Acquirer wälzt das Interbankenentgelt auf den Händler ab, der sie – wie alle übrigen Kosten – in den Endpreis einbezieht, den er den Verbrauchern für seine Waren oder Dienstleistungen in Rechnung stellt. Die Interbankenentgelte werden somit auf alle Verbraucher abgewälzt, auch auf diejenigen, die nicht mit Karte, sondern bar bezahlen.

 

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Nutznießer der IFR sind die Händler -

Kreditinstitute verlieren im Kartengeschäft über 460 Mio. €

Die Margen der deutschen Banken und Sparkassen leiden unter der Niedrig-Zins-Politik, und einige Kreditinstitute haben bereits die Gebühren für Girokonten angehoben. Dieser Trend könnte durch die im Frühjahr auf europäischer Ebene verabschiedete Verordnung zu den Interbankenentgelten (Interchange Fee Regulation, IFR) im Kartengeschäft noch verschärft werden. Die IFR senkt die Obergrenze für die Interchange-Sätze auf 0,2 Prozent für Debit- bzw. 0,3 Prozent für Kreditkarten. Für die kartenherausgebenden Institute bedeutet das Einnahmenverluste in Höhe von insgesamt 463,7 Mio. € gegenüber dem Vorjahr, erläutert Hugo Godschalk von der auf den bargeldlosen Zahlungsverkehr spezialisierten Beratungsagentur PaySys in Frankfurt.
Am stärksten betroffen ist der Kreditkartenbereich mit ca. 415 Mio. €, denn hier liegen die Interchange-Sätze in Deutschland derzeit noch weit über diesen EU-Limits. Pro Kreditkarte muss demnach ein Kreditinstitut im Durchschnitt künftig mit 12,25 € weniger pro Jahr rechnen. Je nach Gewinnspanne und Wettbewerbsintensität werden die Institute diesen Verlust wohl durch höhere Preise für den Karteninhaber zumindest teilweise kompensieren wollen.
Bei der Debitkarte girocard ist der Rückgang für die Kreditinstitute dagegen weniger schmerzhaft (ca. 0,48 € pro Karte p.a.). Nutznießer der IFR ist der Händler, dessen Kosten für die Kartenakzeptanz entsprechend sinken. Die Europäische Kommission geht davon aus, dass die Händler europaweit dadurch künftig 6 Mrd. € einsparen werden (Basis: 2011).
Wenn sich die Interchange Fees (IF) für Debit- und Kreditkarten demnächst nur noch geringfügig unterscheiden, werden wohl viele Händler, die bislang nur girocard, Maestro und V PAY akzeptierten, bald auch Kreditkartenlogos an den Kassen zeigen. So hat eine Reihe von Discountern (Kaufland, Lidl und Aldi) bereits angekündigt, Visa und MasterCard bis spätestens September zu akzeptieren.
Laut Godschalk steht die Branche vor einer Reihe ungelöster Fragen. Wie wird der Kreditkarteninhaber, der in der Regel bereits über eine Debitkarte verfügt, reagieren: Kündigt er die Karte oder akzeptiert er die zu erwartende Gebührenerhöhung seiner Bank? Oder setzt er vielleicht die Kreditkarte öfter ein, wenn sie ihn mehr kostet? Fraglich ist auch, ob die Händler, die bislang nur Bargeld akzeptieren, in Anbetracht der relativ geringen IF-Senkung für Debitkarten nun vermehrt Kartenzahlungen akzeptieren werden.
In den vergangenen Jahren ist der Umfang der Debit- und Kreditkartenzahlungen in Deutschland kräftig gewachsen. Dieses stetige Wachstum werde von der IFR nicht stark beeinflusst, glaubt Hugo Godschalk. Er hält hingegen die erhebliche Veränderung des relativen Preisgefüges – und damit der Wettbewerbsbedingungen zwischen Debit- und Kreditkarten – für den wichtigsten Effekt der neuen IF-Regelung.                                                     (Anja U. Kraus)

  

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Auriga eröffnet Niederlassung in Frankfurt

Die zum 1. Juli in der Frankfurter Taunusanlage eröffnete Filiale soll helfen, das Wachstum des italienischen Anbieters Auriga im gesamten deutschsprachigen Raum zu unterstützen. Das Unternehmen aus Bari bietet Software und Anwendungslösungen für den Bankensektor. Im Mittelpunkt stehen dabei Bezahlsysteme und Omni-Channel-Lösungen.  Auriga liefert Anwendungen, Dienstleistungen und die technische Beratung zur integrierten Steuerung innovativer SB-Schalter, von Multimedia Kiosken sowie für das Internet, Mobile Banking und Mobile Payment. Der WinWebServer beispielsweise erlaubt das Erstellen einer virtuellen Omni-Kanal-Bank. Getragen von einer Vergrößerung konnte das Unternehmen seinen Umsatz 2014 um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern und die 15 Mio. €-Marke erreichen. Der Marktanteil von Auriga bei Multivendor-Lösungen zum Betrieb von GA-Netzwerken beläuft sich in Westeuropa auf 13 Prozent.
 

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Deutsche Bank führt KYC-Service ein

KÖLN, 30.6.2015. Der Bereich Global Transaction Banking (GTB) der Deutschen Bank hat den SWIFT-Service „The KYC Registry“ in seine Know Your Customer (KYC)-Verfahren integriert. In dieser zentralen Datenbank werden standardisierte Informationen zu Korrespondenzbanken hinterlegt, die zur Einhaltung der KYC-Vorschriften benötigt werden. Finanzinstitute, die Kunden von GTB sind, können ihre Daten über diese gemeinsame Plattform bereitstellen und profitieren damit von einer reibungsloseren und optimierteren Überprüfung im Rahmen des vorgeschriebenen KYC-Prozesses der Bank. Die Deutsche Bank stellt auch ihre eigenen Institutsdaten auf der Plattform zur Verfügung.
The KYC Registry umfasst Informationen zu Instituten aus mehr als 130 Ländern und erleichtert somit für eine wachsende Anzahl an Korrespondenzbanken weltweit die Einhaltung der KYC-Vorschriften. SWIFT betreut den Service und steuert eine jährliche Überprüfung aus, um die Aktualität der Daten zu gewährleisten. The KYC Registry wurde gemeinsam mit großen globalen Banken entwickelt – die Deutsche Bank war Teil dieser Arbeitsgruppe und nutzt den Service seit Juni 2015.
Herzstücke des KYC Registry sind ein umfangreicher und transparenter Standarddatensatz sowie die dazugehörige Dokumentation. Beide wurden 2014 von der Arbeitsgruppe festgelegt und in die Anwendung integriert, damit die Nutzer ihre Daten mit Kontrahenten austauschen können. Jede Bank ist weiterhin Eigentümerin ihrer Informationen und legt fest, welche Institute hierzu Zugang haben. Den Banken werden für die Bereitstellung ihrer Daten und den Austausch ihrer eigenen KYC-Informationen über das Register keine Kosten in Rechnung gestellt.

  

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T2S startet am 22. Juni ohne Italien

Von Anja U. Kraus
KÖLN, 15.6.2015. In der kommenden Woche nimmt die europäische Wertpapierabwicklungs-Plattform TARGET2-Securities (T2S) ihre Arbeit auf. Aus der Reihe der ursprünglich geplanten Startkandidaten scherte Italien nun aufgrund von technischen Problemen aus und wird noch einmal zwei Monate nachbessern müssen.
T2S hat zum Ziel, die grenzüberschreitende Abwicklung in Zentralbankgeld zu verbessern, den fragmentierten Markt zu vereinheitlichen und den Wettbewerb zu stärken. Das Projekt brauchte langem Atem: Schon im Juli 2008 hatte es der Rat der Europäischen Zentralbank auf den Weg gebracht. Zuletzt stand eine Art Generalprobe aller notwendigen Schritte für das erste Migrationswochenende an. Dabei schlossen die Zentralverwahrer, die in der ersten Anschlusswelle dabei sein werden, die Tests erfolgreich ab; aufkommende Probleme konnten gelöst werden, heißt es in einer Mitteilung der Europäischen Zentralbank. Die Migration am nächsten Wochenende sollte dementsprechend reibungslos ablaufen. Vom Start weg dabei sind die Zentralverwahrer (Central Securities Depository, CSD) aus Griechenland, Malta, Rumänien und der Schweiz.
Lediglich der italienische CSD Monte Titoli kämpfte mit der Technik, scherte aus dem ursprünglichen Zeitplan aus und wird nun erst Ende August auf T2S migrieren. Der Anschluss des deutschen CSD Clearstream ist im Rahmen der dritten Welle im September 2016 geplant. Bis dahin sollten die deutschen Banken und Wertpapierdienstleister aus den aktuellen Problemen lernen und ihre Planungen überprüfen, rät die auf Finanzdienstleister spezialisierte Unternehmensberatung Cofinpro. Die Testphasen seien kurz bemessen. Wenn die Systeme dann nicht über die komplette Spanne wie geplant zur Verfügung stünden, werde die Durchführung aller erforderlichen Testfälle zur Herausforderung, sagt Berater Holger Pfleger. Er empfiehlt den deutschen Marktteilnehmern automatisierte Testtechniken, sogenannte Regressionstests. Damit könnten sie in den zur Verfügung stehenden Zeitfenstern alle fachlichen Konstellationen effizient testen und nach erkannten Abweichungen auch die Korrekturen überprüfen.

 

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Mobile Payment am Geldautomaten

KÖLN, 27.5.2015. Geld am Automaten abheben, nur mithilfe des Smartphones? An 30 Geldautomaten im Bundesgebiet können Bankkunden diesen Service nun testen. Sie benötigen dazu das Bezahlsystem Kesh, das als Smartphone-App für Kunden jeder deutschen Bank nutzbar ist. Die Willicher Biw AG (ein Teil der FinTech Group AG) ermöglicht so als eines der ersten Geldinstitute in Deutschland den Live-Betrieb eines Mobile Payment-Systems an Geldautomaten.
Der Kunde wählt dazu am Automaten die Auszahlung via Kesh aus. Der Automat generiert einen einmalig gültigen QR-Code, der mit der App eingescannt wird. Die PIN-Eingabe erfolgt dabei nicht am Automaten, sondern in der App. Im Anschluss wählt der Nutzer den gewünschten Betrag am Geldautomaten aus. Nach erfolgreicher Auszahlung wird die Abhebung in Echtzeit in den Umsätzen der App angezeigt.
Biw betreibt ein Netz mit über 100 Geldautomaten. Ein Drittel davon wurde für den neuen Service mit einem neuen Frontend-Design und Zusatzfunktionen versehen. Die Standard-Funktionen am Geldautomaten wie die Abhebung per Giro- oder Kreditkarte bleiben erhalten. Ebenso ist eine Live-Aufladung des Mobile Payment-Kontos mit einer Girocard möglich, um eine sofortige Verknüpfung mit dem hinterlegten Referenzkonto der Bank des Kunden herzustellen.
Die ersten Automaten mit dieser Anwendung sind zum Beispiel fünf Standorte einer Burger-Kette in Leipzig, ein Tierpark und der Frankfurter Messeturm gehören ebenfalls dazu. Auch an den mobilen Geldautomaten, die die Bank auf Großveranstaltungen wie dem Münchener Oktoberfest betreibt, können Kunden zukünftig mit dem Smartphone Geld abheben.
Biw will sukzessive weitere Geldautomaten mit der neuen Funktion ausstatten und so seinen Anspruch als Innovationstreiber im FinTech-Bereich untermauern, sagte Vorstandssprecher Dirk Franzmeyer. Mit der App, die in Zusammenarbeit mit der Muttergesellschaft, dem IT-Dienstleister Xcom AG entwickelt wurde, können Zahlungen unter Privatpersonen (P2P) sowie im stationären Handel und Online-Shops getätigt werden. Inzwischen wurde Kesh auch in Apps von Dritt-Anbietern und Vending-Automaten integriert. Die Erweiterung des Services am Geldautomaten wurde gemeinsam mit dem Softwarelieferanten LM Software GmbH aus Hamburg realisiert.

 

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Schweizer jetzt auch bei EBICS

KÖLN, 20.5.2015. Mit der Schweizer Kreditwirtschaft, vertreten durch die SIX Interbank Clearing, gibt es nun einen neuen EBICS-Gesellschafter. Zukünftig wird der Electronic Banking Internet Communication Standard (EBICS) gemeinschaftlich von den deutschen, französischen und Schweizer Partnern weiterentwickelt. Die EBICS-Gesellschaft war im Juni 2010 in Brüssel von der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) und dem Comité Français d’Organisation et de Normalisation Bancaire (CFONB) gegründet worden mit dem Ziel, einen neuen europäischen Kommunikationsstandard für Finanztransaktionen gemeinsam zu entwickeln und zu fördern.
Die Beteiligung der Schweizer Kreditwirtschaft sei ein bedeutsamer Schritt auf dem Weg der Europäisierung des Standards, sagte Chairman Axel Weiß. EBICS ist ein offener Standard für die Übertragung von Zahlungsverkehrsdaten über das Internet und steht lizenzkostenfrei zur Verfügung. Auf Basis eines gesicherten Internetprotokolls (IP) mit mehrfacher Verschlüsselung ermöglicht er eine nachvollziehbare und sichere Abwicklung von Bankgeschäften unter Verwendung von elektronischen Unterschriften.  SIX Interbank Clearing mit Sitz in Zürich ist ein Tochterunternehmen der SIX Group und koordiniert unter anderem die Standardisierungsarbeiten im Zahlungsverkehr für den Finanzplatz Schweiz.

 

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Kunden fragen nach kontaktlosem Bezahlen

Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 16.4.2015. Heute ist der Bezahlprozess an der Ladenkasse noch von den klassischen Karten geprägt. Derzeit bieten über 70 Prozent der Händler ihren Kunden die Zahlung mit der girocard an, 60 Prozent akzeptieren Kreditkarten und 37 Prozent das elektronische Lastschriftverfahren (ELV). Neuere Methoden, wie kontaktlose Zahlungen via Kreditkarte, sind im Handel hingegen seltener (14 Prozent). M-Payment-Verfahren können sich nur dann wirklich durchsetzen, wenn sie mindestens genauso günstig, schnell und verbreitet sind wie Kartenzahlungen. Das ist das Ergebnis des Payment-Barometers, das von den Forschern von ibi research an der Universität Regensburg, dem Zahlungsspezialisten ConCardis und dem Wirtschaftsmagazin Der Handel durchgeführt wurde.
"Händler sind vor allem bereit, auf neue Zahlverfahren zu setzen, wenn ihre Kunden danach verlangen. Die fehlende Verbreitung auf Kundenseite dürfte momentan das größte Hindernis für Händler sein", glaubt Georg Wittmann, der für ibi research das Payment-Barometer betreut. Auf Sicht von fünf Jahren erwarteten die Händler allerdings, dass neue Methoden an Bedeutung gewinnen werden. So werden App-basierte Zahlungsverfahren nach Angabe jedes vierten Händlers in fünf Jahren eine hohe oder sehr hohe Bedeutung besitzen, von kontaktlosen Kreditkarten erwarten dies sogar 41 Prozent der Studienteilnehmer.
Dass mobile Zahlverfahren langsam, aber sicher bei den Konsumenten ankommen, zeigt auch die Tatsache, dass gut ein Viertel der Händler schon einmal von Kunden gefragt wurde, ob kontaktloses Bezahlen möglich sei. Dementsprechend geht momentan auch immer noch fast die Hälfte der Befragten davon aus, dass es an der nötigen Kundenakzeptanz für Zahlungen via Near Field Communication fehlt. Dennoch können sich bereits heute über zwei Drittel der Händler vorstellen, zukünftig kontaktlose Zahlungen anzubieten. "Die Studienergebnisse zeigen, dass der Handel durch die zunehmende Verbreitung kontaktloser Zahlverfahren auf Verbraucherseite schon bald die nächste Evolutionsstufe der Zahlungsabwicklung erreichen wird", sagt ConCardis-CEO Rainer Sureth.
Die Studienreihe wird im Spätsommer mit einer zweiten Ausgabe fortgesetzt, deren Ergebnisse dann im Oktober veröffentlicht werden.

 

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Ende des Jahres am Start:
Online-Bezahlverfahren deutscher Banken

KÖLN, 27.3.2015. Die privaten Banken werden gemeinsam mit den genossenschaftlichen Banken Ende 2015 ein neues institutsübergreifendes Online-Bezahlverfahren einführen. Das neue Verfahren steht dann von Beginn an Millionen von Bankkunden zur Verfügung, die bei Online-Händlern einkaufen. Mit dieser branchenweiten Kooperation bieten die Banken Verbrauchern und Händlern ein einheitliches Online-Bezahlverfahren.
Die deutschen Banken setzen auf ein schnelles, einfaches und sicheres Bezahlverfahren im stark wachsenden E-Commerce-Markt. Die Kunden von privaten und genossenschaftlichen Banken können dann ihre Interneteinkäufe sicher und direkt vom eigenen Girokonto bezahlen.
Für die technische Abwicklung haben die beteiligten Banken ein Gemeinschaftsunternehmen (Gesellschaft für Internet und mobile Bezahlungen) gegründet. Dazu gehören die Commerzbank und die Comdirect Bank, die Deutsche Bank und die Postbank, die Beteiligungsgesellschaft der privaten Banken unter Federführung der HypoVereinsbank sowie – stellvertretend für die Finanzgruppe der Volksbanken und Raiffeisenbanken – die genossenschaftlichen Zentralbanken DZ Bank und WGZ Bank.
Über die Beteiligungsgesellschaft privater Banken sind zudem folgende weitere Institute an dem Projekt beteiligt: Ing-Diba, Targobank, Bankhaus Max Flessa, Consorsbank, Degussa Bank, MLP Finanzdienstleistungen, National-Bank, Oldenburgische Landesbank, Südwestbank und Volkswagen Bank. Die Gesellschafteranteile werden von den privaten Banken und der genossenschaftlichen Finanzgruppe paritätisch gehalten. Zudem ist die Absicht der Sparkassen und der Santander Consumer Bank zu begrüßen, sich an dem Online-Bezahlverfahren zu beteiligen.

  

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Rechtliche Neuerungen zum multilateralen Interbankenentgelt

KÖLN, 16.3.2015. Das multilaterale Interbankenentgelt (Multilateral Interchange Fee, MIF) wird vom Akzeptanzgeber an die Bank als Kreditkartenherausgeber gezahlt, um deren Aufwand bei der Freigabe, Autorisierung und Abwicklung einer Kartentransaktion zu vergüten. Die Kosten einer solchen Transaktion trägt üblicherweise der Händler, der die Aufwandsentschädigung ausschließlich an den Akzeptanzgeber zahlt. Der Akzeptanzgeber bezahlt daraufhin nicht nur alle anderen beteiligten Akteure, sondern begleicht auch die „Scheme Fee“, also die Gebühr an das Kreditkartennetzwerk (z.B. Visa oder Mastercard), und das Interbankenentgelt an den Herausgeber der Karte, üblicherweise die Bank des Einkäufers. Eine Reduzierung des MIF wird daher die Kosten der Händler verringern, und es besteht die Hoffnung, dass diese – wie durch die Maßnahme beabsichtigt – ihre Preise entsprechend senken werden.
Die Höhe des MIF legt das Kreditkartensystem zentral fest, wodurch sich bilaterale Verhandlungen zwischen Tausenden von Akzeptanzgebern und Kartenherausgebern vermeiden lassen. Aus der Perspektive der kartenausgebenden Banken war das Interbankenentgelt bisher eine schöne Einnahmequelle, die gewöhnlich so profitabel war, dass man die Karten oft kostenlos ausgegeben und sogar Boni für deren Nutzung gutgeschrieben hat. Eine weit verbreitete Forderung war deshalb, das Interbankenentgelt völlig abzuschaffen, um die kartenausgebenden Banken zu zwingen, ihre Kosten selbst zu tragen, indem sie ihren Kunden, also den Käufern, beispielsweise Gebühren für die Ausgabe und/oder die Nutzung der Kreditkarten berechnen.
Der ursprüngliche Gesetzentwurf der EU-Kommission behielt das MIF bei, schrieb aber die Einführung einer Obergrenze für internationale Zahlungen und später ebenso für Inlandszahlungen innerhalb eines Jahres in Höhe von 0,3 Prozent für Kreditkarten und 0,2 Prozent für Debitkarten vor. Nach vielen hitzigen Diskussionen basiert der aktuelle „endgültige Kompromiss“ immer noch auf dem Grundsatz der Beibehaltung des MIF, verkürzt die Einführung aber auf sechs Monate und wendet die Obergrenzen sofort auch auf Inlandszahlungen an. Das Debitkarten-Interbankenentgelt ist zusätzlich auf insgesamt 0,05 Euro begrenzt, sofern dieser Betrag kleiner ist als 0,2 Prozent des Werts der Zahlungstransaktionen. Das EU-Parlament hatte ursprünglich gefordert, diese Begrenzung auch auf Geschäftskarten und große Drei-Parteien-Systeme wie American Express auszuweiten, aber diese bleiben jetzt außerhalb des Anwendungsbereichs.
Die neuen Rechtsvorschriften können nun abgeschlossen werden, und die MIF-Obergrenzen könnten im Verlauf dieses Jahres in Kraft treten. Es wird jedoch einige Zeit dauern, bis die Händler ihre reduzierten Kosten im Zusammenhang mit dem Interbankenentgelt durch eine niedrigere Preisgestaltung an die Kunden weitergeben werden – wenn sie es denn überhaupt tun. Nach dem Inkrafttreten der MIF-Regulierung wird die genaue Analyse der Kostenposition mehrere Monate in Anspruch nehmen. Abhängig von ihren jeweiligen Akzeptanzverträgen könnte es sein, dass die Händler nicht einmal unmittelbare Kosteneinsparungen verbuchen können.
Das niedrigere Interbankenentgelt wird sich allerdings unmittelbar auf die Einnahmen der kartenausgebenden Kreditinstitute auswirken, deren Karten überwiegend im Inland in Umlauf sind. Kreditkartenherausgeber und mitbetroffene Unternehmen werden ihre Cashback-Systeme und Treueprämien, wie etwa Flugmeilen- oder Geschäftsboni, reduzieren müssen. Eine Verringerung der MIF-Einnahmen bedeutet für die Kartenherausgeber auch, dass sie weniger Einnahmen an ihre Marketingpartner, wie etwa Co-Branding-Partner oder Programmmanager, weitergeben können. Das heißt, sie werden wohl früher oder später – gemeinsam mit den Kartenherausgebern – zu Geschäftsmodellen wechseln, die auf Transaktionsgebühren basieren. Dies bedeutet wiederum, dass man den Kunden eventuelle Ersparnisse am POS höchstwahrscheinlich anderweitig wieder auf die Rechnung schlägt. Und falls die Händler ihre Verkaufspreise nicht reduzieren, würden die Kunden letztlich sogar mehr bezahlen – was dem Zweck der Maßnahme vollkommen zuwiderlaufen würde.

Autor: Ralf Ohlhausen, Chief Strategy Officer, PPRO Group



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Erste Schnittstelle zwischen Bank und Bitcoins

Von Anja U. Kraus
KÖLN, 24.2.2015.  Die Zeiten, als Bitcoins als „the next big thing“ galten, sind schon lange vorbei. In den letzten beiden Jahren war das Auf und Ab der Währung fast schwindelerregend. Gerade erst erschreckte die Insolvenz des amerikanischen Miners Coin Terra; die Gläubiger bleiben auf einem Verlust von bis zu 50 Mio. US-$ sitzen. Auch andere haben Probleme damit, mit dem Herstellen der virtuellen Währung Gewinn zu machen, weil die dazu benötigte Ausrüstung technisch sehr schnell überholt ist.

Nichtsdestotrotz kündigte nun die Fidor Bank ihre Zusammenarbeit mit Bitcoin.de an. Damit wird der größte Bitcoin-Marktplatz Europas zum weltweit ersten Bitcoin-Handelsplatz mit direkter Anbindung an das klassische Bankensystem. Kunden beider Unternehmen können nun innerhalb von Sekunden Bitcoins handeln und die dazu gehörenden Euro-Transaktionen durchführen. Bei Bitcoin-Börsen, die oft unreguliert und aus dem Ausland heraus operieren, liege das Geld der Kunden in der Regel ungesichert auf dem Firmen-Bankkonto des Handelsplatz-Betreibers und sei damit beispielsweise im Insolvenzfall der Gefahr eines Totalverlustes ausgesetzt. Ebenso im Betrugsfall. Die zahlreichen Beispiele von Pleiten ausländischer Bitcoin-Börsen in der Vergangenheit hätten bewiesen, dass dies kein theoretisches Risiko ist, sagt auch Bitcoin Deutschland.

Bei dem neuen Modell hingegen liege das Geld des Kunden immer auf dem eigenen Bankkonto bei der Fidor Bank, natürlich mit gesetzlicher Einlagensicherung. Während bei klassischen Bitcoin-Börsen das Euro-Guthaben der Kunden "totes Kapital" im Sinne eines Verrechnungskontos für Käufe und Verkäufe von Bitcoins ist und erst wieder auf das eigene Girokonto transferiert werden muss, handelt man bei Bitcoin.de nun direkt und in nahezu Echtzeit mit einem "lebendigen" Girokonto, welches auch für Gehaltszahlungen, Miete und Anschaffungen verwendet werden kann.

 

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Mindestanforderungen an die Sicherheit von Internetzahlungen

Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 6.2.2015. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat den Entwurf eines Rundschreibens zu den Mindestanforderungen an die Sicherheit von Internetzahlungen vorgelegt. Die geplante Verwaltungsvorschrift betrifft Zahlungen im Internet, die von Kunden über Online-Banking ausgelöst werden können.
Grundlage des Rundschreibens sind die Empfehlungen des European Forum on the Security of Retail Payments (SecuRe Pay Forums), die in dem Rundschreiben deckungsgleich übernommen wurden, sowie ergänzende Empfehlungen zur Umsetzung der Meldepflichten für kritische Sicherheitsvorfälle. Die Mindestanforderungen sollen der Bekämpfung von Betrug im Zahlungsverkehr dienen und das Vertrauen des Verbrauchers in Internetzahlungsdienste stärken. Es deckt wesentliche Aspekte der Sicherheit im Retail-Zahlungsverkehr ab, namentlich die Governance und das Risikomanagement, sowie die Überwachung, Überprüfung und Dokumentation von Internet-Zahlungsvorgängen.
Geschützt werden sollen sowohl die Datensicherheit als auch der Kunde. Zentrale Regelungsgegenstände sind die Einführung einer starken Kundenauthentifizierung, der Schutz sensibler Zahlungsdaten und die Verbesserung des Kundenschutzes. Der Schutz sensibler Zahlungsdaten umfasst u.a., dass diese bei Speicherung, Verarbeitung und Übermittlung zu schützen sind. Neben den sensiblen Zahlungsdaten ist auch die Kunden-Web-Schnittstelle auf angemessene Weise gegen Diebstahl, unerlaubten Zugriff und Modifizierung zu schützen.
Das Rundschreiben sieht darüber hinaus die Meldung von kritischen Sicherheitsvorfällen vor. Da die Arbeiten an der PSD 2 (Payment Services Directive – Zahlungsdiensterichtlinie) noch nicht abgeschlossen sind, könnte eine Anpassung der Mindestanforderungen an die Sicherheit von Internetzahlungen nach Veröffentlichung der PSD 2 nochmals erforderlich werden. Das Rundschreiben wird mit Veröffentlichung in Kraft treten. Um den Instituten trotzdem ausreichende Umsetzungszeiträume einzuräumen, sind die Anforderungen erst binnen sechs Monaten ab Inkrafttreten umzusetzen. Die Banken müssen also bis zu diesem Tag mit Blick auf diese neuen Anforderungen nicht mit aufsichtlichen Sanktionen rechnen.

 

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Wichtige Stütze für Wirtschaft in armen Ländern -
Rücküberweisungen sollen günstiger werden

Von Anja U. Kraus
KÖLN, 4.2.2015. In einem gemeinsamen Aufruf haben die G20-Staaten vor einiger Zeit eine Reduzierung der überhöhten Gebühren für Rücküberweisungen (Rimessen) gefordert, also für Geldüberweisungen von Migranten in ihre Herkunftsländer. Die Weltbank geht davon aus, dass diese Geldtransfers im Jahr 2014 ein Volumen von nahezu 150 Mrd. US-$ erreichen und signifikante Kosten auf der Seite der beteiligten Personen hervorrufen werden. In Entwicklungs- oder Schwellenländern leben oft ganze Familien von den Überweisungen, die Verwandte aus dem Ausland in die alte Heimat senden. In vielen armen Ländern machen diese Rücküberweisungen einen Großteil der gesamtwirtschaftlichen Leistung aus. Nicht selten übersteigen diese Gelder auch die internationalen Entwicklungshilfezahlungen und Auslandsinvestitionen, die in ein Land fließen.

Ein in London ansässiges FinTech-Start-up-Unternehmen hat jetzt einen neuen Überweisungsservice für Indien, Pakistan, Bangladesch und Sri Lanka geschaffen. Auf der digitalen Überweisungs-Plattform von Azimo kostet der Geldtransfer lediglich 1 £ oder weniger als 1 Prozent für jeden versandten Geldbetrag – im Vergleich zu durchschnittlichen Gebühren von mehr als 9 Prozent. Hinzu kommen extra-günstige Wechselkurse. Azimo-Gründer Michael Kent: „Die großen Banken und langjährigen Akteure wie Western Union bieten noch immer das gängige und teure Modell und erwirtschaften damit Gewinne in Milliardenhöhe mit hart arbeitenden Migranten, die Geldbeträge in ihre Heimat senden, um ihre Familien zu unterstützen. Wir stimmen mit dem indischen Premierminister Narendra Modi überein, dass diese hohen Preise und übermäßigen Gewinne in unserer heutigen Welt keinen Platz mehr haben“.

Western Union hatte vor einigen Tagen eine Studie in Zusammenarbeit mit der University of Colorado / Boulder Leeds School of Business vorgestellt. Darin wurden die Auswirkungen von weltweiten Geldsendungen untersucht mit einem besonderen Fokus auf die Philippinen, eines der Top 3- Empfängerländer bei Rücküberweisungen. Ergebnis: Die Rücküberweisungen haben langfristig positive Auswirkungen auf die Gesellschaft. Die Gelder, die von jedem Western Union Vertriebsstandort auf den Philippinen abgewickelt werden, spülen so viele Mittel in die lokale Wirtschaft, dass dort 85 Jobs außerhalb der Geldtransportfirma geschaffen werden können. Die WU-Geldüberweisungen steigerten das Nominaleinkommen von einkommensschwachen Haushalten um 14,5 Prozent und die sozialen Zuwendungen um 13,1 Prozent.

Die Geldtransfers haben laut dieser Studie auch Auswirkungen auf das Preis- und Lohnniveau, das komme  auch mittleren bis einkommensstarken Haushalten zugute, die keine Geldüberweisungen erhalten. Außerdem arbeiten Empfänger von Rücküberweisungen häufig weniger – vermutlich um eine Schule zu besuchen, sich verstärkt der Kinderbetreuung oder der Pflege älterer Angehöriger zu widmen. Dies verringere das Angebot an Arbeitskräften und verursache einen steigenden Druck auf die Löhne jener, die keine Rücküberweisungen erhalten. Diese Studie finden Sie hier: https://www.colorado.edu/leeds/western-union

 

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Für eine Zukunft ohne Bargeld

Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 4.2.2015. Aus der Initiative GeldKarte wird die Initiative Deutsche Zahlungssysteme e. V.  Mit der Namensänderung zum zehnjährigen Bestehen will der Verein der Erweiterung seines  Themenspektrums Rechnung tragen. Das inhaltliche Portfolio umfasst nun neben der GeldKarte und der kontaktlosen Funktion „girogo“ auch die Girocard und weitere Bezahlverfahren der Deutschen Kreditwirtschaft (DK). Projektbezogen hat der Verein so größeren Spielraum und hält sich und seinen Mitgliedern mehr Optionen für eine Weiterentwicklung offen.
Das Hauptziel des Vereins ist es nunmehr, die Nutzung des elektronischen Bezahlens, wie mit der GeldKarte, girogo, der girocard und anderen DK-Verfahren bei Händlern und Verbrauchern zu fördern. Die DK-Verfahren bzw. die über das Bezahlen hinausgehenden Funktionen sollen als sichere, verlässliche, vielseitige und einfache Alternative zu Bargeld und anderen Bezahlsystemen auf dem Markt, bei Händlern, Politik und Verbrauchern in Deutschland positioniert werden.
Der Schwerpunkt wird auch in Zukunft im Bereich Kleinbetragszahlung liegen. „So setzt der Verein auf seine bewährten Stärken und ist gleichzeitig zukunftsfähig aufgestellt. Technologischer Fortschritt und neue Regulierungen prägen das Umfeld von Verein und Zahlungssystemen. Die Initiative möchte Schritt halten mit den Veränderungen und adäquat reagieren können“, sagt Ingo Limburg, Vorstandsvorsitzender der Initiative. Weitere Informationen:  www.Initiative-DZ.de

 

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Rocket Internet kooperiert mit Anteilseigner -
Joint Venture für Bezahllösungen

Von Anja U. Kraus
KÖLN, 6.1.2015. Die Rocket Internet AG gründet gemeinsam mit der Philippine Long Distance Telephone Company (PLDT) ein Joint Venture zur Einführung eines neuen „Mobile First“-Bezahlsystems mit Fokus auf den Schwellenländern. Die Beteiligungsgesellschaft der Gebrüder Samwer wird ebenso wie die PLDT 50 Prozent an dem neuen Unternehmen halten. Das Unternehmen aus Manila ist Anteilseigner bei den Berlinern, seitdem Rocket Internet im letzten Oktober an die Börse gegangen ist. Im Zuge der Beteiligung sei auch die Idee zu dem neuen Geschäftsmodell entstanden, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Firmen. Der Deal soll noch im ersten Quartal 2015 vollzogen werden.
In das neue Projekt bringt der Risikokapitalgeber seine Erfahrung aus den Beteiligungen an den Holdings Paymill und Payleven ein, zwei Bezahlplattformen für kleine und mittelständische E-Commerce-Unternehmen. Im Gegenzug steuert PLDT seine Mobile-First-Plattform Smart-E-Money Inc. (SMI) bei, ein Pionier im Bereich von Mobile Banking und Mobile-Wallet-Diensten, der 2013 Transaktionen im Wert von etwa 3,4 Mrd. € umsetzte. Mit über fünf Millionen aktiven Kunden und 300.000 Konten ist SMI laut PLDT das größte filiallose Banken-Netzwerk auf den Philippinen.
Dieses Joint Venture sei der nächste „logische Schritt“ der Partnerschaft mit PLDT, sagte Rocket Internet-CEO Oliver Samwer. Die Kombination aus dem Unternehmens-Netzwerk der Beteiligungsgesellschaft gepaart mit der 14-jährigen Erfahrung von PLDT im Bereich Mobile Payment könne „Weltklasse-Innovationen“ in Sachen Mobile Money und Mikrozahlungen liefern.
 

 

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EU kappt Kreditkartengebühren

Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 18.12.2014. In den Trilog-Verhandlungen zwischen der Europäischen Kommission, dem Europäischen Parlament und dem Rat ist eine Einigung bei der Regulierung von Kartenzahlungen in Europa erreicht worden. Danach werden die in den Kreditkartengebühren enthaltenen Interbankenentgelte für grenzüberschreitende Zahlungen auf 0,2 Prozent des Wertes bei Debitkarten und auf 0,3 Prozent bei allen Kreditkartentransaktionen begrenzt. Damit werden die Kreditkartengebühren von MasterCard und VISA voraussichtlich spürbar sinken und einer Deckelung unterworfen. Den Prozess angestoßen hatte vor mehr als 16 Jahren der Hotelverband Deutschland (IHA) mit einer Beschwerde bei der EU-Kommission.
Bei nationalen Debitkartenzahlungen können die Mitgliedstaaten für einen Übergangszeitraum von maximal fünf Jahren die Interbankenentgelte auf 0,2 Prozent eines gewichteten, durchschnittlichen Transaktionswertes oder auf eine absolute Obergrenze von 0,05 Euro je Transaktion deckeln. Dies soll Ländern wie Deutschland mit einem starken nationalen Debitkartensystem, wie z.B. der Girocard, die Umstellung erleichtern. Der nun gefundene Kompromiss muss noch vom Europäischen Parlament und vom EU-Ministerrat förmlich bestätigt werden. Die Regulierung wird spätestens sechs Monate nach Inkrafttreten der Verordnung greifen.
Wegfallen soll auch die sog. „Honour-All-Cards-Rule“, die Unternehmen dazu zwingt, alle Karten einer Marke unabhängig von den dadurch verursachten Kosten anzunehmen. So wird zukünftig bei besonders teuren Corporate Cards, die von der Interbankenentgeltregulierung nicht erfasst sind, Händlern und Hoteliers gleichsam als Korrektiv eine Weiterbelastung der Kreditkartengebühr an den Kunden (Surcharging) ausdrücklich erlaubt. Entgegen dem ursprünglichen Ansinnen des Europäischen Parlamentes werden aber sogenannte Drei-Parteien-Systeme, bei denen nur eine kartenausgebende Bank, wie z.B. bei American Express oder Diners, involviert ist, der Regulierung nicht unterworfen. In drei Jahren wollen die europäischen Abgeordneten und die Regierungen der Mitgliedstaaten allerdings überprüfen, ob hierdurch möglicherweise Umgehungsanreize zur Behinderung eines fairen und effektiven Wettbewerbs gesetzt werden.

 

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KYC-Register hilft Kosten sparen

Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 11.12.2014.Die vielfältigen regulatorischen Aufgaben stellen die Banken nicht nur vor eine immense Aufgabenfülle, die Einhaltung der Regeln bringt für alle Beteiligten auch hohe Kosten mit sich. Die Einrichtung gemeinschaftlicher Plattformen kann sich dabei effizienzsteigernd auswirken, da die Kosten gemeinsam getragen und gleichzeitig Risiken vermindert werden können. Das neue KYC-Register von SWIFT, das heute seinen Dienst aufgenommen hat, dient als zentrale Plattform für Banken im Rahmen ihrer Korrespondenzbank- Aktivitäten. KYC steht dabei für „Know Your Correspondent“.
Mehr als 20 weltweit aktive und regional tätige Banken haben sich bereits an das KYC-Register angeschlossen. Sie können hier standardisierte Informationen für die erforderliche Due Diligence im Korrespondenzbankgeschäft einfacher als bislang austauschen. Die Banken steuern dazu jeweils einen vereinbarten Satz von Basisdaten samt Belegmaterial zur Validierung durch SWIFT bei, der anschließend von ihnen selbst und ihren Gegenparteien genutzt werden kann. Jede Bank verbleibt im Besitz ihrer eigenen Daten und behält die Kontrolle darüber, welche anderen Institutionen Einblick in diese Informationen erhalten.
Das KYC-Register wird von SWIFT als Genossenschaft im Besitz der Banken und als neutraler Anbieter der Informationen zentral betrieben. Den Banken entstehen keine Kosten durch das Beisteuern von Daten oder für die Nutzung des Registers zum Austausch von KYC-Informationen mit anderen Banken. Um die Vorteile der Nutzung des Registers zu optimieren, stellt SWIFT die Datennutzung im Jahr 2015 kostenfrei für Banken, die ihre eigenen KYC-Informationen beisteuern und an ihre Korrespondenzbanken weitergeben.

 

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Abwicklungseffizienz dank gemeinsamem T2S-Ansatz

Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 4.12.2014. Acht Monate nach der Ankündigung ihrer Pläne, ein neues Asset Servicing-Modell für TARGET2-Securities (T2S) zu entwickeln, haben Clearstream und BNP Paribas Securities Services nun eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Die Unternehmen befinden sich damit auf gutem Kurs, rechtzeitig auf T2S vorbereitet zu sein. Clearstream als deutscher Zentralverwahrer mit T2S-Plattform gewährleistet die Abwicklungsaktivitäten; die Depotbankpartner hingegen werden das Asset Servicing auf dem inländischen Markt erbringen. BNP Paribas Securities Services übernimmt das Asset Servicing für den belgischen, französischen und niederländischen Markt. Clearstream wird seine Zusammenarbeit auch mit anderen Depotbankpartnern ausbauen, um so eine größere Marktabdeckung zu erzielen.
Die Banken entscheiden derzeit über ihre T2S-Partner. T2S ist eine zentrale paneuropäische Plattform für die nationale und grenzüberschreitende Abwicklung von Wertpapiergeschäften in Zentralbankgeld. Die Plattform, die voraussichtlich im Juni 2015 in Betrieb gehen wird, soll zu einer deutlichen Reduzierung der Abwicklungskosten im grenzüberschreitenden Wertpapierhandel führen. Clearstream hat im Mai 2012 als einer der ersten Zentralverwahrer den Rahmenvertrag zu T2S unterzeichnet – ebenso wie LuxCSD, der von Clearstream und der Banque Centrale du Luxembourg eingeführte Zentralverwahrer für Luxemburg.

 

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Kooperation im Wachstumsmarkt Asien

Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 19.11.2014. Im Zuge einer neuen Kooperation bei der Ausgabe von Prepaid-Karten übernimmt die Wirecard AG Vermögenswerte der in Singapur ansässigen Visa Processing Services (VPS) sowie sämtliche Anteile  an der Visa Processing Services (India) Private Limited für 16 Mio. US-$. Weitere Einzelheiten wurden nicht veröffentlicht. Der Vertragsabschluss unterliegt bestimmten Closing-Bedingungen.
VPS unterhält Geschäftsbeziehungen zu 14 Finanzinstituten in sieben Ländern und führt mehr als drei Millionen Kundenkonten aus über 70 Kartenprogrammen, dazu gehören wiederaufladbare Guthabenkarten und internationaler Geldtransfer (Remittance). Wirecard setzt bei seinem Produktangebot auf die global steigende Nachfrage an Prepaidkarten. Im Rahmen der Zusammenarbeit erbringt Wirecard Outsourcing-Dienstleistungen für Visa (Prozessing) und trat dem Visa Issuer Processing Program bei.
Der asiatisch-pazifische Raum, Heimatmarkt von VPS, ist dank des starken Wirtschaftswachstums, einer wachsenden Mittelschicht sowie staatlichen Initiativen zur Minimierung der Bargeldnutzung einer der wachstumsstärksten Märkte der Welt für Prepaid-Karten.

 

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Mobile Banking mit nur einem Endgerät –
ING-DiBa setzt auf SmartSecure

Von Anja Kraus  
KÖLN, 13.11.2014. Mobile Banking von nur einem Endgerät aus? Bislang war das unmöglich, denn die Bankenaufsicht verlangt dafür eine Kanaltrennung, das bedeutete bisher den Einsatz eines zweiten Endgeräts. Jetzt prescht die ING-DiBa mit einem neuen Ansatz vor. Die Direktbanker nutzen dazu die SmartSecure App, die im Vergleich zu bisherigen Verfahren ohne die Eingabe von TANs auskommt.
„Im Vergleich zum mTAN-Verfahren können die bisherige Mobile Banking App und die SmartSecure App zusammen auf einem Gerät genutzt werden“, erläutert Zeljko Kaurin, Generalbevollmächtigter der Bank. Der Kunde gibt die Überweisungsdaten über die Banking-App ein, das Smartphone wechselt die Ansicht zur SmartSecure App und die Überweisung kann mit einem vorher vom Nutzer festgelegten Passwort freigegeben werden.
Der Kunde gibt, wie gewohnt, seine Überweisungsdaten über die Banking-App ein. Danach wechselt das Smartphone die Ansicht zur SmartSecure App des Wormser Anbieters Kobil. Damit wird sowohl ein gesicherter zusätzlicher Kommunikationskanal als auch ein zweites virtuelles Device geschaffen. Die Bank hält somit die Sicherheitsanforderungen ein, der Kunde muss seine mobilen Transaktionen nicht mehr über ein zweites physisches Endgerät autorisieren. 
Die Kundendaten sind vor fremdem Zugriff geschützt, sagt die Bank, weil zu Beginn ein Passwort festgelegt wird, das vor jeder Nutzung der App eingegeben werden muss. Das Autorisierungsverfahren der SmartSecure App sorgt mit zahlreichen Sicherheitsvorkehrungen dafür, dass die App isoliert auf dem Smartphone betrieben werden kann. Sie ist vor dem Kopieren aus dedizierten Geräten, der Manipulation und der Erstellung von Fake-Apps geschützt. Außerdem beinhaltet sie diverse integrierte Sicherheitsfunktionen wie einen Schutz vor Debugging und Reverse Engineering, verfügt über Security Sensoren (Jailbreak- und Malware-Detection), außerdem ist der Kommunikationskanal Ende-zu-Ende verschlüsselt
Kobil erklärt auf seiner Homepage, die App werde zunächst zum Signieren von Transaktionen eingesetzt, später auch als virtuelles Authentifizierungsgerät. Den Backend-Teil des Kobil-Sicherheitssystems bilde der Smart Security Management Server (SSMS), der im ING-DiBa-Rechenzentrum implementiert und mit deren Kernbankensystem verbunden ist. Dieser Server kontrolliert unter anderem, ob die SmartSecure App wirklich auf dem ursprünglich registrierten Gerät läuft oder auf ein anderes kopiert wurde sowie ob die laufende App noch über ihren Originalcode verfügt oder modifiziert wurde.
Die SmartSecure App kann für die Smartphone-Betriebssysteme Android und iOS in den jeweiligen App-Stores heruntergeladen werden.

 

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Bezahlen mit NFC und Fingerabdruck

Von Anja Kraus  
KÖLN, 22.10.2014. Mastercard und das norwegische Unternehmen Zwipe haben die Einführung der weltweit ersten kontaktlosen Bezahlfunktionskarte mit integriertem Fingerabdruck-Sensor angekündigt. Ab 2015 werde die Zwipe Mastercard auf dem Markt sein; die Karte wird neben einem EMV-Chip auch einen biometrischen Sensor enthalten. Funktionieren soll die Karte ganz einfach: Sie enthält unter anderem einen Fingerabdruckscanner. Darauf presst der Karteninhaber seinen Daumen und hält die Karte – dank integrierter NFC-Technik – vor ein Lesegerät. Mehr muss der Kunde nicht tun, PIN oder Passwort werden nicht benötigt. Zahlungen sind in jeder Höhe möglich.

Die Karte sei die erste, die sichere biometrische Authentifikation mit der Schnelligkeit und Bequemlichkeit des kontaktlosen Zahlens vereine, heißt es. Die Daten des Inhabers sind direkt in der Karte gespeichert, nicht in einer zentralen Datenbank. Nach der Aktivierung wird einfach nur der Fingerabdruck eingescannt und schon ist die Karte einsatzbereit. Das Unternehmen wirbt damit, ein Pilotversuch mit der norwegischen Sparebanken DIN sei erfolgreich verlaufen. Nach eigenen Angaben arbeiten die Norweger derzeit an der nächsten Generation dieser Karte, die bei ihrer Ausgabe im nächsten Jahr mit allen üblichen Terminals kompatibel sein soll. Die Karte kommt zudem ohne Batterie aus; sie bezieht ihre benötigte Energie aus dem Lesegerät.

 

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SIBOS - Globale Lösungen und neuer Nachrichtenrekord

Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 20.10.2014. Auf der diesjährigen SIBOS, der weltweit größten Veranstaltung der Finanzindustrie, war die weiter zunehmende weltweite Regulierung mit ihren operativen Herausforderungen im Finanzwesen erneut ein Schwerpunkt in den Diskussionsrunden. Steigender Kostendruck muss durch höhere Effizienz über stärkere Standardisierung und Automatisierung sowie mit neuen externen Compliance-Services zur Entlastung des Kerngeschäfts aufgefangen werden. Hinzu kommen wachsende Gefahren durch organisiertes Financial Crime, Geldwäsche, Datenspionage sowie neue geopolitische Konflikte mit Embargo- und Sanktionsforderungen, zu deren Erfüllung in der Finanzwelt globale Lösungen gefragt sind. Weitere wichtige Themen waren unter anderem Standards – wie etwa die weltweit stark zunehmende Umstellung der MT- auf MX-Nachrichtenformate nach ISO20022 – sowie die neuen Strukturen im Zahlungsverkehr. Folgen und Chancen dieser Veränderungen wurden im neuen Forum „SIBOS University“ auf der Basis von Studien des Swift Instituts intensiv diskutiert. Mit Auditorien und Paneldiskussionen im Plenum an allen Konferenztagen sowie ihren thematisch fokussierten, mehrtägigen Foren bot die SIBOS erneut die aktuellsten Bestandsaufnahmen und Analysen zu den drängenden Fragen in der Finanzwelt, stellte neue Lösungsangebote vor und gab Ausblicke auf die absehbaren Entwicklungen der Zukunft.


Während der laufenden Messe konnte Swift einen neuen Tagesrekord von 25.877.390 weltweit über das Netzwerk übermittelten Nachrichten vermelden, das ist ein Anstieg um 1,6 Millionen gegenüber der letzten Höchstmarke vom April 2014. Der jüngste Rekord beruht auf zuvor noch nie erreichten 13,21 Millionen Zahlungsverkehrsnachrichten (0,8 Millionen mehr als der vorherige Bestwert) zusammen mit 10.9 Millionen Wertpapiernachrichten und 1.5 Millionen Nachrichten aus dem Treasury an nur einem Tag. In diesem Jahr ist die Zahl der FIN-Nachrichten bis heute insgesamt um 10,2 Prozent gewachsen, wobei die Zahlungsverkehrsnachrichten um 8,2 Prozent zunahmen und Wertpapiernachrichten um 14,6 Prozent.

 

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Gutschrift erst nach zwei Wochen


Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 15.10.2014. Laut einer Studie von ECC Köln geht im Lauf des Zahlungsprozesses jeder siebte Kunde verloren. Viele brechen ihren Kauf ab, weil wichtige Bezahlverfahren fehlen. Durch solche Zahlungsstörungen und -ausfälle entstehen der Branche fast eine Milliarde Euro Kosten, hat das Institut Ibi Research jüngst errechnet. Für Webshops ist dieses Wissen wichtig, um die Zahlungssysteme optimal aufzustellen. Neu ist beispielsweise der Online-Zahlungsdienst „b2clear“, mit dem Händler ihren Kunden künftig einen automatischen Käuferschutz anbieten können. Der Händler erhält dabei erst nach Ablauf einer rund zweiwöchigen Frist seine Gutschrift. Für den Käufer heißt das, er profitiert von einem für ihn sichereren Bezahlen. Mit dem Zahlungsdienst werden mit einem Vertrag unterschiedliche Zahlungsarten angebunden. Das zahle sich besonders für kleinere und mittlere E-Commerce-Händler aus, erläuterte ZV-Experte Björn Jüngerkes von der Biw AG aus Willich.

Für die treuhänderische Verwaltung der Kundengelder lohne es sich, gemäß Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz auf Vollbank-Services zurückzugreifen. Für Payment Service Provider, die eine eigene Lizenz beantragen, gehe die Rechnung meist nicht auf: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin verlange vom Antragsteller ein Mindestkapital als Sicherheit, den Nachweis über eine geeignete Organisationsstruktur und Maßnahmen zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. „Wer outsourct, kann sich auf sein Kerngeschäft im Zahlfluss konzentrieren“, empfiehlt Jüngerkes. „Die Auflagen der Behörde bedeuten für Service Provider eine erhebliche Belastung ihrer Liquidität.“ In Verbindung mit dem Treuhand-Modell können PSP ihren Händler-Kunden zudem virtuelle Konten anbieten, die eine schnelle Zuordnung von Zahlungen erröglichen und auch das lästige Problem fehlerhafter Referenznummern lösen.

 

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Endgültig: MIF waren wettbewerbswidrig


Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 11.9.2014. Es bleibt dabei: MasterCards Interbankenentgelte für grenzüberschreitende Zahlungen waren wettbewerbswidrig. Der Europäische Gerichtshof bestätigt nun mit seinem Urteil eine Entscheidung der Kommission von Ende 2007. Ein Sprecher aus dem Wettbewerbskommissariat bezeichnete das Urteil als „großen Sieg für Europas Verbraucher“. Die Entscheidung sei wichtig, da sie die Arbeit der Kommission und der nationalen Wettbewerbsbehörden bestätige, um einen gut funktionierenden Kartenmarkt in der EU zu schaffen und die Kartengebühren in Einklang mit den Wettbewerbsregeln zu bringen.
Die Kommission hatte festgestellt, dass die multilateralen Interbankenentgelte (MIF), die bei jeder an einer Verkaufsstelle ausgeführten Zahlung erhoben wurden, die Kosten des Einzelhandels für die Kartenannahme künstlich in die Höhe treiben, ohne dabei nachweislich zu Effizienzgewinnen zu führen, mit denen sich ihre wettbewerbsbeschränkenden Wirkungen rechtfertigen ließen.
Gestützt auf diese Feststellungen hatte die Kommission MasterCard und den Gesellschaften, die sie vertreten (MasterCard Inc. und ihre Tochtergesellschaften MasterCard Europe und MasterCard International Inc.), aufgegeben, binnen sechs Monaten förmlich auf die MIF zu verzichten. Im Mai 2012 wies das Gericht eine von MasterCard erhobene Nichtigkeitsklage ab und bestätigte die Entscheidung der Kommission. Daraufhin hatte MasterCard beim Gerichtshof Rechtsmittel eingelegt, um die Aufhebung des Urteils des Gerichts zu erreichen.  Vergebens - mit dem jetzigen Urteil weist der Gerichtshof das Rechtsmittel zurück und bestätigt das Urteil des Gerichts.

 

 

 

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Zahlungsverkehrsstatistik 2013 -
Jeder EU-Bürger hat statistisch 1,5 Zahlungskarten

Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 11.9.2014. Im Jahr 2013 erhöhte sich die Gesamtzahl sämtlicher bargeldloser Zahlungsvorgänge in der EU um sechs Prozent auf 100,0 Mrd. €. 44 Prozent aller Transaktionen waren Kartenzahlungen; 27 Prozent Zahlungen wurden per Überweisung getätigt und 24 Prozent entfielen auf Lastschriften.  Diese Zahlen weist die aktuelle Zahlungsverkehrsstatistik der Europäischen Zentralbank (EZB) aus.

Zahlungsinstrumente
Die Zahl der Überweisungen innerhalb der EU nahm um 3,6 Prozent auf 26,5 Mrd. zu. Dabei sank die Bedeutung beleghafter Transaktionen weiter auf ein Verhältnis von heute 1:6 (beleghafte zu beleglosen Transaktionen). Die Anzahl der in der EU umlaufenden Karten mit Zahlungsfunktion erhöhte sich um drei Prozent auf 760 Mio., statistisch besitzt also jeder der 508 Mio. EU-Bürger 1,5 Zahlungskarten. Damit nahmen sie 43,6 Mrd. Zahlungen mit einem Gesamtwert von 2,2 Bio. € vor (+ 9,6 Prozent zum Vorjahr). Dies entspricht einem durchschnittlichen Wert von rund 49 € pro Kartenzahlung.
Die relative Bedeutung der einzelnen Zahlungsinstrumente variierte im vergangenen Jahr in den einzelnen EU-Ländern nach wie vor beträchtlich. Während in Bulgarien über 80 Prozent der Zahlungen per Überweisung getätigt wurden, waren es in Spanien 14,99 Prozent (Deutschland: 31,47 Prozent). Deutschland ist mit 49,82 Prozent Spitzenreiter in Sachen Lastschriften, in Estland und Lettland wurden hingegen nur jeweils 1,49 Prozent der Transaktionen per Lastschrift eingezogen. Dänemark verzeichnet mit 71,8 Prozent den Spitzenwert bei den Kartenzahlungen, Schlusslichter sind die Bulgaren mit nur 17,7 Prozent, aber auch Deutschland, mit 18,39 Prozent auf dem vorletzten Platz, hat durchaus noch Nachholbedarf in Sachen Kartenzahlung. Schecks sind in Schweden bereits komplett aus der Statistik verschwunden, fristen fast überall nur noch ein absolutes Nischendarsein. Lediglich die Malteser (26,28 Prozent aller Transaktionen), Zyprer (16,38 Prozent) und Franzosen (13,58 Prozent) schreiben noch gerne Schecks aus. Die Zahl der Geldautomaten sank in der EU im letzten Jahr knapp auf jetzt 430.000 Exemplare, die Anzahl der Zahlungsterminals (POS-Terminals) verringerte sich auf 9,1 Mio.

Massenzahlungssysteme
Über die Massenzahlungssysteme werden hauptsächlich weniger zeitkritische Transaktionen mit relativ niedrigem Wert abgewickelt. Die Statistik listet für 2013 insgesamt 47 Massenzahlungssysteme auf, über die mehr als 42 Mrd. Transaktionen im Wert von 31,7 Bio. € abgewickelt wurden. 25 dieser Systeme waren im Euro-Währungsgebiet angesiedelt. Über diese Systeme wurden im vergangenen Jahr nahezu 30 Mrd. Transaktionen (70 Prozent des Gesamtaufkommens in der EU) abgewickelt. Dabei war im Jahr 2013 weiterhin ein deutlicher Trend zur Konzentration bei den Systemen zu erkennen. Die fünf Systeme mit der größten Anzahl an Transaktionen (SIT/CORE in Frankreich, BACS im Vereinigten Königreich, RPS in Deutschland, Equens in den Niederlanden und Deutschland sowie die CSMs in Italien) verarbeiteten im Berichtsjahr dem Volumen nach 65 Prozent und dem Wert nach 56 Prozent aller Transaktionen im Massenzahlungsverkehr der EU.

Großbetragszahlungssysteme
Die Großbetragszahlungssysteme dienen in erster Linie der Abwicklung von zeitkritischen Zahlungen und Interbankenzahlungen. Im Jahr 2013 wurden in der EU über 15 Systeme 761 Mio. Zahlungen im Gesamtwert von 745 Bio. € abgewickelt. Die beiden wichtigsten Großbetragszahlungssysteme im Eurogebiet (TARGET2 und EURO1/STEP1) verarbeiteten im Berichtsjahr 155 Mio. Transaktionen in Höhe von 608 Bio. €; dies entspricht 82 Prozent des Gesamtwerts. In den nicht dem Euroraum angehörenden EU-Ländern ist CHAPS Sterling im Vereinigten Königreich hinsichtlich des Werts und der Anzahl der Transaktionen das größte Großbetragszahlungssystem. Außerhalb der EU ist Continuous Linked Settlement (CLS) das bedeutendste Großbetragszahlungssystem, das in Euro und in anderen EU-Währungen abwickelt.

 

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Studie zu Gesamtkosten von Zahlungsverfahren -
„Was kostet Bezahlen im Internet wirklich?“

Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 10.9.2014. Knapp jeder zweite Online-Händler sagt, Kosten seien das wichtigste Kriterium für sein Angebot von Zahlverfahren (noch vor Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit), jedoch hat die überwiegende Zahl der deutschen E-Commerce-Händler nicht wirklich einen Überblick über die tatsächlichen Kosten eines Bezahlverfahrens. Was ihnen vielfach entgeht, sind die hohen indirekten Kosten, zu denen Aufwendungen für manuelle Nachbearbeitung, Zahlungsausfälle und Kosten für die Rückabwicklung von Zahlungen im Retourenfall gezählt werden. Diese Fehleinschätzung – die indirekten Kosten stehen fast im Verhältnis 4:1 zu den direkten Kosten – kommt die Händler oft teuer zu stehen. Allein durch Zahlungsstörungen und -ausfälle entstehen ihnen jährlich Kosten von rund 961 Mio. €, fand Ibi Research nun durch die Befragung von mehr als 400 Internet-Händlern heraus.
Ob ein Zahlungsverfahren auch mobil zu nutzen ist, interessiert die Händler demnach noch wenig. Risikoprüfungen werden nur von der Hälfte der E-Commerce-Unternehmer durchgeführt, obwohl ein Zahlungsausfall durchschnittlich 65 € kostet, wie die Regensburger Forscher herausfanden. Und auch dort, wo geprüft wird, nutzt nur jeder Zweite das Ergebnis der Risikoprüfungen zur Anpassung der angebotenen Zahlungsverfahren (aktive Zahlartensteuerung).
Die Studie zeigt, dass E-Payment-Verfahren wesentlich seltener einem endgültigen Zahlungsausfall unterliegen als klassische Zahlungsverfahren. Erwartungsgemäß hat die Zahlung auf Rechnung die längste Forderungslaufzeit, die kürzeste hingegen die Vorkasse, PayPal, Sofort-Überweisung und Giropay. Laut Ibi Research ist die Sofort- Überweisung im Basisfall – unter Berücksichtigung aller direkten und indirekten Kosten – das günstigste Verfahren, Vorkasse und vor allem die Zahlung auf Rechnung werden für die Händler erheblich teurer. Hinzu kommt: Störungen treten bei Rechnungszahlungen mehr als fünfmal so häufig auf wie bei Direktüberweisungsverfahren. In vielen Fällen lohne sich eine Absicherung von Rechnungskauf oder Lastschriftzahlungen über Dienstleister; die höheren direkten Kosten würden dabei durch geringere indirekte Kosten mehr als kompensiert. 

 

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Schweizer setzen auch auf EBICS

Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 9.9.2014.  Nach der Entscheidung der Schweizer Kreditwirtschaft für den besonders sicheren Electronic Banking Internet Communications Standard (EBICS) tritt die Schweiz der europäischen EBICS-Gesellschaft bei, um sich gemeinsam mit Deutschland und Frankreich an der Weiterentwicklung des Standards zu beteiligen. Derzeit setzt sich EBICS als Zahlungsverkehrsstandard im Firmenkundensegment auch an anderen europäischen Finanzplätzen durch. Das EBICS-Protokoll wird von Unternehmen als integraler Bestandteil ihrer Zahlungssysteme benutzt, um den elektronischen Zahlungsverkehr abzuwickeln. Typische Transaktionen sind das Erteilen von Zahlungsaufträgen oder der Bezug von Kontoauszügen, Statusreports und Zahlungsavis. Für die Freigaben lassen sich elektronische Unterschriften verwenden.
Als hoch verfügbarer und kostengünstiger Standard kann EBICS auch sehr große Datenvolumen sicher und schnell bewältigen. Für Firmen hat das Verfahren den Vorteil, dass europaweit immer mehr Banken EBICS anbieten, das sich mittlerweile – neben dem einheitlichen europäischen Zahlungformat SEPA – als kongruentes Übertragungsprotokoll durchsetzt.
Nachdem sich bereits Anfang 2014 die Luzerner Kantonalbank für TRAVIC-Corporate entschieden hatte, interessieren sich weitere Schweizer Großbanken verstärkt für EBICS-Lösungen. Die Zürcher Kantonalbank nutzt nun das neue Übertragungsprotokoll der PPI AG auf Basis von TRAVIC-Corporate. Die Bank will das System direkt an die zentrale Benutzerverwaltung anbinden.

 

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KYC-Registry ab Jahresende aktiv

Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 22.7.2014. Im Korrespondenzbankgeschäft ist es für die Finanzindustrie wichtig, zusammenzuarbeiten und die Anforderungen im Zusammenhang mit der KYC-Compliance gemeinschaftlich zu bewältigen. Das KYC-Register ist eine zentrale Datenbank von SWIFT zur Sammlung, Pflege und Verteilung der Standardinformationen über Banken, die für Due-Diligence-Verfahren benötigt werden. Mit Barclays, Deutsche Bank, Erste Group Bank AG, HSBC, ING und Raiffeisen Bank International AG haben sich nun sechs weitere weltweit aktive Banken zur Beteiligung an der Entwicklung und Nutzung dieser KYC-Initiative entschlossen. Damit wächst die Zahl der teilnehmenden Banken auf insgesamt zwölf; die Bank of America Merrill Lynch, Citi, Commerzbank, J.P.Morgan, Société Générale und Standard Chartered waren bereits seit dem März dabei.
In der von SWIFT geleiteten Arbeitsgruppe wird daran gearbeitet, die Verfahren des Registers abzustimmen. Dies umfasst auch die Dokumentation sowie die Daten, die zur Erfüllung der KYC-Anforderungen in unterschiedlichen Rechtssystemen benötigt werden. Einige der in der Arbeitsgruppe aktiven Banken stellen bereits ihre eigenen KYC-Informationen in das Register ein, während die Nutzertests auf der gesicherten webbasierten Plattform des Registers weitergeführt werden. Im September dieses Jahres wird eine weitere Gruppe großer internationaler Banken die eigenen Unternehmensdaten beisteuern. Damit ist sichergestellt, dass alle relevanten Informationen verfügbar sind, wenn das KYC-Register bei SWIFT zum Jahresende in Betrieb geht.
KYC-Compliance ist auch eins der zahlreichen regulierungsbezogenen Themen, die im Mittelpunkt des Compliance Forums während der Sibos 2014 in Boston (Ende September) stehen werden. Dort wird ein Überblick geboten über die tiefgreifenden Auswirkungen regulatorischer Anforderungen an die Finanzinstitutionen. Dabei werden Möglichkeiten der Finanzindustrie zur Zusammenarbeit und zur Reduzierung der mit Compliance verbundenen Risiken und Kosten diskutiert. Panel-Teilnehmer analysieren regulatorische Trends, die Bedeutung von Service-Einrichtungen und wie Standards die Banken bei Compliance-Anforderungen durch Finanzkriminalität unterstützen können.

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Wenige Nachzügler - SEPA-Umstellung fast abgeschlossen

Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 2.7.2014. Die Umstellung von Überweisungen und Lastschriften auf die europaweiten SEPA-Formate ist in Deutschland so gut wie abgeschlossen. "Für die meisten Unternehmen, öffentlichen Kassen und Vereine sind SEPA-Zahlungen inzwischen der Normalfall“, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele. Es gebe nur noch wenige Nachzügler, die ihre Zahlungsaufträge immer noch im alten nationalen Format einreichen.
Im Mai 2014 waren knapp 90 Prozent aller Überweisungen SEPA-Überweisungen. Der SEPA-Anteil bei den Lastschriften lag bei gut 82 Prozent. Ab dem 1. August 2014 dürfen Überweisungen und Lastschriften in den Ländern des Euro-Raums grundsätzlich nur noch im SEPA-Format bei den Kreditinstituten eingereicht werden. Dies gilt für Unternehmen, öffentliche Kassen und Vereine. Sie müssen sich darauf einrichten, dass Kreditinstitute Zahlungen im Altformat ab dem 1. August 2014 nicht mehr akzeptieren. Technische Konvertierungen in das SEPA-Format sind zwar grundsätzlich möglich, aber vielfach mit zeitlichem Vorlauf und Kosten verbunden.
Die Verbraucher können für Inlandsüberweisungen bis Februar 2016 wie bisher Kontonummer und Bankleitzahl nutzen. Um diesem Nutzerkreis die Verwendung der neuen IBAN zu erleichtern, sollten Unternehmen auf Rechnungen und Geschäftsbriefen ihre IBAN in übersichtlichen Viererblöcken angeben. Eine hohe Nutzerfreundlichkeit sei für die Akzeptanz von SEPA wichtig, so Thiele.

 

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Was kostet das Bezahlen im Internet wirklich?

Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 1.7.2014. Ziel einer aktuellen Erhebung von Ibi Research an der Universität Regensburg ist die Gegenüberstellung der Gesamtkosten einzelner Zahlungsverfahren, die in Online-Shops zum Einsatz kommen. Gesamtkostenbetrachtung bedeutet in diesem Zusammenhang, dass nicht nur die direkten, vermeintlich wahrgenommenen Kosten von Zahlungsverfahren Gegenstand der Untersuchung sind, sondern auch vor- und nachgelagerte indirekte Kosten. Im Fokus stehen dabei vielfältige Aspekte von Kosten und Erlösen im Bereich der einzelnen Zahlungsverfahren. Diese Thematik wurde im deutschen Online-Handel bislang noch nicht systematisch untersucht.
Das Institut bittet Online-Händler, ihre Erfahrungen mitzuteilen. Wer an der Studie teilnimmt, erhält Einblicke darüber, wie andere andere Händler die Gesamtkosten von Zahlungsverfahren einschätzen. Anhand dieser Erkenntnisse können fundierte Entscheidungen über den Einsatz geeigneter Zahlungsverfahren getroffen werden. Auf die Teilnehmer wartet zudem ein Gewinnspiel. Zu der Umfrage gelangt man hier: www.ibi.de/zvkosten

 

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Schöner Bezahlen in der Luxus-Version 

KÖLN, 30.6.2014. Wem die schwarze Plastikkarte eines amerikanischen Herausgebers zu profan ist, der kann nun mit einer neuen Edelkarte beweisen, dass er nicht auf den Cent achten muss: Eine Prepaid-MasterCard aus feinstem Edelmetall feierte nach sechsjähriger Entwicklungszeit ihr Debüt im internationalen Transaktionsverkehr. Produktfotos zeigen einen Chip, eingebettet in 65 Gramm Platin oder 46 Gramm Gold. Dafür sind (im Fall der Karte aus reinem Platin) satte 28.690 € fällig. Immerhin wird das gute Stück nach bis zu zehnwöchiger Lieferzeit persönlich überreicht – in „einer edlen Lederschatulle, die in Deutschland handgefertigt wurde“, wie der Hersteller Pure and Solid verspricht. Etwas günstiger gibt es die Karte auch aus reinem Silber. Hoffentlich bleibt danach noch etwas Geld für die ein oder andere Reise übrig, denn der inkludierte Priority Pass für die wichtigsten VIP-Lounges auf den Flughäfen dieser Welt will schließlich auch genutzt werden... (Anja Kraus)

 

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Aushandlung neuer Händlerentgelte:
Zeitrahmen bis November "sportliche Aufgabe"

Von Anja Kraus
Bonn, 4.6.2014. Fast jeder Deutsche hat eine Girocard in seiner Geldbörse, Electronic Cash ist das führende Kartenzahlsystem auf dem deutschen Markt mit einem Transaktionsvolumen von 128 Mrd. € jährlich (Stand 2012). Zückt der Kunde an der Kasse die Girocard, muss der Händler für jeden Zahlungsvorgang ein einheitliches Entgelt entrichten, das bislang von den Bankenverbänden gemeinsam festgesetzt wurde (0,3 Prozent vom Umsatz, mindestens aber 8 Cent). Das Bundeskartellamt hatte im letzten Jahr kritisiert, dies sei mit wettbewerblichen Marktverhältnissen nicht in Einklang zu bringen und es gebe keine Rechtfertigung für diese Vereinheitlichung – zumal die Tankstellenbetreiber sowie große Handelsketten ohnehin schon länger Rabatte ausgehandelt hatten. Die Wettbewerbshüter forderten ein neues System, das individuelle Verhandlungen zwischen einzelnen Händlern und Banken auch für kleinere Händler über ihre jeweiligen Netzbetreiber ermöglicht. Außerdem sollte das Elektronische Lastschriftverfahren (ELV) im Sinne des Wettbewerbs als Konkurrenzprodukt erhalten bleiben.
In diesem April erklärten die Spitzenverbände der Kreditwirtschaft ihre Bereitschaft, sich von den einheitlichen Händlerentgelten beim Electronic Cash zu verabschieden. Künftig werden die Gebühren zwischen den kartenausgebenden Banken und den Händlern vereinbart. Er sehe keine objektive Notwendigkeit für ein einheitliches Händlerentgelt, sagte Dr. Thomas Mehler von der zuständigen 4. Beschlussabteilung des Bundeskartellamts, der in Bonn vor  Zahlungsverkehrsexperten referierte und dabei das Verfahren Revue passieren ließ. Die Umsetzung der Zusage sei nun Sache der kreditwirtschaftlichen Spitzenverbände. Damit haben die obersten Interessensvertreter der deutschen Banken und Sparkassen allerdings nur noch Zeit bis zum 1. November, dann muss die Einigung stehen. Eine Verschiebung wie bei der Einführung der SEPA soll es beim Entgeltmodell definitiv nicht geben. 
Die Zeit, sich auf eine komplett neue Abrechnungsstruktur zu einigen, ist sehr knapp, waren sich die Besucher des BVZI-Symposiums einig. Matthias Hönisch vom Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (derzeit Federführer in der Deutschen Kreditwirtschaft, DK) betonte, den Bankern sei sehr daran gelegen, am Girocard-System festzuhalten. Wichtig sei nun, in den Gesprächsrunden eine Neuordnung zu finden, die sich für beide Seiten kostengünstig und effizient umsetzen lasse. Den Termin 1. November bezeichnete er als „sportliche Aufgabe“. BVZI-Vorstandssprecher Nicolas Adolph appellierte an die Anwesenden, zügig in die Kommunikation einzusteigen, um das Fortbestehen der Girocard nicht zu gefährden: „Es wäre schade, wenn das Electronic-Cash-System eine Macke bekäme, nur weil man sich über die Modalitäten nicht einigen kann“.

 

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Zahlungsinstitute 5 Jahre nach Start des ZAG -
Money Remittance macht nur selten reich

Von Anja Kraus
Bonn, 4.6.2014. Die Schaffung eines einheitlichen Rechtsrahmens und die Möglichkeit zum Markteintritt neuer Wettbewerber waren zwei der Hauptideen hinter dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG), das im Oktober 2009 in Kraft trat. Knapp fünf Jahre nach dem Start dieses ersten einheitlichen Rechtsrahmens für Zahlungsdienste im europäischen Binnenmarkt bot sich die Gelegenheit zu einem Marktüberblick: Wie hat sich das ZAG auf die Situation der Zahlungsinstitute ausgewirkt?
Immerhin ist kein großes Institut gescheitert, führte Hugo Godschalk bei einem Symposium des Bundesverbands der Zahlungsinstitute (BVZI) aus. Eine herausragende Zahl neuer Marktteilnehmer ist aber auch nicht zu vermelden. Seit 2009 wurden in Deutschland 40 Zahlungsinstitute (ZI) zugelassen – zwischenzeitlich wurde für neun ZI die Erlaubnis beendet, zwei davon waren insolvent. Aktuell sind 31 ZI in Deutschland zugelassen; die Erlaubnisse belaufen sich vor allem auf Finanztransfer- und Zahlungsauthentifizierungsgeschäfte sowie auf Überweisungen und Lastschriften ohne Kredit. Knapp 40 Prozent der ZI sind im Bereich Money Remittance tätig, mit weitem Abstand folgen die Netzbetreiber, PSPs und Factoring-Anbieter. Das klassische Kartengeschäft wird dabei von fast 40 Prozent der Zahlungsinstitute bedient. Neuere Unternehmen betätigen sich eher in den Bereichen E-Payments und PSP.
Godschalk zeichnete in Bonn ein eher düsteres Bild der zwölf als Money Remitter zugelassenen ZI. Sie verfügen im Schnitt nur über 2,8 Standorte, nicht selten handelt es sich hier um Ein- oder Zweipersonen-Unternehmen, die ganz gezielt Nischen besetzen und sich auf den Geldtransfer in einzelne Länder beschränken. Die durchschnittliche Überweisungssumme bei diesen Transfergeschäften liegt um die 400 € - kaum verwunderlich, dass acht von zwölf Money Remittern defizitär arbeiten (Stand 2012) und sich für Mitarbeiter dieses Branchenbereichs ein Jahresdurchschnittsgehalt von 27.000 € errechnet. Die Grenze der optionalen Ausnahmeregelung (Art. 26 PSD), ein Zahlungsvolumen in Höhe von 3 Mio. € pro Monat, erreichte 2012 jedenfalls keins dieser Zahlungsinstitute, berichtete der Leiter der BVZI-Geschäftsstelle. Der Marktanteil der deutschen ZI liegt bei gerade einmal 0,8 Prozent.
Wurde die Regulierung durch die PSD ausgedehnt? 90 Prozent der ZI existierten bereits vor der Verabschiedung der Zahlungsdiensterichtlinie, 55 Prozent wurden ohnehin bereits von der BaFin beaufsichtigt, entweder als Spezialbank oder als Finanzdienstleistungsinstitut. Die Zulassung als ZI sei gerade für KMU eine erhebliche Bürde, führte Hugo Gottschalk aus. Für den BVZI ergibt sich die These, dass durch die Zahlungsdiensterichtlinie der Wettbewerb im deutschen Markt der Money Remitter nicht erhöht wurde. Seit 2007 hat es hierzulande ganze drei Neugründungen gegeben. Über die Verlierer des Wettbewerbs gibt es keine verlässlichen Marktdaten.
Blickt man auf die Zahlungsinstitute im europäischen Umfeld, fällt zunächst das starke Ungleichgewicht der Verteilung auf. Im Vereinigten Königreich gibt es (Stand 2012) 224 authorisierte ZI, Italien und Spanien liegen mit 45 bzw. 46 fast gleichauf an zweiter Stelle. 39 Prozent aller ZI in der EU sind in UK zugelassen, was sicher am – vergleichsweise geringeren – Umfang der Auflagen und der Dauer der Zulassungsprozedur liegt. Es lässt sich aber keine Korrelation zwischen der Anzahl der Zahlungsinstitute und dem Aufkommen bargeldloser Zahlungen oder dem Bruttosozialprodukt eines Landes feststellen. Wie könnte es sonst sein, dass das kleine Malta über 14 ZI verfügt, Frankreich hingegen nur über 12?
Im Hinblick auf die Regulierung der Interchange-Gebühren erwartet der BVZI, dass sich das Acquiring-Geschäft verstärkt in kleinere EU-Staaten verlagert, die niedrigere Interchange Fees erheben.           

  

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Das Smartphone als Fernbedienung zur Bank

Von Anja Kraus
BONN, 27. Mai 2014. Die Zeiten, als man einen Laden eröffnen konnte und die Kundschaft einfach so neugierig hineinspazierte, sind vorbei. Amerikaner beschreiben es gern als „been there, done that“ – das gelangweilte „kenn-ich-doch-alles-schon-Gefühl“, mit dem der skeptische Kunde Neuem begegnet. Wer heute also Menschen erreichen will, der muss sehr gute Ideen haben. Das gilt auch – oder erst recht – im Banking. Filialen mit strikten Öffnungszeiten von Montag bis Freitag haben es ohnehin schon schwer. Wer jemals in der Mittagspause zu seiner Hausbank hastete, um rasch ein Bankgeschäft zu erledigen, und unverrichteter Dinge wieder abziehen musste, weil die Filiale auch gerade Pause hat, der ist leicht geneigt, über ein Internetkonto nachzudenken, das nicht nur rund um die Uhr zur Verfügung steht, sondern auch noch mit kostenloser Kontoführung wirbt und obendrein  eine Kreditkarte samt Partnerkarte umsonst offeriert.
Es mag zunächst vielleicht abwegig klingen, aber in Sachen Dienstleistungsgedanken können die Banker noch einiges aus der Gastronomie lernen. Matthias Kröner jedenfalls hat das getan. Der charismatische CEO der Fidor Bank vermittelte im Rahmen einer Konferenz von Zahlungsverkehrsexperten in Bonn genau diesen Gedanken. Er bringt entsprechende Erfahrung aus der Hotelbranche mit und verglich die oftmals noch sehr behäbigen Filialbanken vor Ort mit einem Restaurantbetrieb, wo genau dann, wenn den Gästen der Magen knurrt, das Personal lieber den eigenen Hunger stillt und deshalb in der Mittagszeit die Türen schließt. Kröner verstand es hervorragend, die „typisch deutsche“ Gemengelage aus Formularen, Dienstzeiten, Anträgen und dem „Sie stehen leider am falschen Schalter an“- Bescheid plakativ seinen Ideen eines modernen Zahlungsverkehrs gegenüberzustellen. Natürlich bieten heute eigentlich alle Banken ihren Kunden Online Banking. Die meisten haben auch erkannt, dass eine Internetpräsenz unerlässlich ist, viele sind auf Facebook aktiv. Jedoch, so Kröner: „Das ist noch kein echter Schritt ins Web 2.0!“ Auf Facebook lebe nur die Filiale weiter, und man könne genau nachvollziehen, wann die Posts abgesetzt würden: „Montag bis Freitag, denn am Wochenende hat die Bank zu…“, hielt der Ex-DAB-Mann der Branche den Spiegel vor.
Die Aufgaben einer Bank erschöpfen sich heute nicht darin, ein Konto für den Kunden zu führen. Vielmehr müsse man „mit dem Kunden einkaufen gehen“. Die Frage „Was wollen die Kunden?“ sollte dabei im Mittelpunkt stehen.  Matthias Kröner zeigte seine Vision eines serviceorientierten Zahlungsverkehrs auf, mit einer Unternehmenskultur, die den Kunden in den Mittelpunkt des Bankgeschäfts rückt, ein echtes „Mitmach-Banking“ eben, bei dem das Smartphone als „strategische Fernbedienung zur Bank“ fungiert.
Bei der Fidor Bank hat er diese Ansprüche größtenteils bereits umgesetzt. Und der Kunde profitiert nicht nur von mehr Transparenz, er kann seine Partizipation in klingende Münze umwandeln: So kann ein „Gefällt mir“-Daumen auf der Facebook-Präsenz der Bank den Zinssatz beeinflussen. „Ich bin nicht gegen Filialen, ich bin nur gegen Filialen, so wie sie heute sind“, sagte Kröner. 

Den Lesern unserer Fachzeitschrift "die bank" wird der Bankchef seine Ideen eines modernen Zahlungsverkehrs im nächsten Juli-Heft ausführlich vorstellen.

 

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57.000 Institute über TARGET 2 erreichbar

KÖLN, 23.5.2014. Die Anzahl der in TARGET2, Europas führendem Großbetragszahlungssystem, abgewickelten Zahlungen erhöhte sich 2013 um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wodurch der Tagesdurchschnitt der Transaktionen auf über 363 000 stieg. Der Gesamtwert der Zahlungen ging aber im Vergleich zum vorangegangenen Jahr aufgrund einer neuen Datenerhebungsmethodik um 22,2 Prozent zurück, wie dem von der Europäischen Zentralbank (EZB) veröffentlichten TARGET-Jahresbericht  zu entnehmen ist.
TARGET steht für Trans-European Automated Real-time Gross settlement Express Transfer system. Die zweite Generation dieses Echtzeit-Brutto-Expressüberweisungssystems verarbeitete im letzten Jahr 91 Prozent des von Euro-Großbetragszahlungssystemen abgewickelten Gesamtbetrags und spielte somit weiterhin eine Schlüsselrolle bei der Integration des Geldmarkts im Euro-Währungsgebiet, was für die effektive Durchführung der einheitlichen Geldpolitik unerlässlich ist.
Bis Ende 2013 hatten insgesamt 1.003 direkte Teilnehmer ein Konto im TARGET2-System eröffnet. Über diese direkten Teilnehmer waren 862 indirekte Teilnehmer aus Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums sowie 4.959 Korrespondenten weltweit registriert. Werden alle Zweigstellen dieser direkten und indirekten Teilnehmer in die Berechnung einbezogen, sind weltweit fast 57.000 Kreditinstitute über das System erreichbar. Das System funktionierte reibungslos, und die Verfügbarkeit der Gemeinschaftsplattform von TARGET2 erreichte 100 Prozent.
TARGET2-Securities (T2S), die neue Gemeinschaftsplattform für die Wertpapierabwicklung in Zentralbankgeld, wird von der EZB implementiert und soll 2015 ihren Betrieb aufnehmen.
Die erste TARGET-Plattform wurde 1999 vom Eurosystem zur Abwicklung von Großbetragszahlungen in Euro in Betrieb genommen und 2008 durch das TARGET2-System ersetzt, welches auf einer zentralen SSP zur Verarbeitung aller Zahlungen beruht. Die Gemeinschaftsplattform wird von der Deutschen Bundesbank, der Banque de France und der Banca d’Italia im Auftrag des Eurosystems betrieben. 2013 wurden 92,6 Mio. Zahlungen abgewickelt, der Umsatz betrug 493 Bio. €. Alle Zahlungen wurden in weniger als fünf Minuten verarbeitet.


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Nicht mehr lange bis zum endgültigen SEPA-Start

KÖLN, 13.5.2014. Am 1. August läuft die Übergangsfrist für die SEPA-Migration ab. Dann müssen endgültig alle Unternehmen auf die neuen SEPA-Zahlverfahren umgestellt haben. Nicht zuletzt wegen der zu schleppenden Umstellung in Deutschland hatte der EU-Gesetzgeber im Winter überraschend die Verlängerung der ursprünglich zum 1. Februar geltenden Deadline beschlossen.
Seitdem haben immer mehr Unternehmen die Migration auf die SEPA-Verfahren vorangetrieben. Innerhalb Deutschlands ist daher im Vergleich zu den vorherigen Monaten ein deutlicher Anstieg der SEPA-Transaktionszahlen zu verzeichnen. Aber die Zahl der SEPA-Lastschriften in Deutschland liegt mit 52,83 Prozent noch immer weit hinter der EU-weiten Zahl (82,6 Prozent). Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, sagt: „Wir wissen, dass die großen Unternehmen alle weitgehend umgestellt haben. Kleinere Firmen müssen jetzt dringend nachziehen. Wer die Umstellung bis jetzt noch nicht vorangetrieben hat, der sollte nun schleunigst handeln.“ Kemmer versichert, dass die Banken ihre Kunden bei der Migration selbstverständlich unterstützen. Er appelliert zugleich an alle Nachzügler, die verbleibenden 80 Tage aktiv zu nutzen. „Die Banken übernehmen viel Arbeit und greifen den Geschäftskunden, die noch im Übergang sind, unter die Arme“, so Kemmer.
Alle Einreicher von Lastschriften müssen folgende Maßnahmen ergreifen: zunächst bei der Bundesbank online eine Gläubiger-Identifikationsnummer (Gläubiger-ID) beantragen. Für jede einzuziehende Lastschrift muss eine Mandatsreferenz vergeben werden, damit das Mandat eindeutig zugeordnet werden kann. Dringend die hauseigene Software auf SEPA-Standard bringen, dann die eigenen Vertragspartner oder  Mitglieder über die anstehende Umstellung auf die SEPA-Zahlverfahren informieren.

 

 

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Stiftungsprofessur widmet sich dem Zahlungsverkehr

Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 6.5.2014. An der Frankfurt School of Finance & Management wird Dr. Jürgen Moormann, Professor für Bankbetriebslehre und Leiter des ProcessLab, ab Mai die ConCardis Stiftungsprofessur leiten. Moormann und sein Team widmen sich in den kommenden drei Jahren der Untersuchung von Trends im bargeldlosen Zahlungsverkehr. Die Forscher wollen vor allem Szenarien für die Zukunft von Bezahlverfahren im Einzelhandel entwickeln und daraus Konsequenzen für die Geschäftsmodelle und Prozesse der beteiligten Dienstleister ableiten. „Der bargeldlose Zahlungsverkehr verändert sich unglaublich schnell. Für alle Payment-Unternehmen entsteht daraus ein permanenter Anpassungsbedarf. Wissenschaftliche Antworten auf die Frage, wie diese Anpassung aussehen sollte, sind für uns genauso interessant wie für viele andere Unternehmen in der Branche“, erklärt Rainer Sureth aus der ConCardis-Geschäftsführung das Engagement seines Unternehmens.
Für die Frankfurter Forschergruppe steht schon jetzt fest, dass Zahlungsdienstleister in mehrfacher Hinsicht flexibel auf Veränderungen im Payment-Markt reagieren müssen, um langfristig erfolgreich zu sein: Existierende Geschäftsmodelle werden überprüft und vielleicht sogar neu entwickelt, um die Prozesse permanent zu verbessern. Deshalb werden Methoden zur Messung der Prozess-Effizienz, zur Analyse der Prozesse und zu deren Optimierung entwickelt. Im Rahmen des Forschungsprojekts stehen die Geschäftsmodelle und -abläufe von Payment-Service-Providern im Vordergrund. Geplant sind auch Untersuchungen, welche innovativen Zahltechnologien für Unternehmen am erfolgversprechendsten sind, führte Moormann aus.

 

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T2S-Startphase ab Juni 2015

KÖLN, 10. April 2014. Die Bundesbank nimmt ab Juni 2015 an der ersten Phase der Migration zu TARGET2-Securities (T2S) teil, der neuen europäische Plattform für die Abwicklung nationaler und grenzüberschreitender Wertpapiergeschäfte. T2S ist ein Projekt der Europäischen Zentralbank und wird von den vier Zentralbanken Banca d’Italia, Deutsche Bundesbank, Banque de France und Banco de Espana umgesetzt. Neben SEPA und der Payment Services Directive (PSD) gehört die einheitliche Wertpapierabwicklung zu den Initiativen, die nach der Einführung des Euro angestoßen wurden, um einen einheitlichen europäischen Finanzmarkt zu schaffen. Schätzungen der Europäischen Zentralbank zufolge können mit TARGET2-Securities im Schnitt täglich mehr als eine Million Wertpapiertransaktionen abgewickelt werden. Damit trägt T2S auch zu deutlichen Preissenkungen bei internationalen Transaktionen bei. Die Anbindung der Bundesbank an T2S übernehmen SIA und Colt über eine gemeinsame Netzwerkinfrastruktur. Die beiden Serviceprovider rechnen damit, dass in der ersten Phase der Großteil der Transaktionen, die Banken und Zentralverwahrer (CSD) tätigen werden, über ihr Netzwerk abgewickelt wird.

 

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Händler können Girocard-Gebühren frei aushandeln

Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 8.4.2014. In Zukunft dürfen deutsche Händler mit den Banken frei über die Höhe der Gebühren verhandeln, die sie dafür zahlen,  wenn ihre Kunden an der Kasse die Girocard zücken. Die Spitzenverbände der Kreditwirtschaft in Deutschland haben sich nun gegenüber dem Bundeskartellamt dazu verpflichtet, ihre Vereinbarung über einheitliche Händlerentgelte beim electronic cash-Kartenzahlungssystem aufzugeben. Bislang zahlen die Händler in Deutschland für jeden Zahlungsvorgang mit der Girocard (früher EC-Karte) ein einheitliches Entgelt an die Bank, die die Girocard ausgegeben hat. Dieses Entgelt wird von den Bankenverbänden gemeinsam festgelegt und beträgt einheitlich 0,3% des jeweiligen Umsatzes, mindestens aber 8 Cent. Für Umsätze an Tankstellen gilt ein verringerter Satz.
Das Kartellamt hatte die bislang bestehende Vereinbarung als Wettbewerbsbeschränkung bezeichnet. Die eingehende Prüfung der Marktverhältnisse habe deutlich gemacht, dass stattdessen individuelle Verhandlungen zwischen den Marktbeteiligten, also zwischen den Händlern und den kartenausgebende Banken, möglich seien und keine Rechtfertigung für den Fortbestand dieser Wettbewerbsbeschränkung bestehe, teilte die Wettbewerbsbehörde mit. Künftig wird die Höhe des Entgelts in Verhandlungen zwischen den kartenausgebenden Banken und den Händlern vereinbart.
Kartellamtspräsident Andreas Mundt sagte, es gebe keine Rechtfertigung für ein einheitlich durch die Banken festgelegtes Entgelt. Große Handelsketten oder Mineralölkonzerne seien  schon längst ausgeschert und hätten Rabatte für Transaktionen an ihren Kassen ausgehandelt. Durch den Systemwechsel werde dies nun auch für kleine Händler über ihre jeweiligen Netzbetreiber möglich, so werde ein Preiswettbewerb geschaffen.
Electronic cash, ein System zur bargeldlosen Zahlung an Verkaufsstellen im Handel mit der Girocard, ist das mit Abstand führende Kartenzahlungssystem auf dem deutschen Markt mit einem Transaktionsvolumen von 128 Mrd. € jährlich. Eine  wesentliche Alternative für die Händler ist das Elektronische Lastschriftverfahren (ELV), bei dem die Girocard zur Erzeugung einer Lastschrift genutzt wird.

 

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SEPA-Studie, Teil IV:
Drei Viertel der Unternehmen waren zum Termin startklar

Von Anja Kraus
KÖLN, 8.4.2014. Anscheinend zu geringe Umsetzungsstände in Sachen SEPA hatten die EU-Kommission im Januar dazu bewogen, die Umsetzungsfrist auf die SEPA-Zahlverfahren von Februar um ein halbes Jahr nach hinten zu verschieben. Vor allem kleinere Unternehmen und Vereine, die die Umstellung noch nicht rechtzeitig bewerkstelligt hatten, sollten so die Chance erhalten, die bisherigen Altformate im Zahlungsverkehr ausnahmsweise noch sechs Monate länger nutzen zu können. Aber war diese Verlängerung wirklich notwendig?
Gemeinsam mit dem Bank-Verlag und dem Berater van den Berg untersuchte das Institut Ibi Research an der Uni Regensburg nun schon zum vierten Mal den aktuellen Stand des Umstellungsprozesses. Diesmal gingen die Forscher vor allem der Frage nach, ob und wie Unternehmen aller Größen, wie Behörden und Vereine die Umstellung nach dem ursprünglichen Stichtag vollzogen haben und ob es Schwierigkeiten gab. Als Quintessenz lässt sich festhalten, dass 63 Prozent aller Befragten die Verschiebung des Endes der Migrationsphase als gesamtwirtschaftlich betrachtet nicht sinnvoll betrachten.
Es zeigt sich, dass die meisten Unternehmen die SEPA-Umstellung durchaus rechtzeitig durchgeführt haben. Aktuell reichen noch 17 Prozent der Befragten Überweisungen im alten DTA-Format bei ihren Banken ein, bei den Lastschriften liegt der DTA-Anteil bei 16 Prozent.  Insbesondere große Unternehmen (23 Prozent) nutzen noch DTA-Lastschriften, während vor allem mittlere Unternehmen (31 Prozent) derzeit noch DTA-Überweisungen verwenden. Erschreckend ist jedoch, dass bei 10 Prozent der Organisationen, die weiterhin DTA-Überweisungen verwenden, noch ausschließlich dieses Format genutzt wird, eine Umstellung also noch in weiter Ferne liegt. Bei einem Viertel der Organisationen, die noch DTA-Überweisungen nutzen, steht der Termin für die ausschließliche Nutzung der SEPA-Überweisung noch nicht fest, von den Nutzern der DTA-Lastschrift haben 16 Prozent die Umstellung noch nicht terminiert.
In der Studie wird außerdem festgestellt, dass bei der Einführung der SEPA-Überweisung bei 31 Prozent der kleinen Unternehmen, 34 Prozent der mittleren Unternehmen und 50 Prozent der großen Unternehmen Schwierigkeiten aufgetreten sind. Die SEPA-Lastschriften bereiteten noch mehr Probleme, hier berichteten 47 Prozent der kleinen, 65 Prozent der mittleren und 57 Prozent der großen Unternehmen von Komplikationen. Hauptproblem ist in beiden Fällen die Konvertierung der alten Kontobezeichnungen in IBAN und BIC.
Verbesserungspotenzial gibt es noch in weiteren Punkten. Nur 52 Prozent der Befragten, die bereits SEPA-Lastschriften nutzen, berücksichtigen die Auswirkung von Rücklastschriften auf den Mandatszustand. Nur 76 Prozent kündigen die Zahlung vorab an und 83 Prozent verwalten die Mandate regelkonform. Ebenfalls bei nur 83 Prozent liegt die Zahl der  Organisationen, die die Migration der gültigen Einzugsermächtigungen zu SEPA-Mandaten ihren Kunden mitteilen. Immerhin schon 90 Prozent nutzen eindeutige Mandatsreferenzen. Wenn es um den regelkonformen Umgang mit den SEPA-Bedingungen geht, konstatieren die Forscher nach wie vor den kleineren Unternehmen noch einen größeren Nachholbedarf als mittleren und großen Nutzern.
Die Studienautoren raten dazu, die Zeit bis zum verschobenen Ende der Migrationsphase am 1. August 2014 zu nutzen, um interne Prozesse sowie die regelkonforme Handhabung der SEPA-Überweisung und insbesondere der SEPA-Lastschrift zu optimieren. Vor allem Organisationen, die immer noch mit dem alten Format arbeiten, sollten die verbleibende Zeit intensiv für die Umstellung nutzen.
Die komplette Studie „SEPA-Umsetzung in Deutschland – Eine Bestandsaufnahme nach dem 1. Februar 2014“ findet man zum kostenlosen Download auf der Website www.sepa-wissen.de

 

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Kreditkartengebühren in Europa sollen gesenkt werden

Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 3.4.2014. Das Plenum des Europäischen Parlaments hat dem Ausschuss-Vorschlag zugestimmt, die in den Kreditkartengebühren enthaltenen Interbankenentgelte auf 0,2 Prozent des Transaktionswertes für Debitkarten und 0,3 Prozent für Kreditkarten zu begrenzen. Entgegen dem ersten Vorschlag der Europäischen Kommission will das Parlament nicht nur die Karten privater Kunden, sondern auch Firmenkarten und auch das sogenannte Drei-Parteien-System reguliert sehen.
Anders als der Kommissionsentwurf plädierte bereits der Parlamentsausschuss für Währung und Wirtschaft (ECON) für eine Erweiterung des Anwendungsbereichs der Verordnung auch auf Firmenkreditkarten. Beim Überschreiten gewisser Schwellenwerte soll der Anwendungsbereich auch auf Drei-Parteien-Systeme, wie beispielsweise das von American Express, erweitert werden. Auch wurden die relativen Deckelungsgrenzen für Debitkarten um eine absolute Obergrenze ergänzt, die bei 0,07 € je Transaktion liegen wird. Darüber hinaus soll es den Mitgliedstaaten der Europäischen Union freistehen, auf nationaler Ebene noch niedrigere Obergrenzen festzulegen.
Das Parlament beabsichtigt zudem eine Verkürzung des Zeitraums bis zum Inkrafttreten der Regulierung. Er soll sowohl für nationale als auch für grenzüberschreitende Zahlungen auf ein Jahr verkürzt werden. Mit der Entscheidung des Europäischen Parlaments liegt der Ball nun beim Rat der Europäischen Union. Im Trilog-Verfahren müssen sich Parlament, Kommission und Rat gemeinsam auf den konkreten Regulierungsinhalt einigen.
Die Europäische Union will seit längerer Zeit gegen hohe Kreditkartengebühren vorgehen. Sie will eine grundsätzliche Deckelung der Gebühren sowohl bei EC- als auch bei Kreditkarten. Die Gebühren werden bislang von Firmen wie Visa und Mastercard festgelegt und von den Karten ausgebenden Banken bei jeder Transaktion eingesammelt. Die Gebühren schwanken innerhalb der EU beträchtlich, von durchschnittlichen 0,2 Prozent in den Niederlanden bis zu mehr als 1,5 Prozent in Polen. Die Kommission argumentiert, dass das derzeitige Gebührensystem den Wettbewerb beeinträchtige. Sie schätzt, dass Händler in der EU jährlich Gebühren von knapp 14 Mrd. € aufbringen müssen.

 

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Mehr Schutz vor Finanzkriminalität

Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 28. 3.2014. SWIFT kauft den britischen Anbieter Omnicision und baut auf diese Weise sein Portfolio an Compliance-Services weiter aus. Der Vereinbarung zufolge erwirbt SWIFT sowohl das bestehende Produkt „Sanctions Testing“ als auch eine Reihe neuer Initiativen, die noch in der Entwicklung sind. Omnicision bietet breites Spezialwissen auf Gebieten wie internationale Sanktionen, Anti-Geldwäsche (Anti Money Laundering – AML) und „Know Your Customer“ (KYC). In der Kombination aus dieser Expertise mit der Leistungsfähigkeit von SWIFT sieht Gottfried Leibbrandt, CEO des Finanztransaktions-Dienstleisters, neue Wachstumsmöglichkeiten im Bereich Compliance. SWIFT hatte den Unternehmensbereich Compliance Services erst vor kurzem geschaffen und im Januar den Aufbau eines weltweiten KYC-Registers bekannt gegeben, einer zentralen Einrichtung zum Sammeln und Verteilen der Standardinformationen, die Banken als Bestandteil ihrer Due-Diligence-Verfahren benötigen.

 

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 SEPA: Die meisten Unternehmen haben umgestellt

Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 20.3.2014. Die Bundesbank hat neue Zahlen zur SEPA-Umstellung veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass die meisten Unternehmen die Umstellung mittlerweile abgeschlossen haben. "Trotzdem nutzen mehr Bankkunden als erwartet die zusätzliche Übergangsfrist bis zum 1. August 2014", sagte Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele. Die Europäische Union hatte sich im Januar kurzfristig darauf geeinigt, dass Kreditinstitute von ihren Kunden ausnahmsweise noch bis zum 1. August Zahlungen im alten Format annehmen dürfen.
Der Anteil der SEPA-Überweisungen an allen in Deutschland aufgegebenen Überweisungen lag im Februar 2014 im Monatsdurchschnitt bei 77,85 Prozent (Januar: 58,51 Prozent). Von allen in Deutschland eingereichten Lastschriften betrug der Anteil der SEPA-Lastschriften im Monatsdurchschnitt 53,40 Prozent (Januar: 29,37 Prozent). "Die noch nicht vollständige Umstellung bei den Überweisungen lässt sich auch darauf zurückführen, dass viele Kreditinstitute für ihre kleineren Unternehmenskunden Konvertierungslösungen vorgesehen hatten", sagte Thiele. Ab dem ursprünglich gesetzlich festgelegten SEPA-Umstellungstermin im Februar hätten Dienstleister Zahlungsanweisungen dieser Unternehmen aus den alten Formaten in SEPA-Formate konvertieren sollen. Diese Konvertierungsdienste werden nun aufgrund der neuen Übergangsfrist vorerst nicht in Anspruch genommen.
Die meisten größeren Firmen, die regelmäßig Lastschriften einziehen, haben inzwischen vollständig auf SEPA umgestellt. Der Rückstand bei den Lastschriften lässt sich nach Auskunft der Bundesbank vielfach auf Einmallastschriften zurückführen, die etwa im Onlinehandel noch im alten nationalen Format abgewickelt werden. Hinzu kommt in Deutschland eine Besonderheit: Hier dürfen Lastschriften im Elektronischen Lastschriftverfahren des Handels noch bis zum 1. Februar 2016 im nationalen Format abgewickelt werden. 

 

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SWIFT startet neuen Business Continuity Service

Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 18.3.2014. Swift bietet eine neue Business-Continuity-Lösung zur Unterstützung von Zahlungssystemen an. Der Ausfallservice MIRS (Market Infrastructure Resiliency Service) ist ein Backup-Service für das Echtzeit-Bruttoabwicklungssystem (Real Time Gross Settlement, RTGS), also für elektronische Plattformen für die kontinuierliche Abwicklung großer Zahlungsströme zwischen Banken in verschiedenen Währungen. Zentralbanken und Finanzmarktinfrastrukturen betreiben RTGS-Systeme, um effektive Abrechnungen im Zahlungsverkehr zu gewährleisten. Als Backup-Plattform stellt MIRS gewissermaßen eine dritter Verteidigungslinie dar, falls die ersten beiden Backup-Systeme ausfallen sollten. „Angesichts der wichtigen Rolle, die RTGS-Systeme in der Weltwirtschaft spielen, ist es wichtig, diese wirksam gegen Störungen und Risiken zu schützen. MIRS bietet Marktinfrastrukturen die notwendigen Werkzeuge für den äußerst unwahrscheinlichen Fall, dass die ersten und zweiten Verteidigungslinien gescheitert sind“, sagte Juliette Kennel, Leiterin Marktinfrastrukturen bei Swift.
Seit Juli 2011 hat SWIFT mit einer Gruppe von Notenbanken, darunter die Bank of England, die dazu notwendigen Anforderungen identifiziert. Ende 2013 beendete die Bank of England einen erfolgreichen Pilotversuch, bei dem MIRS mit dem Clearing House Automated Payment System (CHAPS) getestet wurde. Seit Februar 2014 benutzt die Bank von England MIRS nun „live“ als erster RTGS-Provider. Toby Davies, Head of Market Services bei der BoE, sagte: „Mit zwei Live-Betriebsstätten sind unsere aktuellen RTGS-Systeme sehr robust. Allerdings wollten wir eine zusätzliche Notfalllösung etablieren, die sowohl robust als auch kosteneffektiv ist. MIRS wird es uns ermöglichen, im unwahrscheinlichen Fall eines Ausfalls weiterhin mit vollem Geschäftsvolumen arbeiten zu können.“ MIRS eignet sich für alle HVPS-Marktinfrastrukturen, auch für diejenigen, die momentan nicht mit Swift arbeiten.

 

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Informationen zu Host Card Emulation

KÖLN, 12. 3.2014. Host Card Emulation (HCE) ist eine Methode für kontaktloses Bezahlen mittels Near Field Communication (NFC). Neu dabei ist, dass hier auf ein spezielles „Secure Element“ in der Hardware verzichtet werden kann. Die Methode beruht zum einen auf einer Implementierung im Betriebssystem, so dass eine Unverfälschbarkeit der Kommunikation zwischen NFC und Bezahl-App realisiert wird, gleichzeitig werden im Hintergrund (zeitlich und im Umsatz beschränkte) Krypto-Tokens von dedizierten Servern gezogen, so dass auch bei einer Kompromittierung ein möglicher Schaden begrenzt wäre. Sowohl Visa als auch Mastercard werden nach Brancheninformationen Host Card Emulation unterstützen. Visa hat dem Vernehmen nach wohl bereits eine fertige Spezifikation vorliegen, Mastercard wird voraussichtlich Mitte dieses Jahres eine solche herausgeben.
Durch diese neue Methodik sind die Anbieter von mobilen Wallet Lösungen nicht mehr vom Wohlwollen der Carrier abhängig, die z.B. durch Zugriff auf die SIM als Secure Element den notwendigen Sicherheitslevel bei Zahlungen realisieren. Google hat beispielsweise in Android 4.4 diese Funktion integriert,  da die bisherige Wallet-Lösung nur bei bestimmten Carrieren funktioniert hat. Durch die Spezifikationen von Visa und MC wird die Methode nun marktreif und aufgrund der Unabhängigkeit von den Carriern kann quasi jeder eine Bezahl-App für NFC bereitstellen.

  

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Umfrage und Gewinnspiel -
Wie läuft SEPA, wo hakt es noch?

Redaktion Bank-Verlag 
KÖLN, 20.2.2014. SEPA läuft – aber wie kommen die Beteiligten mit dem neuen Verfahren zurecht? Wo liegen die Schwierigkeiten, welchen Fortschritt macht das Umstellungsverfahren? Und war die Verlängerung der Umstellungsfrist wirklich notwendig? Diesen Fragen geht das Institut Ibi Research an der Universität Regensburg in einer neuen aktuellen Kurzumfrage gemeinsam mit dem Bank-Verlag und der Beratungsfirma van den Berg nach.
Die Initiatoren der Umstellung möchten mit dieser erneuten Befragung zum vierten Mal den Status quo sowie den Fortschritt des Umstellungsprozesses auf die in 33 Ländern verbindlichen SEPA-Verfahren ermitteln. Gerade jetzt, kurz nach dem eigentlichen Stichtag ist es spannend, zu erfahren, ob und wie Unternehmen aller Größenklassen sowie Behörden und Vereine die Umstellung vollzogen haben und ob es dabei Schwierigkeiten gab.
Denn wenngleich die Umstellungsfrist auch bis zum 1. August 2014 verlängert wurde: Die SEPA-Verordnung wurde damit nicht aufgehoben, und offiziell ist der einheitliche europäische Zahlungsraum seit dem 1.Februar für alle verbindlich. Wer immer noch mit dem alten Verfahren arbeitet, bewegt sich im Rahmen von Ausnahmeregelungen; ob Kundeneinreichungen im Altverfahren angenommen werden, liegt in der Entscheidung der Bank des Einreichers.
Doch auch für Unternehmen, die SEPA schon nutzen, kann die verlängerte Übergangsfrist eine Herausforderung sein. Sie sollten sich auf etwaige Schwierigkeiten bei den Hintergrundprozessen konzentrieren, die jetzt angegangen werden müssen. Denn oft wurden Prozesse so gestaltet, dass die SEPA-Umstellung zwar irgendwie funktioniert, aber eben nicht reibungslos. Nun ist es an der Zeit, die Prozesse zu überarbeiten und die Systeme zu optimieren.
Hier setzt die aktuelle Untersuchung an: Sie soll angesichts des kleiner werdenden Zeitfensters bis zur endgültigen Deadline den aktuellen Umsetzungs- und Entwicklungsstand der SEPA-Umstellung in Deutschland aufzeigen und herausfinden, wie Unternehmen die Umstellung erlebt haben. Die Teilnahme an der Befragung ist unter www.sepa-wissen.de/umfrage möglich, hier sind nach der Auswertung auch die Studienergebnisse kostenlos erhältlich. Als kleines Dankeschön wird unter allen Teilnehmern an dieser Umfrage ein iPad Air verlost.                           

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„Bevorzugung einzelner Geschäftsmodelle“

KÖLN, 18.2.2014. Der Vorschlag für die Verordnung über Interbankenentgelte für kartengebundene Zahlungsvorgänge widerspreche dem Grundsatz der Technologieoffenheit und Wettbewerbsfähigkeit, der die Basis für Innovationen in Europa bilde, erklärte heute der Wirtschaftsrat der CDU. Die EU-Kommission habe die Aufgabe, einen starken Rahmen für den europäischen Binnenmarkt zu schaffen und dafür zu sorgen, dass ein leistungsfördernder Wettbewerb nicht behindert werde. Der vorliegende Entwurf für die Regulierung von Entgeltmodellen sei jedoch „wieder einmal ein Negativbeispiel für den Versuch, selbst in den Markt einzugreifen und einzelne Geschäftsmodelle willkürlich zu bevorzugen“, sagte Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrats. Ihm erscheint unverständlich, warum die EU-Kommission Geschäftsmodelle wie das "Vier-Parteien-System" einseitig benachteilige. Transparenz und ein fairer Wettbewerb ließen sich nur erreichen, wenn alle Kartensysteme, also auch die „Drei-Parteien-Systeme" sowie digitale Geldbörsen, unter eine wirkungsvolle Regelung fallen. Beide Systeme unterschieden sich prinzipiell nur dadurch, dass "Vier-Parteien-Systeme" ihre Zahlungsdienste in Zusammenarbeit mit den Banken des Endkunden und des Händlers anbieten. "Drei-Parteien-Systeme" verhandelten hingegen eigene proprietäre Verträge mit einzelnen Händlern und Endkunden.

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Neue Zahlungsinfrastruktur

KÖLN, 13.2.2014. Eine neue Infrastruktur soll für eine effiziente Abwicklung der weltweiten Zahlungsoperationen von BNY Mellon sorgen und dabei moderne Informationsmanagement-Systeme integrieren. Ursprünglich als Euro-Clearingsystem für die weltweiten Kunden des Unternehmens vorgesehen, verfügt diese Infrastruktur  über eine offene Architektur und maßgeschneiderte Module zur Abdeckung der wichtigsten Phasen der Zahlungsabwicklung. Darin inbegriffen sind Preise und Gebühren, Prüfung der Kontostände und Kontoauszüge, Liquiditätsüberwachung und allgemeine Prozessüberwachung. Damit sollen Kunden aus allen Unternehmensbereichen der Bank unterstützt werden.
Der verbesserte Service sei das Ergebnis der langjährigen strategischen Investitionen in die weltweite Zahlungsinfrastruktur, hieß es aus der Bank.  Die Zahlungsabwicklung werde für die Kunden vereinfacht. Außerdem sei das globale Zahlungssystem ein strategisch wichtiger Schritt für die Geschäftsbereiche der Bank, da der Zahlungsverkehr ein integraler Bestandteil vieler Geschäftsbeziehungen ist. Deshalb habe die Zusammenarbeit zwischen den Bereichen Client Service Delivery und Client Technology Solutions eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des neuen Systems gespielt. Dieser Ansatz werde auch bei der Entwicklung von Kundenlösungen genutzt, die verbesserte Zahlungs- und Überweisungsfunktionen beinhalten. Ein weiteres Ziel sei, Wertpapierdienstleistungen wie Verwahrung, Buchführung, Management von Marktdaten oder Datenanalysen weiterzuentwickeln, um das Angebot im Bereich Treasury Services noch stärker auf Kundenbedürfnisse auszurichten.  

 

 

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Mehr Sicherheit im Massenzahlungsverkehr

Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 11.2.2014. Die geänderte Zahlungsdiensterichtlinie soll die Nutzung von  Internet-Zahlungsdiensten erleichtern und deren Sicherheit erhöhen. Unter anderem werden auch die Zahlungsauslösedienste mit in den Anwendungsbereich der Richtlinie aufgenommen. Zahlungsauslösedienste werden gern im E-Commerce genutzt; sie sind zwischen dem Händler und der Bank des Käufers angesiedelt sind und erlauben es einem Drittanbieter, eine Zahlung auf Antrag des Auftraggebers zu initiieren – eine Alternative zu Kreditkartenzahlungen. Diese Dienstleister unterliegen im Rahmen der neuen Richtlinie den gleichen hohen Regulierungs- und Aufsichtsstandards wie alle anderen Zahlungsinstitute.
Die Europäische Zentralbank befürwortete heute in einer Stellungnahme auf Ersuchen von EU-Rat und -Parlament die Idee, die Liste der Zahlungsdienste um eben diese Zahlungsauslöse- sowie  Kontoinformationsdienste zu erweitern. Durch Kontoinformationsdienste können konsolidierte Informationen zu verschiedenen Konten einer Person (auch bei verschiedenen Banken) bereitgestellt werden. Dadurch ergibt sich ein besserer Gesamtüberblick über die Finanzlage des Kontoinhabers. 
Die Zentralbanker sagten, sie wollen nicht den Markteintritt neuer Akteure beschränken, sondern mit ihren Vorschlägen  die Sicherheit und den Wettbewerb fördern. Ein Vorschlag beschäftigt sich etwa mit der Entwicklung eines gemeinsamen europäischen Standards, der es der Branche ermöglicht, sichere Wege der Kundenauthentifizierung zu nutzen. Alle beteiligten Parteien sollen an der Entwicklung des empfohlenen neuen Standards mitarbeiten.  Die Änderung der  Zahlungsdiensterichtlinie führt auch dazu, dass die Interbankenentgelte eine Deckelung erfahren.

 

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SEPA: Zahlungsverkehr läuft „ohne Auffälligkeiten“

Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 4.2.1014. Die letzte Hürde zum Beschluss ist genommen, die Übergangsfrist für den einheitlichen europäischen Zahlungsraum SEPA wird tatsächlich um sechs Monat bis zum 1. August 2014 verlängert. Nach den EU-Regierungen hat heute auch das Plenum des Europäischen Parlaments zugestimmt.
Die EU will damit das Risiko von Zahlungsunterbrechungen reduzieren. Trotz der großen Anstrengungen aller Beteiligten hätten die jüngsten Statistiken gezeigt, dass die Migration bei Überweisungen und Lastschriften vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen zuletzt noch nicht weit genug fortgeschritten gewesen sei, um einen reibungslosen Übergang zu SEPA pünktlich zum 1. Februar zu gewährleisten, sagte Binnenmarktkommissar Michel Barnier. Deshalb hatte die Kommission im Januar die Verlängerung vorgeschlagen. Barnier betonte allerdings auch, dass dies die letzte Frist sei: "Nach dem 1. August wird es keine Verlängerung des Übergangszeitraums mehr geben.“


In Deutschland ist SEPA unterdessen gut angelaufen. Der Zahlungsverkehr laufe „erwartungsgemäß weiterhin stabil und ohne Auffälligkeiten“, teilte die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) mit. Offenbar hat die überwiegende Mehrheit der Firmenkunden in Deutschland die SEPA-Migration fristgerecht abgeschlossen.
Die DK schaffte für die Übergangsfrist bis zum 1. August grundsätzlich die Voraussetzungen dafür, dass Banken und Sparkassen noch Alt-Zahlverfahren für diejenigen Kunden anbieten können, die bisher immer noch nicht umgestellt haben. Damit haben diese Unternehmen und Vereine nun eine letzte Möglichkeit, ihre Umstellungsarbeiten abzuschließen. Ob in der Übergangszeit noch Kundeneinreichungen im Alt-Zahlverfahren angenommen werden, darüber entscheiden die Zahlerbank bei Überweisungen und die erste Inkassostelle bei Einzugsermächtigungs-Lastschriften. Das Abbuchungsauftrags-Lastschriftverfahren ist nicht Teil der Übergangslösung und wurde am 1. Februar eingestellt.

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Studie zeigt: SEPA macht Fortschritte

Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 22.1.2014. Das Institut Ibi Research an der Uni Regensburg hat nun bereits zum dritten Mal nach Februar und August 2013 zusammen mit dem Bank-Verlag und van den Berg eine Befragung durchgeführt, um den aktuellen Stand der SEPA-Umsetzung in Deutschland zu erheben. Die Haupterkenntnis: Endlich ist ein deutlicher Fortschritt bei der Umstellung auf SEPA erkennbar. Ein Großteil der Unternehmen wird zum Stichtag 1. Februar alle notwendigen Systeme auf SEPA umgestellt haben. 8 Prozent der kleinen, 9 Prozent der mittleren und sogar 6 Prozent der Großunternehmen werden allerdings nach eigenen Angaben wohl nicht rechtzeitig mit der Umstellung fertig.

Einen ausführlichen Bericht und Grafiken zu dieser Studie finden Sie auf unserer Website www.die-bank.de 

 

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Einigung im SEPA-Rat über weitere Migration

Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 22.1.2014. Der Deutsche SEPA-Rat hat sich auf seiner heutigen Sitzung mit dem Vorschlag der EU-Kommission befasst, die Nutzung der bisherigen Altformate im Zahlungsverkehr ausnahmsweise noch sechs Monate länger zu ermöglichen. Die Teilnehmer des Rates empfehlen weiterhin das Ziel, bis zum 1. Februar möglichst alle Zahlungen auf die neuen Formate umzustellen.
Bei dem Treffen hieß es, der Verordnungsvorschlag hebe das Enddatum 1. Februar 2014 für die SEPA-Verordnung nicht auf. Es bleibt dabei, dass bei SEPA-Zahlungen in Deutschland ab dem 1. Februar der BIC (Business Identifier Code) nicht mehr angegeben werden muss. Innerdeutsche Zahlungen können dann allein mit der IBAN (International Bank Account Number) durchgeführt werden. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ändert sich durch den Vorschlag der Europäischen Kommission ohnehin nichts. Sie können wie bisher Kontonummer und Bankleitzahl noch bis Februar 2016 nutzen.
Gleichzeitig wird die Deutsche Kreditwirtschaft grundsätzlich die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Banken und Sparkassen notfalls noch solche Zahlungen abwickeln können, die von Unternehmen, Vereinen und öffentlichen Verwaltungen nach dem 1. Februar  im Altformat eingereicht werden. In diesen Fällen erfolgt die Zahlungsabwicklung auf Grundlage aller bis zum 31. Januar 2014 bestehenden vertraglichen Vereinbarungen. Auch bereits erteilte Einzugsermächtigungen bleiben weiterhin wirksam.
Ob Kundeneinreichungen im Altverfahren angenommen werden, liegt in der Entscheidung der Bank des Einreichers. Das Lastschriftverfahren per Abbuchungsauftrag wird aber zum 1. Februar 2014 eingestellt.
Im Deutschen SEPA-Rat arbeiten die wichtigsten Vertreter der Kreditwirtschaft und der Endnutzer zusammen, um eine nutzerfreundliche SEPA-Umstellung in Deutschland zu gewährleisten. Den Vorsitz haben die Deutsche Bundesbank und das Bundesministerium der Finanzen.

 

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SEPA muss weiterhin höchste Priorität haben

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 20.1.2014. Im Dezember 2013 waren von allen in Deutschland aufgegebenen Überweisungen 45,44 Prozent im neuen SEPA-Format, im November waren es erst 32,31 Prozent. Bei den hierzulande eingereichten Lastschriften war der Anteil mit 17,67 Prozent SEPA-Lastschriften (November 2013: 10,36 Prozent) weiterhin viel zu niedrig.   
Ob die von der EU-Kommission vorgeschlagene Fristverlängerung zur endgültigen Umstellung auf SEPA nun kommt oder nicht: Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele drängt weiterhin darauf, dass die Umstellung „für alle Marktteilnehmer weiterhin höchste Priorität“ haben müsse. Eine mögliche Fristverlängerung bis zum 1. August, bei der Zahlungsdienstleister Überweisungen und Lastschriften weitere sechs Monate lang im nationalen Format annehmen könnten, dürfe nicht dazu führen, dass Firmen, Vereine oder sonstige Institutionen ihre SEPA-Projekte aufschieben. „Die Umstellungsarbeiten müssen konsequent fortgesetzt und zeitnah abgeschlossen werden", so Thiele weiter. "Dies ist im Interesse aller, denn auch im Falle einer Fristverlängerung bleibt es dabei: SEPA kommt!"
Auch der Hightech-Verband Bitkom empfiehlt allen Unternehmen, ungeachtet der Ankündigung der Kommission weiterhin mit Hochdruck an einer schnellen SEPA-Umsetzung zu arbeiten. „Besonders für kleine und mittelständische Unternehmen bedeute die Umstellung aufgrund der europäischen Gesetzgebung einen hohen Verwaltungsaufwand. „Wer mit der Anpassung seiner IT nicht unverzüglich beginnt, für den könnte auch die Fristverlängerung nicht ausreichen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Dr. Bernhard Rohleder.
Für eine kurzfristige Umstellung empfiehlt Bitkom spezialisierte Service-Anbieter. Sie wandeln die Lastschriften und Überweisungen vom alten System der Unternehmen in die neue SEPA-Welt um. Auch für Unternehmen, die ihre eigene IT bereits auf SEPA umgestellt haben, können solche Dienstleister interessant sein. Rohleder: „Wer ganz sicher gehen will, kann SEPA as a service als Back-Up-Plan nutzen, um im Falle von Problemen die Abwicklung des Zahlungsverkehrs zu garantieren.“
SEPA wird in den 28 EU-Staaten sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen, Monaco und der Schweiz eingeführt. Von der Umstellung sind sämtliche Abteilungen eines Unternehmens betroffen, die mit bargeldlosem Zahlungsverkehr zu tun haben: etwa IT, Buchhaltung, Vertrieb, Einkauf oder die Personalabteilung. 
 

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EPC mahnt zu fristgerechter SEPA-Umsetzung

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 16.1.2014. Der European Payments Council (EPC) weist darauf hin, dass die Verlängerung der Umstellungsfrist für SEPA und damit auch die längere Tolerierung alter Verfahren noch längst keine beschlossene Sache ist. Die von der EU-Kommission in der letzten Woche vorgeschlagene Fristverlängerung hatte für viel Unruhe bei alle Zahlungsverkehrsteilnehmern gesorgt. Eine endgültige Entscheidung durch EU-Parlament und -Rat steht noch aus. Der Europäische Zahlungsverkehrsausschuss  appelliert an die Marktteilnehmer, die SEPA-Umstellung trotzdem bis zum 1. Februar 2014 fristgerecht abzuschließen. Es liege in der Verantwortung der Behörden, Unsicherheiten über die gesetzlichen Bestimmungen und die Laufzeit von Fristen und damit eine Verzögerung der Migration zu vermeiden, so der EPC. 

 

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DK ist über Idee der Verlängerung "verblüfft" 

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 10.1.2014. Die in der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) zusammengeschlossenen Spitzenverbände haben den Vorschlag der EU-Kommission, die Umsetzungsfrist auf die SEPA-Zahlverfahren um sechs Monate zu verlängern, mit Überraschung zur Kenntnis genommen. Die Fristverlängerung wäre aus Sicht der DK nicht notwendig gewesen, bringe aber Erleichterungen für diejenigen Unternehmen und Vereine, bei denen es mit der Umstellung auf die neuen Verfahren zum 1. Februar möglicherweise knapp geworden wäre. Die Banken und Sparkassen selbst sind seit mehreren Jahren auf SEPA vorbereitet und bieten den Kunden die neuen Verfahren an. Sie stellen sich weiterhin auf den Termin zur SEPA-Umstellung am 1. Februar ein. Nach Inkrafttreten des Kommissionsvorschlags dürfen sie noch Zahlungen im nationalen Zahlungsformat von Firmenkunden, die den Februar-Termin nicht schaffen, für weitere sechs Monate annehmen. Die von der EU-Kommission eigentlich mit der SEPA-Migrationsverordnung vorgesehene Vermeidung paralleler Zahlverfahren und Infrastrukturen ist damit für ein weiteres halbes Jahr festgeschrieben worden.
Für Verbraucher gilt ohnehin eine verlängerte Übergangszeit bis 2016, um sich an die neuen europäischen Zahlverfahren zu gewöhnen. Daran ändert sich nichts. Nunmehr bleibe abzuwarten, ob EU-Parlament und  -Rat dem Vorschlag der Kommission folgen, so die DK.
Gleichzeitig haben sich die europäischen Notenbanken strikt gegen eine Fristverlängerung der Umstellung ausgesprochen. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sind sie für eine höchstens dreimonatige Verlängerung. Bei einem Treffen der Notenbank-Vorstände mit der EU-Kommission Ende Dezember habe es starken Widerstand gegen den nun öffentlich gewordenen Vorschlag der Kommission gegeben - „Alle waren dagegen“, schreibt die FAZ.
Skeptische Töne dazu kamen auch aus Österreich. Jean Yves Jacquelin, Spezialist für den SEPA-Zahlungsverkehr in der Erste Bank, etwa äußerte: „Meine Befürchtung ist, dass wir in einem halben Jahr genau dort stehen, wo wir heute sind“. Grundsätzlich könne er die Beweggründe der EU-Kommission nachvollziehen, da aktuell nur etwa 50 Prozent der Betriebe innerhalb der Europäischen Union SEPA-fit seien. Er sieht aber jetzt diejenigen bestraft, die bislang viel Energie in eine rechtzeitige Umstellung investiert haben. „Glaubwürdige Fristen sind dringend notwendig, um ein so umfangreiches Projekt europaweit durchzusetzen“, meinte der Banker.

 

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SEPA-Übergangsfrist wird nun doch verlängert

Von Anja Kraus
KÖLN, 9.1.2014. Ob Bundesbank, EZB oder Institutionen:  Monatelang hieß es stets unisono  „SEPA startet am 1. Februar 2014, es gibt keine Alternative, keinen Plan B!“ – heute ruderte die EU-Kommission dann doch zurück. EU-Kommissar Michel Barnier teilte am Mittag in Brüssel – vorbehaltlich der Zustimmung der EU-Staaten und des Europaparlaments – mit: „Die Übergangsfrist  wird um sechs Monate verlängert.“  Die Kommission will auf diesem Weg verhindern, dass es im Zahlungsverkehr zu Unterbrechungen kommt. 
Die Angst muss groß gewesen sein, wenn die Politiker die scheinbar unumstößliche Regelung jetzt doch flexibler ausführen lassen. Man darf davon ausgehen, dass enormer Druck aus den Ländern  dahinter steckt. Gerade die Deutsche Bundesbank hatte immer wieder gewarnt, der Termin sei nur schwer zu halten.
In Deutschland fallen pro Arbeitstag rund 25 Millionen Überweisungen im Wert von 227 Milliarden Euro sowie gut 35 Millionen Lastschriften im Wert von rund 52 Milliarden Euro an, die allesamt umgestellt werden müssen.  Im europäischen Vergleich taten sich deshalb gerade die Deutschen schwer, die Voraussetzungen für einen reibungslosen SEPA-Start im Februar zu schaffen.  Von der Bundesbank im Dezember veröffentlichte Zahlen zeigten, dass erst 20 Prozent der  in Deutschland getätigten Überweisungen im neuen SEPA-Format umgesetzt wurden, bei  Lastschriften waren es sogar nur erschreckende drei Prozent. Zum Vergleich: Selbst Griechenland war uns zu diesem Zeitpunkt mit einem Anteil von 60 Prozent um Meilen voraus, Finnland etwa schaffte schon 100 Prozent. 
Durch die Verlängerung der Übergangsfrist haben Verbraucher, Banken und alle Institutionen nun ein wenig Luft gewonnen. Aber: Am eigentlichen Stichtag der SEPA-Einführung ändert sich dadurch nichts. Das stellte die EU-Kommission noch einmal deutlich heraus. Außerdem wies eine Sprecherin darauf hin, dass es keine zweite Verlängerung geben werde.

Die Einführung von SEPA war politisch gewollt. Schon im Jahr 2000 war von der EU der Grundstein für europaweit einheitliche Verfahren und Standards für die Abwicklung von Euro-Zahlungen gelegt worden. SEPA-Überweisungen werden seit Januar 2008 angeboten, SEPA-Lastschriften sind  seit November 2009 bei den meisten Zahlungsdienstleistern möglich. Die SEPA-Verordnung der EU trat dann am 31. März 2013 in Kraft. Hauptinhalt dieser Verordnung waren die verbindlich festgelegten Auslauftermine der jeweiligen nationalen Zahlverfahren. Ab Februar 2014 müssen demnach alle in den Euro-Ländern angebotenen Überweisungen und Lastschriften in Euro grundsätzlich im neuen Format erfolgen. Die Kreditinstitute dürfen nur noch dieses Format verwenden.

Im neu geschaffenen einheitlichen europäischen Zahlungsraum werden die bisherigen Kontonummern und Bankleitzahlen abgeschafft und durch die 22-stellige IBAN (International Bank Account Number) ersetzt. Eigentlich muss sich der Verbraucher nur die zweistellige Prüfziffer neu merken, die auf den Ländercode – in Deutschland DE – folgt, die restlichen Ziffern der IBAN setzen sich zusammen aus der alten Kontonummer und der alten Bankleitzahl. Bei grenzüberschreitenden SEPA-Zahlungen muss bis 2016 zudem der BIC (Business Identifier Code) angegeben werden, ein international standardisierter Bank-Code, der sich mit der altbekannten Bankleitzahl vergleichen lässt.

 

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33 Mio. € Rückvergütung an die Kunden

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 3.1.2014. Kunden von Swift können sich im März auf einen dicken Scheck freuen: Der Dienstleister für Finanznachrichten gab bekannt, dass er eine Rückvergütung von 10 % auf die im Jahr 2013 gezahlten Preise für die Nachrichtenübermittlung auszahlen wird. Insgesamt werden so etwa 33 Millionen Euro an die Swift-Nutzer weltweit zurückgegeben.
Mit der Rückvergütung will das Unternehmen seine 2010 begonnene Strategie fortsetzen, die Kosten für die Nachrichtenübermittlung bis zum Jahr 2015 zu halbieren, erläuterte Finanzvorstand Francis Vanbever. Die Preise für FIN-Nachrichten wurden zum 1. Januar um durchschnittlich 20 % gesenkt, woraus sich für die Nutzer Einsparungen in Höhe von 52  Mio. Euro errechnen.  Zudem stellt Swift seinen Kunden nun modernisierte Hardware Security Modules (HSM) günstiger zur Verfügung, bietet Preisabschläge für bilaterale Verbindungen mit hohen Volumina sowie Reduzierungen von bis zu 40 % für die Übermittlung sehr umfangreicher Dateien.
Der FIN-Nachrichtenverkehr wuchs im Gesamtjahr 2013 um mehr als 10 % an. Der jüngste Rekordwert im Nachrichtenverkehr an einem Tag wurde am 20. Dezember 2013 verzeichnet, als das Unternehmen die Verarbeitung von 22,68 Mio. FIN-Nachrichten registrierte. Im Gesamtjahr 2013 belief sich das Wachstum von FileAct auf 49 % und von InterAct auf 17 %. Die reduzierten Preise hätten zu einem neuen Rekord von 5 Mrd. Nachrichten im Jahr 2013 beigetragen, teilte Swift mit.

 

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Bankenverband schlägt SEPA-Alarm

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 2.1.2014. Zum Jahreswechsel appellierte Dr. Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, noch einmal eindringlich all diejenigen, die bislang in Sachen SEPA zu wenig oder noch gar nichts unternommen haben. Alle Unternehmen, Vereine und besonders  kleine und mittelständische Firmen sollten die Umstellung von Überweisungen und Lastschriften auf den einheitlichen europäischen Zahlungsverkehr nicht länger aufschieben, sondern jetzt aktiv angehen. Angesichts der Tatsache, dass es nur noch wenige Arbeitstage bis zur Umsetzung sind, zeigte sich Kemmer äußerst beunruhigt über den bisherigen Stand der Umsetzung. "Es gibt keinen Plan B“, erinnerte er, wer jetzt noch nicht umgestellt habe, „sollte dies lieber heute als morgen tun“. Ab dem 1. Februar dürfen Kreditinstitute inländische und grenzüberschreitende Überweisungen und Lastschriften, die in Euro getätigt werden, gemäß EU-Verordnung nur noch im SEPA-Format ausführen. 
Die Lage ist noch immer besorgniserregend. Deutschland sei ein Lastschriftenland mit täglich 35 Millionen Lastschriften und einem Marktanteil im Euro-Raum von 47 Prozent. Dass immer noch 90 Prozent aller Lastschriften in der alten Welt stattfinden und nur 10 Prozent SEPA-konform seien, bezeichnete Kemmer als "alarmierend". Bei den Überweisungen werden 32 Prozent im SEPA-Format getätigt, aber dies sei nicht genug. Kemmer weiter: "Es besteht immer noch enormer Handlungsbedarf und das unter immensem Zeitdruck."
Alle Einreicher von Lastschriften müssen bei der Bundesbank eine Gläubiger-Identifikationsnummer (Gläubiger-ID) beantragen. Für jede einzuziehende Lastschrift muss eine Mandatsreferenz vergeben werden, damit das Mandat eindeutig zugeordnet werden kann. Nachdem die hauseigene Software auf SEPA-Standard gebracht wurde, muss das Unternehmer bzw. der Verein die eigenen Vertragspartner oder Mitglieder über die anstehende Umstellung auf die SEPA-Zahlverfahren informieren. Unternehmen und Vereine können sich unter unternehmen.bankenverband.de/sepa-fur-unternehmen eine SEPA-Checkliste herunterladen, wichtige Formulare ausdrucken und viele weitere Informationen finden.

 

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Auch Bundesregierung mahnt zur Umstellung

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 13.12.2013. In die Reihe der Warner und Mahner zum Thema SEPA-Umstellung gesellt sich auch das Informationsamt der Bundesregierung und weist darauf hin, dass die Umstellung auf den einheitlichen europäischen Zahlungsraum SEPA in weniger als 50 Tagen erfolgen muss. Es hat sich wohl  mittlerweile herumgesprochen: Ab dem 1. Februar 2014 dürfen Unternehmen, Vereine und öffentliche Kassen nur noch mit SEPA arbeiten  - ohne Übergangsfrist. Vor allem Firmen und Vereine, die Lastschriften einreichen, müssen sich aktiv um ihre SEPA-Umstellung kümmern. Sie sollten sich an ihre Bank wenden und mit ihrem IT-Dienstleister besprechen, ob die Betriebssoftware modernisiert werden muss, weil die SEPA-Verfahren in einem speziellen Datenformat abgewickelt werden. Täglich gibt es rund 60 Millionen Überweisungen und Lastschriften im Gesamtwert von 279 Milliarden Euro. Sie dürfen von den Banken ab Februar nur noch im SEPA-Format angenommen und ausgeführt werden. Unternehmen, Vereine und öffentliche Kassen, die Lastschriften einreichen, benötigen eine Gläubiger-Identifikationsnummer, die bei der Deutschen Bundesbank beantragt wird. Die Gläubiger-ID ist eine kontounabhängige, eindeutige Kennung. Sie identifiziert den Zahlungsempfänger als Lastschrift-Einreicher. Mit der Umstellung auf SEPA entfällt das derzeit geltende, kostenintensive Nebeneinander von inländischen Zahlungsverkehrsprodukten und SEPA-Produkten. Zahlungen in Euro innerhalb der Europäischen Union können künftig schneller und kostengünstiger durchgeführt werden. Die Einheitlichkeit hat Vorteile für jeden Kontoinhaber: Sein Konto kann man sich künftig – unabhängig vom Land oder Wohnort – dort suchen, wo es einem am günstigsten erscheint. Zudem sollen Überweisungen SEPA-weit am nächsten Tag gebucht werden. Das Presseamt weist zudem auf die Vorteile für Unternehmen hin: Gerade Firmen, die im Internethandel aktiv sind, können ihren Kunden nun europaweit das Überweisungs- und Lastschriftverfahren als Zahlungsmöglichkeit anbieten.

 

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Bankenverband erklärt SEPA anhand von Filmen  

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 12.12.2013. In nur 50 Tagen startet der einheitliche europäische Zahlungsverkehrsraum und auch Deutschland muss SEPA-fähig sein. Bis zum 1. Februar müssen Unternehmen eine Gläubiger-Identifikationsnummer haben, sie brauchen die IBAN und BIC ihrer Kunden und Mitarbeiter, um SEPA-Lastschriften einziehen und Gehälter zahlen zu können. Es müssen Mandatsreferenzen vergeben und Kunden bzw. Mitglieder informiert werden, dass und wann zukünftig per SEPA-Lastschrift Geld eingezogen wird. Wer Lastschriften einreicht, muss seine Buchhaltungssoftware so schnell wie möglich auf den SEPA-Standard bringen. Wer nicht rechtzeitig umstellt, läuft Gefahr, dass  am 1. Februar technische Zahlungsschwierigkeiten entstehen.
Wie man die Umstellung noch schnell schafft, was man beachten muss und wo man sich informieren kann – dazu hat der Bankenverband jetzt fünf Filme im Angebot, die veranschaulichen, was zu tun ist. Denn gerade viele kleinere Unternehmen und Vereine haben sich noch nicht SEPA-fit gemacht. Die Filme „Die SEPA-Checkliste“, „Die SEPA-Checkliste für Vereine“ und „Die SEPA-Checkliste für Unternehmen“ sowie die animierten Infofilme „SEPA für KMUs und Vereine“ und „Die Vorteile von SEPA“ kann man sich bei YouTube ansehen. Außerdem können die Filme in allen Netzwerken zur Verfügung gestellt werden.

Den Kurzfilm „SEPA für Verbraucher“ finden Sie unter http://nl.bankenverband-service.de/link.php?M=69822&N=2179&L=6603&F=T die Hinweise rund um den Bereich „SEPA für Unternehmen“ hier http://nl.bankenverband-service.de/link.php?M=69822&N=2179&L=8031&F=T Diverse Kurzfilme zum Thema SEPA sind auch auf youtube zu finden: http://nl.bankenverband-service.de/link.php?M=69822&N=2179&L=8032&F=T

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 Bundesbank drängt jetzt zum SEPA-Endspurt und rät:
„Schaffen Sie schnellstmöglich Klarheit!“

Von Anja Kraus
DÜSSELDORF, 4.12.2013. Die Zahl der Überweisungen und Lastschriften, die in Deutschland bereits jetzt über SEPA abgewickelt werden, ist immer noch erschreckend gering. 58 Tage vor Inkrafttreten des einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums informierte die Präsidentin der Bundesbank-Hauptverwaltung in NRW, Margarete Müller, in Düsseldorf über den Stand der Umsetzung. Bis Ende Oktober wurden demnach erst 20,93 Prozent aller in Deutschland getätigten Überweisungen im neuen SEPA-Format umgesetzt, bei den Lastschriften waren es sogar nur drei Prozent. Damit ist Deutschland eins der Schlusslichter in Sachen Umsetzung. Selbst Griechenland ist uns mit einem Anteil von 60 Prozent um Meilen voraus. Das liege aber daran, dass Lastschriften nicht überall in Europa so beliebt sind wie in Deutschland, erläuterte Müller, bei einem nur sehr geringen  Lastschrift-Aufkommen würden eben auch schneller 100 Prozent davon umgesetzt. Im gesamten SEPA-Raum führten die Banken Ende Oktober immerhin 11,52 Prozent der Lastschriften und 60 Prozent der Überweisungen im neuen Format aus.
Bis Ende November waren in Nordrhein-Westfalen 350.000 Gläubiger-IDs (Identifikationsnummern) vergeben worden. Gemessen an den 800.000 Unternehmen und 120.000 Vereinen, die eine solche ID benötigen um künftig als Zahlungsempfänger im Lastschriftverfahren agieren zu können, hat sich also erst etwas mehr als ein gutes Drittel der Betroffenen aktiv um die Umsetzung bemüht. Deutschlandweit vergab die Bundesbank bislang 1,2 Mio. IDs, hier müssen sich nach Angaben aus dem Statistischen Jahrbuch aber 3,6 Mio. Unternehmen und 580.000 Vereine registrieren lassen. Angesichts dieser Quote kann man sich leicht ausmalen, dass die Situation zum Stichtag 1. Februar 2014 chaotisch werden dürfte: Wenn Banken nur noch nach dem neuen Format arbeiten dürfen, die Kunden aber ihrerseits nicht die notwendigen Voraussetzungen geschaffen haben und die richtigen Daten anliefern, werden unzählige Rechnungen nicht bezahlt werden können, Mitarbeiter warten vergebens auf Ihre Gehälter, Vereine können die Jahresbeiträge nicht einziehen und noch vieles mehr.
Wie auch schon Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele wiederholt gewarnt hatte, es gebe keine Alternative zur SEPA-Einführung und keinen Aufschub, so appellierte auch Margarete Müller an diejenigen, die bislang noch nichts unternommen haben: „Schaffen Sie schnellstmöglich Klarheit über die Umstellungsstrategie in Ihrem Unternehmen! Wo stehen Sie: Was ist noch zu tun?“ Zusätzlich zur Konvertierung von Kontonummern und Bankleitzahlen in IBANs und BICs müssen eventuell Gläubiger-IDs beantragt und Mandatsreferenzen vergeben werden. Hinzu komme die Notwendigkeit, Testläufe mit seiner Hausbank zu vereinbaren, um SEPA-Testdateien einzureichen. Dazu müssten alle Beteiligten ausreichend Ressourcen bereithalten, um die Herausforderungen der kommenden Wochen zu bewältigen.  Es gebe keinen „Plan B“, so Müller.
Besonders erschreckend ist der Stand der Umsetzung bei den kleinen und mittleren Unternehmen, führte Dr. Heike Winter aus. Die Zahlungsverkehrs-Expertin der Bundesbank in Frankfurt hat den Umsetzungsstand ähnlich einer Verkehrsampel aufgelistet. Lediglich bei den deutschen Kreditinstituten leuchtet grünes Licht sowohl bei Überweisungen als auch bei Lastschriften. Großunternehmen und öffentliche Verwaltungen haben immerhin einen Teil ihrer Hausaufgaben erledigt und verdienen sich ein gelbes Licht in Sachen Überweisung. Sie müssen aber bei den Lastschriften noch viel tun um ihr Rotlicht loszuwerden, das im Übrigen auch bei dem KMUs für beide Zahlungswege deutlich rot strahlend den Rückstand aufzeigt.
Natürlich sei die Einführung des einheitlichen Zahlungsverkehrsraums erst einmal eine „Fleißaufgabe“ die viel Arbeit bereite, erläuterte Müller. Aber die Regulierung habe auch einen konkreten Nutzen und biete den Unternehmen eine „sehr gute Gelegenheit, die Prozesse des Unternehmens zu durchdringen und bei Bedarf zu optimieren“.  Unternehmen profitierten zudem von einem einfacheren und effizienteren Liquiditätsmanagement, bei dem die Komplexität verringert, Schnittstellen abgebaut und Automatisierungen im Rechnungswesen genutzt werden könnten. Die beiden größten Vorteile von SEPA gelten für alle, Unternehmer wie Privatpersonen: Künftig verkürzt sich die Überweisungsdauer von der Antragsannahme bis zur Gutschrift auf dem Empfängerkonto auf maximal einen Bankarbeitstag, ganz egal, ob die Überweisung in die Nachbarstadt oder an den Rand Europas geht. Und zweitens kann jeder zukünftig seinen gesamten Euro-Zahlungsverkehr europaweit von einem einzigen Konto abwickeln, dass man sich frei von Ländergrenzen im gesamten Zahlungsraum suchen darf.
Gemeinsam mit dem Bundesfinanzministerium und dem SEPA-Rat informiert die Bundesbank in einer breit angelegten Medienkampagne derzeit über die Notwendigkeit der Umstellung und die dazu notwendigen Abläufe. Alles, was man wissen muss, findet sich auch auf der Website sepadeutschland.de , darunter auch Informationen zur Zusammensetzung der 22-stelligen IBAN, denn: „Aus dieser Nummer kommen Sie nicht mehr ´raus…“

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Konsultationsverfahren für die Sicherheit mobiler Zahlungen

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 22.11.2013. Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat im Rahmen der Arbeiten des Europäischen Forums zur Sicherheit von Massenzahlungen (European Forum on the Security of Retail Payments – SecuRe Pay) beschlossen, eine öffentliche Konsultation zu den Empfehlungen für die Sicherheit von mobilen Zahlungen durchzuführen. Das Forum wurde 2011gegründet als freiwillige Kooperation zuständiger Behörden des Europäischen Wirtschaftsraums, die insbesondere für die Aufsicht über Zahlungsdienstleister und die Zahlungsverkehrsüberwachung verantwortlich sind. Ziel ist es, den allgemeinen Wissensstand über die Sicherheit elektronischer Zahlungsverkehrsdienste und -instrumente zu fördern und bei Bedarf Empfehlungen abzugeben. Der aktuelle Berichtsentwurf zur Sicherheit von mobilen Zahlungen ist der dritte dieser Art.
Die Nutzung mobiler Endgeräte und Technologien für Zahlungen bringt neue Risiken für die Zahlungssicherheit mit sich. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Erstens wurde der Bereich Zahlungssicherheit bei der Entwicklung der derzeitigen Generation mobiler Endgeräte und ihrer Betriebssysteme im Allgemeinen nicht bedacht. Zweitens birgt die Übertragung vertraulicher zahlungsbezogener und persönlicher Daten mittels Funktechnologie weitere Risiken, die bei anderen Zahlungsmethoden nicht bestehen. Drittens sind an mobilen Zahlungen im Vergleich zu den bislang üblichen Zahlungsformen neue Akteure beteiligt, wie zum Beispiel die Betreiber von Mobilfunknetzen. Viertens ist sich die breite Öffentlichkeit der Risiken für die Informationssicherheit im Fall mobiler Endgeräte möglicherweise weniger bewusst als bei Internetzahlungen über PC oder Laptop zu Hause.
Vor diesem Hintergrund hat das Forum Empfehlungen für die Sicherheit solcher Zahlungen entworfen – trotz der Tatsache, dass sich mobile Zahlungen noch in einem frühen Entwicklungsstadium befinden und verhältnismäßig selten genutzt werden. So soll auch zur Entwicklung eines europaweit einheitlichen Ansatzes in Bezug auf grenzüberschreitende Lösungen beigetragen werden. Die Empfehlungsentwürfe umfassen alle Zahlungsarten, die von einem Kunden durch sein mobiles Endgerät initiiert werden, mit Ausnahme von Zahlungen, bei denen der Kunde lediglich über einen Webbrowser auf das Internet zugreift. Letzteres gilt als Internetzahlung und wird somit von den Empfehlungen für die Sicherheit von Internetzahlungen abgedeckt.
In der Praxis umfasst der Entwurf die folgenden drei Zahlungsarten: kontaktlose Zahlungen (etwa mittels NFC-Technologie), Zahlungen über ein zuvor auf das Endgerät des Kunden heruntergeladenes Programm („App“) für mobile Zahlungen und Zahlungen über das Netz eines Mobilfunkanbieters (via SMS, USSD oder Sprachtechnologie) ohne Nutzung einer speziellen App (im Folgenden als „SMS-Zahlungen“ bezeichnet).
Das Forum bittet vor allem um Stellungnahmen zu zwei Fragen: Ist es gerechtfertigt, SMS-Zahlungen in den Bericht mit einzubeziehen, und wenn ja, inwieweit decken die vorgeschlagenen Empfehlungen diese Zahlungen in angemessenem Umfang ab? Sowie: Sollten mobile Zahlungen eine starke Kundenauthentifizierung erfordern und sollten für zuvor anhand einer Transaktionsrisikoanalyse festgelegte Kategorien risikoarmer Transaktionen Ausnahmen vorgesehen werden? Durch eine solche Ausnahmeregelung könnten die aktuellen Empfehlungen mit jenen des Forums für Internetzahlungen in Einklang gebracht werden. Zugleich entstünde jedoch eine Diskrepanz zu den Sicherheitsanforderungen für Kartenzahlungen unter Vorlage der Karte („card-present“-Zahlungen), die schwierig zu rechtfertigen sein dürfte.Die Stellungnahmen können bis zum 31. Januar 2014 eingereicht werden. Ausführliche Informationen zur Teilnahme am Konsultationsverfahren finden sich auf der Website der EZB unter www.ecb.europa.eu

 

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SEPA: „Ist Deutschland endlich auf der Zielgeraden?“

Von Anja Kraus
KÖLN, 20.11.2013. Knapp zweieinhalb Monate vor dem Start des einheitlichen Zahlungsverkehrsraums ist der Migrationsstand immer noch weit von einer zufriedenstellenden Quote entfernt. Mit Stand Oktober erfolgten in Deutschland nur 20,93 Prozent der Überweisungen und sogar nur drei Prozent der Lastschriften im neuen SEPA-Format. Die Gesamtzahl aller Überweisungen und Lastschriften im Euro-Raum liegt bei 140 Mio. pro Arbeitstag, der deutsche Anteil daran beträgt 43 Prozent. Von den arbeitstäglich abgewickelten 24,6 Mio. Überweisungen müssen also noch 19,43 Mio. Stück auf SEPA umgestellt werden, bei Lastschriften sind es noch 34,2 Mio. Transaktionen pro Arbeitstag. Die Zahlen nannte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele heute bei einer Konferenz in Frankfurt. Er mahnte, nun müsse endlich der Endspurt in Sachen SEPA beginnen. Ab dem 1. Februar dürfen Kreditinstitute und Wirtschaftsunternehmen grundsätzlich keine Zahlungen mehr in nationalen Formaten annehmen.
Eine Änderung in dieser Größenordnung hat es so noch nie gegeben. Der deutsche Zahlungsverkehr wurde seit 1975 im DTA-Format abgewickelt. Nun steht die Umstellung auf das XML-Format ISO 20022 an, damit habe Europa als erster Währungsraum der Welt den Massenzahlungsverkehr auf den neuesten technischen Standard umgestellt, so Thiele. Auf die Banken kommt eine riesige Umstellungswelle zu.  Zum einen werden im Januar noch einmal viele Lastschriften im alten Verfahren abgewickelt, weil beispielsweise Vereine ihre einmal jährlich fälligen Forderungen auf bekannte Weise handhaben. Zum anderen befinde sich Deutschland bei der Lastschriftabwicklung in einer Sondersituation, die dazu führt, dass zum Februar keine 100-prozentige SEPA-Readiness gegeben ist: Das vom Handel genutzte ELV-Verfahren darf noch zwei Jahre lang nach dem nationalen Standard abgewickelt werden. Der Big Bang sei unausweichlich, wenn immer noch einige wenige auf eine Kulanzfrist hofften, aber „der Endtermin vom 1. Februar 2014 ist Gesetz“, wiederholte Thiele seine schon einmal ausgesprochene Warnung.
Neben vielen anderen Stolpersteinen gibt es nicht zuletzt operationelle Risiken. Jede der vielen Millionen Überweisungen und Lastschriften muss technisch „angefasst werden“. Ein Beispiel: Im DTA-Verfahren kann eine alte Kontonummer oder Bankleitzahl einer längst geschlossenen Filiale notiert sein. Bislang konnte eine Bank solche kleinen Störstellen leicht umgehen und eine kleine Umleitung einbauen. Die automatische  Umstellung der Kontodaten auf BIC und IBAN ist so aber nicht zu erzielen, nun muss der Lastschrifteinreicher erst einmal herausfinden, wie die neue Bankverbindung des Kunden nun lautet. Die Summe der vielen kleinen Einzelfälle addierte Thiele auf 30.000 Überweisungen und Lastschriften pro Tag, die aufwändig nachbearbeitet werden müssen. Das wiederum führt zu Verzögerungen von Zahlungen.
Trotz aller Verzögerungen: Die Vorbereitungen für SEPA laufen auf vollen Touren. Im Oktober wurden 140.000 Gläubiger-Identifikationsnummern vergeben, die Gesamtzahl der vergebenen Gläubiger-IDs liegt mittlerweile bei 1,1 Mio. Stück. 240.000 Vereine und 875.000 Unternehmen haben sich dafür schon gemeldet. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hatte alle knapp 2.000 Kreditinstitute in Deutschland befragt, um die Vorbereitung der Banken sicherzustellen. Darüber hinaus hat die Bundesbank alle DAX- und MDAX-Unternehmen angeschrieben und auf die Wichtigkeit der Umstellung aufmerksam gemacht. Aus den Antworten weiß man, dass die überwiegende Zahl der Unternehmen das Projekt SEPA zum Jahreswechsel abschließen werden. Und nach jüngsten Umfragen des DIHK sind es nur noch zwei Prozent aller Unternehmen, die noch nie von SEPA gehört haben.
Mit einer aktuellen Kurzbefragung möchte auch ibi research an der Universität Regensburg gemeinsam mit dem Bank-Verlag und van den Berg erneut den Status quo sowie den Fortschritt des Umstellungsprozesses ermitteln. Die Befragung „Ist Deutschland endlich auf der Zielgeraden?“ richtet sich an Unternehmen aller Größenklassen sowie Behörden und Vereine Die Teilnahme ist möglich unter www.sepa-wissen.de/umfrage 

 

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Zugang zu Dokumentationen über eine einzige Web-Plattform

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 19.11.2013. Am Rand einer Finanzkonferenz in Barcelona unterzeichnete die Deutsche Bank eine Vereinbarung mit dem Finanz-Kommunikationsdienstleister SWIFT über die Lizenzierung der Anwendung MyStandards. Die Web-basierte Anwendung soll die Handhabung und Verwaltung globaler Standard-Dokumentationen von Zahlungsdatei-Formaten sowie der entsprechenden Marktpraktiken in der Finanzwelt erleichtern und vereinfachen. Die Anwendung bietet eine umfassende Online-Zusammenstellung von Standards, wie etwa XML ISO 20022, in Verbindung mit einer leistungsstarken Sammlung von Funktionen auf einer einzigen Plattform. Sie ermöglicht den Nutzern auf einfache Weise, beispielsweise XML-Nachrichtentypen zu analysieren, zentral zu dokumentieren und zu pflegen und somit sämtliche mit Standards zusammenhängenden Informationen effizient einzusetzen. Die Anwendung gebe der Bank die Möglichkeit, die MT- und XML-Standards voll und ganz auf den Stand des Web 2.0 zu bringen, sagte ein Vertreter der Deutschen Bank. Die Richtlinien für Finanznachrichten mit einem einfachen Mausklick zu analysieren und gemeinsam zu nutzen ermögliche es, die Effizienz und Qualität interner wie externer Kommunikation zu verbessern. Im Gegenzug profitierten die Kunden vom bedarfsgerechten Zugang zu den aktuellsten Standard-Dokumentationen über eine einzige Web-Plattform, weil sie durch Nutzung einer konsistenten Dokumentation ein deutlich beschleunigtes Onboarding erführen. Die Implementierung der Anwendung werde im Cash Management der Deutschen Bank begonnen und danach auf alle unsere Geschäftsbereiche im Global Transaction Banking erweitert. 
 

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Technische Probleme erschweren den Endspurt

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 14.11.2013. Wenige Wochen vor der Einführung des einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums haben deutsche Finanzunternehmen immer noch technische Schwierigkeiten bei der Umstellung. Die größten Probleme bereite die neue SEPA-Mandatsverwaltung; vier von zehn Banken seien in diesem Bereich noch schwach aufgestellt. Bei Versicherungsunternehmen gebe es zudem Unregelmäßigkeiten bei der Umstellung auf IBAN und BIC. Das zeigt der vierte SEPA-Readiness-Index des Beratungsunternehmens PPI AG. Der Index fasst in einer Prozentreihe zusammen, wie weit Finanzfirmen bei der SEPA-Einführung sind.
Eine Hauptaufgabe bei der SEPA-Umstellung ist die Einführung einer Mandatsverwaltung. Spätestens zum Stichtag 1. Februar 2014 lösen SEPA-Mandate für die Basis- und Firmenlastschrift alle bisher verwendeten Abbuchungs- und Einzugsermächtigungen für den Zahlungsverkehr mit Geschäftskunden ab. Hierzu sind unter anderem Gläubiger-IDs und Vorankündigungen erforderlich. Vier von zehn Banken haben die Umsetzungsphase in diesem Bereich laut PPI noch nicht abgeschlossen. Einzelne Geldhäuser wüssten nicht, ob sie alle Auflagen im Bereich der Mandatsverwaltung zum SEPA-Stichtag abgeschlossen haben werden.
"Banken hatten teilweise ihre eigenen Transaktionen mit anderen Banken nicht ausreichend im Blick. Deshalb kommt es zu Schwierigkeiten", so Studienleiter Dr. Hubertus von Poser. Hinzu komme, dass die Kreditinstitute die Einführung der Mandatsverwaltung und die Anpassung der Lastschriftverfahren lange Zeit zu optimistisch gesehen hätten. Auch Assekuranzen hätten derzeit noch Probleme bei der Einführung der Mandatsverwaltung und der Anpassung der Lastschriftverfahren. Hinzu kämen bei jedem fünften Versicherer technische Schwierigkeiten bei der Umstellung der nationalen Kontonummer und Bankleitzahl auf ihre internationalen Nachfolger IBAN und BIC, vereinzelt auch bei den Anpassungen von Überweisungsvorgängen und bei der Umstellung der Datenformate DTA auf XML.
Die Banken seien dank erheblicher Kraftanstrengungen in den vergangenen Monaten mittlerweile zuversichtlich, in nahezu allen Bereichen rechtzeitig fertig zu werden. Schwieriger werde das bei den Geschäftskunden, die noch stärkere Unterstützung von den Banken bräuchten, so von Poser.
Der SEPA-Readiness-Index der PPI AG zeigt den Umsetzungsstand auf und differenziert dabei nach fünf inhaltlichen Ebenen: Umstellung auf IBAN/BIC, Überweisungsvorgänge, Lastschriftverfahren, Umstellung von DTA auf XML-Format sowie Einführung der Mandatsverwaltung.

 

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Kriminelle nutzen SEPA-Umstellung

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 8.11.2013. Kriminelle nutzen die Einführung neuer Regeln für Überweisungen und Lastschriften, um Spam zu verbreiten. Das hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik beobachtet. Die Betrüger tarnen ihre E-Mails als Informationsschreiben der Bank zur SEPA-Umstellung, tatsächlich schmuggelt die E-Mail aber einen Trojaner auf den Rechner des Opfers. Dagegen hilft den Angaben nach ein Virenscanner: Die meisten aktuellen Programme können solche Schädlinge erkennen und unschädlich machen. Nutzer sollten die gefährlichen E-Mails am besten direkt löschen und mitgelieferte PDF- oder ZIP-Dateien auf keinen Fall öffnen.

 

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“SEPA-proof statt SEPA-ready”

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 5.11.2013. "SEPA-ready ist nur die technische Fähigkeit eines IT-Systems", warnt Armin Gerhardt. Der Vorstandsvorsitzende der EFiS EDI Finance Service AG empfiehlt auch mittelständischen Unternehmen die Devise "testen statt warten". Welche Möglichkeiten sich dafür bieten und für mehr Sicherheit sorgen, zeigt das Unternehmen mit seiner Testbank, mit der jedes Unternehmen seine eigenen Zahlungsverkehrsprozesse simulieren kann. Der Vorteil: Auftretende Fehler führen hier nicht zu teuren Retouren oder Zahlungsausfällen, vielmehr erhält der "Tester" ein ausführliches Fehlerprotokoll und kann so mögliche Schwachstellen beheben. Der webbasierte Service des Zahlungsverkehrs-Spezialisten liefert sogar Kontoauszüge und hilft so sicherzustellen, dass alle IT-Systeme die Zahlungen richtig verbuchen können. So werde man "SEPA-proof" statt nur "SEPA-ready".
Viele Unternehmen und auch Vereine scheinen die unwiderrufliche Umstellung auf SEPA zum 1. Februar 2014 immer noch nicht zu realisieren. Bis Mitte September hatten erst 680.000 Unternehmen und 185.000 Vereine die erforderliche Gläubiger-ID bei der Bundesbank beantragt. Zum Vergleich: In Deutschland sind circa 3,6 Millionen Unternehmen und 0,6 Millionen Vereine registriert. Generell lag der Anteil von SEPA-Lastschriften (SDD) im dritten Quartal 2013 in Deutschland bei 0,68 Prozent. Auch bei den SEPA-Überweisungen liegen die Deutschen laut EFIS weit abgeschlagen im europäischen Umfeld: Während der Euroraum im dritten Quartal 2013 eine Quote von über 50 Prozent schaffte, waren es in Deutschland nur knapp 14 Prozent. Hunderttausende Mittelständler, Vereine, Behörden und andere Organisationen haben sich offenbar bisher kaum um dieses Thema gekümmert.



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SEPA-Umstellung dauert Tausende Personentage

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 4.11.2013. Die Umstellung auf den einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraum SEPA ist neben vielen anderen Problemen auch mit großem Personalaufwand verbunden. Bei einem kleinen Versicherer nimmt die Umstellung beispielsweise 1.000 bis 5.000 Personentage in Anspruch, bei einem größeren Unternehmen mit mehreren Standorten können dies aber leicht 25.000 Personentage werden. Die korrekte Erfassung der neuen Bankdaten und die dazugehörigen IT-seitigen Umstellungen kosteten Zeit und Geld, erläuterte ein Experte für Datenmanagement vom Softwareanbieter Uniserv. Neben dem personellen Aufwand stelle auch die Beschaffung der künftig geltenden Bankdaten eine Herausforderung dar, fuhr Holger Stelz fort. Gerade da, wo die Umstellung erst auf den letzten Drücker erfolge, wachse die Gefahr von technischen Pannen und von Liquiditätsengpässen mit möglichen Folgen für den Zahlungsverkehr.
Neue Kundendaten gelangen über verschiedene Wege in Datenbanken – per Eigenerfassung durch den Kunden im Web, über Außendienstmitarbeiter, Call Center oder externe Dienstleister. Dabei werden Daten jedoch häufig unvollständig oder fehlerhaft erfasst. Schon der kleinste Zahlendreher führe zu finanziellen Verlusten, warnte der Experte. denn fehlgeschlagene Überweisungen kosteten erhöhte Gebühren und wirkten sich auch negativ auf die Beziehungen zu Kunden und Zulieferern aus. Deshalb sei eine Plausibilitätsprüfung eine wichtige Hilfestellung auf dem Weg zur SEPA-Readiness. Mit ihrer Hilfe können Kunden einfach, bequem und zuverlässig die Bankverbindungsdaten ihrer Kunden und Partner auf Plausibilität checken und Strafgebühren bei Transaktionen mit falschen Bankdaten vermeiden. Zudem würden so Betrugsversuchen durch Falschregistrierungen oder bewusst falsche Angaben von Bankdaten entgegengewirkt. Zahlreiche Softwareanbieter haben verschiedenste Lösungen entwickelt, um für Unternehmen die Übergangsphase hin zum einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum zu vereinfachen.

 

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Paymill verstärkt Betrugsprävention

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 31.10.2013. Jorge Camacho ist neuer Head of Risk & Compliance des Online-Payment-Dienstleisters Paymill. Er kommt von Facebook, wo er in den vergangenen drei Jahren das Risikomanagement sowie Legal & Compliance verantwortete. Zu seinen neuen Aufgaben  gehören insbesondere die Risikosteuerung und -überwachung sowie die Betrugsprävention. Camacho kann auf über sieben Jahre Erfahrungen im Risikomanagement und in der Betrugsanalyse zurückblicken. Der 35-jährige Jurist war zuletzt Leiter EMEA für den Compliance-Bereich des Social Networks Facebook. Davor arbeitete er bei PayPal, wo er umfangreiche Erfahrung in der Online-Payment-Branche sammelte. Innerhalb des Credit Risk Departments betreute er große Händler in Sachen Betrugsprävention im Raum DACH, Großbritannien und Spanien. Der Münchner Online-Payment-Anbieter Paymill freut sich über den kompetenten Risk Management-Experten: „Mit Jorge holen wir uns einen extrem erfahrenen Spezialisten mit ins Boot. Wir sind überzeugt, dass unser Team mit dieser Verstärkung den Service im Bereich Risk Management weiter ausbauen kann und wir auch hier neue Wege gehen können", erklärt Mark Fabian Henkel, Mitgründer und Geschäftsführer von Paymill.

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SEPA-Start gelingt dank großer Kraftanstrengung

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 30.10.2013. Deutschlands Banken und Versicherer sind bei der Einführung des einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraums mittlerweile deutlich vorangeschritten und haben ihre SEPA-Readiness seit April um knapp 30 Punkte auf etwa 80 Prozent steigern können. Damit liegen die Unternehmen aber noch 15 Prozentpunkte unter den selbst gesteckten Zielen. "Dank enormer Kraftanstrengungen in den vergangenen Monaten werden deutsche Finanzunternehmen zum Stichtag am 1. Februar 2014 SEPA-ready sein", sagt Dr. Hubertus von Poser, Studienleiter und Experte für Zahlungsverkehr beim Beratungshaus PPI AG, das nun zum vierten Mal einen SEPA-Readiness-Index veröffentlicht hat und dazu 30 Kreditinstituten und 30 Assekuranzen befragte.
77 Prozent der Kreditinstitute und 83 Prozent der Versicherungsunternehmen nehmen externe Unterstützung in Anspruch, um die SEPA-Umstellung zu schaffen. Den größten Anteil macht dabei externe Software aus, gefolgt von externem Personal und dem Testen von SEPA-Transaktionen. Derzeit gehen mehr als 80 Prozent der Banken und Versicherer davon aus, dass ihre Branche ausreichend auf die SEPA-Umstellung vorbereitet ist. Es gibt allerdings vereinzelte Kreditinstitute, die noch nicht mit Gewissheit sagen können, ob sie im Bereich der Mandatsverwaltung alles rechtzeitig zum Abschluss bringen können.  Banken hätten den Aufwand für die SEPA-Einführung zunächst vollkommen Unterschätzt, behauptet von Poser: Für die gesamte SEPA-Umstellung rechneten die Kreditinstitute im Vergleich zu den Prognosen vor einem halben Jahr jetzt mit einem doppelt so hohen Aufwand, sagte er. Zuversichtlicher seien die Versicherer, denen der Studienleiter bescheinigt, sie hätten das Großprojekt SEPA sehr stringent in ihre Systeme implementiert. Der Studie zufolge haben die Versicherer  ihre bisherigen Einschätzungen für den Aufwand der SEPA-Einführung sogar etwas nach unten korrigiert.
Aber erst im kommenden Jahr werde sich zeigen, wie gut die jeweiligen Geschäftskunden auf SEPA vorbereitet seien. Die deutschen Finanzunternehmen seien aber für dieses Risiko vorbereitet. Für den Fall, dass eine signifikante Anzahl an Kunden ihre eigenen Systeme noch nicht rechtzeitig zum SEPA-Start umgestellt hat, verfügt knapp die Hälfte der Banken und Versicherungsunternehmen bereits über einen Notfallplan. "Viele weitere Finanzunternehmen konzeptionieren derzeit entsprechende IT- und Kommunikationslösungen", so von Poser.

 

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Keine 100 Tage mehr bis zum SEPA-Start

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 24.10.2013. Die SEPA-Zahlverfahren werden immer noch viel zu wenig genutzt. Ein Blick auf die Zahlen sei besorgniserregend, hieß es aus dem Bundesfinanzministerium. Im dritten Quartal 2013 lag der Anteil der SEPA-Überweisungen in Deutschland bei nur knapp 14 Prozent, der Anteil der SEPA-Lastschriften bei 0,68 Prozent. Wie mittlerweile bekannt sein müsste, dürfen Kreditinstitute ab dem 1. Februar 2014 gemäß der europäischen SEPA-Verordnung inländische und europaweite Überweisungen und Lastschriften in der Währung Euro nur noch im SEPA-Format annehmen und ausführen. In Deutschland fallen pro Arbeitstag rund 25 Millionen Überweisungen im Wert von 227 Milliarden Euro sowie gut 35 Millionen Lastschriften im Wert von rund 52 Milliarden Euro an, die allesamt umgestellt werden müssen. Das SEPA-Lastschriftverfahren wurde übrigens so gestaltet, dass es dem bisherigen deutschen Lastschriftverfahren weitgehend entspricht. Das gilt auch für das Recht, Buchungen wie bisher binnen acht Wochen widersprechen zu können.
„Wenn Unternehmen bis zum gesetzlich vorgeschriebenen Umstellungstermin nicht SEPA-fähig sind, drohen Liquiditätsengpässe und Kosten durch falsch oder verspätet abgewickelte Zahlungen. Dies gilt nicht nur für diejenigen, die bei der SEPA-Umstellung hinterherhinken, sondern auch für deren Geschäftspartner, Beschäftigte oder Kunden“, warnte Carl-Ludwig Thiele, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank, noch einmal. Banken, Unternehmen, Vereine und öffentliche Kassen müssten zum Stichtag voll SEPA-fähig sein, pflichtete Staatssekretär Hartmut Koschyk aus dem Finanzministerium bei. Nur für private Verbraucher gelte eine Übergangsfrist bis Februar 2016, in der sie noch Kontonummer und Bankleitzahl bei ihrer Hausbank nutzen könnten. Trotzdem sollten auch die Verbraucher aufmerksam sein. Wer in diesen Wochen von einer Firma, die Lastschriften vom Konto abbucht, eine Information zu SEPA erhält, sollte sicherheitshalber prüfen, ob die angegebene IBAN (International Bank Account Number) richtig ist, empfahl der Verbraucherzentrale Bundesverband. Ludger Gooßens, Mitglied des Vorstands des DSGV als diesjähriger Federführer der Deutschen Kreditwirtschaft, riet: Auch wenn vielfach die Vorbereitungen auf Hochtouren liefen, sollten alle Beteiligten unbedingt Zeit für Testläufe einplanen.
Verbraucherinnen und Verbraucher sind indes immer besser über SEPA und die IBAN informiert. Das zeigt eine Umfrage, die wiederholt im Auftrag der Deutschen Bundesbank durchgeführt wurde. Während im Dezember 2012 mehr als drei Viertel der Befragten noch nichts von SEPA gehört hatten, hat sich der Anteil im September auf unter 40 Prozent vermindert. Die IBAN kennen mittlerweile rund 80 Prozent der Verbraucher. Viele haben aber noch eher vage Vorstellungen vom einheitlichen europäischen Zahlungsverkehr.
Detaillierte Informationen dazu, was SEPA für den Einzelnen bedeutet und worauf zu achten ist, verbreitet das Bundesministerium der Finanzen in einem Videobeitrag. Sie finden diesen Film rechts oben auf unserer Website verlinkt unter SEPA-Erklärfilm.

 

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Last-Minute-Tipps für eine erfolgreiche Umstellung

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 16.10.2013. In weniger als 70 Arbeitstagen müssen alle elektronischen Zahlungen im SEPA-Format abgewickelt werden. Wer jetzt noch nicht mit der Umstellung begonnen hat, sollte schleunigst starten. Patentrezepte für die SEPA-Umstellung existieren dabei nicht. Unternehmen, die nicht mit Lastschriften arbeiten, könnten meist auf den Konvertierungsservice ihrer Bank zurückgreifen. Deutlich aufwändiger werde hingegen der Einzug von Lastschriften, erläuterte Ole Barkmann von der Pass Consulting Group. Hier stünden zwei Optionen offen: Ein Update der IT-Systeme oder die Nutzung eines Konverters, der die komplette SEPA-Business-Logik abdeckt. Vorteil dieser Variante ist laut Barkmann eine schnellere Projektabwicklung, da die bestehenden Systeme nur minimal angepasst werden müssten. Er erinnerte auch daran, dass SEPA kein reines IT-Projekt sei, sondern fast alle Unternehmensbereiche betreffe. Zunächst empfehle sich eine Ermittlung aller von der Umstellung betroffenen Geschäftsbereiche und –prozesse. Neben einer Analyse der Zahlungsströme gehöre eine Anforderungserhebung für die einzelnen Abteilungen mit ins Paket. Unter anderem müsse beispielsweise die Buchhaltung angepasst werden. Hier seien auch Kleinigkeiten wichtig, so erforderten etwa die Gehaltsüberweisungen eine Anpassung der Purpose-Codes. Wichtig sei es auch, flexibel zu bleiben. Denn anders als beim bisherigen DTA-Verfahren, das über Jahre ohne Änderungen auskam, werde es mit SEPA regelmäßig zu Anpassungen kommen. Schlussendlich dürfe man nicht vergessen, seine Änderungen auf ihre Tauglichkeit zu testen. Dazu könne man in der Regel mit seiner Hausbank Testzeiträume vereinbaren.

 

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Wien: Jedes zweite Unternehmen ist noch nicht SEPA-fit

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 10.10.2013. In Österreich ist aktuell ist nur jedes zweite Unternehmen bereit für den Einsatz der SEPA-Überweisung und des SEPA-Lastschriftverfahrens, teilte die Erste Bank mit. Die Wiener warnten nun ihre Kunden und speziell kleinere und mittlere Betriebe, im Hinblick auf die Umstellung auf den einheitlichen europäischen Zahlungsraum endlich aktiv zu werden und die interne Umstellung dafür rasch vorzunehmen. "Mit 1.Februar 2014 ist die letzte Phase der Euro-Umstellung abgeschlossen", sagte Jean-Yves Jacquelin, SEPA-Spezialist in der Erste Bank. Wer nicht rasch reagiere, riskiere im Februar Liquiditätsengpässe, offene Rechnungen oder Verzögerungen bei Gehaltszahlungen. "Die interne Umstellung bei den Unternehmen dauert rund drei Monate. Der Aufwand dafür wird nach wie vor unterschätzt", so Jacquelin weiter.
Das Ende von Kontonummer und Bankleitzahl gilt ab Februar sowohl für Inlands- als auch Auslandszahlungen. Alle Zahlungsaufträge die dann noch in diesem Format verschickt werden, können bei den Banken nicht mehr gebucht werden. Die Erste Bank bietet ihren Firmenkunden beim Umstellungsprozess einen IBAN-Konvertierungsservice an. Das heißt, Unternehmer können eine Liste mit den Bankdaten ihrer Geschäftspartner bei Ihrem Betreuer abgeben und bekommen eine auf IBAN gewandelte  Liste zurück.

 

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 SEPA-Umstellung: Hier drohen Zahlungsausfälle

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 7.10.2013. Der Countdown für die wichtigste Umstellung seit der Euro-Einführung im deutschen Zahlungsverkehr läuft, doch nur wenige Unternehmen, Behörden und Vereine haben ihn bislang wahrgenommen. Die meisten hinken bei der Umsetzung der Vorgaben zum einheitlichen europäischen Zahlungsraum SEPA ab dem 1. Februar 2014 deutlich hinterher. Dies zeigt die aktuelle Befragung "SEPA-Umsetzung in Deutschland", die ibi research nun zum zweiten Mal innerhalb von sechs Monaten zusammen mit dem Bank-Verlag, InterCard und van den Berg durchgeführt hat. Die komplette Studie sowie eine SEPA-Checkliste stehen unter folgendem Link kostenlos zum Download zur Verfügung: www.sepa-wissen.de
Es gibt viele Gründe, warum Unternehmen wenige Monate vor der endgültigen Umstellung noch nicht bereit für SEPA sind, seien es verspätete Software-Updates, technische Probleme, krankheitsbedingte Ausfälle von verantwortlichen Mitarbeitern oder einfach eine Unterschätzung der Tragweite des Projekts. Doch SEPA steht unmittelbar vor der Tür und vielen Unternehmen, Organisationen und Vereinen läuft die Zeit davon. Die europäische Gesetzgebung sieht vor, dass bereits zum 1. Februar 2014 die bestehenden nationalen Überweisungs- und Lastschriftverfahren abgeschafft werden. Ab diesem Zeitpunkt müssen die SEPA-Überweisung und die SEPA-Lastschrift verbindlich verwendet werden.
Für deren Nutzung sind jedoch zum Teil umfangreiche organisatorische und technische Anpassungen erforderlich: Vor allem für große Unternehmen stellt die erfolgreiche Einführung von SEPA einen hohen Aufwand dar. Sie rechnen mit einem Aufwand von durchschnittlich 1.654 Personentagen, bei kleinen Unternehmen sind es durchschnittlich 84, bei mittleren Unternehmen 359 Personentage. Zu den größten Herausforderungen zählen hierbei die Anpassung der internen IT-Systeme und die Einholung schriftlicher Lastschriftmandate, so die Studie. Trotz der Warnungen werden die meisten Schritte zur SEPA-Umstellung erst im 4. Quartal erfolgen. Das bedeutet, erste Testtransaktionen sowie die hauptsächliche Umstellung und der Abschluss von Restarbeiten erfolgen deshalb vielfach zu spät. Fallen Lastschrifteingänge aber aufgrund einer verspäteten Umstellung aus, kann es bei 27 Prozent der Befragten schon innerhalb von fünf Tagen zu Liquiditätsproblemen kommen. Deswegen sollten die verbliebenen drei Monate dringend genutzt werden, um die Umstellung noch zeitgerecht bewältigen zu können.

  

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SIBOS: SWIFT kündigt Preissenkung an

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 27.9.2013. SWIFT stellt erhebliche Preissenkungen für 2014 in Aussicht. Im Rahmen der SIBOS-Konferenz in Dubai erläuterte der SWIFT-Aufsichtsratsvorsitzende Yawar Shah, die FIN-Nachrichtenpreise würden ab 1. Januar 2014 um 20 Prozent reduziert, damit gebe man Einsparungen in Höhe von rund 52 Millionen Euro an die Nutzer weiter. Dies spiegle das Selbstverständnis der internationalen Genossenschaft wider, die Geschäftsprozesse ihrer Mitglieder effizient zu unterstützen. Diese zweite Preissenkung innerhalb von drei Jahren sei Teil der 2010 von SWIFT eingeleiteten Strategie, die Nachrichtenpreise bis 2015 zu halbieren. Drei bedeutende europäische Zentralverwahrer haben sich nun für die Anbindung an TARGET2-Securities über das „Value Added Network“ (VAN) von SWIFT entschieden. Clearstream will seine volle Connectivity für T2S über SWIFT-VAN in der dritten Welle ab September 2016 realisieren. Weitere Value-Added Services wie etwa Standards-Management und -Testing sind für zusätzliche Verbesserungen des T2S-Angebots vorgesehen. Die schweizerische Marktinfrastruktur SIX Securities Services (SIS) wird im Jahr 2015 über die SWIFT-VAN-Connectivity zu T2S migrieren. Auch der spanische Zentralverwahrer Iberclear hat entschieden, seine T2S-Verbindung über SWIFT-VAN mit Zusatz-Services im Februar 2017 in Betrieb zu nehmen.
Während der gesamten Konferenz, der weltgrößten Veranstaltung der Finanzindustrie, erwies sich das Thema Regulierung als beherrschend. Mit überwältigender Mehrheit bejahten die Teilnehmer die Frage, ob trotz des noch nie dagewesenen Regulierungsaufwands für die Finanzwelt nicht dennoch Risiken für eine neue Krise bestünden. Nach der Krise seien viele Vorgaben „in Panik“ eingeführt worden, die ursächlichen Probleme würden jedoch damit nicht gelöst. Limitiere man die Risiken einer Bank, so würden die Instrumente mit geringem Risiko und kleiner Marge zugunsten der ertragreicheren mit hohem Risiko aus dem Angebot geworfen und das Gegenteil von Krisenverhütung erreicht. In einer weiteren Diskussion stimmte mehr als die Hälfte des Auditoriums – darunter auch Regulatoren – der Aussage zu, dass „eine risikobasierte Strategie der kosteneffektivste Weg ist, ein globales Problem zu bewältigen.“
Eine SWIFT-Studie zur Nachhandels-Automatisierung verwies auf eine besondere Problematik bei den Bemühungen der Finanzinstitute zur Steigerung ihrer Effizienz angesichts des Aufwands für verschärfte Regulierungsauflagen. Die Studienergebnisse unterstreichen, dass neben der Regulierung Kosten- und Risikominimierung die wichtigsten Treiber für Standardisierung und Automatisierung sind. Die Erhöhung der Effizienz im Nachhandelsbereich werde jedoch oft durch knappe Investitionsmittel im Vorfeld behindert, obwohl in der Studie als meistgenannte Forderung ein „umfassender Einsatz standardisierter Nachrichten für die Kommunikation“ zitiert wird. Im Rahmen der Konferenz fand zudem ein intensiver Austausch über Themen wie Cyber-Kriminalität, „Big Data“ und Cloud-Computing statt, es gab engagierte Panel-Diskussionen über Zukunftsthemen wie Mobile Workforce und Mobile Banking. Beim neugeschaffenen Marktinfrastrukturen-Forum wurde das Angebot zum Austausch zwischen Repräsentanten von Zahlungsverkehr und Wertpapier-Marktinfrastrukturen rege genutzt für Themen wie Risikokonzentration oder Wettbewerbsauswirkungen von Regulierung und erweiterter Marktinfrastruktur-Nutzung. Das zentrale Thema ISO20022-Implementierung unter dem Aspekt der Vermeidung zusätzlicher Kosten durch Sicherstellung der weltweiten Interoperabilität, sowie die Zukunft von Standards im Zuge neuer technologischer Entwicklungen standen im Mittelpunkt des Standards-Forums der SIBOS.

 

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Kontaktloses Bezahlen mit dem Smartphone

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 18.9.2013. Als eine der ersten deutschen Banken bietet die Volkswagen Bank gemeinsam mit Visa Europe eine neue Lösung zum kontaktlosen Bezahlen mit dem Smartphone an. Das iPhone wird dabei zur elektronischen Geldbörse. Der neue Ansatz besteht aus einer Hülle für das Smartphone, in die eine NFC-Antenne (Near Field Communication) eingebaut ist. Die für die Zahlung notwendigen Daten sind auf einem sogenannten Secure Element in der Hülle gespeichert. Diese Daten sind Dritten nicht zugänglich. Sie werden ausschließlich im Rahmen der Zahlungsabwicklung verwendet. Mit der Hülle kann das iPhone zum kontaktlosen Bezahlen über Visa payWave genutzt werden. Dabei hält der Nutzer sein Smartphone einfach vor ein geeignetes Kartenlesegerät. Europaweit gibt es bereits mehr als eine Million Visa payWave-Akzeptanzstellen. Mit einer dazugehörigen App kann der Nutzer wählen, ob der vierstellige Passcode im Rahmen der Bezahlvorgänge bei jeder Transaktionshöhe, oder nur bei Transaktionen über 25 € abgefragt werden soll. Während der Pilotphase mit ungefähr 500 Kunden wird die neue Lösung zunächst mit dem iPhone 4/4S und 5 umgesetzt. 2014 soll das kontaktlose Bezahlen dann auch flächendeckend für Android-Smartphones zur Verfügung stehen.

 

 

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Bargeldloses Zahlen wird immer beliebter

Von Anja Kraus
KÖLN, 16.9.2013. Bargeld wird für immer mehr Bürger im alltäglichen Umgang immer unwichtiger, sie greifen stattdessen lieber und häufiger zu unbaren Zahlungsmethoden. Dabei sind alle Varianten des bargeldlosen Zahlungsverkehrs innerhalb der EU im letzten Jahr beliebter geworden: Ihre Gesamtzahl stieg um 4,2 % auf insgesamt 94,5 Milliarden Transaktionen. Karten wurden dabei mit 42 % am häufigsten eingesetzt, gefolgt von Überweisungen (27 %) und Lastschriften (24 %). Die nun veröffentlichte Statistik der Europäischen Zentralbank zeigt auf, dass 2012 in der EU 738 Millionen Karten mit Zahlungsfunktion im Umlauf waren, das ist ein Anstieg zum Vorjahr um 1,5 %. Umgerechnet auf die EU-Gesamtbevölkerung ergibt sich daraus ein Aufkommen von 1,46 Zahlungskarten pro Bürger. Und die Karten werden auch rege genutzt: 39,8 Millionen Mal zahlten die EU-Bürger 2012 mit einer Karte (Anstieg: 7,3 %), im Durchschnitt betrugen ihre Ausgaben dabei 51 Euro. Der Gesamtwert der Kartentransaktionen liegt bei zwei Billionen Euro. Um 7,9 % auf 9,7 Millionen stieg auch die Zahl der POS-Terminals, an denen man die Karten einsetzen kann; im Gegenzug sank die Zahl der Geldausgabeautomaten leicht auf jetzt 440.000.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass Deutschland im Bereich der Kartennutzung am Ende dieser EU-weiten Vergleichstabelle zu finden ist. Mit 17,47 % aller in Deutschland getätigten Transaktionen ist die Kartenzahlung hierzulande noch eher ein Stiefkind des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Lastschriften (48,4 %) und Überweisungen (33,8 %) dominieren demnach bei uns das Feld. In Dänemark (70 %), Portugal (68,6 %) und Schweden (65,5 %) sind Kartenzahlungen wesentlich beliebter. Nur die Bulgaren zahlen noch seltener per Karte als die Deutschen, geht aus der Statistik der EZB hervor. Allerdings muss man dabei auch berücksichtigen, dass in Deutschland sehr oft das Elektronische Lastschriftverfahren genutzt wird, so dass das tatsächliche Aufkommen von Kartenzahlungen in Deutschland wesentlicher höher liegen dürfte als in der hier genannten Statistik.
Weltweit betrachtet wuchs der bargeldlose Zahlungsverkehr im letzten Jahr auf geschätzte mehr als 333 Milliarden Transaktionen (+8,5 %), das sind fast 47 Transaktionen pro Erdbürger. Insbesondere die wirtschaftliche Erholung in den USA sowie der Einfluss der Schwellenländer hätten dazu beigetragen, heißt es im World Payments Reports 2013, der von der Capgemini-Gruppe und der Royal Bank of Scotland (RBS) erstellt wurde. Demnach verzeichneten die Region Zentraleuropa, Naher Osten und Afrika (CEMEA) sowie das aufstrebende Asien vor Lateinamerika ein größeres Wachstum als Nordamerika, Europa und das entwickelte Asien (Australien, Japan, Singapur und Südkorea). Trotzdem hätten die „reifen Märkte“ mit 76,9 % den weitaus größten Anteil an den weltweiten bargeldlosen Transaktionen. Die Autoren des Payment Reports gehen in ihren Prognosen davon aus, dass es noch etwa zehn Jahre dauern werde, bis hier ein Gleichgewicht erreicht sei. Sie werten den Anstieg der bargeldlosen Zahlungen als Zeichen für das vernetzte Leben. In den Schwellenländern erhielten mehr Menschen durch verschiedene Formen des Mobile Payments Zugang zu finanziellen Transaktionen. In den entwickelten Märkten hingehen führten vor allem kundenorientierte Innovationen dazu, dass Prepaid-Karten und virtuelle Währung an Zugkraft gewannen. Der Gebrauch von Debitkarten stieg im Jahr 2011 weltweit um 15,8 % auf 124 Milliarden Transaktionen an, der von Kreditkarten nahm um 12,3 % auf 57 Milliarden Transaktionen zu.

 

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Neuer Kopf für Fachbereich E-Payment

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 13.9.2013. Dr. Georg Wittmann von ibi research an der Universität Regensburg übernimmt zum 1. Oktober die Leitung des Fachbereichs E-Payment im Bundesverband der Dienstleister für Online-Anbieter. Der BDOA mit Sitz in Köln ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, Institutionen und Einzelpersonen aus den Bereichen Mehrwertdienste und E-Commerce. Seine Mitglieder erforschen, entwickeln und produzieren virtuelle Ausstattungen für Online-Dienste und Versandhandelsplattformen. Der im Sommer 2000 ins Leben gerufene Fachbereich E-Payment vereint bundesweit über 300 Fach- und Führungskräfte, Anwälte, Journalisten sowie Mitarbeiter aus staatlichen und zwischenstaatlichen Organisationen. Der Fachbereich steht noch bis Ende September 2013 unter der Leitung von Johannes F. Sutter von der SIX Payment Services (Germany) GmbH. Wittmann ist seit 2005 als Senior Consultant und Projektleiter am Forschungs- und Beratungsinstitut ibi research (www.ibi.de) tätig und hat seine Schwerpunkte in den Themen E-Commerce, E-Payment, SEPA und Zahlungsverkehr. Daneben ist er Projektleiter des E-Business-Lotsen Ostbayern und Mitautor des E-Commerce-Leitfadens. Die offizielle „Staffelstabübergabe“ findet im Rahmen des BDOA-E-Payment-Tags am 30. September 2013 in Wiesbaden statt.

 

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Lastschriften: Bisherige Praxis wird fortgeführt

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 12.9.2013. Das Bezahlen per Lastschrift im Onlinehandel soll auch nach der SEPA-Umstellung ab Februar 2014 möglich sein. Hartmut Koschyk, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, bekräftigte die Rechtsauffassung des deutschen Gesetzgebers nach einer Verständigung des SEPA-Rates dazu: „Weder die europäische SEPA-Verordnung noch das SEPA-Begleitgesetz ändern etwas an der Möglichkeit, Lastschriftmandate im Internet zu erteilen.“
Wie bisher auch entscheidet die Bank des Lastschrifteinreichers, ob sie im Internet erteilte Mandate akzeptiert. Ausschlaggebend sind weiterhin die vertraglichen Vereinbarungen zwischen dem Zahlungsempfänger und seinem Zahlungsdienstleiter. Den Zahlungsempfänger trifft wie bisher auch die Darlegungs- und Beweislast eines vom Zahler autorisierten Mandats. Carl-Ludwig Thiele, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank, begrüßte den erzielten Konsens darüber, dass sich an der bisherigen Geschäftspraxis grundsätzlich nichts ändern muss: „Dies ist ein wichtiges Signal für den deutschen Markt. Nun haben wir Klarheit bei der Nutzung der Lastschrift im Internethandel.“ Sowohl das Bundesministerium der Finanzen als auch die Deutsche Bundesbank sehen aber weiterhin den Bedarf, mittelfristig eine nutzerfreundliche europaweite Lösung für die elektronische Erteilung von Lastschriftmandaten (E-Mandat) zu entwickeln.

 


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DK: Anwendungswahl führt zu Verzögerungen

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 9.9.2013. Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) hat ein gemeinsames Positionspapier zum Vorschlag der EU-Kommission für eine Verordnung über Interbankenentgelte für kartengebundene Zahlungsvorgänge erarbeitet. Der Vorschlag der Kommission sieht unter anderem vor, EU-weit eine einheitliche Begrenzung dieser Interbankenentgelte bei Zahlungen im stationären Handel sowie bei Telefon und Internettransaktionen festzulegen. Bei Zahlungen mit Verbraucher-Debitkarten soll die Obergrenze bei 0,2 % des Transaktionswertes liegen, bei Kreditkarten bei 0,3 %. Die Interbankenentgelte sind neben Telekommunikations- und Hardwarekosten ein Teil der Abwicklungskosten, die Händlern durch die Akzeptanz von Kartenzahlungen entstehen.
Die DK begrüße das Ziel der EU-Kommission, durch Förderung sicherer, innovativer und effizienter Kartenzahlungen den europäischen Binnenmarkt zu stärken; dies stehe im Einklang mit den Bestrebungen der DK zur Etablierung moderner elektronischer Zahlverfahren, teilte die Interessenvertretung der kreditwirtschaftlichen Spitzenverbände mit. Mit dem Kommissionsvorschlag würde jedoch regulatorisch in den Markt eingegriffen. Es sei nicht abzusehen, in welchem Umfang ein Händler möglicherweise entstehende Kosteneinsparungen durch regulierte Interbankenentgelte bei der Kartenzahlung tatsächlich an den Verbraucher weitergeben werde. Deshalb bezweifelt die DK, ob das ursprünglich angestrebte Ziel von mehr Wettbewerb mit der pauschalen Deckelung der Entgelte erreicht werden könne. Im electronic cash-System beispielsweise sei bereits heute die Möglichkeit gegeben, dass die Händler mit den Kartenherausgebern die Entgelte für den Preis der Zahlungsgarantie und die Nutzung der Infrastruktur bei Banken und Sparkassen frei aushandeln. Diese Verhandlungsprozesse würden sukzessive weiter ausgebaut, das electronic cash-System werde ohne einheitliche Interbankenentgelte auskommen. In verhandelten Entgelten sieht die Deutsche Kreditwirtschaft einen geeigneten Mechanismus, um den Anforderungen der Kommission nach Markt und Wettbewerb nachzukommen. In diesen Fällen bestehe somit aus Sicht der DK keine Notwendigkeit für zentrale, regulative Vorgaben durch die EU. Der Kommissionsvorschlag sieht zudem eine Anwendungsauswahl vor, d. h. bei Karten, auf denen mehrere Zahlungsanwendungen vorhanden sind (Co-Badging Karte), soll der Karteninhaber an der Verkaufsstelle bei jedem Bezahlvorgang entscheiden, welche Anwendung jeweils genutzt werden soll. In Deutschland sind nach Angaben der DK fast alle der etwa 100 Millionen ausgegebenen Debitkarten Co-Badging-Karten. Die durchgängige Anwendungsauswahl würde deshalb eine permanente Verzögerung im Zahlungsablauf mit sich bringen. Das wiederum gefährdet nach Auffassung der DK das gemeinsame Ziel, bei Bezahlvorgängen mehr auf Kartenprodukte als auf Bargeld zu setzen. Aus Gründen der Praktikabilität und zur Förderung der Akzeptanz von elektronischen Zahlungsmedien wäre es besser, wenn der Kartenherausgeber im Vorfeld in Absprache mit dem Karteninhaber eine Priorisierung der Zahlungsanwendungen vornehme. Die DK will sich dafür einsetzen, dass die Kosten der Kartenzahlungen weiterhin balanciert zwischen Händlern und Verbrauchern aufgeteilt bleiben.

 

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Kartenbetrug im Onlinehandel auf dem Vormarsch

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 5.9.2013. Der Kartenbetrug im Online- und Versandhandel ist auf dem Vormarsch. Betrugsmuster, bei denen keine Karte vorgezeigt werden muss (card not present - CNP), machten im vergangenen Jahr 70 Prozent aller Betrugsfälle aus, die in Deutschland mit Hilfe des Falcon-Fraud Managers von FICO entdeckt wurden. Im Gegensatz dazu lag der Anteil des Betrugs mit gefälschten Karten bei nur 20 Prozent. Nun gelte es, einerseits Verluste durch CNP-Betrug zu verhindern, ohne dabei andererseits das Kundenerlebnis zu verschlechtern oder das Vertrauen in die Kartennutzung zu schwächen, sagte Martin Warwick, Fraud Chief des Softwareanbieters. Der CNP-Betrug betreffe jede Art von Akzeptanzstellen. Deshalb müssten sich die Kartenherausgeber intensiv mit den Gewohnheiten der Karteninhaber beim Online-Einkauf befassen. Eine neue Technologie ermögliche es nun dem Kartenherausgeber, ein untypisches Kaufverhalten, das aus dem üblichen Rahmen eines Verbrauchers heraussteche, noch besser zu entdecken. So könnten Betrugsversuche frühzeitig abgewehrt werden, ohne rechtmäßige Transaktionen zu verzögern.
Betrugsmuster, bei denen eine Karte vorgelegt werden muss, spielen sich – anders als bei der CNP-Variante – in selektierten Kategorien ab. Kriminelle seien immer auf der Jagd nach Bargeld oder ersatzweise Waren, die sich leicht zu Geld machen lassen. Deshalb stehen neben Geldautomaten auch der Kauf von Schmuck, Elektronikartikeln und der Einkauf in Supermärkten im Fokus. Ein simple Methode, die Pläne von Kriminellen zu durchkreuzen, sei die Kombination von Analytik mit strengeren Betrugsregeln für diese Produktkategorien einerseits, sowie andererseits gelockerten Bestimmungen für gute Kunden, die auch üblicherweise solche Artikel kauften, erläuterte Warwick. Wichtigste Triebfeder für Gauner bleibe aber immer noch das Bargeld. Der grenzübergreifende Geldautomaten-Betrug macht nach Angaben von FICO ein Drittel des Gesamtvolumens von Betrugsmustern aus, bei denen einen Karte benutzt werden muss. Insgesamt habe Deutschland im letzten Jahr einen Anstieg des Kartenbetrugs erlebt. Seit 2006 sind die Verluste durch Betrug um 140 Prozent gestiegen, weist die Fraud Map des Unternehmens aus.
Diese Zahlen spiegeln aber nicht den gesamten Markt wieder. Die aktuelle Untersuchung basiert nur auf einer Analyse von Daten deutscher Kartenherausgeber, die den Falcon Fraud Manager einsetzen. Diese Lösung schützt eine von drei Zahlungskarten in Deutschland. Die Daten dieser Karten werden dann vom FICO Falcon Fraud Konsortium ausgewertet.

 

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Zuordnung von BIC zu LEI

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 3.9.2013. Der Finanzdienstleister SWIFT betreibt nun eine neue Datenbank für die Zuordnung der Business Identifier Codes (BICs) zu den Legal Entity Identifiers (LEIs). Die BIC-zu-LEI-Datenbank ermöglicht es den SWIFT-Nutzern, BIC-Stammdaten sicher, einfach und kostengünstig den Stammdaten der öffentlichen LEI-Datenbank zuzuordnen. Angesprochen sind vor allem Wertpapier-Dienstleister, die durch erleichtertes Identifizieren und Abgleichen von Kontrahenten ihr Reporting im Derivatehandel wesentlich vereinfachen können. Wertpapier-Dienstleister stehen unter dem Druck, das Reporting infolge von Regulierungsvorschriften für die eindeutige Identifizierung von Kontrahenten durch die LEI-Kennziffer zu verbessern. Rechtsgrundlagen sind der Dodd-Frank Act – ein US-Bundesgesetz von 2010 zur Finanzmarktstabilisierung nach der Finanzkrise von 2007-2009 – und die European Market Infrastructure Regulation (EMIR). Der Business Identifier Code (BIC) ist eine von SWIFT vergebene, nach dem Standard ISO 9362 formatierte Identifizierungskennziffer sowohl für Finanzinstitutionen als auch Nicht-Finanzinstitutionen. SWIFT hat weltweit mehr als 100.000 BICs – und damit die international meistgenutzten Identifizierungskennziffern für Finanzinstitutionen – vergeben. Die Ankündigung vom Mai dieses Jahres, die SWIFTRef-Plattform täglich zu aktualisieren, gilt auch für die BIC-zu-LEI-Datenbank. Monatlich werden im Durchschnitt annähernd 1.400 BICs einmal oder mehrmals geändert. Kunden des SWIFTRef Bank Directory Plus können jetzt schon die BIC-zu-LEI-Zuordnung über das Download-Portal der SWIFTRef-Website und über FileAct – den normalen Datentransferdienst von SWIFTRef – nutzen. Ein Zugang ist auch im Online-Tool „Bankers World Online” verfügbar.

 

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Steria treibt Industrialisierung im Zahlungsverkehr voran

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 29.8.2013. Der bargeldlose Zahlungsverkehr in Europa nimmt kontinuierlich zu. In Deutschland gab es 2011 rund 18 Milliarden Transaktionen. Frankreich verzeichnete mit 17,5 Milliarden ein ähnlich starkes Aufkommen. Um dieses Volumen zu bewältigen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, brauchen Kreditinstitute eine Abwicklung nach dem Vorbild der Industrie. Eine solche Fabriklösung stellt Transactis dar. Steria liefert hierfür mit der Front-Office-Banking-Lösung „Stecard“ die Grundlage für die Abwicklung von mehr als vier Milliarden Transaktionen im Jahr. Der Wettbewerb der Banken um Privatkunden wird schärfer. Vor dem Hintergrund stärkerer Regularien und riskanter Kapitalmarktgeschäfte rückt das Retail-Geschäft wieder stärker in den Fokus. Um vor der Konkurrenz zu bestehen, sind Geldhäuser auf IT-Systeme angewiesen, die die Produkteinführungszeit für neue Banking-Angebote beschleunigen und Transaktionskosten senken. Um diese Herausforderung zu meistern, haben die französischen Grossbanken La Banque Postale und Société Générale den Dienstleister Transactis gegründet, deren multibankfähige Fabriklösung entscheidend auf der Stecard-Lösung von Steria basiert. Einer der grössten Vorteile dieser besonders flexiblen und vielseitig einsetzbaren Lösung besteht darin, dass sie die schnelle Entwicklung neuer Banking-Dienste ermöglicht. Dies wiederum erhöht die Zufriedenheit der Bestandskunden und hilft, neue Kunden zu gewinnen.

Die Software Stecard wurde von La Banque Postale bereits vor Einführung von Transactis genutzt und bildet nun die Basis für die Front-Office-Abläufe der neuen Lösung. Steria stellt und betreibt damit die Software für die Autorisierung von etwa vier Milliarden Kundentransaktionen im Jahr und ermöglicht damit Zahlungen und Auszahlungen fuer 20 Millionen Karten an 170.000 Zahlungsterminals und 11.000 Geldautomaten.
Neben den beiden Grossbanken begann 2012 auch Crédit du Nord mit der Plattform-Migration, um die sich Steria ebenfalls kümmerte. Mit Stecard besitzt Transactis alle Vorteile eines flexiblen, optimierten Systems. Die Multi-Bank-Funktionalität von Stecard ist eine echte Bereicherung, weil dadurch die IT-Umgebung der einzelnen Banken vereinfacht wird und alle Benutzer auf das gemeinsame Front-Office-Management zugreifen können.

 

 

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Bestandsaufnahme: SEPA-Migration in Deutschland

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 27.8.2013. Der Countdown für die wichtigste Umstellung seit der Euro-Einführung im deutschen Zahlungsverkehr läuft, doch nur wenige Unternehmen, Behörden und Vereine haben ihn bislang wahrgenommen: Die meisten hinken bei der Umsetzung der verbindlichen und auf den 1. Februar 2014 terminierten Vorgaben zum einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA) deutlich hinterher. Die am 20. August veröffentlichte Studie („SEPA-Umsetzung in Deutschland“, www.sepa-wissen.de oder hier) ergab: Erst ein Drittel der Unternehmen nutzt bereits Überweisungen im SEPA-Format und auch bei den Lastschriften handelt ein Großteil des deutschen Mittelstandes auf den letzten Drücker. Insgesamt hat lediglich gut jede fünfte Organisation bislang nur vage Vorstellungen von den Folgen der Umstellung. ibi research und BITKOM analysierten das SEPA-Bewusstsein und den Status quo in der Bundesrepublik mit der „Bestandsaufnahme zur SEPA-Migration in Deutschland“ und kamen zu folgenden drei zentralen Problemfeldern: Ein Ressourcenengpass und eine Last-minute-Umstellung, die Unsicherheiten bei der zukünftigen Nutzung von Lastschriften ohne schriftliche Mandate sowie Reputationsrisiken für den Euro und das Bankensystem.

Problem 1: Ressourcenengpass und eine Last-minute-Umstellung
Rund 30 Prozent der Befragten planen erst zum Stichtag 1. Februar 2014 die ausschließliche Nutzung der SEPA-Überweisung, bei der bislang noch deutlich geringer eingesetzten SEPA-Lastschrift verhält es sich ähnlich – dadurch sind technische und personelle Ressourcenengpässe vorprogrammiert. So gab in der Studie jedes vierte (27 Prozent) Unternehmen, das SEPA-Lastschriften nutzt oder dies vorhat, an, innerhalb von 5 Tagen durch fehlende Lastschrifteingänge Liquiditätsprobleme zu bekommen. Die Folgen einer verspäteten Umstellung auf SEPA können laut ibi research verhängnisvoll sein. Viele unvorbereitete Unternehmen, die ein mittleres bis hohes Lastschriftaufkommen haben, könnten ab Februar 2014 durch Zahlungsstörungen in der Existenz bedroht sein. Denn ab 1. Februar 2014 müssen Überweisungen und Lastschriften im Euroraum verbindlich in den seit einigen Jahren existierenden SEPA-Formaten abgewickelt werden. Transaktionen im alten Format werden aufgrund der EU-Verordnung ab diesem Zeitpunkt nicht mehr von den Banken ausgeführt. Von der Umstellung betroffen sind deshalb sämtliche Abteilungen eines Unternehmens, die mit bargeldlosem Zahlungsverkehr zu tun haben: etwa IT, Buchhaltung, Vertrieb, Einkauf oder die Personalabteilung. Die Verantwortung für das SEPA-Projekt sollte daher die höchste Management-Ebene übernehmen. Die Umstellung der elektronischen Zahlungsprozesse ist für zahlreiche Unternehmen ähnlich komplex wie das Jahr-2000-Problem oder die Einführung des Euro.

Problem 2: Fehlender Konsens bei nicht schriftlichen Lastschriftmandaten
Vor allem die beliebte und preiswerte Lastschrift bei Internet-Käufen und telefonisch vereinbarten Einzügen ist in Gefahr. Der Grund ist das bei SEPA erforderliche Mandat: Es ermächtigt einen Lastschrifteinreicher, bei der Bank des Kunden Geld einziehen zu dürfen. Bislang wurden diese Einzugsermächtigungen in der Regel häufig nicht schriftlich erteilt. Laut den Standard-SEPA-Vorgaben der Banken muss ein solches Mandat nun aber in schriftlicher Form vorliegen – das würde einen hohen Mehraufwand für viele Unternehmen bedeuten, zahlreiche Geschäftsmodelle infrage stellen und eine Abkehr von der gängigen Praxis bedeuten. Laut der Studie haben 75 Prozent aller befragten Unternehmen mindestens 25 Prozent nicht schriftlich vorliegende Einzugsermächtigungen. Außerdem plant im Moment schon jeder zehnte Online-Händler, die Lastschrift als mögliches Bezahlverfahren in seinem Webshop abzuschaffen. Da der deutsche Gesetzgeber keine besonderen Formvorschriften für das SEPA-Mandat vorsieht, hat ibi research die Hoffnung, dass ein von allen Beteiligten getragener Konsens zur Sicherung des Status quo bei der Lastschrift erreicht wird. Denn angesichts von nur noch rund 110 Arbeitstagen bis zum Enddatum der nationalen Verfahren drängt die Zeit: Es gibt viel zu tun und keinen Plan B – die Migration auf das bereits seit 2008 existierende SEPA ist gesetzlich vorgeschrieben. Eine Last-minute-Umstellung habe manchmal Vorteile, aber sicherlich nicht bei SEPA. Insbesondere Unternehmen, die viele Lastschriften verarbeiten und die noch nicht in der Testphase der neuen Zahlungsverfahren sind, könnten Probleme bekommen.

Problem 3: Drohende Reputationsverluste für den Euro und das Bankensystem
Die schweren Folgen einer verspäteten Umstellung könnten zudem negative Auswirkungen auf das Image des Euro und des gesamten Bankensektors haben: Da im Gegensatz zu anderen Großumstellungen wie den Postleitzahlen oder der Einführung des Euros als Bargeld weder derzeit eine breite Medienresonanz noch eine groß angelegte öffentliche Bewerbung wahrzunehmen sind, drohen entsprechende Reputationsverluste.
Gegen die SEPA-Flaute und die zum Teil massive Anti-SEPA-Stimmung im Markt helfe nach Meinung von Stahl und van den Berg neben der angesprochenen Aufrechterhaltung der bestehenden Praxis bei der Lastschrift nur eine umgehende, wirkungsvolle Sensibilisierung der Unternehmen: Schließlich bringe der einheitliche europäische Zahlungsverkehr nach der mühevollen Umstellung langfristig auch Vorteile.

Die „Bestandsaufnahme zur SEPA-Migration in Deutschland“ kann unter www.sepa-wissen.de kostenlos abgerufen werden.

 

 

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SEPA – Zahlungsdienstleister und Kunden müssen umstellen

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 22.8.2013. Aufgrund europäischer Vorgaben dürfen ab dem 1. Februar 2014 Überweisungen und Lastschriften nur noch im SEPA-Format (Single Euro Payments Area – einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum) ausgeführt werden. Damit soll ein EUweit integrierter Markt für elektronische Zahlungen in Euro geschaffen werden. Um zu klären, ob die Zahlungsdienstleister zum Stichtag technisch und organisatorisch in der Lage sein werden, den Zahlungsverkehr in SEPA abzuwickeln, führte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im Juli 2013 eine Erhebung bei den Zahlungsdienstleistern durch. Das Ergebnis: Es ist davon auszugehen, dass die deutschen Zahlungsdienstleister SEPA-fähig sind. Sie sind für SEPA organisatorisch grundsätzlich gut aufgestellt, ihre Geschäftsprozesse sind bereits weitestgehend an SEPA angepasst. Die Bankkunden können sich darauf verlassenen, dass ihre Zahlungsdienstleister schon jetzt in der Lage sind, SEPA-Zahlungen durchzuführen.

Kritisch werden jedoch vor allem zwei Punkte gesehen:
Erstens: Die IT-Systeme, die die Zahlungsdienstleister für die Abwicklung des Zahlungsverkehrs nutzen, müssen technisch angepasst werden. Die Zeit, die nach den letzten Abschlussarbeiten bis zur endgültigen Umstellung am 1. Februar 2014 verbleibt, ist nach Ansicht der BaFin sehr knapp. Denn die Zahlungsdienstleister müssen unerwartete Störungen rechtzeitig auffangen können. Dabei ist zu berücksichtigen, dass 93 Prozent der Zahlungsdienstleister bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs externe IT-Dienstleister nutzen. Die technische Umstellung auf das SEPA-Format liegt daher maßgeblich in deren Händen. Die Institute sind jedoch aufsichtsrechtlich dafür verantwortlich, dass ihre Dienstleister die letzten technischen Anpassungen zeitgerecht abschließen. Zweitens: Die Zahlungsdienstleister verfügen noch nicht über ausreichende Kenntnisse über den SEPA Umsetzungsstand ihrer Kunden. Für eine fristgerechte SEPA-Umstellung ist es jedoch erforderlich, dass die Zahlungsdienstleister umfassend über die SEPA-Fähigkeit ihrer Kunden informiert sind, insbesondere über die der Lastschrifteinreicher. Mehr als die Hälfte der Zahlungsdienstleister kann zur SEPA-Fähigkeit ihrer Kunden keine Aussage treffen. Es wird von den Zahlungsdienstleistern erwartet, dass sie einzelne Kunden und Kundengruppen, die Lastschrifteinreicher sind, gezielt ansprechen und entsprechend unterstützen. Zwar bemühen sich die Zahlungsdienstleister bereits seit dem Jahreswechsel 2011/12 auf vielfältige Weise, die unterschiedlichen Kundengruppen über die SEPA-Umstellung zu informieren. Die Zahlungsdienstleister unterstützen insbesondere Firmenkunden bei der Umwandlung ihrer Kundenstammdaten und bei der Umstellung auf die SEPABasis- und die SEPA-Firmenlastschrift. Dennoch sind nach Einschätzung der Zahlungsdienstleister lediglich ein Drittel der Firmenkunden vollständig auf SEPA vorbereitet. Den höchsten Informationsbedarf sehen sie bei kleinen und mittleren Unternehmen sowie bei Vereinen. Besonders schleppend läuft die Umstellung bei der Kundengruppe der Lastschrifteinreicher: SEPA-Lastschriften machen hier deutlich unter einem Prozent aus.

Hintergrund
In Deutschland gibt es 1.783 Zahlungsdienstleister. Die meisten davon sind Kreditinstitute. Alle Zahlungsdienstleister nahmen an der BaFin-Erhebung teil. Sie hatten 51 Fragen zu beantworten, die sich auf die Sachgebiete Organisation, technische Umsetzung, Statistik der SEPA-Zahlungen und Kundenkommunikation bezogen. Mit SEPA, dem einheitlichen Euro Zahlungsverkehrsraum, werden neue, europaweit einheitliche Verfahren für den bargeldlosen Zahlungsverkehr eingeführt. Sie gelten für Euro-Zahlungen in den 28 EU-Staaten, Island, Liechtenstein, Norwegen, Monaco und der Schweiz. Ab dem 1. Februar 2014 müssen Überweisungen und Lastschriften in diesen Ländern nach den SEPAVerfahren durchgeführt werden.

 

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Öffentliche Verwaltung soll Rechnungen künftig elektronisch austauschen

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 22.8.2013. In einer aktuellen Studie wird der öffentlichen Verwaltung in Deutschland Wege für eine Umstellung auf den elektronischen Austausch von Rechnungen aufgezeigt. Die Studie wurde von Wissenschaftlern der Goethe-Universität gemeinsam mit Experten der Bonpago Gmbh durchgeführt.

In Deutschland werden jährlich rund 32 Mrd. Rechnungen und Kassenbelege ausgetauscht, davon rund 120-140 Mill. mit der öffentlichen Verwaltung. Der Anteil elektronischer Rechnungen liegt dabei im einstelligen Prozentbereich. Die EU Kommission hat im Juni 2013 vor dem Hintergrund der „Digitalen Agenda für Europa“ einen Richtlinienentwurf präsentiert, der öffentliche Verwaltungen der Mitgliedsstaaten dazu verpflichten soll, binnen 48 Monaten eine Infrastruktur für den Empfang elektronischer Rechnungen bereit zu stellen. So will die EU Einsparungen von bis zu 2,3 Mrd. EUR verwirklichen. Die Herausforderung für die Autoren bestand nun darin, unter einer Vielzahl von Lösungsansätzen zum elektronischen Rechnungsaustausch den anhand von Kosten- und Nachhaltigkeitsaspekten besten Weg für die öffentliche Verwaltung auszuwählen. Als Empfehlung für den elektronischen Rechnungsaustausch zwischen Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung wird der Versand der Rechnung als PDF-Anhang einer E-Mail mit integriertem Datensatz, der idealerweise die Kopf- und Positionsdaten der Rechnung in einem Standardformat beschreibt gegeben. Dieser Übertragungsweg ermöglicht die elektronische Weiterverarbeitung durch Einspeisung der Rechnungsdaten in die nachgelagerten Systeme und setzt außerdem eine niedrige Teilnahmeschwelle, von der insbesondere kleine und mittlere Unternehmen profitieren.

 

 

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Deutschland bei SEPA immer noch weit zurück

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 21.8.2013. Ab 1. Februar 2014 gilt SEPA (Single Euro Payments Area), der einheitliche Binnenmarkt im Euro-Zahlungsverkehr. Dann können Verbraucher und Unternehmen grenzüberschreitend in 32 europäische Länder genauso einfach und bequem zahlen wie hierzulande. Erforderlich dafür ist die Verwendung der internationalen Kontonummer IBAN (International Bank Account Number).
Schon jetzt ist die Umstellung auf SEPA-Überweisungen in einigen Ländern weit fortgeschritten, in Finnland sogar schon zu 100 Prozent. Andere Staaten hinken hinterher. Gerade auch Deutschland, wo der Anteil der SEPA-Überweisungen erst neun Prozent erreicht hat (siehe Grafik). Bei Lastschriften sieht es übrigens noch schlechter auch: Nur 0,14 Prozent der Lastschriften werden als SEPA-Lastschriften ausgeführt. Die Umstellung auf IBAN mag für viele Bankkunden ungewohnt sein, sie bringt aber auch handfeste Vorteile: So gibt es einen Schutz vor Tippfehler: Eine Prüfzahl verhindert, dass die Überweisung bei einem Schreibfehler in der Kontonummer ausgeführt wird. Und Überweisungen ins EU-Ausland sind im neuen SEPA-Verfahren nicht teurer als im Inland. Zudem müssen Überweisungen dem Zahlungsempfänger am nächsten Bankarbeitstag gutgeschrieben sein.


Die Grafik ist hier abrufbar.

 

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Auch Vereine müssen auf SEPA umstellen

Von Anja Kraus
KÖLN, 2.8.2013. In Deutschland gibt es rund 600.000 eingetragene Vereine, und im statistischen Durchschnitt ist jeder Deutsche Mitglied in mindestens einem davon. In fast jedem Verein sind Beiträge fällig, die zumeist per Lastschrift eingezogen werden. Vielen Vereinsvorständen in Deutschland sei aber noch nicht bewusst, dass auch sie ihren Zahlungsverkehr spätestens zum Beginn des neuen Jahres auf das einheitliche europäische SEPA-Zahlungsverkehrssystem umstellen müssen, hat die Deutsche Postbank festgestellt. Offenbar gehen die meisten Vereins-Kassierer noch davon aus, dass das Lastschriftverfahren zum Stichtag 1. Februar 2014 automatisch auf SEPA-Lastschriften umgestellt werde. Das sei in vielen Fällen aber nicht möglich, weil die alten Einzugsermächtigungen nicht die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Umstellung in ein Mandat für das SEPA-Lastschriftverfahren erfüllen, erklärte die Postbank.
Auch die Deutsche Bundesbank widmet sich mit einer Veranstaltungsreihe "SEPA für Vereine" den Belangen dieser speziellen Gruppe. Sie bestätigte, bestehende Einzugsermächtigungen würden automatisch auf SEPA-Mandate umgestellt. Allerdings müsse der Verein seine Mitglieder vor dem ersten Einzug schriftlich über die Umstellung auf den SEPA-Lastschrifteinzug informieren. Die Deutsche Bundesbank bietet dazu ein Musterschreiben für Vereine an.
Das komplette Prozedere ist etwas aufwändig und zeitraubend, aber eine genaue Einhaltung der Formvorschriften ist unerlässlich. Wer dabei Formfehler macht, riskiert nach Auskunft der Postbank die Nichtigkeit der Mandate und damit eine schlechte Rechtsposition bei eventuellen Lastschriftrückgaben.
Um am SEPA-Lastschriftverfahren teilnehmen zu können, muss der
Zahlungsempfänger, also der Verein, zunächst von seinem Zahlungsdienstleister dafür zugelassen werden, und schließt dazu eine entsprechende Vereinbarung mit der Bank ab. Dann benötigt der Verein für das Lastschriftverfahren eine Gläubiger-Identifikationsnummer (Gläubiger-ID), die über das Internet bei der Bundesbank beantragt werden kann. Die Deutsche Bundesbank empfiehlt, diesen Prozess möglichst bis Ende Oktober 2013 abzuschließen.
In seinem Informationsschreiben an das zahlungspflichtige Mitglied muss der Verein über den Wechsel in Textform unterrichten und dabei seine Gläubiger-ID und eine Mandatsreferenz mitteilen. Die Gläubiger-ID ist eine kontounabhängige und weltweit eindeutige Kennung, die den Verein als Zahlungsempfänger und Lastschrift-Einreicher zusätzlich identifiziert. Diese Benachrichtigung muss genau wie die ursprüngliche Einzugsermächtigung aufbewahrt werden, um sie im Falle von Lastschriftwidersprüchen als Beweis vorzeigen zu können. Die Mandatsreferenz ist ein vom Zahlungsempfänger individuell vergebenes Kennzeichen eines Mandats (zum Beispiel die Mitgliedsnummer im Verein), sie bezeichnet in Verbindung mit der Gläubiger-ID das jeweilige Mandat. Der Verein benötigt eine Verwaltung seiner SEPA-Lastschriftmandate. Die Vorabinformation stellt nach den Inkassobedingungen des jeweiligen Kreditinstituts eine Verpflichtung des Gläubigers (Verein) an den Zahler (Vereinsmitglied) dar. Der Verein muss dem Mitglied rechtzeitig vorher, in der Regel sind das mindestens 14 Kalendertage, das Fälligkeitsdatum und den genauen Betrag des Einzugs schriftlich mitteilen.
Schließlich müssen noch alle Kontonummern und Bankleitzahlen umgewandelt werden in IBAN (International Bank Account Number) und BIC (Bank Identifier Code). Bei der Umwandlung dieser Nummern helfen eine Reihe von Services im Internet, etwa das IBAN-Service-Portal des Bank-Verlags (www.iban-service-portal.de). Hat ein Verein mehrere Konten, so erhält er für jedes Konto auch eine separate IBAN.
„Das ganze Prozedere erledigt sich nicht im Handumdrehen, und man muss sich schon genau auskennen mit den formellen und technischen Anforderungen", warnte Reiner Ramacher, Bereichsvorstand Geschäfts- und Firmenkunden der Postbank. "Wer damit zu spät anfängt oder Fehler macht, könnte ab Februar 2014 beim Lastschrifteinzug blockiert sein und Liquiditätsprobleme bekommen." Weitere Informationen zu diesem Thema findet man auch unter www.sepadeutschland.de oder www.postbank.de/sepa-business.

 

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Unternehmen können auf deutsche Banken zählen

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 1.8.2013. Die deutschen Banken hätten im Hinblick auf die Umsetzung des einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraums SEPA ihre Hausaufgaben gemacht. Bei den großen Instituten seien alle technischen Klippen umschifft und die Banken könnten sich „nun darum kümmern, auch in den Unternehmen alle Abläufe SEPA-fit zu machen“, stellte Bernd Richter vom Beratungsunternehmen Capco im Rahmen eines Marktüberblicks fest. Alle befragten Banken hätten versichert, dass Unternehmen bei der SEPA-Vorbereitung auf die Unterstützung ihrer Bank zählen können. Vor allem Großunternehmen seien gut aufgestellt, wohingegen mittlere und kleine Unternehmen sowie Vereine oft noch viel Arbeit vor sich hätten. Generell aber zähle Deutschland zu den Ländern, die „sehr schlecht“ auf die SEPA-Umstellung vorbereitet sind. Als Beleg für diese These ziehen die Berater den im März 2013 veröffentlichten "SEPA Migration Report“ der EZB heran. Sie sehen einen Grund für die bislang noch nicht flächendeckende Umsetzung aller SEPA-Erfordernisse unter anderem in den Sonderszenarien, die gerade bei global agierenden Banken für Zusatzaufwand sorgten. So sei beispielsweise in Spanien in Absprache mit dem spanischen Bankenverband Asociación Española de Banca und dem spanischen Sparkassenverband CECA vereinbart worden, dass übergangsweise noch bis 2016 ein modifiziertes Altformat parallel akzeptiert werden müsse. Die spanischen Sozialkassen beriefen sich sogar auf eine Ausnahmegenehmigung, die ihnen die Nutzung des bisherigen Formats bis 2016 erlaube. In der Konsequenz müssten nun mehrere Formate parallel angeboten und verarbeitet werden können, erklärte Capco.

 

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Deckelung der Kartengebühren kommt

Von Anja Kraus
KÖLN, 25.7.2013. Die Europäische Kommission hat nun zwei Legislativ-Vorschläge angenommen, um die Interbankenentgelte bei Zahlungen mit Kredit- und Debitkarten zu reduzieren (siehe dazu auch unsere Meldung vom 19.7.2013). Darüber hinaus soll die Nutzung von Internet-Zahlungsdiensten erleichtert werden. Die Kommission will damit nach eigenen Angaben den Zahlungsverkehrsmarkt in der EU „fit für den Binnenmarkt“ machen und das Wirtschaftswachstum fördern. Binnenmarkt-Kommissar Michel Barnier hält den Zahlungsverkehrsmarkt in der EU für zu teuer. Er verursache mit 130 Mrd Euro pro Jahr Kosten von mehr als einem Prozent der Wirtschaftsleistung. „Das kann sich unsere Wirtschaft nicht leisten. Unser Vorschlag wird Internet-Zahlungen für Einzelhändler und Verbraucher billiger und sicherer machen“, sagte Barnier, der von  „ungerechtfertigt hohen Gebühren“ sprach. Wettbewerbs-Kommissar Joaquín Almunia glaubt, die Händler würden die Einsparungen, die sie nun machen, durch niedrigere Einzelhandelspreise an die Verbraucher weitergeben.
Die geänderte Zahlungsdienste-Richtlinie erleichtere die Nutzung kostengünstiger Internet-Zahlungsdienste und erhöhe deren Sicherheit, indem sie die neuen, so genannten Zahlungsauslösedienste in ihren Anwendungsbereich aufnehme, so die EU-Kommission. Dabei handelt es sich um Dienste, die zwischen dem Händler und der Bank des Käufers angesiedelt sind und elektronische Zahlungen ohne Kreditkarte ermöglichen. Diese Dienstleister sollen künftig den gleichen hohen Regulierungs- und Aufsichtsstandards unterliegen wie alle anderen Zahlungsinstitute.
Die Verordnung über Interbankenentgelte deckelt nicht nur Kosten für die Nutzung von Debit- oder Kreditkarten, sie untersagt auch das Erheben zusätzlicher Gebühren für Kartenzahlungen, wie sie derzeit etwa beim Kauf von Flugtickets üblich sind. Während einer 22-monatigen Übergangsfrist gelten die Obergrenzen für Interbankenentgelte bei Debit- und Kreditkarten für grenzübergreifende Transaktionen. Danach werden die Obergrenzen auch für inländische Transaktionen verpflichtend. Konkret liegen die Obergrenzen für Debitkarten bei 0,2 Prozent des Transaktionswerts, für Kreditkarten bei 0,3 Prozent. Diese Werte wurden von den Wettbewerbsbehörden bereits für Karten der Marken Visa, MasterCard und Cartes Bancaires akzeptiert. Bei Karten, die diesen Obergrenzen nicht unterliegen, werden die Händler einen Aufschlag erheben oder die Annahme verweigern dürfen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Firmenkarten, die an Unternehmen ausgegeben werden, und um Karten so genannter „Drei-Parteien-Systeme“ wie American Express oder Diners. Laut EU-Kommission können so die mit diesen Karten verbundenen Kosten direkt auf die jeweiligen Profiteure abgewälzt werden, anstatt sie von allen Verbrauchern gemeinsam tragen zu lassen.

 

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EU will Senkung der Kreditkartengebühren erreichen

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 19.7.2013. Setzt sich die EU-Kommission mit ihrem Vorschlag durch, dann könnten die Gebühren für die Benutzung von Kreditkarten in der Europäischen Union in Zukunft wohl sinken. Geplant ist eine Deckelung der Gebühren sowohl bei EC- als auch bei Kreditkarten. Konkret plant die EU-Kommission, dass die Gebühren für Transaktionen bei Debitkarten auf 0,2 Prozent des Transaktionswertes beschränkt werden, bei Kreditkarten ist ein Satz von 0,3 Prozent geplant. Natürlich muss diese Planung noch von den einzelnen Mitgliedsstaaten der Union und dem Parlament diskutiert werden. Bis die Idee tatsächlich zum Gesetz wird, kann also noch eine längere Zeit vergehen. Die Gebühren werden von den Händlern, die Kartenzahlungen akzeptieren, bezahlt; diese legen die Kosten natürlich wieder um auf die Käufer. Derzeit schwanken die Gebühren zwischen den einzelnen EU-Staaten noch erheblich und liegen momentan zwischen 0,2 Prozent in den Niederlanden und über 1,5 Prozent in Polen.

 

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Betrugsverluste im Kartengeschäft stiegen um 6 Prozent

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 18.7.2013. Europaweit stiegen im vergangenen Jahr die Betrugsraten mit Kredit- und Debitkarten an, und an der Spitze der auffälligen Vorkommnisse liegt Frankreich. Dort wurden die meisten Karten gestohlen oder verloren. In einer Fraud Map listet FICO auf, wie sich der Kartenbetrug von 2006 bis 2012 in 21 europäischen Ländern entwickelt hat. Die Aufstellung wurde mit Datenmaterial von Euromonitor International erstellt. Diesen Daten zufolge sind in Europa die Betrugsverluste im Kartengeschäft im Jahr 2012 im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent angestiegen. Der Zuwachs geht zu rund 50 Prozent  auf die Entwicklungen in Frankreich zurück, 30 Prozent entfallen auf Großbritannien und Russland. In Russland haben sich die Betrugsverluste von 2010 bis 2012 sogar verdreifacht.
Die traurige Position als Spitzenreiter bei den Betrugsverlusten hat Frankreich von Großbritannien übernommen, das etliche Jahre lang stets den ersten Platz eingenommen hatte. „Die Franzosen waren zwar die Vorreiter bei der Einführung von Chip und PIN, doch haben die Engländer dafür andere Technologien zur Betrugsbekämpfung implementiert“, erklärt Martin Warwick, Fraud Chief bei FICO. Die Verwendung von Chips oder einer PIN sind Maßnahmen, die die Betrugsquote zuerst einmal senken. Doch infolgedessen ändern die Betrüger ihre Strategie. Und sobald neue Schwachstellen gefunden werden, nimmt die Zahl der Betrugsfälle schnell wieder zu.

Aber auch in Deutschland sind die Betrugsraten im Jahr 2012 wieder angestiegen. Rund 60 Prozent der Fälle gingen auf das Konto von Betrugsmustern, bei denen die Vorlage einer Karte nicht notwendig ist (card not present), 35 Prozent sind auf Betrug mit gefälschten Karten zurückzuführen. Ein großes Problem bleibt die grenzüberschreitende Kriminalität. Einige deutsche Kartenherausgeber haben  deshalb ihre Karten für den Einsatz an ausländischen Geldausgabeautomaten gesperrt und erlauben Transaktionen in bestimmten Ländern nur auf explizite Kundennachfrage. Andere Kreditinstitute haben moderne analytische Systeme implementiert, die es ermöglichen, Betrugsversuche rechtzeitig zu erkennen und zu stoppen. Für die Banken sei es wichtig, darauf zu achten, dass Karten nicht fälschlicherweise gesperrt und so die Kunden verärgert würden, führte Warwick aus. Die Banken sind im letzten Jahr deshalb größere Risiken eingegangen, haben  höhere Verluste in Kauf genommen und folglich stiegen die Betrugsraten an. FICO vermutet, die Banken wollten Kunden binden und höhere Umsätze erzielen. Es sei aber nur eine Frage der Zeit, „bis das Pendel wieder zurückschlägt und die Reduktion der Betrugsverluste im Vordergrund steht“. Die Fraud Map findet man im Internet unter www.fico.com

 

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In Deutschland wächst das SEPA-Bewusstsein

Von Anja Kraus
KÖLN, 5.7.2013. In Deutschland wächst ganz langsam das Bewusstsein für die Problematik der SEPA-Umstellung. Die nun vorliegenden Zwischenergebnisse der zweiten Befragungsrunde von ibi research zeigen, dass nur noch 22 Prozent der Studien-Teilnehmer sich mit der SEPA-Thematik noch nicht ausreichend befasst haben. Das ist allerdings immer noch mehr als jeder Fünfte, also ist noch lange kein Grund zur Erleichterung gegeben. Das Ergebnis zeigt aber, dass die vielen Aufklärungskampagnen anscheinend langsam zu wirken beginnen.
Bis zum Inkrafttreten des europaweit einheitlichen Zahlungs-verfahrens am 1. Februar 2014 sind es mittlerweile nur noch ungefähr 150 Arbeitstage, und es besteht weiterhin akuter Handlungsbedarf. „SEPA betrifft wirklich jeden und es gibt keine Alternative. Gerade Unternehmen, Behörden und Vereine, die regelmäßig Lastschriften einziehen, sollten daher ab sofort die SEPA-Verfahren einführen und testen. Denn eine zu spät vorgenommene Umstellung kann im schlimmsten Fall sogar zu Liquiditätsproblemen im Februar nächsten Jahres führen“, warnt Dr. Ernst Stahl von ibi research an der Uni Regensburg. Dass das Thema SEPA langsam stärker ins Bewusstsein vieler Unternehmen und Vereine rückt, zeigt auch ein weiteres Zwischenergebnis der Studie: Die Anzahl der Teilnehmer, die hier „sofortigen Handlungsbedarf“ sehen, hat sich gegenüber der ersten Erhebung deutlich gesteigert. Große Unternehmen nehmen dabei mit 86 Prozent eine Vorreiterrolle ein, kleine und mittlere Unternehmen müssen mit 65 bzw. 62 Prozent noch weiter zulegen. Ibi research ermittelt in einer aktuellen Befragung zusammen mit dem Bank-Verlag, InterCard und van den Berg zum zweiten Mal die aktuellen Trends und Anforderungen im Zahlungsverkehr. Ebenso wie bei der ersten Erhebung sind auch diesmal wieder Unternehmen aller Größen sowie Behörden und Vereine angesprochen. Die zentrale Frage bleibt, wie weit der Umstellungsprozess für SEPA in den Organisationen schon fortgeschritten sei. Bei der ersten Auflage der Studie „SEPA-Umsetzung in Deutschland“ Ende 2012 hatte noch rund ein Drittel aller Befragten nur vage Vorstellungen oder noch gar nichts gehört. Ob Kreditinstitute, Bundesbank oder Europäische Zentralbank, an Warnungen, sich intensiver mit dem Thema zu befassen und die Umstellung schneller voranzutreiben, mangelt es nicht. Laut Bundesbank  lag in Deutschland im ersten Quartal 2013 der Anteil der SEPA-Lastschriften am Gesamtaufkommen bei alarmierenden 0,14 Prozent – in weniger als sieben Monaten müssen es 100 Prozent sein.

Auf der Webseite www.sepa-wissen.de gibt es eine Checkliste, FAQs und Studien mit vielen nützlichen Informationen für die Umstellung auf die SEPA-Verfahren.

 

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Brandbrief wegen SEPA

Von Redaktion Bank-Verlag
Köln, 27.6.2013. Die schleppende Umstellung auf den einheitlichen europäischen Zahlungsverkehr (SEPA) hat die Finanzaufsicht BaFin auf den Plan gerufen. In einem dringenden Schreiben warnt sie die Institute, dass im Falle einer verspäteten Umstellung auf SEPA die Liquiditätsversorgung bei den Unternehmen massiv gestört werden könnte und Firmenpleiten drohen. Gleichzeitig appellierte die Finanzaufsicht an die Verantwortung der Banken. Sie erwarte, dass Zahlungsdienstleister kurzfristig und mit Nachdruck auch auf eine rechtzeitige Umsetzung ihrer Kunden hinwirken. Ab Februar 2014 dürfen Banken nur noch Überweisungen und Lastschriften von Firmen und Vereinen verarbeiten, die die neuen Kontonummer IBAN enthalten. In dem Schreiben fordert die BaFin die Banken auf, bis spätestens zum 22. Juli Auskunft zum Stand der technischen Umsetzung in den Instituten sowie zur Kommunikation mit den Kunden zu geben. In einigen Banken wurden nach Eingang des Schreibens bereits Urlaubssperren für den Jahresbeginn verhängt. Die Institute befürchten einen Ansturm ratsuchender Firmenkunden.

 

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Bargeld direkt auf ein Bankkonto senden

Von Redaktion Bank-Verlag
Köln, 27.6.2013. Direct to Bank (D2B) heißt der neue Service, mit dem man nun in Deutschland Bargeld direkt auf das Bankkonto des Empfängers im In- und Ausland überweisen kann. Der Sender selbst muss dafür kein Bankkonto besitzen, sondern zahlt den Betrag bar bei einem Western Union Vertriebsstandort ein. Der neue Service wird bei allen Filialen der ReiseBank an Bahnhöfen und Flughäfen in mehr als 50 Städten in Deutschland und in über 1.700 Western Union Vertriebsstandorten angeboten. Direct to Bank kann derzeit für Transfers in rund 37 Länder genutzt werden. Der Service wird laufend um weitere Destinationen ergänzt. Kundenstudien von Western Union belegen den Bedarf: Über zwei Drittel der Nutzer von Geldtransfers in Deutschland geben an, dass der jeweilige Empfänger über ein Bankkonto verfügt. Mit Direct to Bank wird Bargeld mit Konto verbunden und den Kunden ein Service mit maximaler Verbraucherfreundlichkeit angeboten. Um Geld-transfers zu empfangen, muss der Empfänger keine Filiale aufsuchen, sondern der Betrag wird seinem Konto direkt und ohne Abzug von Gebühren gutgeschrieben. Dabei wird das Geld innerhalb der EU binnen eines Geschäftstages, weltweit binnen dreier Geschäftstage dem Empfängerkonto gutgeschrieben. Sender und Empfänger profitieren gleichermaßen, da die Gutschrift anders als bei Banküberweisungen ohne zusätzliche Gebühren für den Empfänger erfolgt. Die gesamten Kosten werden während des Einzahlvorgangs festgelegt und sind damit verbindlich.

 

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Elektronischer Zahlungsverkehr: Doppelte Erträge, mehr Anbieter

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 24.6.2013. Von derzeit gut 90 Milliarden werde die Anzahl bargeldloser Zahlungsvorgänge in der Europäischen Union bis zum Jahr 2020 auf mehr als 175 Milliarden steigen, prognostiziert eine aktuelle Studie der Managementberater von A.T. Kearney. Das entspräche einem Wachstum von 8 Prozent pro Jahr. Zum Vergleich: In den vergangenen Jahren war der Markt jährlich um nur 5 Prozent gewachsen. „Banken werden ihre starke Rolle im Zahlungsverkehr zwar behalten, da sie über die besten Finanzbeziehungen zu den Kunden verfügen“, heißt es in der Studie. Aber die Banken sollten auf der Hut sein, da die Anbieter alternativer Zahlungsarten sowie Telekommunikationsunternehmen ein größeres Stück vom Kuchen erobern wollten.
Haupttreiber des Wachstums sei der E-Commerce, sagte Studienautor Andreas Pratz. Immer mehr Menschen kaufen bevorzugt im Internet ein, wo Barzahlungen eben nicht möglich sind. Weltweit betrachtet werden derzeit rund ein Drittel aller 280 Milliarden bargeldlosen Zahlungen in Europa getätigt. Umgerechnet auf den einzelnen Bürger heißt das: Von den im Durchschnitt jährlich etwa 800 Bezahlvorgängen pro Kopf werden derzeit noch 600 bar bezahlt. Der Anteil von Barzahlungen wird der Studie zufolge bis 2020 auf 60 Prozent sinken. Davon profitieren werden Banken, Telekommunikationsanbieter, Händler sowie neue Anbieter, die im bargeldlosen Zahlungsverkehr aktiv sind. Ihre Erträge in diesem Segment werden sich A.T. Kearney zufolge von etwa 37 Mrd. Euro im Jahr 2010 auf bis zu 65 Mrd. Euro im Jahr 2020 fast verdoppeln. Zwar bleibe der Preisdruck auch angesichts der regulatorischen Rahmenbedingungen hoch. Innovative Bezahlmethoden im Internet oder via Smartphone (E- und M-Commerce) bieten aber zugleich neue Ertragschancen. So erwarten die Autoren der Studie, dass bis 2020 bis zu ein Drittel der Erlöse auf Anbieter alternativer Methoden entfällt. Beispiele sind elektronische Geldbörsen (Wallets) oder mobile Lösungen für Smartphones.
Die Kearney-Studie geht davon aus, dass im Wachstumsmarkt bargeldloser Zahlungsverkehr auch künftig mit harten Bandagen um Wachstum, Marktanteile und Kundenbeziehungen gekämpft werden wird. Schon jetzt lieferten sich Kreditkartenkonzerne, Mobilfunkbetreiber, Technologie-und Telekommunikationsfirmen sowie Banken ein hartes Wettrennen um das „digitale Portemonnaie“ der Verbraucher mit dem Ziel, Bargeld durch die elektronische Brieftasche zu ersetzen. „Vor dem Hintergrund der erwarteten Marktdynamik gilt es, schnell viele Kunden zu erreichen, denn die Zahlungslösung wird zunehmend zum Anker der Kundenbeziehung“, so Berater Justin Krampe. Die Anbieter sollten deshalb drei Faktoren in den Mittelpunkt ihrer Strategie stellen: Kunde, Komfort, Kosten; Zahlungslösungen müssten verstärkt an konkreten Kaufsituationen ausgerichtet werden. Zudem müssten die Anbieter aber auch Händlerbedürfnisse berücksichtigen: Für einen Supermarkt etwa lohne sich ein stärkerer Einsatz bargeldlosen Bezahlens oft erst, wenn dadurch eine Kasse geschlossen werden könne. Letztendlich werde für den Erfolg mitentscheidend sein, wie bequem der Konsument eine Lösung nutzen könne. Neue Anbieter würden sich nur durchsetzen und traditionelle nur behaupten können, wenn sie Kosten und Risikomanagement im Griff behielten und außerdem schnell groß genug seien, um im Markt bestehen zu können.
Nach wie vor seien die regionalen Unterschiede in Europa groß, wobei sich die Deutschen als „besonders hartnäckige Traditionalisten“ bewiesen. Während hierzulande gerade einmal 9 Prozent aller Internetkäufer die Kreditkarte bevorzugen, sind es in England oder Italien über zwei Drittel. Für die Studie wurden mehr als 50 Zahlungsverkehrsexperten und Entscheidungsträger in Unternehmen befragt.

 

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SEPA I: Vorbereitung noch ungenügend

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 18.6.2013. Umfrageergebnisse, die auch im aktuellen SEPA-Migrationsplan des Deutschen SEPA-Rates auf www.sepadeutschland.de veröffentlicht sind, zeigen, dass der Vorbereitungsstand auf die Single Euro Payments Area noch unbefriedigend ist und erheblicher Handlungsbedarf bei vielen Nutzern besteht. „Manche Kunden wollen uns einfach nicht glauben, dass es eine gesetzliche Vorgabe ist, die den Umstieg auf SEPA zum 1. Februar 2014 anordnet“, berichtet Ludger Gooßens, Mitglied des Vorstands des DSGV als diesjähriger Federführer der Deutschen Kreditwirtschaft.
Der mit der SEPA-Einführung verbundene zeitliche Aufwand – insbesondere bei großen Unternehmen und Lastschriftnutzern – wird oft unterschätzt. Je eher mit der SEPA-Umstellung begonnen wird, desto besser sind die Möglichkeiten, frühzeitig Fehlerquellen zu identifizieren und zu bereinigen. Im Laufe der nächsten Jahre werden vor allem Unternehmen von einem einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum profitieren können.
„Wenn Unternehmen und Vereine bisher noch nie von SEPA gehört haben, kann es sie Anfang nächsten Jahres kalt erwischen. Denn dann drohen Liquiditätsengpässe und Kosten durch fehlerhafte Zahlungsabwicklung“, sagt Carl-Ludwig Thiele, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bundesbank. Ab dem 1. Februar 2014 dürfen Kreditinstitute gemäß der EU-Verordnung Nr. 260/2012 („SEPA-Verordnung“) Überweisungen und Lastschriften von Unternehmen und Vereinen nur noch als SEPA-Zahlung im SEPA-Datenformat annehmen und ausführen. Bis dahin verbleiben nur noch rund sieben Monate. Für Verbraucherinnen und Verbraucher gibt es zwar bis Februar 2016 gewisse Übergangsregelungen, die den Wechsel erleichtern. Trotzdem müssen sich alle Nutzer, die Überweisungen und Lastschriften in Euro ausstellen, auf die SEPA-Umstellung unmittelbar einstellen, nicht nur für grenzüberschreitende, sondern auch für jede inländische Zahlung.
„Vor allem Unternehmen und gemeinnützige Organisationen müssen sich jetzt aktiv um die SEPA-Umstellung kümmern. Für den Bürger ändert sich hingegen nicht viel. Er muss sich im Wesentlichen auf die IBAN als die neue Angabe zur Kontoverbindung einstellen und diese setzt sich ganz einfach aus der bisherigen Kontonummer, der bisherigen Bankleitzahl, plus zwei Zahlen und zwei Buchstaben zusammen“, erklärt Hartmut Koschyk, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium.
In manchen Bereichen ist SEPA aber auch schon Wirklichkeit. So werden zum Beispiel Renten und Kindergeld bereits per SEPA-Überweisung ausgezahlt. Renten- und Kindergeldanträge stellen daher auch ausschließlich auf die IBAN ab. Auf Anfragen von Bürgern sind auch die Verbraucherzentralen vorbereitet. Die Deutsche Bundesbank, das Bundesministerium der Finanzen, die Deutsche Kreditwirtschaft und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) haben heute gemeinsam angekündigt, dass sie ihre jeweiligen SEPA-Informationsmaßnahmen weiter verstärken werden. So soll auf den notwendigen Handlungsbedarf hingewiesen werden und die Bekanntheit von SEPA in der breiten Öffentlichkeit erhöht werden. Weitere Informationen auch unter http://www.bundesbank.de

 

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 SEPA II: BaFin fragt Banken nach Migrationsstand

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 18.6.2013. Die Single Euro Payments Area (SEPA), deren Einführung zum 1. Februar 2014 unwiderruflich feststeht, ist ein bedeutender Teil des EU-Finanzbinnenmarkts und damit auch politisch bedeutsam. In einer Vielzahl von Untersuchungen und Analysen wurde in den letzten Wochen und Monaten allerdings immer wieder deutlich, dass die Wichtigkeit von SEPA längst noch nicht überall verinnerlicht wurde. So erklärte die Bundesbank erst letzte Woche auf ihrem Zahlungsverkehrssymposium, dass im ersten Quartal 2013 gerade 8,72 Prozent aller Überweisungen in Deutschland im SEPA-Format abgewickelt worden seien, bei den noch wichtigeren Lastschriften waren es bis Ende März nicht einmal 1 Prozent. Die zögerliche Umsetzung des neuen Zahlungsformats kann dramatische Folgen haben. Unternehmen etwa droht die technische Zahlungsunfähigkeit, wenn nicht bis spätestens Ende Januar der Zahlungsverkehr komplett auf das neue Format umgestellt wurde. Die Deutsche Kreditwirtschaft hat die Bundesminister für Finanzen und für Wirtschaft auf diese Situation hingewiesen. Das Finanzministerium jedoch spielte den Ball zu den Banken zurück: Es sei deren Aufgabe, die Kunden in ausreichender Form über die SEPA-Umstellung zu informieren. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat nun angekündigt, sie werde in den kommenden Tagen alle Zahlungsdienstleister um Auskunft zum Stand der SEPA-Migration ersuchen. Mit Hilfe eines Fragebogens soll erkundet werden, wie weit die Umsetzung in den Bereichen Bankorganisation, Statistik und Kundenkommunikation gediehen ist. Die Untersuchungsergebnisse können dann zum Anlass für eventuelle weitere Maßnahmen genutzt werden. Die BaFin würde das Migrationsproblem auch unter Risikoaspekten bewerten, teilte der Bankenverband mit, beispielsweise als Adressausfallrisiko bei technischer Zahlungsunfähigkeit des Kunden. Die vom Bundesfinanzministeriums unterstützte Aktion der BaFin bedeutet einen verstärkten Druck auf eine erfolgreiche SEPA-Umstellung, und zwar sowohl für die Banken als auch indirekt auf umstellungsunwillige Kunden. Durch den aufsichtsrechtlichen Bezug könnte die einzelne Bank für die Umstellungsprobleme ihrer Kunden in die Mithaftung genommen werden, erklärte der BdB.

 

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Bankgeschäfte mit dem Smartphone

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 11. Juni 2013. Deutsche setzen ihr Handy zunehmend für Bankgeschäfte ein. Fast jeder fünfte Besitzer (17 Prozent) eines Smartphones nutzt das Gerät zum Abfragen von Kontoständen, Überweisungen oder den Kauf von Wertpapieren. Das sind fast 5 Millionen Deutsche. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbandes BITKOM. „Dank schnellem mobilen Internet und bedienungsfreundlicher Apps wird das Smartphone zum mobilen Banking-Terminal“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. Mobile Banking werde sich neben dem herkömmlichen Online Banking etablieren. „Gerade Banken ohne eigenes Filial- und Automatennetz können ihren Kunden durch mobiles Banking zusätzliche Services bieten“, so Kempf.
Jeder siebte Besitzer eines Smartphones (15 Prozent) prüft mobil seinen Kontostand, acht Prozent überweisen auf diese Art Geld von ihrem Bankkonto, nur 1 Prozent handelt mit Wertpapieren. Dabei gibt es ein deutliches Ost-West-Gefälle: In Westdeutschland ist der Anteil der mobile Banker (18 Prozent der Smartphone-Besitzer) fast doppelt so hoch wie in Ostdeutschland (10 Prozent).

Zusätzlich zum Mobile Banking würden viele Nutzer gerne sämtliche Zahlungsgeschäfte digital vornehmen und das Portemonnaie durch das so genannte Mobile Wallet auf dem Smartphone ersetzen. Von allen befragten Deutschen kann sich jeder siebte (14 Prozent) vorstellen, auf sein Portemonnaie komplett zu verzichten und nur noch mit dem Smartphone zu bezahlen. Das sind knapp 10 Millionen Personen. Darunter sind überdurchschnittlich viele Männer (19 Prozent), Jüngere (23 Prozent aller Personen zwischen 14 und 29 Jahren) und Abiturienten (18 Prozent). Bei den Besitzern eines Smartphones ist es jeder fünfte (21 Prozent). Kempf: „Viele Verbraucher werden demnächst ohne Portemonnaie aus dem Haus gehen und mit dem Handy zahlen.“ Dies ist beispielsweise bereits in einigen Supermärkten, Verkehrsverbünden und Museen möglich.

 

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Deutscher Zahlungsverkehr leistungsfähig trotz Krise

Von Anja Kraus
KÖLN, 11.6.2013. Fast 49 Mio. unbare Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von 186 Mrd. Euro führen alleine die deutschen Privathaushalte und Unternehmen – ohne die Banken – täglich aus. Die Zahlen verdeutlichen die enorme Bedeutung dieses Banken-Kerngeschäftsfelds in Deutschland. Bundesbank-Präsident  Dr. Jens Weidmann verglich es mit dem Blutkreislauf des menschlichen Körpers.  Von außen sei nicht viel zu erkennen, doch die Bedeutung des unbaren Zahlungsverkehrs und die dahinter stehende Infrastruktur, die von den Banken bereitgestellt wird, sei lebenswichtig, meinte Weidmann beim Zahlungsverkehrssymposium in Frankfurt.  Und nur im Störungsfall werde normalerweise sichtbar, wie komplex die täglichen Prozesse tatsächlich seien. Banken untereinander nutzen auch Interbanken-Zahlungssysteme wie etwa TARGET2. Die Stückzahlen dieser Abwicklungen seien – gemessen am Zahlungsverkehr der Nichtbanken – zwar klein, dafür aber die Umsätze um ein Vielfaches größer: Pro Geschäftstag beliefen sich die über TARGET2 geleisteten Zahlungen im Jahr 2012 auf durchschnittlich 2,4 Bil. Euro; der Jahresgesamtwert von 634 Bil. Euro entspricht fast dem Gegenwert des deutschen Bruttoinlandsprodukts. 

Ein sicherer und leistungsfähiger  Zahlungsverkehr sei eine Grundlage für das Vertrauen der Menschen in die Währung. Weidmann hob hervor, auch in den letzten Jahren hätten sich die Infrastrukturen des Zahlungsverkehrs trotz der Krise als stabil und leistungsfähig erwiesen, und die Bundesbank habe  regulatorische Anforderungen weiterentwickelt, damit dies auch so bleibe – etwa mit den „Grundsätzen für Finanzmarktinfrastrukturen“, die „die Latte in Bezug auf Robustheit der Systeme nochmal höher legen" würden. Weidmann ging auch auf die hohen TARGET2-Salden ein, ein Indikator für die Vertrauenskrise im Bankensektor einiger Euro-Länder. Sie zeigten, dass der grenzüberschreitende Liquiditätsausgleich zwischen den Banken gestört sei. Der positive T2-Saldo der Bundesbank hatte im vergangenen Jahr Werte von bis zu 750 Mrd. Euro erreicht. Ende Mai lag er dann bei rund 589 Mrd. Euro. „Ein Stück Vertrauen kehrt offensichtlich langsam zurück“, schlussfolgerte der Präsident.

 

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Chargeback-Verarbeitung verzögert sich

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 10.6.2013. Aufgrund von technischen Problemen im GCMS-System verschiebt sich die Wiederaufnahme der Chargeback-Verarbeitung bis zum 13. Juni, teilte MasterCard heute mit. Chargebacks, die vor diesem Zeitpunkt eingereicht werden, werden systemseitig zurückgewiesen. Am 1. Juni war der Liability Shift in Japan und den USA für Maestro Transaktionen an Magnetstreifen-Geldautomaten wieder in Kraft getreten (wir berichteten). Deshalb sollte ab dem heutigen Montag wieder mit der Einreichung von Liability Shift bezogenen Chargebacks begonnen werden können.

 

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Getrennte Lösung bietet Hackerangriffen die Stirn 

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 5.6.2013. Eine neue Möglichkeit, Zahlungsverkehr im Rahmen der SEPA-Richtlinien gegen Hackerangriffe geschützt abzuwickeln, bietet die Application Security Technology (AST). AST bietet die 2-Faktor-Authentifikation, wie sie auch von der Europäischen Zentralbank zur Sicherheit von Internetzahlungen empfohlen wird. Die Softwarelösung von Kobil Systems verwandelt etwa ein Smartphone ohne Einsatz weiterer Geräte in eine 2-Faktor Authentisierungslösung. Die Lösung mID AST kann dabei mit einer digitalen Identität und einer neuartigen Technologie auf allen Plattformen und allen Gerätetypen  arbeiten. Durch die modulare Funktionsweise können je nach Bedarf zusätzliche Dienste wie Mobile Payment, e-Commerce oder Secure Messaging angebunden werden, wobei der von dem Wormser Unternehmen bereitgestellte Server (SSMS) die Core Technologie der Banken mit den gewünschten Modulen verbindet. Sichere Dual Communication Technology (DCT) trennt die eigentliche Transaktion komplett von der Legitimation und schließt somit nach Angaben des Unternehmens einen Angriff durch Hacker aus. Die Lösung wurde bereits mit dem Banken IT-Innovation Sonderpreis 2012 der Universität St. Gallen und der Universität Zürich bedacht.

 

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Liability Shift wieder für alle Länder aktiviert

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 4.6.2013. Seit dem 1. Juni ist der Liability Shift wieder für alle Länder aktiviert, teilte MasterCard nun mit. Zuletzt hatte für einen beschränkten Zeitraum wieder die Issuer Haftung bei potenziellem Betrug, etwa durch Skimming bei Transaktionen aus den USA und Japan, gegolten. Chargebacks für Transaktionen vom 19. bis 30. April konnten nur bis zum 8. Mai verarbeitet werden. Anschließend wurden Chargebacks für die betreffenden Länder von Seiten MasterCards automatisch blockiert. Durch die Wiedereinsetzung können nun Chargebacks, die auf nach diesem Zeitpunkt angefallenen Transaktionen basieren, ab dem 10.Juni wieder eingereicht werden, ebenso Transaktionen für den Zeitraum vom 19. bis 30. April, die nach dem 8. Mai angefallen sind.

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Funktionierende IT-Sicherheit im Zahlungsverkehr unverzichtbar

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 31.5.2013. Softwarefehler oder gar Manipulationen im IT-System von Unternehmen können gravierende Folgen nach sich ziehen. Gerade im Bereich Zahlungsverkehr kann dies nicht nur massive Reputations-, sondern vor allem auch finanzielle Schäden nach sich ziehen. Zahlungen können ausfallen, wofür ein Unternehmen regresspflichtig werden kann; denkbar ist auch das Szenario fehlerhaft durchgeführter Zahlungen. Die Entwicklung und der Betrieb sicherer Software sowie eines gut funktionierenden IT-Sicherheitssystems ist deshalb gerade im Bereich Zahlungsverkehr unverzichtbar. Allerdings lagern viele Unternehmen, zumeist aus Kostendruck oder um Synergieeffekte zu nutzen, ihre IT-Infrastrukturen ganz oder teilweise an fremde Dienstleister aus. Dadurch können, gerade bei zentralen Dienstleistern, Risiko-Konzentrationen entstehen. Aus diesem Grund begleitet die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) größere Restrukturierungsprojekte schon präventiv.
Im Durchschnitt sind es (geschätzt) 82 Angriffe pro Woche, denen deutsche Unternehmen ausgesetzt sind, erläuterte das Bundesinnenministerium. Das BMI geht in seiner „Cyber-Sicherheitsstrategie“ für Deutschland davon aus, dass ein erfolgreicher Angriff Schäden in Höhe von durchschnittlich 220.000 € verursacht. Weithin bekannt wurden etwa DDOS-Attacken auf US-Großbanken im letzten Herbst, woraufhin der Geschäftsbetrieb der betroffenen Banken für einige Tage massiv gelitten hat. Die BaFin setzt sich deshalb dafür ein, dass die Institute ihre Cyber-Sicherheit weiter ausbauen und verstärken. Der „Umsetzungsplan Kritische Infrastrukturen“ des BMI soll helfen, wirksame Schutzmaßnahmen für IT-Infrastrukturen zu entwickeln – auch mit Hilfe der Bundesanstalt.

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Vielzahl der mobilen Bezahlsysteme verwirrt Kunden

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 28.5.2013. Mobile Zahlungsfunktionen werden auch im Handel immer wichtiger. Das bestätigen aktuelle Initiativen deutscher Lebensmittelhändler. Immerhin sehen 45 Prozent der Handelsunternehmen in Deutschland mobile Bezahlfunktionen mit Smartphone oder Tablet-Computer als größten Innovationstreiber an, deutlich mehr als in anderen Branchen. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Studie von Steria Mummert Consulting. Der Hype rund um das mobile Bezahlen mit Smartphone und Co. setzt viele Unternehmen in Deutschland unter Druck. „Alle Marktteilnehmer sind überzeugt davon, dass Mobile Payment ein stark wachsender Markt ist“, sagt Frank Schipplick, Finanzexperte bei Steria Mummert Consulting. Doch damit hört die Klarheit schon auf. „Niemand hat eine klare Vorstellung davon, welche Lösung in der Praxis die richtige ist und wie die beste mobile Strategie für das eigene Unternehmen aussieht“, erklärt Schipplick. Aus dieser Not heraus versuchen sich viele Firmen an eigenen Insellösungen. Zum Beispiel entwickeln die meisten Mobilfunk-Netzanbieter derzeit eine eigene elektronische Geldbörse, eine sogenannte Wallet. Im Handel wollen die Firmen die zunehmende Verbreitung von Smartphones und Tablets für ihre Zwecke nutzen. 50 Prozent der Handelsunternehmen planen, in neue Bezahlmethoden zu investieren. Ganz oben auf der Liste stehen zum Beispiel Investitionen in Near-Field-Communication (NFC), die das schnelle kontaktlose Bezahlen im Vorbeigehen ermöglicht. Einige Handelsunternehmen versuchen sich im Alleingang an Mobile-Payment-Lösungen. Ein aktuelles Beispiel ist der Lebensmitteldiscounter Netto, der eine eigene App zum mobilen Bezahlen entwickelt hat. Diese Insellösung funktioniert jedoch nur in den eigenen Märkten. Doch der durchschnittliche Deutsche deckt seinen täglichen Bedarf in mehr als neun Einkaufsstätten ein. Würde jede davon eine eigene App oder andere mobile Bezahlmethode entwickelt, müsste der Kunde eine Vielzahl an Accounts verwalten. „Aus Sicht der Verbraucher ist das Angebot an Mobile-Payment-Lösungen derzeit zu undurchsichtig. Viele mobile Bezahllösungen sind nicht attraktiv und haben eine geringe Akzeptanz“, sagt Schipplick. Eine „historische" Analogie sind Kundenkarten. Nach einem anfänglich großen Interesse sank später die Akzeptanz vieler individueller und kleiner Lösungen. „Es folgte eine Konsolidierung, bei der sich einige große Anbieter mit vielen Akzeptanzstellen wie beispielsweise Payback durchsetzten“, sagt Frank Schipplick von Steria Mummet Consulting. „Ein wichtiger Erfolgsfaktor für eine größere Verbreitung von Mobile Payment ist die Bereitschaft der Marktteilnehmer zur Standardisierung. Handelsfirmen, Banken, Zahlungsdienstleister und Mobilfunkanbieter müssen geeignete Partnerschaften prüfen, um sich bei einer möglichen Konsolidierung richtig im Markt positionieren zu können“, rät Mobile-Payment-Experte Schipplick.

 

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Mobile Payment nimmt weiter zu

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 28.5.2013. Die Smartphone-Nutzung beim mobilen Einkauf legt auch im Jahr 2013 deutlich zu. Schon Ende des vergangenen Jahres gab es in Deutschland eine Smartphone-Durchdringung von 50 Prozent. Dieser Trend ist anhaltend, immer mehr mobile Geräte werden verkauft. Damit können kontinuierlich auch neue Kunden für den mobilen Kauf im E-Commerce gewonnen werden. Mittlerweile nutzen 40 Prozent der Smartphone-Besitzer in Deutschland ihr Gerät auch zum mobilen Einkauf. Das entspricht einer Steigerung von 8 Prozent zum Vorjahr (Nutzung bei 32 Prozent in 2012). Diese Zahlen legte jetzt der Bundesverband des Deutschen Versandhandels e.V. (bvh) und die Creditreform Boniversum GmbH in einer gemeinsamen Studie vor. Die Befragung basiert auf einer bundesweiten repräsentativen Online-Umfrage bei Personen zwischen 18 und 69 Jahren. Besonders jüngere Personen verwenden das Smartphone verstärkt zum Einkaufen. Bei der Betrachtung nach Geschlecht zeigt sich, dass Männer mit 43 Prozent vorne liegen. Sie nutzen ihr Smartphone rund 7 Prozentpunkte intensiver als Frauen. Dennoch legen auch Frauen bei der Smartphone-Nutzung für mobile Einkäufe deutlich zu. Die häufigste Bezahlform für Einkäufe mit dem Smartphone ist seit diesem Jahr nicht mehr der Kauf per Rechnung oder Kreditkarte. In diesem Jahr überholen erstmals die mobilen Bezahldienste: Aktuell bezahlen schon 44 Prozent der Nutzer ihre Einkäufe über Mobile-Payment-Dienstleister. Das entspricht einem Wachstum von rund drei Prozentpunkten. Die positive Entwicklung der Mobile-Payment-Dienstleister spiegelt sich in diesem Jahr erstmalig auch anhand der Zunahme der Nutzeranteile bei der Altersgruppe über 40 Jahre wider. Gerade die reifere Nutzergruppe verzeichnet in der Nutzung der Bezahldienstleister ein merkliches Wachstum von 7,9 Prozentpunkten. „Die Bezahlung über Mobile-Payment-Dienstleister hat mit einem Nutzungsanteil von 44 Prozent im Frühjahr 2013 nochmal zugenommen. Doch auch die traditionellen Bezahlwege können mit 42 Prozent Nutzungsanteil ihre Position weiterhin behaupten. Auch beim Mobile-Shopping wollen sich die Verbraucher offensichtlich die bestellte Ware vorher anschauen, bevor sie sie bezahlen. Daher wird der Kauf auf Rechnung auch weiterhin eine wichtige Bedeutung für Händler behalten“, sagt Siebo Woydt, Geschäftsführer von Boniversum.

 

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Sperrnotruf: Fast jeder Zweite kennt die 116 116

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 27.5.2013. Schäden durch betrügerischen Missbrauch von girocards sind deutlich zurück gegangen. Das liegt zum einen an effizienten Präventionsmaßnahmen der Banken und Sparkassen und zum anderen daran, dass immer mehr Karteninhaber die wichtige Sperrnotrufnummer für ihre Karte kennen. Wenn die girocard weg ist, lassen sich durch einen schnellen Anruf bei der Telefonnummer 116 116 (kostenfrei aus dem deutschen Fest- und Mobilfunknetz) finanzielle Schäden vermeiden. Laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag von EURO Kartensysteme ist die Sperrnotrufnummer mittlerweile fast jedem zweiten girocard-Inhaber bekannt. Damit steigerte sich die Bekanntheit des Sperrnotrufs um 18 Prozent im Vergleich zu Umfragewerten aus dem Jahr 2010. Außerdem können sich Karteninhaber auch direkt an ihr Kreditinstitut wenden oder die (kostenpflichtige) Sperrrufnummer 01805 / 021 021 wählen.

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Mobile Banking stößt noch auf Zurückhaltung

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 15.5.2013. Der weltweite Trend zu mobilen Bankgeschäften stößt bei deutschen Kunden auf Zurückhaltung. Während in den USA heute schon jeder Zweite mit dem Smartphone bezahlt, Kredite beantragt oder Wertpapiere kauft, hat die Mehrheit der Kunden in Deutschland Sicherheitsbedenken. Internet- und Technologiekonzerne wie Google, Apple oder Microsoft werden mit ihren Zukunftsplänen als Finanzdienstleister kritisch gesehen. Das ist das Ergebnis einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage der Unternehmensberatung Cofinpro. 1.000 Bundesbürger wurden zu ihrer Meinung zum Mobile Banking befragt. Mobile Bankgeschäfte sind ein Zukunftsmarkt. Um jedoch die deutschen Kunden für Smartphone-Banking zu begeistern, müssen die Anbieter noch Hürden nehmen. Für Internet- und Technologiekonzerne stellt sich zunächst die Vertrauensfrage. Drei Viertel der befragten Kunden setzen bei künftigen Kreditgeschäften mit dem Smartphone auf die Hausbank statt auf Unternehmen bankfremder Branchen. Gleichzeitig sehen gut 60 Prozent bei Telefon- oder Internetkonzernen den Nachteil, bei der mobilen Kreditvergabe keine Anbindung an Beratungs- und Serviceleistungen des eigenen Geldinstituts zu haben. Die klassischen Banken werden dagegen mit der Aufgabe konfrontiert, im Zuge des Mobile Banking den Kundenkontakt im Multikanal-Vertrieb zu modernisieren und Konditionen zu vereinheitlichen. So haben beispielsweise 30 Prozent der Kontoinhaber die Erfahrung gemacht, dass es bei den Konditionen der Kreditvergabe einen Unterschied macht, ob der Antrag bei der Bank online oder in der Filiale gestellt wird. „In der Praxis erleben es die Kunden häufig, dass detailliert ausgefüllte Online-Anträge in der Filiale nicht einsehbar sind und der bürokratische Aufwand von vorne beginnt“, sagt Dirk Ungemach-Strähle, Experte für das Multikanal-Banking bei Cofinpro. Für die Banken gelte es, Brüche in der Kundenkommunikation schnellstmöglich zu beheben. Konfigurations-Systemen, wie sie beispielsweise bei der Onlinebestellung von Autos eingesetzt werden, gehört die Zukunft.

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Mehr E-Commerce, mehr Zahlungsausfälle

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 15.5.2013. Im vergangenen Jahr haben deutsche Verbraucher Waren im Gesamtwert von 29,5 Mrd. Euro im Internet bestellt. Neben steigenden Umsätzen im E-Commerce bedeutet dies in der Konsequenz einen nominellen Anstieg der Zahlungsverkehrsvorgänge, aber auch der Forderungsausfälle. Der E-Commerce hat sich endgültig zu einem bedeutenden Absatzkanal des Handels in Deutschland entwickelt. Laut einer Berechnung des Handelsverbands Deutschland (HDE) lagen die erwirtschafteten Umsätze aus diesem Segment im Jahr 2012 bei rund 30 Mrd. Euro. Der Boom bei Online-Bestellungen hat aber auch seine Schattenseiten. So fallen trotz ausgefeilter Bonitätsprüfungen erfahrungsgemäß bis zu 3% des generierten Umsatzes bei den Händlern endgültig aus. Dies bedeutet, bezogen auf den deutschen E-Commerce-Markt, ein Volumen an Forderungsausfällen von maximal 885 Mio. Euro. Gerade für kleine Anbieter sind solche Außenstände schnell existenzbedrohend – übersteigen sie doch mitunter die Margen, die sie für ihr Online-Angebot kalkulieren. Aber auch für die Big Player der Branche stellt diese Situation aufgrund der erheblichen nominellen Forderungsausfälle ein empfindliches und nicht zu unterschätzendes Risiko dar. Vor diesem Hintergrund bietet die Online-Forderungsbörse Debitos erstmals die Möglichkeit, ganze Portfolien kaufmännisch ausgemahnter Forderungen im transparenten Auktionsverfahren zu verkaufen. Auf diese Weise können sich Online-Händler wieder auf ihre Kernkompetenzen fokussieren. Gleichzeitig erweitern sie ihre finanziellen Handlungsspielräume und reduzieren nachhaltig eigene administrative Aufwendungen und Kosten.

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Expertin für kartengestützten Zahlungsverkehr

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 13.5.2013. Sandra Bokel hat neue Aufgaben im Geschäftsbereich Kartengestützter Zahlungsverkehr bei der syngenio AG übernommen. Das Unternehmen wertet die Personalie als wichtigen Erfolg für das expandierende Geschäftsfeld. Mit Bokel habe man eine Spezialistin gewinnen können, die über zwei Jahrzehnte Erfahrung im Kartengeschäft verfüge und mit ihrer Expertise die kommenden Innovationszyklen im kartengestützten Zahlungsverkehr wesentlich mitgestalten könne. Die 41-jährige Bokel war bis 2012 Geschäftsführerin des Kreditkartenakquirers Postbank P.O.S. Transact GmbH und hatte zuletzt ein Sabbatical eingelegt. Sie kündigte an, sich zukünftig „aus den unterschiedlichsten Perspektiven auf die komplexen Anforderungen zukunftsweisender Zahlungsverkehrsprozesse zu konzentrieren“.

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Tägliche Updates der Datenbanken

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 13.5.2013. Ab sofort bietet der Finanzdienstleister SWIFT eine tägliche Aktualisierung seiner Stammdatenbanken. Als Komponente der Datenbank-Plattform SWIFTRef ersetzt der neue Service die monatlichen Updates. Finanzinstitutionen und Unternehmen sollen so den schnellen Marktveränderungen und den sich weiter entwickelnden regulatorischen Anforderungen besser begegnen und zugleich Kosten bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs einsparen können. Stammdaten ändern sich fortlaufend, da BICs, nationale Banken-Kennziffern oder Standing Settlement Instructions (SSIs) durch Fusionen oder Abspaltungen von Unternehmen, Wegfall oder Schaffung von Unternehmenseinheiten und Veränderungen bei Korrespondenzbank-Beziehungen ständig modifiziert werden. Ein paar Zahlen: In einem typischen Monat werden laut SWIFT annähernd 1.400 BICs neu geschaffen, deaktiviert oder modifiziert, etwa 1.900 länderspezifische Clearing Codes neu geschaffen oder entfernt, sowie nahezu 35.000 SSIs verändert. Daher ist die stetige Verfügbarkeit korrekter und aktueller Daten eine erhebliche Herausforderung für mittlere bis große Finanzinstitute und Unternehmen, die jeden Tag Tausende von inländischen und internationalen Zahlungsvorgängen verarbeiten müssen. Mit den täglichen Updates unterstützt SWIFTRef Organisationen bei der Einhaltung von Regulierungen wie MiFID und SEPA, die termingerechtes Reporting und verbesserte Identifizierung von Gegenparteien durch gültige BICs bzw. International Bank Account Numbers (IBAN) fordern. Weitere Informationen zu den neuen Datenservices von SWIFTRef finden Sie unter www.swift.com/SWIFTRef.

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Liability Shift vorerst ausgesetzt

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 6.5.2013. Seit dem 19. April gilt bei Maestro-Kartenfälschungstransaktionen unter anderem für die USA und Japan die so genannte Haftungsumkehr (Liability Shift). MasterCard stellte daraufhin fest, dass seit dem Wirksamwerden dieser Methode Maestro-Transaktionen an wenig frequentierten Geldautomaten in den USA zum Teil abgelehnt und in Japan gar blockiert werden. Nach Rücksprache mit Vertretern der Institute, der Verbände und der Deutschen Kreditwirtschaft ist MasterCard nun dem Wunsch nachgekommen, Maestro-Transaktionen an Geldautomaten in den USA und Japan zeitlich befristet bis 31. Mai 2013 wieder zu akzeptieren, wie EURO Kartensysteme im neusten Newsletter mitteilte. Im genannten Zeitraum wird der Liability Shift ausgesetzt, das heißt, die Issuer haften bei potenziellem Betrug durch Skimming bei Maestro-Kartenfälschungen in den USA und Japan. Chargebacks für Transaktionen vom 19. bis 30. April 2013 können zunächst nur bis zum 8. Mai 2013 durch die Prozessoren verarbeitet werden. Anschließend blockiert MasterCard automatisch Chargebacks für die betroffenen Länder. 

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Studie: Mobiles Bezahlen im Kommen

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 3.5.2013. Kunden lieben Karten. Das bequeme bargeldlose Bezahlen legt weiter zu. Erstmals hat der Anteil des Kartenumsatzes am Gesamtmix der Zahlungsarten im deutschen Einzelhandel die 40-Prozent-Hürde überschritten. Händler bereiten sich zudem auf neue mobile Bezahlsysteme vor und investieren deutlich mehr als in den vergangenen Jahren in innovative Kassentechnologie. Dabei genießt die Datensicherheit der Systeme höchste Priorität. Die komplette Studie „Zahlungsarten im Handel 2013“ wird heute den rund 640 Teilnehmern des EHI Kartenkongresses in Bonn präsentiert. „Die bestehenden Systeme werden optimiert, neue Bezahlverfahren klar nach den Richtwerten Sicherheit und Bedarf der Konsumenten ausgerichtet“, kommentiert Horst Rüter, Leiter Forschungsbereich Zahlungssysteme und Mitglied der Geschäftsleitung EHI. Während der Bargeldanteil im deutschen Einzelhandel auf 55,6 Prozent gesunken ist, legen Zahlungskarten weiter zu. Ihr Umsatz im deutschen Handel ist in 2012 auf 159 Mrd. Euro gestiegen, was einer Steigerung von rund 8 Mrd. Euro entspricht. Das sind – gemessen am Einzelhandelsumsatz im engeren Sinne (exkl. Kfz, Mineralöl, Apotheken, Versandhandel, aber inkl. Umsätze von Tankstellenshops) 41,3 Prozent von 385 Mrd. Euro. Dabei hat die ec- bzw. Debit-Karte klar die Nase vorn. 84,5 Prozent (134 Mrd. Euro) des gesamten Umsatzes mit Zahlungskarten tätigten die Kunden mit ihrer ec-Karte. Die durchschnittlichen Einkaufsbeträge mit ec-Karten sind kleiner als die mit Kreditkarten und man davon ausgehen, dass der Kunde in neun von zehn Fällen an der Kasse zur ec-Karte greift und nur einmal zur Kreditkarte. Vom Handel kassiert die Deutsche Kreditwirtschaft über ihr PIN-gestütztes girocard-System für die ec-Karten-Transaktionen jedes Jahr 292 Mio. Euro an Gebühren – mit steigender Tendenz. Seit Kurzem sind diese Gebühren frei verhandelbar. Allerdings mit unzureichender Wirkung, wie das Bundeskartellamt meint und daher die Vorgehensweise der Kreditwirtschaft prüfen will. Denn angesichts dieser immensen Gebühren sind Nachteile für die Verbraucher unvermeidlich. Umso wichtiger ist daher die Bedeutung des für den Handel deutlich preiswerteren und beim Handel wie beim Kunden ebenso beliebten ec-Lastschriftverfahrens, das Bezahlen mit Karte und Unterschrift. Immerhin wird aktuell jede dritte ec-Karten-Zahlung mit Unterschrift geleistet. Dem kontaktlosen sowie dem mobilen Bezahlen bescheinigt der Handel vielversprechende Zukunftsperspektiven.
Über 70 Prozent der großen Unternehmen planen, in innovative Bezahlverfahren wie NFC-Technologie (Near Field Communication) oder QR-Code-Scanner zu investieren. Damit schafft der Einzelhandel die Voraussetzung für kontaktloses und mobiles Bezahlen und reagiert auf die immer größere Beliebtheit von Smartphones. Laut bitcom verfügte in 2012 bereits jeder dritte Deutsche über ein Smartphone, das die Voraussetzung für mobiles Bezahlen ist. Bei allen Überlegungen des Handels zu erfolgreichen Zahlungssystemen genießt die Datensicherheit höchste Priorität. 63 Prozent der Händler nannten Sicherheit an erster Stelle, mit deutlichem Abstand gefolgt von den Themen Kosten und Geschwindigkeit. Deutlich weniger wichtig ist den Händlern die Investitionssicherheit.
Erheblich verbessert hat sich die Sicherheit bei dem etablierten EC-Lastschrift-Verfahren. Die Zahlungsausfälle sind mit 0,42 Promille auf den bisher niedrigsten Stand gesunken. Dazu beigetragen hat das vom EHI verwaltete Sperrsystem KUNO der Polizei, über das im letzten Jahr mehr als 142.000 Meldungen über gestohlene oder verlorene Karten an den Handel weitergegeben wurden. ec-Karte plus Unterschrift und Sicherheit ist also schon lange kein Widerspruch mehr! Karten sind bei den Kunden sehr beliebt. Dieser Vorliebe folgend bieten über 90 Prozent der großen Händler ihren Kunden auch eigene Gutschein- oder Geschenk-Karten an. Eine nicht unerhebliche Zahl erlaubt sogar das Einlösen von fremden Karten in ihrem Geschäft. An der Erhebung des EHI haben sich in diesem Jahr 572 Unternehmen mit 70.000 Betrieben aus 36 Branchen beteiligt. Der Umsatz der befragten Unternehmen macht mit 212,8 Mrd. Euro rund 55 Prozent des Einzelhandelsumsatzes in Deutschland aus.

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Bitcoins sind der breiten Masse noch kaum bekannt

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 2.5.2013. Die digitale Internetwährung Bitcoins ist in Deutschland noch weitgehend unbekannt. Nach einer repräsentativen Befragung des Hightech-Verbands BITKOM haben 85 Prozent der Bundesbürger noch nie von Bitcoins gehört. In den vergangenen Wochen hatten die starken Kursschwankungen bei der Internetwährung, die ohne Banken oder zentrale Abrechnungsstelle auskommt, für viel Aufregung gesorgt. Bei der Kenntnis über Bitcoins gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Während fast jeder vierte Mann (23 Prozent) angibt, schon einmal von Bitcoins gehört zu haben, sind es bei den Frauen gerade einmal 7 Prozent. „Bitcoins sind selbst nach Auffassung der Macher ein Experiment und damit nicht als sichere Geldanlage oder Zahlungsmittel für breite Nutzerkreise geeignet“, sagt BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Bitcoins sind aber ein gutes Beispiel dafür, wie die Digitalisierung den Kern unserer Wirtschaft verändert.“ Trotz der recht geringen Bekanntheit der „Währung“ gibt es in Deutschland der Umfrage zufolge rund 14 Millionen potenzielle Bitcoin-Zahler. Jeder Fünfte kann sich vorstellen, künftig einmal Bitcoins zu erwerben oder zu nutzen. Bei den Männern liegt der Anteil mit 23 Prozent nur leicht über dem der Frauen (17 Prozent). Die Jüngeren sind der Idee einer von anderen Währungen und Banken unabhängigen Internetwährung gegenüber aufgeschlossener als die Älteren. So erscheint 26 Prozent der 14- bis 29-Jährigen das Bezahlen mit Bitcoins zumindest vorstellbar, bei den über 60-Jährigen sind es dagegen nur 12 Prozent.

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Neues mobiles Bezahlsystem: kesh gestartet

Von Anja Kraus
KÖLN, 30.4.2013. Im Rahmen eines Pilotprojekts ging nun in Willich / NRW die biw AG mit ihrem Bezahlsystem kesh an den Start. Die Kunden können direkt nach dem Download einer App (ab Mai für Android und iOS erhältlich) bei ausgewiesenen Händlern in Echtzeit mit ihrem Smartphone bezahlen. Dazu wird ein QR-Code auf dem Display vom Händler gescannt, der Kunde bestätigt den Betrag und schon wird der entsprechende Betrag transferiert. Dabei kommt das Smartphone einer virtuellen Geldbörse gleich, auf die Kunden mittels eines PIN-Codes zugreifen. Die Aufladung des kesh-Kontos bei der biw erfolgt hier per Überweisung oder Lastschrift. Gebühren für den Bezahlvorgang beim Händler fallen nicht an. Darüber hinaus eignet sich das Verfahren auch für Zahlungen im privaten Bereich. Die Lösung, die in Zusammenarbeit mit der XCOM AG entwickelt wurde, soll ab dem zweiten Halbjahr 2013 sukzessive bundesweit vermarktet werden.
Die biw (Bank für Investments und Wertpapiere) ist damit die erste deutsche Bank, die das Bezahlen per Smartphone ermöglicht. Vorteile hätten beide Seiten, so die Bank, sowohl der Einzelhändler als auch der Endkunde: Der Verbraucher habe dank kesh immer passend Bargeld dabei. Wer das Verfahren darüber hinaus für größere Summen nutzen möchte, muss sich bei der Bank zuerst legitimieren. Händler und Gastronomen können die App unabhängig von existierenden Kassen- und Warenwirtschaftssystemen installieren und betreiben. Im Vergleich zu herkömmlichen Kartenzahlmethoden fielen geringere Gebühren an, die Transaktionsprozesse würden beschleunigt und die Zahlungsausfallrisiken minimiert. Vorstandssprecher Dirk Franzmeyer erläuterte, die biw garantiere als deutsche Bank für die Einhaltung aller bankenüblichen Sicherheitsstandards und die reibungslose Abwicklung der Zahlungen über das Banksystem. Das neue Verfahren eigne sich auch zum Einsatz in Webshops, im Automatenbetrieb oder im Handel, beispielsweise im Bereich Quick-Checkout, darüber hinaus ist der kommunale Bereich mit Publikumsverkehr im Visier der Entwickler, wie Museen, Bürgerservices oder Freizeitbäder – in Willich wurden auch in diesem Sektor bereits entsprechende Akzeptanzstellen eingerichtet. Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt würden ausgewertet und bei der bundesweiten Verbreitung des Systems berücksichtigt, so Björn Jüngerkes, Leiter Geschäftsentwicklung bei der biw AG. Weitere Informationen unter www.kesh.de 

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Banking 2.0 auf dem Vormarsch

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 25.4.2013. Die Digitalisierung der Märkte schreitet rasch voran, der Online-Handel hat den stationären Handel das Fürchten gelehrt, und auch die Banken verschließen sich diesem Trend nicht. Unter dem Stichwort Banking 2.0 werden die bewährten Vertriebskonzepte der Bankenbranche in Frage gestellt. Mit neuen Services will man Kunden gewinnen. Am Beispiel des in Deutschland noch weitgehend unbekannten Services Moven zeigt die Managementberatung Mücke, Sturm & Company, wie in Zukunft Banking, Wallet-, und Financial-Management-Funktionen miteinander verschmelzen können. „Deutsche Banken – einschließlich der Direktbanken – sollten Services wie Moven als Impuls sehen, selbst ins Banking 2.0 einzusteigen. So können sie ihren Vertrauensvorsprung nutzen und ihre Kunden halten“, empfiehlt MS&C-Partner Achim Himmelreich. Der Bankkunde ist heute weniger auf Auskünfte von Seiten seiner Bank angewiesen. Er ist selbst informiert, weiß auch ohne persönliche Beratung, wie er seine Geldanlagen tätigen will und ist dem Online-Banking gegenüber aufgeschlossen. Die auf persönlicher Beratung und Provision basierende Vertriebsstruktur der traditionellen Banken sowie das ausgedehnte Filialnetz erscheinen vor diesem Hintergrund überholt. Im Banking 2.0 verschmelzen die traditionellen Bankdienstleistungen mit den Möglichkeiten des Internets. Basierend auf Echtzeit-Interaktion, Datenhistorie und Gamification-Ansätzen entstehen hier moderne Einkaufs- und Konsumberater, die die persönliche Beratung durch kundenindividuelle Produkte und Dienstleistungen ersetzen. Moven beispielsweise wirbt mit umfassenden Financial Management Features. Man kann die App mit dem Girokonto verknüpfen und der Nutzer muss Angaben zu seiner finanziellen Situation machen. Zudem kann Moven durch die Verknüpfung mit sozialen Netzwerken wie Facebook oder LinkedIn den sozialen Status des Users bewerten und mithilfe eines Persönlichkeits-Quiz dessen Charaktereigenschaften feststellen. Diese Datenfülle ist durchaus geeignet, Datenschützern Alpträume zu bereiten. Jedoch bietet sie Moven die Möglichkeit zu maßgeschneiderten Angeboten für Banken. Als Mobile Wallet nutzt Moven die Auswertung von Echtzeit-Transaktionsdaten und gibt seinen Nutzern einen Überblick über das eigene Konsumverhalten sowie Auswertungen und Ratschläge für dessen Optimierung. Funktionen wie Money Pulse und Money Path liefern Einschätzungen der Ausgaben oder gliedern sie nach Ort und Produkt. Auch andere Unternehmen haben die Chance im Banking 2.0 erkannt und verfolgen ähnliche Ansätze wie Moven. MS&C hat in einem ersten Vergleich festgestellt, dass Banking 2.0 bis zu seinem Durchbruch in Deutschland noch etwas Zeit braucht. Dazu tragen auch datenschutzrechtliche Bedenken der Kunden bei. Diese Zeitspanne sollten die Banken nutzen und selbst zeitnah innovative, kundenorientierte Angebote liefern, empfiehlt die Managementberatung.

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Euro-Bargeldauszahlungen in Polen möglich

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 24.4.2013. Polens konstantes Wirtschaftswachstum zeigt sich auch an der Entwicklung des Geldtransfers nach und von Polen: Nach Zahlen der Weltbank haben sich Geldsendungen, sogenannte Rücküberweisungen, aus Polen in andere Länder seit 1992 fast verdreifacht und lagen 2011 bei 1.98 Millionen US-Dollar. Die Rücküberweisungen nach Polen sind von großer Bedeutung für die Volkswirtschaft. Zwar profitieren auf der einen Seite die Bürger von der wachsenden Wirtschaftskraft ihres Landes, andererseits sind immer noch viele Menschen auf Überweisungen von Migranten angewiesen. Von 1992 bis 2011 machten laut Weltbank die globalen Rücküberweisungen nach Polen insgesamt rund 76 Milliarden Dollar aus. Eine Studie des CASE Instituts im Auftrag von Western Union zeigt, dass während der Finanzkrise im Jahre 2007 die Geldtransfers nach Polen mit mehr als 20 Milliarden Zloty den Höchststand erreichten. Seitdem nach dem Ausbruch der Finanzkrise viele Migranten in ihre Heimat zurückgekehrt sind, pendelt die Höhe der Überweisungen zwischen 17 und 18 Milliarden Zloty pro Jahr, das entspricht rund einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Auch in Deutschland sichern viele der über 370.000 Migranten mit einer polnischen Staatsangehörigkeit durch regelmäßige Geldsendungen den Lebensunterhalt ihrer Familien im Herkunftsland. Zwischen 1992 und 2011 wurden mehr als 600 Millionen Dollar aus Deutschland nach Polen via Western Union transferiert. Trotz der derzeitigen Euroskepsis der polnischen Bevölkerung wurden bereits 2010 rund die Hälfte der Geldsendungen nach Polen in Euro und nicht in der Landeswährung Zloty ausgezahlt, und der Trend hält weiter an. Gemäß einer Studie von Western Union bevorzugen über 40 Prozent der Empfänger grundsätzlich eine Auszahlung in Euro. Der Geldtransfer-Dienstleister folgt diesem Trend und bietet ab sofort in Polen die Euro-Bargeldauszahlung per Euro-Payout an.

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Erschreckend wenig Gläubiger-IDs beantragt

Von Anja Kraus
KÖLN, 24.4.2013. Eine ganze Reihe aktueller Studien mit Hinweisen auf die fortdauernde Ahnungslosigkeit in diesem Zusammenhang beweist: Man kann nicht oft genug daran erinnern, dass der bargeldlose Zahlungsverkehr in Europa zum 1. Februar 2014 vereinheitlicht wird. Ab diesem Stichtag gelten in 32 Ländern die Regeln der Single Euro Payments Area (SEPA), und es gibt keinen Unterschied mehr zwischen Inlands- und Auslandsbankgeschäften. Auch der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) wies nun darauf hin, dass es höchste Zeit für alle Beteiligten sei, die Voraussetzungen für die Umsetzung von SEPA zu schaffen. Vor allem bei Lastschriftverfahren wird es durch SEPA viele Neuerungen geben. "Vereine und Unternehmen in Deutschland sind darauf nur unzureichend vorbereitet", sagte GVB-Präsident Stephan Götzl und verwies auf aktuelle Informationen der Deutschen Bundesbank. Um künftig Lastschriften einziehen zu dürfen, ist eine Gläubiger-Identifikationsnummer notwendig, die bei der Zentralbank beantragt werden muss. Bislang wurden deutschlandweit aber erst knapp 300.000 dieser Nummern vergeben. "Bei mehr als 680.000 Betrieben und rund 85.000 registrierten Vereinen allein in Bayern ist das eine erschreckend niedrige Zahl", stellte Götzl fest. Er sieht großen Informations- und Handlungsbedarf besonders bei Vereinen, Parteien und Verbänden, bei denen der Einzug der Mitgliedsbeiträge per Lastschrift gängig ist. Da die Regeln ab Februar 2014 für Unternehmen und Institutionen verpflichtend sind, bleiben ihnen nur noch ein paar Monate, um sich auf das neue Zahlverfahren vorzubereiten. Götzl: "Gerade für ehrenamtlich Tätige in den Vereinen wird da die Zeit schnell knapp." Mit der Umstellung ändern sich auch Fristen und Abläufe für Lastschriften. Zudem muss die gesamte Software-Architektur auf ihre SEPA-Kompatibilität hin überprüft werden, das betrifft Programme zur Mitgliederverwaltung, Onlinebanking-Software sowie Lohnbuchhaltungssysteme. Der GVB-Präsident rät deshalb, jeder Betroffene sollte schnellstmöglich den Kontakt zu seiner Hausbank suchen. Dort geben die Berater nicht nur Auskunft über die individuellen SEPA-Anforderungen, sie kennen auch die Termine der vielerorts stattfindenden Informationsveranstaltungen speziell für Firmenkunden und Vereine.

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Bis TARGET2-Securities ist es noch ein weiter Weg

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 19.4.2013. TARGET2 hat sich als Clearingstelle für den europäischen Zahlungsverkehr zwischen Zentralbanken bewährt. Als nächste Ausbaustufe soll mit TARGET2-Securities (T2S)  eine ähnlich funktionierende, harmonisierte Abwicklungsplattform für Wertpapiere im Euroraum geschaffen werden.  Meinungsumfragen während der Mittel- und Osteuropa-Konferenz von Clearstream haben allerdings ergeben, dass 70 Prozent der befragten Teilnehmer des Gipfels damit rechnen, dass noch “ein weiter Weg“ vor ihnen liege, um für T2S bereit zu sein. Nur 7 Prozent erwähnten, dass T2S ihre Top-Priorität unter den Marktreformen sei, immerhin 39 Prozent wählten bei der Umfrage T2S als eine ihrer  “Top 5-Prioriäten“. 41 % gaben an, T2S “auf dem Radar“ zu haben, aber die Auswirkungen von T2S auf ihr Geschäft noch nicht umfassend bewertet zu haben. Diese Umfrageergebnisse entsprechen den vorläufigen Ergebnissen einer Clearstream-Studie auf Grundlage von Umfragen und Gesprächen mit Kunden, die bestätigt, dass Finanzinstitute in Europa die Bereitschaft für T2S noch nicht als Top-Priorität ansehen. Philip Brown, Mitglied des Vorstands bei dem Zentralverwahrer und verantwortlich für die Kundenbeziehungen in Europa sowie Nord- und Südamerika meinte, es müsse noch viel getan werden, um den Markt dabei zu unterstützen, sich besser auf T2S vorzubereiten. Der Standard werde schon bald zur strategischen Notwendigkeit. “Einen reibungslosen Übergang für Mittel- und Osteuropa auf die zukünftige T2S-Plattform sicherzustellen ist entscheidend, um die Region dabei zu unterstützen, ihren Aufwind beizubehalten und die Vorteile zu ernten, die T2S bringen wird, vor allem im Sicherheitenmanagement.“

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Neue BPO-Standards unterstützen Banken und Handel 

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 18.4.2013. SWIFT, der Telekommunikations-Dienstleister der Finanzwelt, und die Bankenkommission der Internationalen Handelskammer ICC haben bekannt gegeben, dass neue rechtliche und technologische Standards für Zahlungsverpflichtungen  von Banken (Bank Payment Obligations, BPO) verfügbar sind. Das BPO-Regelwerk unterstützt die Supply Chain Finance Services von Banken und hilft Käufern und Lieferanten, internationale Handelstransaktionen zu sichern und zu finanzieren. Es verbindet die Vorteile eines Akkreditivs mit einer automatisierten und gesicherten Umgebung und ermöglicht es den Banken, ihren Firmenkunden flexible Risikominimierung und verbesserte Finanzdienstleistungen anzubieten. Gottfried Leibbrandt, Vorstandschef von SWIFT, erklärte: "Den BPO auf der Basis der ISO –Norm 20022 gehört die Zukunft im Handel. Sie sind eine Schlüsselmöglichkeit für die Banken, um ihren Firmenkunden innovative Services anzubieten."  Das gemeinsame Release von ICC und SWIFT  offeriert eine Kombination aus rechtlich verbindlichen Regeln und elektronischen Nachrichtenstandards. Man rechnet mit einer hohen Marktakzeptanz für die neuen Regelungen. Zusammen mit den Nachrichtenstandards der ISO 20022 bieten diese Regeln eine branchenweite Grundlage für Banken, um die Bereiche Risiko und Finanzierung an der neuen Technologie auszurichten. Kah Chye Tan, Vorsitzender der ICC Banking Commission,  geht davon aus, dass die Branche von den BPO profitieren wird. So machten es die neuen Standards leichter, mit offener Rechnungslegung zu arbeiten.

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Umfrage: Sind deutsche Unternehmen endlich SEPA-fit?

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 15.4.2013. Der Zahlungsverkehr befindet sich im ständigen Wandel. Eines der brisantesten Themen ist die Abschaffung der bestehenden Überweisungs- und Lastschriftverfahren zum 1. Februar 2014. Aus diesem Grund müssen sich insbesondere Unternehmen, Behörden und Vereine auf starke Veränderungen im in- und ausländischen Zahlungsverkehr einstellen, denn zu den SEPA-Umsetzungen gibt es keine Alternative. ibi research möchte nun in einer aktuellen Befragung zusammen mit dem Bank-Verlag, mit van den Berg und InterCard zum zweiten Mal die aktuellen Trends und Anforderungen im Zahlungsverkehr ermitteln. Dabei geht es um die zentrale Frage: Wie weit ist der Umstellungsprozess für SEPA in den Organisationen schon fortgeschritten? Die erste Erhebung Ende letzten Jahres hatte gezeigt, dass damals einem knappen Drittel der befragten Unternehmen SEPA überhaupt noch nicht bekannt war, und viele sahen noch keinen sofortigen Handlungsbedarf. So hatte jeder Vierte nach eigenen Angaben nur vage Vorstellungen von SEPA, 6 Prozent hatten sogar noch nie etwas davon gehört. Die Brisanz des Themas ist also enorm. Dr. Ernst Stahl von ibi research nannte es „erschreckend und unverständlich“, dass sich die Unternehmen und Vereine viel zu wenig mit dem Thema SEPA beschäftigen. Wer regelmäßig viele Lastschriften einziehe und die Umstellungen zu spät vornehme, riskiere sogar mögliche Liquiditätsprobleme, warnte er. Auch die Europäische Zentralbank appelliert mit Nachdruck, dass Länder mit großem Lastschriftaufkommen, wie Deutschland, bis mindestens September 2013 die Mehrheit aller Transaktionen über SEPA-Lastschriften einziehen sollen, damit die Umstellung Anfang nächsten Jahres überhaupt noch gelingen könne. Angesichts des immer kleiner werdenden Zeitfensters bis zur Deadline am 1. Februar soll nun die zweite Runde der Studie den Entwicklungsstand aufzeigen, ob bzw. was in den letzten sechs Monaten in Sachen SEPA bei den Organisationen in Deutschland passiert ist. Der Befragungszeitraum läuft noch bis zum 16. Juni, die Teilnahme ist unter www.sepa-wissen.de/umfrage möglich.


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EU-Verordnung über Interbankenentgelte für Kartenzahlungen
 
Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 15.4.2013. Die EU-Kommission hat mitgeteilt, ihre ohnehin schon laufenden Untersuchungen gegen MasterCard erheblich auszuweiten und ein weiteres förmliches Verfahren eingeleitet. Die Kommission untersucht nun auch die Konditionen für Kartenzahlungen von Kunden aus Nicht-EU-Staaten. Die anfallenden Interbankenentgelte bei MasterCard seien dabei höher als für Zahlungen von EU-Kunden. Es kommen zudem weitere Geschäftspraktiken von MasterCard auf den Prüfstand: So wird die Zulässigkeit der „Honor All Cards Rule“ geprüft, die einen Händler oder Hotelier zur Annahme aller Kartenarten von MasterCard verpflichtet. Ferner kritisiert die EU-Kommission die Regeln im MasterCard-System, die eine Zahlungsabwicklung über einen möglicherweise kostengünstigeren ausländischen Acquirer unmöglich macht. Der Hotelverband Deutschland IHA hatte gemeinsam mit dem Handelsverband Deutschland (HDE) bereits Ende 2005 beim Bundeskartellamt eine Beschwerde gegen die Interbankenentgelte von MasterCard und VISA eingereicht. Nach Ansicht des IHA sollte grenzüberschreitendes Acquiring im europäischen ebenso möglich sein, wie die Gleichbehandlung von Kartenzahlungen aus dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und beispielsweise aus den Vereinigten Staaten. Die EU-Kommission will noch vor dem Sommer einen Vorschlag für eine Verordnung über Interbankenentgelte für Kartenzahlungen vorlegen, um Rechtssicherheit und gleiche Wettbewerbsbedingungen im Binnenmarkt zu gewährleisten. 2007 hatte die EU-Kommission die Erhebung von Interbankenentgelten für grenzüberschreitende Zahlungskartentransaktionen im EWR untersagt. Im Mai 2012 wies das Gericht der Europäischen Union erstinstanzlich das von MasterCard gegen diese Entscheidung eingelegte Rechtsmittel ab. MasterCard hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Die Kommission führt ihre Untersuchungen gegen beide großen Kreditkartengesellschaften – MasterCard und Visa – parallel durch, um gleiche Wettbewerbsbedingungen durchzusetzen.

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Der SEPA-Countdown läuft

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 15.4.2013. Bisher stellen sich Unternehmen noch nicht mit der notwendigen Intensität auf SEPA um. Dabei bleibt nur noch elf Monate Zeit, bis der Zahlungsverkehr in seiner bisherigen Form am 1. Februar 2014 abgeschaltet wird. Während für Verbraucher die Ablösung im Wesentlichen nur der Umgang mit der IBAN bedeutet, müssen alle Unternehmen dafür etwas tun, insbesondere die Lastschrifteinreicher. Da fast alle Unternehmensbereiche von der Umstellung betroffen sind (Buchhaltung, Personalabteilung, Treasury, Kundenbetreuung, Vertrieb; IT), kann diese nicht innerhalb weniger Tage nachgeholt werden. In der Folge kann der Zahlungsverkehr beeinträchtigt werden bis hin zur Zahlungsunfähigkeit. Davon sind wiederum andere Unternehmen betroffen, wenn diese keine Zahlungen erhalten können. Für die Kreditwirtschaft gibt es keinen Plan B, denn Banken ist es gesetzlich untersagt, ab Februar 2014 noch den Zahlungsverkehr herkömmlicher Art anzubieten. Eine vom Bankenverband herausgegebene Broschüre "SEPA - Der Countdown läuft" hilft Unternehmen bei ihren Umstellungsmaßnahmen.
SEPA - Der Countdown läuft: Reibungslosen Zahlungsverkehr jetzt sicherstellen [PDF – 1.5 MB]

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Mobile Payment: Banken genießen Vertrauensvorsprung

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 12.4.2013. In allen Belangen rund um das Bezahlen von Gütern und Dienstleistungen war der Finanzsektor lange Zeit alleiniger Platzhirsch – bis das Thema "Mobile Payment" den Markt gehörig durcheinander wirbelte. Zahlreiche neue Player, vom Mobilfunkanbieter bis zum Internethändler, drängen auf den Markt und zwingen klassische Finanzdienstleister zum Handeln. In einer aktuellen Studie untersuchte IT-Lösungsanbieter GFT Technologies das schnell wachsende Mobile-Payment-Ökosystem und analysierte, welchen Einfluss die aktuellen Entwicklungen auf Banken haben. Es zeigte sich, dass die klassischen Finanzinstitute ein Vertrauensplus bei ihren Kunden besitzen. Wie aber sollen sich Finanzdienstleister heute positionieren? Welche Chancen ergeben sich und welche Hausaufgaben müssen sie erledigen, um diese zu nutzen? Marika Lulay, COO-Officer bei GFT, empfiehlt den Banken nicht nur eine kontinuierliche Marktbeobachtung, sondern eine Weiterentwicklung ihrer mobilen Präsenz, so dass sich die Kunden mit ihren Bedürfnissen gezielt angesprochen fühlen. Gerade die Nutzungsqualität des mobilen Angebots spiele im Hinblick auf Akzeptanz und Vertrauen eine wichtige Rolle. Ein weiteres Ergebnis der Studie: Partnerschaften bieten Potenziale. "Finanzdienstleister sollten über den eigenen Tellerrand hinausblicken und nach passenden Entwicklungs- und Vertriebspartnern Ausschau halten. Gemeinsam vermarktete Mobile-Payment-Lösungen haben mehr Schlagkraft und bieten ungleich größere Geschäftsmöglichkeiten", sagte Lulay. Der Markt ist groß: Laut KPMG werden bereits im Jahr 2015 mit mobilen Bezahllösungen mehr als eine Billion US-Dollar umgesetzt werden. Entsprechend erweitern derzeit auch immer mehr Finanzdienstleister ihre Geschäftstätigkeiten um das Thema mobiles Bezahlen. Infos zur Studie unter www.gft.com/de

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Bitcoins unternehmen Achterbahnfahrt

Von Anja Kraus
KÖLN, 11.4.2013. Ein wenig erinnert er an Spielgeld: Der Bitcoin, eine virtuelle Währung, die nur im Internet als kryptografische Erfindung existiert und sich derzeit von Rekordhoch zu Rekordhoch hangelt. Vor einem Jahr noch wurde ein Bitcoin in 5 US-Dollar umgerechnet, Ende März waren es schon 85 Dollar. Spätestens da wurde auch die breite Masse auf das digitale Geld aufmerksam. Nun sorgte eine rasante Achterbahnfahrt für viel Aufsehen. Auf der Tokyoter Online-Handesplattform Mt. Gox schoss der Bitcoin auf 266 US-Dollar hoch, fiel dann bis auf 105 und erholte sich schließlich bei 179 Dollar – und das alles innerhalb weniger Stunden. Gleich mehrere Analysten warnten bereits vor einer Überbewertung der virtuellen Währung. „Der Chartverlauf entspricht dem klassischen Muster einer aggressiven Spekulationsblase“, sagte etwa Sebastien Galy von der Großbank Société Générale. Für Bitcoins (BTC) gibt es keine Zahlungsgarantie einer ausgebenden Stelle. Jeder, der einen Bitcoin-Client auf seinen Rechner installiert hat, kann BTC „minen“, also selbst am eigenen Rechner erzeugen. Vereinfacht dargestellt kann man sagen, dass die Herstellung von Bitcoins eine Belohnung dafür ist, dass man einem Online-Netzwerk Rechenleistung auf dem eigenen PC zur Verfügung stellt. „Doch dies erfordert eine gute Grafikkarte, vor allem Wartezeit sowie Glück. Eine andere Alternative ist es, Waren und Dienstleistungen zu verkaufen und dafür die Zahlung von Bitcoins zu akzeptieren“, erklärte der Marktplatz “Bitcoin.de“. Dort kann sich auch derjenige mit der virtuellen Währung eindecken, der keinen eigenen Online-Shop hat und auch keine Güter gegen Bitcoins verkaufen kann. Bezahlen kann man mit dem Digitalgeld derzeit eigentlich nur im Internet. Auf Plattformen und Marktplätzen bieten etwa IT-Dienstleister ihre Arbeit gegen Bezahlung in BTC an, diverse Online-Shops akzeptieren die Währung, und auch die Umweltschützer vom BUND nehmen neuerdings gerne virtuelles Spendengeld an. Der Hype lockt natürlich auch Kriminelle. Anfang April wurde Mt. Gox von Hackern massiv angegriffen, es kam zu erheblichen Handelsverzögerungen, berichtete etwa das Fachforum heise.de. Dahinter wird die Strategie vermutet, dass Angreifer zunächst bei hohen Kursen große Mengen Bitcoins verkaufen, durch die Attacken Kursstürze und Panikverkäufe provozieren, um sich danach bei niedrigen Kursen erneut massenweise günstig mit der Währung einzudecken und das Spiel erneut zu beginnen. Mt. Gox kündigte daraufhin technische Verbesserungen an, um solche Betrugsversuche zu verhindern. Ein weiterer Anbieter auf dem Markt, Instawallet, eine Art Kasse für Bitcoins, ging nach betrügerischen Angriffen nun sogar komplett vom Netz. Die dort gehosteten Guthaben werden abgewickelt, aber nur im kleinen Rahmen. Wer mehr als 50 BTC deponiert hatte, geht zunächst einmal leer aus. Über diese Guthaben soll von Fall zu Fall entschieden werden, erklärt ein Disclaimer auf der ansonsten verwaisten Instawallet-Homepage.
 

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Sicheres Online-Banking per photoTAN

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 9.4.2013. Eine Online-Transaktion per photoTAN freizugeben gilt als besonders sicheres Verfahren, das auch für den Nutzer einfach und bequem anzuwenden ist. Weltweit bieten erst wenige Banken dieses Verfahren an, so wie jetzt auch die Comdirect Bank. Will ein Kunde zum Beispiel eine Überweisung per photoTAN durchführen, so erscheint auf seinem Computer-Bildschirm eine mehrfarbige Grafik, die in verschlüsselter Form die Auftragsdaten sowie die Transaktionsnummer (TAN) enthält. Mit Hilfe einer App auf dem Smartphone kann der Kunde diese Grafik direkt vom Bildschirm einlesen. Auf seinem Smartphone sieht er dann die Auftragsdaten zur Bestätigung sowie eine TAN zur Freigabe des Auftrags. Das Besondere an diesem Verfahren: Zwischen Smartphone und Online-Banking besteht keine Verbindung, was laut Bank die Sicherheit erhöht. Um das neue Verfahren nutzen zu können, benötigen die Kunden zunächst einen individuellen Code zur Aktivierung der App. Sämtliche Transaktionsdaten werden ausschließlich verschlüsselt übertragen, und die TAN ist jeweils nur für einen Auftrag gültig. Entwickelt wurde das photoTAN-Verfahren vom britischen Unternehmen Cronto, einem Spin-off der Universität Cambridge. „Das Vertrauen unserer Kunden in Online-Sicherheit ist für uns besonders wichtig – daher investieren wir in moderne Technologien. Die photoTAN bietet unseren Kunden echten Mehrwert: Das Verfahren ist nicht nur sehr sicher, sondern macht Online-Banking gleichzeitig noch komfortabler“, sagt Sabine Münster, Leiterin Banking bei Comdirect. Alternativ zur kostenlosen Smartphone-Variante für Android und iOS können Kunden auch ein spezielles Lesegerät nutzen, das sie direkt bei ihrer Bank beziehen können.

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Kreditkartenbetrug noch immer ein Problem

Von Stefan Hirschmann
KÖLN, 8.4.2013. "Ihre Karte ist aufgrund VISA wichtigsten Begriffe werden verandert ausgesetzt. So aktivieren Sie Ihre Karte mussen Sie das angehangte Dokument herunterladen und ausfullen Die VISA security Datei, um die legitimen Kontoinhaber zu uberprufen. Wir wurden uns uberlegen Beendigung Ihres Zugriffs auf Ihre gespeicherten Fonds, wenn Sie der rechtma?ige Inhaber dieses Kontos zu uberprufen gescheitert. Denken Sie daran, VISA, um Ihre Sicherheit und Schutz verpflichtet" – Diese beinahe dadaistisch anmutenden Satzkonstruktionen sind keine Druckfehler, sondern entstammen einer Original-E-Mail für Kreditkartenbetrug. Wer in das der E-Mail angehängte Dokument tatsächlich seine Kreditkartennummern einträgt, hat mitunter schnell ein großes Problem. Über 70 Prozent aller in Europa verzeichneten Fälle von Kartenbetrug gehen auf das Konto von Fernabsatz, also von Transaktionen, bei denen die Karte nicht vorgelegt werden muss (Card-not-Present: CNP). Das ist etwa im Versandhandel und Online-Shopping sowie bei telefonischen Bestellungen der Fall. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von FICO, einem Lösungsanbieter für Betrugsbekämpfung im Kartengeschäft. Der Analyse zufolge konnten allerdings die mit Kreditkarten verursachten CNP-Verluste innerhalb des europäischen FICO Falcon Anti-Betrugskonsortiums um 57 Prozent gesenkt werden – und zwar von rund 32 Mio. Euro im April 2010 auf rund 13,5 Mio. Euro im März 2012. Das FICO Falcon Anti-Betrugskonsortium umfasst die Daten der Anwender des Betrugserkennungssystems FICO Falcon Fraud Manager, das in Europa derzeit etwa 44 Millionen Karten schützt. CNP-Betrüger waren für mehr als 72 Prozent aller erfolgreichen Attacken auf Konten verantwortlich und verursachten 74 Prozent der Verluste innerhalb des FICO Falcon Anti-Betrugskonsortiums. Das entspricht einem leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum. „Die Bekämpfung von CNP-Betrug steht bei den Kartenherausgebern derzeit ganz oben auf der Agenda. Neue Technologien und gezieltere Vorgehensweisen sollen es richten”, erklärt Martin Warwick, Fraud Chief in Europe, the Middle East and Africa bei FICO. Von Euromonitor erhobene Daten zeigen bisher nur einen moderaten Rückgang in Europa, wobei Großbritannien mit sechs Prozent noch am besten abgeschnitten hat. Kriminelle suchen immer den einfachsten Weg, um Konten abzuräumen. „Dieser ist momentan das Internet”, analysiert Warwick. Vor allem Länder, in denen moderne Betrugserkennungssysteme noch wenig verbreitet sind, mussten Verluste hinnehmen. Manchmal hilft aber auch einfach der gesunde Menschenverstand: "Ihre Karte wird automatisch aktiviert, nach der Sicherheitskontrolle Details bestatigt", sollte jeden Nutzer in höchste Alarmbereitschaft versetzen.

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Unternehmen und Verbraucher unterschätzen SEPA-Folgen

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 4.4.2013. Der Hightech-Verband BITKOM weist Unternehmen und Verbraucher eindringlich auf die Folgen des Gesetzes zum einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum hin. So müssen ab 1. Februar 2014 elektronische Zahlungen durchgängig im neuen SEPA-Format abgewickelt werden. „Es ist fünf vor zwölf: Wer nicht rechtzeitig auf SEPA umstellt, dem droht die Zahlungsunfähigkeit“, sagt BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Nach Januar 2014 werden Überweisungen und ähnliche Transaktionen ausschließlich im neuen SEPA-Format ausgeführt. Überweisungen im alten Format werden ab diesem Zeitpunkt nicht mehr dem Konto des Empfängers gutgeschrieben. Von der Umstellung betroffen sind sämtliche Abteilungen eines Unternehmens, die mit bargeldlosem Zahlungsverkehr zu tun haben: etwa IT, Buchhaltung, Vertrieb, Einkauf oder die Personalabteilung. Nach dem Bundestag hat im März 2013 auch der Bundesrat das SEPA-Begleitgesetz verabschiedet. „Mit der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt haben die Unternehmen Planungssicherheit für die Umstellung der Prozesse auf das SEPA-Format“, so Rohleder. Um Unternehmen bei der Umstellung ihrer internen Prozesse auf die neuen Regelungen zu unterstützen, hat der BITKOM einen SEPA-Leitfaden mit den wichtigsten Informationen zum neuen Verfahren veröffentlicht. Er ist kostenlos abrufbar unter:
www.bitkom.org/files/documents/BITKOM_SEPA-Leitfaden.pdf.

Rohleder: „Die meisten Unternehmen meinen, sie seien von SEPA nicht betroffen und bereiten sich bislang nicht auf die Umstellung vor.“ Nach einer aktuellen Umfrage der Deutschen Bundesbank kennen drei Viertel (76 Prozent) aller Unternehmen nicht einmal den Begriff. Nur jedes zehnte Unternehmen weiß, worum es bei SEPA inhaltlich geht. Rohleder: „Die Bundesregierung sollte alle Betroffenen besser informieren, auch die Verbraucher.“ Für Privatpersonen werden Überweisungen ins Ausland viel einfacher. Allerdings kann kaum ein Bankkunde mit Begriffen wie BIC (die neue internationale Bankleitzahl) und IBAN (die neue internationale Kontonummer) etwas anfangen. Deutschland hinkt nach Angaben der Europäischen Zentralbank bei der Umstellung deutlich hinterher: Nur rund 7 Prozent aller Überweisungen von Verbrauchern und Unternehmen werden im neuen Format getätigt; in Finnland oder Slowenien sind es fast 100 Prozent.

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ZV-Compliance durch Managed File Transfer (MFT)

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 4.4.2013. Im Zahlungsverkehr müssen Finanzdienstleister künftig mit verschärften IT-Compliance-Vorgaben rechnen. Bei vielen Unternehmen besteht hier noch erheblicher Handlungsbedarf. 71 Prozent der befragten Banken, Finanzunternehmen und Versicherungen befürchten, dass sie ihre IT-Systeme nicht bis 2015 fit gemacht haben, so eine aktuelle JWG-Studie. „Gerade im Bereich IT-Compliance werden in Zukunft die Compliance-Anforderungen an Finanzdienstleister zunehmen. Unternehmen müssen auch mit verschärften Strafen bei Nicht-Einhaltung rechnen“, so Bernd Seeburger, CEO der Seeburger AG. Das Verfahren Managed File Transfer (MFT) ermögliche eine verschlüsselte, revisionssicher protokollierte Übertragung von strukturierten und unstrukturierten Dateien jedes Formats (NACHA, SEPA, ACH, etc.) für jede Transaktionsart (Zahlung, Überweisung, etc.). Im System lassen sich alle Datei-Übertragungen jedes Standards (EBICS, SWIFT, etc.) zentral verwalten. Durch klares Rechtemanagement könne festgelegt werden, wer was an wen übertragen darf, erklärt Seeburger. Der Sender erhalte eine Benachrichtigung, sobald der Empfänger die Nachricht geöffnet habe. Sofern die Nachricht noch nicht abgerufen wurde, kann sie durch eine Rückruf-Funktion zurückgehalten werden. Auch Systeme von Geschäftspartnern oder zugekauften Firmen lassen sich leicht über eine SOA-basierte zentrale Plattform anbinden. Kostenloser Ratgeber zum Thema sichere Datenübertragung unter: http://bit.ly/10pbFrQ

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Europa stellt um auf digitales Geld

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 19.3.2013. Der Europa-Markt für Mikrozahlungen und -produkte wird voraussichtlich rasant wachsen und befeuert die Umstellung auf das digitale Geld. Barzahlungen entwickeln sich derweil in der Region insgesamt rückläufig.  Eine festgelegte und vordefinierte Richtung des europäischen Marktes, verbunden mit optimierter Gebührenstruktur, verbessertem Risikomanagement sowie einer erweiterten Anwenderfreundlichkeit, wird mit Sicherheit den Einsatz von vorausbezahlten bzw. Prepaid-, online-basierten- und kontaktlosen Lösungen für Mikrobeträge steigern, fand die Beratungsfirma Frost & Sullivan nun in einer Studie zum Markt für Mikrozahlungen heraus. Die Studie ergab, dass kontaktlose Kartenzahlungssysteme in Europa von 2011 bis 2017 voraussichtlich bei einer kumulierten jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 28,7 Prozent anwachsen werden. Aufgrund der massiven Einführung von Smartphones und der zunehmenden Durchdringung mit Tablets in Europa wird auch der mobile Handel (M-Commerce) zwischen 2011 und 2018 eine CAGR von 10,6 Prozent verzeichnen. Die Umstellung auf digitales Geld bietet einen beträchtlichen Vorteil für Banken und Regierungen gleichermaßen. Denn in Europa sind die Kosten für den Barzahlungsverkehr hoch. Der Europäische Zahlungsverkehrsausschuss (EPC) arbeitet an Entwürfen zur Prozessverbesserung sowie der Verringerung der Gesamtkosten. "Die Prozesse für Produktion, Transport, Schutz und Zerstörung von Barmitteln sind komplex und teuer“, sagte Jean-Noël Georges von der Beratungsfirma. Die Abkehr vom Bargeldverkehr ist jedoch mit vielen Herausforderungen verbunden. Verbraucher haben unterschiedliche Grade der Bereitschaft gezeigt, kontaktlose Karten einzusetzen. Frost & Sullivan geht davon aus, dass eine Aufklärungskampagne für Kartennutzer und Händler, die stark auf die Sicherheitsmerkmale der kontaktlosen Technologien fokussiert ist, den Einsatz von kontaktlosen Karten – und möglicherweise auch von kontaktlosen, mobilen Zahlungssystemen – beliebter machen könnte. Der Ersatz von Bargeld durch elektronische Zahlungsmittel auf einem Stored-Value-Konto sei derzeit der beste Ansatz, erklärte Georges.

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Zahlungsservice für kleine Händler

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 19.3.2013. Gerade für große, namhafte Marken gibt es im Bereich Online-Shopping keinerlei Kompromisse bei der Sicherheit und der transparenten Abwicklung von Transaktionen. Ungenauigkeiten bedeuten schnell einen Image-Verlust. Absolute Sicherheit und maximaler Betrugsschutz sind ebenso wichtig wie automatisierte Risikoprüfungen in Echtzeit während des Bezahlvorgangs. Dazu gehören Schufa-Checks, Black Lists, IP-Adressen-Prüfungen und die Integration von Bankidentifikationsnummern. Zwei E-Commerce-Lösungsanbieter haben ihr Know-how für diese Herausforderung gebündelt: Die Services von Masterpayment sind ab sofort auch für die Oxid-Plattform verfügbar. Die Starnberger Firma Masterpayment bietet einen Rundum-Bezahlservice vor allem für kleinere Händler, die alle Zahlarten  überall und auf jede Art akzeptieren wollen; die Freiburger OXID eSales AG implementiert E-Commerce-Lösungen vor allem für B2C- und B2B-Shop-Betreiber verschiedenster Branchen. Weitere Infos: www.masterpayment.com oder http://www.oxid-esales.com/

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Zahlungsverkehr, Steuern- und Zollabrechnung für Online-Handel

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 13.3.2013. Eine große Herausforderung für international expandierende Händler liegt in der Komplexität von Steuern und Abgaben, dem lokalen Payment-Processing sowie in der Logistik und den Rücksendungen. Vor diesem Hintergrund haben der internationale Payment Service Provider (PSP) Computop und die auf E-Commerce-Lösungen spezialisierte eShopWorld eine Partnerschaft geschlossen, die internationale Bezahlmethoden mit landesübergreifenden E-Commerce-Lösungen kombinieren und neuen E-Händlern einen wesentlich schnelleren Markteintritt ermöglichen soll. Die Kooperation eröffnet Online-Händlern weltweit integrierten E-Commerce mit sicherem Zahlungsverkehr und Logistikdienstleistungen in 52 Ländern. Über eShopWorld können Endkunden aus Asien, Europa und den USA internationale Online-Einkäufe tätigen, wobei die Bezahlung lokal in ihrer eigenen Währung erfolgt. In der Zusammenarbeit bietet Computop weltweite Bezahlmethoden, während eShopWorld die Steuern, Zölle, Lieferungen und Rücksendungen abwickelt. Bei Bedarf können für Online-Händler auch die Zollabrechnungen mit den Endkunden übernommen werden. Der kombinierte Service erlaubt Händlern ein konsolidiertes Management des komplexen Handels mit internationalen Endkunden und umfasst eine Vielfalt an Bezahlmethoden inklusive Alipay in China, Paypal sowie eine Auswahl an beliebten landesspezifischen Zahlarten und 3D Secure (Verified by Visa und MasterCard SecureCode). Zusätzlich sind Funktionen zur Betrugsprävention für die Nutzung internationaler Kreditkarten verfügbar.

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Wunsch-PIN selbst festlegen und leichter merken

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 11.3.2013. Voraussichtlich bis Ende des Jahres 2013 werden alle Comdirect-Visa-Karten auf das so genannte Chip & PIN-Verfahren umgestellt. Um eine Zahlung an der Kasse zu legitimieren, werden Kunden der Bank künftig aufgefordert, ihre PIN einzugeben, nicht wie bisher ihre Unterschrift. Wer innerhalb Deutschlands mit der Visa-Karte bezahlt, wird dann seine PIN häufiger nutzen – damit sollen die Sicherheitsstandards erhöht und das Risiko des Kartenmissbrauchs reduziert werden. Außerdem können die Kunden fortan eine individuelle Wunsch-PIN für ihre Visa-Karte festlegen. Die Umstellung kann online vorgenommen und die neue Zahlenkombination unmittelbar nach der Umstellung eingesetzt werden. Die erste Änderung ist kostenlos. Einschränkungen bei der Wahl der Wunsch-PIN gibt es kaum – einzig leicht zu erratende Kombinationen wie Zahlenfolgen oder der eigene Geburtstag sind zur Sicherheit ausgeschlossen.

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Elektronische Bezahlsysteme gewinnen weiter an Bedeutung

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 7.3.2013. Gegenüber dem Vorjahr haben die elektronischen Bezahlsysteme noch einmal einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht. Sie nehmen mittlerweile einen Anteil von 41 Prozent ein. Zum Vorjahr konnten sich diese Bezahlformen noch einmal um elf Prozentpunkte steigern (Vorjahr: 30 Prozent). Damit liegen sie deutlich vor dem Rechnungskauf. Nur noch rund 27 Prozent der Verbraucher bezahlen ihre im Internet bestellte Ware am liebsten erst nach dem Erhalt. Der Kauf auf Rechnung muss im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von fünf Prozent hinnehmen. Dies ist das Ergebnis einer vom Bundesverband des Deutschen Versandhandels e.V. (bvh) und der Creditreform Boniversum GmbH gemeinsam durchgeführten Befragung im multichannel Online- und Versandhandel. Alle weiteren Bezahlwege mussten im Vergleich zum Vorjahr ein leichtes Minus hinnehmen. Die Kreditkarte zum Beispiel hat aktuell einen Anteil von 11 Prozent. Auch die Vorauskasse hat mit einem Anteil von nur noch fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozentpunkte verloren . Die aktuellen Zahlen verdeutlichen einmal mehr die rasante Entwicklung im Interaktiven Handel. Der Kauf auf Rechnung und auch das Lastschriftverfahren sind immer noch von hoher Relevanz für die Kunden, dennoch wird anhand des wachsenden Anteils der elektronischen Bezahlsysteme deutlich, dass sich diese bei den Verbrauchern sehr gut etablieren konnten und gern als unkomplizierte Alternative genutzt werden. Männer nutzen dabei die modernen Bezahlsysteme deutlich häufiger (43 Prozent) als Frauen (38 Prozent). Auch die Kreditkarte wird von Männern (16 Prozent) fast dreimal so häufig genutzt wie von Frauen (6 Prozent). Frauen hingegen bevorzugen weiterhin den Kauf auf Rechnung (35 Prozent). Männer nutzen den Rechnungskauf deutlich seltener (20 Prozent). Sowohl bei Männern als auch Frauen ist aber ein eindeutiger Trend zu den elektronischen Bezahldiensten zu erkennen.

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Zahlungslösungen für Flug- und Reisegesellschaften

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 7.3.2013. Die Wirecard Bank AG bietet Fluggesellschaften, Hotels, Bahn- und Reiseunternehmen künftig Zahlungslösungen mit UATP-Karte an. Bei der UATP-Karte handelt es sich um die erste Kundenkreditkarte, die Fluggesellschaften ihren Unternehmenskunden anbieten, um flugbezogene Zahlungen durchzuführen. Das Zahlungssystem erleichtert größeren Unternehmen die Verrechnung von Geschäftsreisen. Nahezu 260 Fluggesellschaften und zahlreiche Reisebüros akzeptieren UATP als Zahlungsmittel für Tickets, Service- und Verwaltungsgebühren sowie Netto-Flugpreise. Die Karte wird in mehr als 105 Ländern eingesetzt. Als kartenausgebendes Institut kann die Wirecard Bank sowohl Plastik- als auch virtuelle Karten ausgeben. Über eine Plattform soll die gesamte Prozesskette im Zahlungsbereich abgewickelt werden, von der kundeneigenen Kreditkarte über alternative Zahlungsmethoden bis hin zur Kartenakzeptanz. Ein integriertes Risikomanagement zur Vermeidung von Zahlungsausfällen und Prozessfolgekosten soll zudem Mehrwerte schaffen, um Umsätze abzusichern.

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Geld abheben mit dem neuen Personalausweis

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 7.3.2013. Der neue Personalausweis (nPA) dürfte sich als sicheres und praktisches Legitimationsmittel in Bankprozessen etablieren und weiter an Akzeptanz gewinnen. Auf der diesjährigen CeBIT in Hannover hat die Bundesdruckerei GmbH gemeinsam mit dem IT-Dienstleister XCOM AG und der biw Bank für Investments und Wertpapiere AG einen Geldautomaten mit Online-Ausweis-Interface vorgestellt. Der Service steht Kunden aller deutschen Kreditinstitute zur Verfügung. Besitzer eines neuen Personalausweises, die dessen Online-Ausweisfunktion mit sechsstelliger Ausweis-PIN freigeschaltet haben, können am Automaten der biw AG kostenlos Geld abheben. Ein Konto bei der Bank ist nicht erforderlich. In diesem Jahr sollen Geldautomaten mit Online-Ausweis-Interface an weiteren Standorten in Betrieb genommen und der Bestand nach und nach aufgerüstet werden. Erstnutzer des Bargeld-Services müssen sich mit dem nPA einmalig am Geldautomaten registrieren und dabei ihre Kontodaten sowie ihre sechsstellige Ausweis-PIN angeben. Beim Registrierungsvorgang wird eine Einzugsermächtigung erteilt. Die abgehobenen Summen werden dann durch die Bank vom Bankkonto der Nutzer per Lastschrift abgebucht. Zunächst gilt ein Limit von 200 Euro pro Tag bzw. von 1.000 Euro pro Woche. Bei jeder Abhebung ist die Eingabe der Ausweis-PIN obligatorisch.

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Mobile Geldbörse für Smartphones

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 6.3.2013. Mit dem Abschluss einer rund halbjährigen Pilotphase hat iPAYst, eine mobile Geldbörse für Smartphones, die Voraussetzung für einen flächendeckenden Rollout des Systems geschaffen. Neben einem direkten Vertrieb der Paymentlösung werden derzeit insbesondere Gespräche mit Multiplikatoren wie Netzbetreibern und Payment Providern geführt. Parallel zu den Entwicklungen im Kernmarkt Deutschland soll ein Rollout in der Türkei sowie in Italien vorangetrieben werden, um für eine weitreichende Verbreitung von iPAYst sorgen. Die Smartphone-Geldbörse soll den gesamten Transaktionsprozesses erleichtern und bei E-Commerce-Plattformen unter anderem die Abbruchrate im Warenkorb reduzieren. Die iPAYst App im Apple App Store kostenlos herunterladbar und bereits heute in Gastronomiebetrieben in München sowie in mehreren E-Commerce-Shops einsatzfähig. Weitere Händler im PoS-Bereich, z.B. Restaurants, Retail-Stores und Bars, sollen schnell an das System angebunden werden.

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Nordkoreas Zahlungsverkehr unter Embargo

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 6.3.2013. Vor dem Hintergrund des jüngsten nordkoreanischen Atomtests haben sich die USA und China im UN-Sicherheitsrat auf neue Sanktionen gegen Pjöngjang verständigt. Die Strafmaßnahmen sollen sich gegen nordkoreanische Diplomaten und den Zahlungsverkehr mit dem abgeschotteten Land richten. Erstmals werden nun die Bankbeziehungen Nordkoreas sowie der gesetzwidrige Transfer von Bargeld ins Visier genommen. Pjöngjang hatte im Februar 2013 einen unterirdischen Nuklearwaffentest unternommen und damit weltweit Sorge und Empörung ausgelöst. Nach 2006 und 2009 war es der erste Atomtest unter dem neuen Machthaber Kim Jong Un, der Nordkorea seit dem Tod seines Vaters Kim Jong Il Ende 2011 Hand führt.

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Milliarden-Marke bei SEPA-Transaktionen geknackt

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 28.2.2013. Seit der Einführung der SEPA-Überweisungen (SEPA Credit Transfer, SCT) im Januar 2008 und der SEPA-Lastschriften (SEPA Direct Debit, SDD) im November 2009 wachsen die Transaktionsvolumen progressiv. Nun hat der größte Zahlungsverkehrsdienstleister in Europa, die niederländische Equens SE, die milliardste SEPA-Transaktion verarbeitet. Letztlich hat es aber fünf Jahre gedauert, bis die Marke von 1 Milliarde SEPA-Transaktionen erreicht wurde, da sich viele Marktteilnehmer noch nicht auf die SEPA-Migration vorbereitet haben. Bis zu dem Endtermin für die SEPA-Migration am 1. Februar 2014 gibt es daher noch viel zu tun. Im Jahr 2012 haben SEPA-Zahlungen nur 4,3 % (446 Millionen von 10,4 Milliarden) aller Zahlungen ausgemacht, die von Equens verarbeitet wurden. Die höchsten Volumina stammen dabei aus Belgien, Finnland und Deutschland. Die Statistik unterstreicht den steigenden Druck auf Banken und Unternehmen, sich schnell vorzubereiten.

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Studie zur Zukunft des (mobilen) Zahlungsverkehrs

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 27.2.2013. Banken befinden sich immer mehr im Wettbewerb mit neuen Internet-Dienstleistern. Die Entwicklung und die Etablierung neuer webbasierter Bezahlverfahren bieten neue Chancen, aber auch neue Risiken für Finanzdienstleister. Derzeit werden beispielsweise die (Walled-Garden-)Strategien großer Internetunternehmen wie Google, Apple, Facebook und Amazon kontrovers diskutiert. Besagte Unternehmen strecken ihre Fühler branchen- und ebenenübergreifend auf den Märkten für digitale Bezahlverfahren und mobile Finanzdienstleistungen aus. Die Finanzdienstleister, die ihre vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen nicht modernisieren bzw. einem für die digitale Netz-Architektur notwendigen Transformationsprozess unterziehen, könnten mittelfristig schmerzhafte Verluste verzeichnen. Vier Szenarien der Ökonomen von DB Research zeigen mögliche Entwicklungen im Bereich digitaler mobiler Finanzdienstleistungen in den nächsten drei bis fünf Jahren.

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Biometrische Unterschrift soll Zahlungsverkehr sicherer machen

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 27.2.2013. Haben eine Bankkarte entwickelt, die den Kunden an seiner Unterschrift erkennt. Dies wird durch ein einzigartiges biometrisches Merkmal möglich gemacht: die "Unterschriftsdynamik". Jeder Mensch unterschreibt auf eine sehr individuelle Weise. Anhand des zeitlichen Verlaufs der Stiftposition, der beim Unterschreiben, wie bei Paketzustellungen üblich, auf einem graphischen Tablet oder Touchscreen (Online-Unterschrift) aufgenommen wird, erkennt das System den rechtmäßigen Karteninhaber. "Der Abgleich zwischen den präsentierten und den in der Karte gespeicherten biometrischen Daten erfolgt direkt auf dem Chip der nach den etablierten Standards geschützten Bankkarte", sagt Alexander Nouak, Abteilungsleiter "Identifikation und Biometrie" am Fraunhofer IGD. So besteht keine Möglichkeit, dass diese aus einem externen Gerät gestohlen und gegen einen verwendet werden. Der biometrische On-Card-Vergleich soll den Zahlungsverkehr im Gegensatz zu herkömmlichen Verfahren noch sicherer machen. Es dürfte für viele Karteneigentümer künftig angenehmer sein, ihre PIN-Nummern nur noch bei hohen Beträgen zusammen mit der biometrischen Unterschrift zu verwenden, glauben die Forscher des Fraunhofer IGD, die ihre Lösung erstmals Anfang März auf der CeBIT 2013 in Hannover präsentieren

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SEPA-Generalprobe für Finanzsysteme

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 27.2.2013. Unternehmen stehen mit SEPA vor einer Herkulesaufgabe. Wo immer Zahlungen angewiesen, Lastschriften eingezogen oder Buchungen überwacht werden, gilt es, die neuen XML-Formate zu verarbeiten. Außerdem dürfen ab Februar 2014 im SEPA-Zahlungsverkehr ausschließlich die IBAN (International Bank Account Number) und – zusätzlich im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr – der BIC (Business Identifier Code) verwendet werden. Für die IT-Verantwortlichen der Commerzbank ist die Umstellung auf SEPA ein Großprojekt: 170 SEPA-relevante IT-Systeme wurden identifiziert, die von der SEPA-Regulatorik betroffen und anzupassen sind. Auf Basis dieser Analyse wurde eine konzernweite Strategie entwickelt, die die Aktivitäten in allen Bereichen koordiniert. Genauso wichtig wie der Blick auf die eigenen Systeme ist für die Commerzbank die Frage nach der Umstellung mehrerer 100.000 Firmenkunden. Diese müssen sich darauf einrichten, dass die Formate der Bank-zu-Kunde-Nachrichten zusätzliche Daten enthalten und optional durch neue Nachrichtentypen (ISO 20022 CAMT.05x) ersetzt werden können. Die Bank liefert ihren Kunden, die kurz vor der SEPA-Migration stehen, in diesem Kontext individuelle Testdaten. Diese Daten können genutzt werden, um ihre Finanz-Management-Systeme auf die Verarbeitung von SEPA-Cash-Management-Nachrichten (MT94x, DTI und CAMT) vorzubereiten. Entwickelt und umgesetzt wurde die IT-Lösung dafür von dem IT-Dienstleister Adesso AG. Mit dem Verfahren sollen die Unternehmen prüfen, ob die Daten, die sie von der Bank zurückerhalten, korrekt von ihrem eigenen Finanz-Management-System verarbeitet werden.


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NFC-Zahlungen über mobile Geräte in China

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 25.2.2013. Der Lösungsanbieter Gemalto arbeitet mit der chinesischen Kreditkartenorganisation UnionPay am Aufbau eines Ökosystems für sichere mobile NFC-Dienste. UnionPay ist Chinas führendes Zahlungssystem und unterhält das weltweit größte Bankkartennetzwerk mit bisher mehr als 3,5 Milliarden ausgegebenen Kredit- und Zahlungskarten. Darüber hinaus ist es ein Schlüsselfaktor in Chinas Ökosystem für den mobilen Zahlungsverkehr. Laut ABI Research wird der chinesische Mobile-Commerce-Markt ab 2014 der größte der Welt sein, wobei ein Transaktionsvolumen von schätzungsweise 8 Mrd. US-Dollar per NFC abgewickelt wird. Mobile Zahlungssysteme verfügen somit über ein gewaltiges Potenzial in China. Die Kooperation zwischen Gemalto und UnionPay befasst sich mit entscheidenden Entwicklungsfragen, darunter TSM-Interoperabilität, Sicherheit und Betriebsrichtlinien sowie Technologiestandards und Spezifikationen. Die Vereinbarung soll UnionPay den Weg zum Aufbau eines zukunftssicheren NFC-Ökosystems für seine kartenausgebenden Mitgliedsbanken ebnen und deren Karteninhabern den Zugang zu kontaktlosen Services für mobile Geräte sichern.

 

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Neue Kooperationen für mobilen Bezahldienst

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 25.2.2013. Die Vodafone Group kooperiert für die Einführung ihres mobilen Bezahldienstes mit der Münchener Wirecard AG. Die Partnerschaft beruht auf der Erstellung, Implementierung und Abwicklung aller technischen Mobile Payment Prozesse sowie dem Issuing von virtuellen und physischen Co-Branded Karten von Visa. Der Vodafone-Bezahldienst wird ab diesem Jahr international ausgerollt. Über eine Mobile Wallet wird den Kunden unter anderem kontaktloses Bezahlen mit dem Smartphone angeboten. Bereits in der aktiven Testphase befindet sich das Mobile Payment-System "kesh" der XCom AG. Im Rahmen der Fachtagung „Zahlungsverkehr der Zukunft“ in Bonn präsentierte Vertriebschef Christof Roßbroich das mobile Bezahlsystem im Rahmen eines Pecha Kucha-Vortrags. Er hatte genau 6 Minuten und 40 Sekunden Zeit, um auf 20 Folien dessen Funktionen darzustellen. „Ich bin optimistisch in die Präsentation hineingegangen, denn kesh ist so praktisch, dass man es auch in drei Minuten vorstellen kann“, erzählt Roßbroich mit einem Augenzwinkern. Die Folge der sportlichen Präsentation: Die Anwendung sorgte während der gesamten Tagung für regen Andrang am Ausstellungsstand.Auch die Praxis gibt dem Hersteller XCom Anlass zu Optimismus. Bald endet bei kesh die Friends-and-Family Phase, an der aktuell 80 Smartphone-Besitzer und zehn Akzeptanzstellen teilnehmen. Das Ergebnis: Bei einer vierstelligen Zahl von Transaktionen hat sich das System als stabil erwiesen. In den kommenden Wochen sollen die Bedingungen verschärft und das Mobile Payment-System in den öffentlichen Betrieb gegeben werden.

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Mobile Payment auf Twitter und Facebook

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 25.2.2013. In sozialen Mediennetzwerken ist ein starkes Interesse an mobilen Bezahlsystemen zu konstatieren. Eine aktuelle Untersuchung des Marktforschungsunternehmens PRIME Research hat 85.000 Kommentare auf Twitter, Facebook, in Online-Blogs und Internet-Foren verfolgt und strukturiert. Demnach zeigt das hohe Aufkommen von Konversationen ein großes Interesse vonseiten der Verbraucher an der Übernahme mobiler Bezahlverfahren, aber auch Annahmebarrieren wie IT-Sicherheit und eine Verwirrung im Hinblick auf die Vielfalt der heute angebotenen Optionen. Kommentare, die in Social Media-Netzwerken von frühzeitigen Anwendern (Early Adopters) abgegeben wurden, haben einen uneinheitlichen Tenor (58 % positiv/sachlich), wohingegen sich diejenigen, die noch nicht die Technologie angenommen haben, insgesamt positiver äußern (76 % positiv/sachlich). In den meisten Postings wurden Aspekte wie Innovation, Benutzerfreundlichkeit und Geschwindigkeit gewürdigt. In Europa lebende Anwender äußern ihre Meinung zur Technologie des mobilen Bezahlens insgesamt am lautstärksten, dicht gefolgt vom Asien-Pazifik-Raum und den USA. Insgesamt am positivsten gestimmt sind der Asien-Pazifik-Raum (China und Australien) und die Vereinigten Staaten, wohingegen sich Frankreich, Großbritannien und Kanada insgesamt am skeptischsten äußerten. Gewisse Vorbehalte fallen in den Diskussionen europäischer Verbraucher über die Sicherheit des mobilen Bezahlens auf. Zu den Bedenken gehört auch eine generelle Skepsis hinsichtlich der Umsetzbarkeit einer weltweiten Einführung. In den USA sind die Anwender stark daran interessiert, wie es um die Kompatibilität des mobilen Bezahlens mit anderen Zahlungssystemen während des Transaktionsprozesses bestellt ist. Andere zentrale Diskussionsthemen sind der Wert, die längerfristigen Vorteile und der Aspekt der Sicherheit.

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Wenig Zeit für SEPA-Tests: Unternehmen riskieren Nacharbeiten

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 19.2.2013. 80 Prozent der Unternehmen in Deutschland drohen bei der Umstellung auf den SEPA-Zahlungsverkehr kostspielige Nacharbeiten und eine Vielzahl von Kundenrückfragen. Der Grund: Die Einführungsprojekte sind zeitlich zu knapp kalkuliert. Um den verbindlichen Termin 1. Februar 2014 zu halten, sparen die Verantwortlichen häufig beim Testen der Prozesse und der IT-Systeme. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass viele Zahlungsprozesse im Februar 2014 erst einmal nicht einwandfrei ablaufen. Das ergibt eine aktuelle Markteinschätzung von Steria Mummert Consulting. Die Anpassung der IT für SEPA ist zeitaufwändig. Bei einem kleinen Versicherer nimmt die Umstellung beispielsweise zwischen 1.000 und 5.000 Personentage in Anspruch. Bei einem großen Assekuranzunternehmen mit mehreren Zweigstellen und IT-Standorten steigt der Aufwand schnell auf bis zu 25.000 Personentage, so das Ergebnis des SEPA-Reports ( http://www.steria.com/SEPAreport ), durchgeführt von Steria und Edgar, Dunn & Company (EDC). Ein echter Zeitfresser im Test ist die Planung der nötigen Testfälle. „Um die jeweils erforderlichen Testszenarien vollständig zu identifizieren, brauchen Unternehmen im Durchschnitt acht bis zwölf Wochen“, sagt Lars Hinrichsen, Experte für Testmanagement von Steria Mummert Consulting. Diese Zeit ist vor dem Hintergrund des engen Timings für die Umsetzung sowie aufgrund einer Vielzahl paralleler Projekte oftmals nicht vorhanden. Verschärfend kommt hinzu, dass die Fachbereiche in den Unternehmen unabhängig von der Branche ihre Abläufe und Softwaresysteme häufig nur getrennt voneinander testen können. Auf übergreifende Probeläufe der Prozesse beispielsweise zwischen Buchhaltung und Einkauf sind viele Unternehmen nicht ausreichend vorbereitet. Viele SEPA-Verantwortliche suchen inzwischen nach Lösungen, wie sie die verbleibende Zeit bis zum Umstellungstermin optimal nutzen können und ggfs. verlorene Zeit für die Testdurchführung aufholen können. Steria Mummert Consulting bietet Unternehmen hierfür ein vorgefertigtes Portfolio an Testszenarien mit mehr als 100 Prüfpunkten an. „Unser Beratungsangebot ‚Steria: RightTesting™ SEPA‘ hilft, Zeit und Aufwand bei der SEPA-Umstellung zu sparen. Die logischen Testszenarien beschreiben system- und branchenneutral die Testschritte, die zur Überprüfung der Anforderungen durchgeführt werden müssen“, so Hinrichsen.

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Banken verspielen First-Mover-Chancen im neuen EU-Wertpapierhandel

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 13.2.2013. Bis Ende dieses Jahres wird die Entwicklungsphase der neuen europäischen Wertpapierabwicklungs-Plattform „TARGET2-Securities“ (T2S) abgeschlossen sein. Der zur Deutsche Börse AG gehörende Zentralverwahrer Clearstream trat bereits vor wenigen Wochen mit einem ersten Preismodell an die Öffentlichkeit. Von einem solchen schnellen Marktauftritt (Time to Market) ist der Großteil der Banken jedoch noch weit entfernt. Wichtiger Grund: Im Zuge des regulatorischen Drucks genießen in vielen Häusern strategische Projekte derzeit nur geringe Priorität. Dies zeigt eine Marktbeobachtung der Unternehmensberatung Cofinpro. Die europaweite Harmonisierung der Wertpapierabwicklung dürfte wie geplant Mitte 2015 (erste Welle), Mitte 2016 (zweite Welle) und dann schließlich Ende 2016 (dritte Welle) abgeschlossen sein. Rund zwei Dutzend Zentralverwahrer sagten bereits ihre Teilnahme zu und werden in wenigen Monaten mit ausführlichen Tests zur Anbindung ihrer Systeme an T2S beginnen. Ganz anders sieht es jedoch mit dem Tempo bei den Banken aus. „Da T2S keine regulatorische Anforderung ist, sehen sich viele Banken derzeit noch nicht in der Pflicht, dieses Thema offensiv anzugehen“, sagt Holger Pfleger, Experte für Wertpapierabwicklung bei Cofinpro. „Das Beispiel Clearstream zeigt aber sehr deutlich, dass sich hinter T2S mehr als nur eine technische Umstellung verbirgt. Vielmehr geht es darum, dass der verschärfte Wettbewerb und die größere Transparenz ganze Geschäftsmodelle hinterfragen – und zwar nicht nur bei den Zentralverwahrern, sondern auch bei den Geschäftsbanken.“
Vor diesem Hintergrund sollten die Banken möglichst zügig identifizieren, welche Geschäftspartner aufgrund der unterschiedlichen Abwicklungspreise und Serviceangebote später in Frage kommen, und welche operativen Auswirkungen bei der Umstellung auf T2S zu beachten sind. „Die Banken sollten ihr Bewusstsein für die Vor- und Nachteile der neuen Plattform schärfen und den Markt sowie die Standardisierungsvorhaben aktiv begleiten“, rät Cofinpro-Berater Pfleger. „Wer sich rechtzeitig positioniert, kann als ‚First Mover‘ noch stärker von den Kostenvorteilen und dem zusätzlichen Funktionsumfang durch T2S profitieren.“ Darüber hinaus besteht aufgrund der künftig veränderten Wettbewerbssituation – vom Settlement über die Verwahrung bis hin zum Kundenreporting – für Banken die Möglichkeit, das eigene Geschäftsfeld zu erweitern und so zusätzliche Ertragsquellen zu erschließen. Der Markt für Wertpapierabwicklung wird sich mit T2S verändern. Die Weichen, wer von dieser Neuordnung am stärksten profitieren wird, werden derzeit gestellt.

 

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Fidor Bank erweitert Business-to-Business Strategie

Von Redaktion Bank-Verlag
KÖLN, 11.2.2013. Die Fidor Bank AG will ihre Business-to-Business Partner bei der Erstellung von innovativen, web-basierten Community-, Payment- und Banking-Dienstleistungen stärker unterstützen. Um das B2B-Geschäft besser betreuen zu können, hat die Bank deshalb die FidorTecS AG gegründet. Der Name der Gesellschaft setzt sich aus Fidor Technology Solutions zusammen und soll der technologischen Ausrichtung dieser Gesellschaft zeitgemäßen Ausdruck verleihen. Die Partner sind unter anderem internationale Unternehmer und Unternehmen aus dem E-Commerce, dem Game-Developer-Umfeld sowie Finanzdienstleister. Zu den Business Partnern zählen aber auch Unternehmen, deren Leistungen und Prozesse in Form Apps in das FidorPay-Konto integriert werden können. Für den Aufbau der FidorTecS AG wurde die bislang bestehende iBrokr AG umgewandelt. Während die Brokertainment-Technologie in der Gesellschaft verbleibt, wurden die Brokertainment-Kunden zur Jahreswende über einen Zugehörigkeitswechsel zur Fidor Bank informiert. Somit verfügt die Fidor Bank dann über rund 200.000 "Top line"-Registrierungen. Oberste Aufgabe der Kommunikation ist die Aktivierung dieser Registrierungen. Die Fidor Bank ist eine rein internet-basierte Direktbank. Mit dem FidorPay-Konto richtet sich die Bank an Privat- und Geschäftskunden. Das Institut will konsequent die Wirkmechanismen des Web 2.0 und alle gängigen Social Media-Plattformen nutzen.

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Paradigmenwechsel im modernen Zahlungsverkehr

Von Stefan Hirschmann
BONN, 7.2.2013. Die klassischen Banken sehen sich immer stärker von branchenfremden Wettbewerbern bedroht. Insbesondere Bezahlsysteme im Internet gefährden ihr Geschäft. Dieser Ansicht sind 57 Prozent der Entscheider in deutschen und österreichischen Kreditinstituten. Ein Jahr zuvor sahen dies erst 51 Prozent der Befragten so. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting. Neben dem traditionell starken Wettbewerb innerhalb der Bankenbranche sehen sich die Banken einem zunehmenden Konkurrenzdruck durch branchenfremde Unternehmen ausgesetzt – also durch Firmen, die einen Teil der traditionell von Banken erbrachten Finanzdienstleistungen wie Zahlungsabwicklung und Kreditvergabe anbieten, aber aufgrund ihrer eingeschränkten Tätigkeit keine Banklizenz benötigen. Nach Ansicht der befragten Entscheider hat der Druck durch neuartige Bezahlsysteme besonders stark zugenommen: Neben etablierten Internetanwendungen wie Click&Buy und PayPal werden auch externe mobilfunkbasierte Bezahlsysteme zunehmend als Bedrohung empfunden. 48 Prozent der Befragten sehen durch M-Payment-Anbieter ihr Geschäft bedroht – dieser Wert ist innerhalb eines Jahres um 13 Prozentpunkte angestiegen.
„Angesichts der infrastrukturellen Basis – rund 90 % der Bundesbürger verfügen über ein Mobilgerät – versprechen M-Payments ein gutes Entwicklungspotenzial. Die Nutzer sind diesem Zahlungsweg gegenüber aufgeschlossen und wären auch bereit, für entsprechende Produktangebote zu zahlen", meint Zahlungsverkehrsexperte Thomas Egner von der Commerzbank. Dabei sei auffällig, dass Peer-to-Peer-Systeme- und Zahlungsmethoden zunehmend von Nicht-Banken entdeckt und genutzt würden. Sie vermitteln über virtuelle Plattformen Finanzgeschäfte zwischen Internetnutzern. Ein Beispiel dafür ist Crowdfunding, bei dem Projekte und Unternehmen durch eine Vielzahl von Nutzern finanziert werden. Egner macht allerdings weltweit einen höchst unterschiedlichen Verwendungsfokus von E- und M-Payments aus. In hochentwickelten Märkten, wie Deutschland, Frankreich oder den USA, seien meist gewachsene Zahlungsverkehr-Infrastrukturen mit unterschiedlichen Nutzungsquoten, eine Marktsättigung im Hinblick auf die Bankverbindungen und die IT-Nutzung zu konstatieren, so Egner im Rahmen der Fachtagung "Zahlungsverkehr der Zukunft" in Bonn. Der Hauptverwendungszweck modernen Verfahren sei hier eine Ergänzung zu herkömmlichen Zahlmethoden. In aufstrebenden Märkten, wie Südamerika, Afrika und weite Teile Asiens, sei das Potenzial hingegen höher, denn hier seien große Teile der Bevölkerung noch ohne Bankverbindung, mobile Endgeräte häufig aber schon weit verbreitet. Hauptverwendungszweck hier: "Das mobile Endgerät ist die Bank", sagt Egner.
Immer mehr innovative Unternehmen verbinden technologische Innovationen erfolgreich mit kundenfreundlichen Finanzdienstleistungen. Beispiele hierfür sind Apps mit integrierter Bezahlfunktion oder Anbieter, die durch Kombination von Smartphone und Kredit- oder Bankkarten insbesondere kleinen Händlern eine unkomplizierte Kartenakzeptanz ermöglichen. Ein Weg, im M-Payment-Geschäft generell nicht weiter an Boden zu verlieren, können auch Kooperationen über Branchengrenzen hinweg sein: Die Kreditinstitute sollten sich beeilen, eigene Partnermodelle für leistungs- und durchsetzungsfähige M-Payment-Systeme aufzustellen – dabei sollte auch eine mögliche Zusammenarbeit mit Telekommunikationsunternehmen nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. „Wichtig ist dabei aus Bankensicht allerdings, nie die unmittelbare und vertrauensvolle Kundenbeziehung aus der Hand zu geben: Wenn auch die Geräte oder Kanäle durch ergänzende Anbieter bereitgestellt oder veredelt werden – die Abwicklung von Zahlungen muss immer als Kernkompetenz der Banken wahrnehmbar sein“, empfiehlt André Schmidt, Experte für Bezahlsysteme bei Steria Mummert. Die Bedrohung aus dem Netz beschränkt sich allerdings nicht auf Bezahlsysteme. Derzeit sind dies noch Nischenangebote, in Zukunft könnten die Banken aber hier den Anschluss verlieren. "Das Transaction Banking der Zukunft ist heute nicht mehr nur die Standardisierung und Konsolidierung sowie die Herbeiführung von mehr Effizienz und Qualität in den Prozessen", sagt Dr. Udo Milkau, Leiter Geschäftssteuerung Operations & Services bei der DZ Bank. In Zukunft rücke stärker der Wertbeitrag für den Kunden durch die Integration der Kundenanforderungen entlang der Prozesse in den Fokus. Zudem müsse dem Handel hinsichtlich der Bezahlservices ein fachspezifisches Angebotspaket zur Verfügung gestellt werden, z.B. vom Bargeld-Service bis zum Mobile Payment, meint Milkau. Für eine Bank sei allerdings im Gegensatz zu Non-Banks vor allem das regulatorische Umfeld eine große Herausforderung. Noch deutlicher wird Dieter Schlichting, Leiter Zahlungsverkehr bei der Berenberg Bank: "Die Regulierungswurt muss ein Ende haben". Durch immer restriktivere Auflagen der Regulierer müssen viele Kreditinstitute ihre IT und ihre Geschäftsprozesse stärker standardisieren. Die Branche sieht sich einer breit gefächerten Palette von Regulierungen und Gesetzen gegenüber. Basel III, die MaRisk- und MaComp-Novellen sowie die Einführung von SEPA und MiFID II ziehen zweifelsfrei einen erhöhten Investitions- und Anpassungsbedarf nach sich, binden aber auch personelle Ressourcen. Doch ein Ende ist noch nicht in Sicht. "Mit Blick in die Zukunft stehen weitere Reformen der Geldwäsche-, Zahlungsdienste- und 2. E-Geldrichtlinie an", weiß Bankrechtsexperte Dr. Matthias Terlau von Osborne Clarke. Die Zahlungsdiensterichtlinie (PSD) bildet die rechtliche Grundlage für die Schaffung eines EU-weiten Binnenmarkts für den Zahlungsverkehr und hat die rechtliche Basis für den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA) geschaffen. Sie bringt umfassende Vorschriften mit, die für alle Zahlungsdienstleistungen in der Europäischen Union gelten. Ziel ist es, dass grenzüberschreitende Zahlungen so einfach, effizient und sicher werden wie nationale Zahlungen innerhalb eines EU-Mitgliedstaats. In der Praxis ist der Umsetzungsaufwand aber enorm. "Für eine vollständige Umsetzung der Idee vom einheitlichen Zahlungsverkehrsraum in Europa fehlt nicht mehr viel", sagt Hans-Peter Speh, Leiter Zahlungsverkehr bei der Volkswagen Bank GmbH. Am Ziel sei man allerdings noch nicht, zumal die Änderungen auch von den Verbrauchern angenommen werden müssten. "IBAN der Schreckliche" war hier sicherlich nicht hilfreich, sagt Speh. Diese Einschätzung bestätigt auch eine aktuelle Studie der Universität Regensburg über Anforderungen im Zahlungsverkehr in der betrieblichen Praxis. Demnach ist SEPA einem knappen Drittel noch gar nicht bewusst und viele sehen noch nicht den sofortigen Handlungsbedarf. „Bislang haben sich noch viel zu wenige Unternehmen und Vereine mit dem Thema SEPA beschäftigt“, kommentiert E-Commerce-Experte Dr. Ernst Stahl, der an der Durchführung der Studie maßgeblich beteiligt war. Ungefähr jedes dritte der befragten Unternehmen nutzt die SEPA-Überweisung derzeit für ausgehende Zahlungen. Dabei wickeln aber nur sehr wenige den Großteil ihrer Überweisungsaufträge mit der SEPA-Überweisung ab. Die endgültige Umstellung auf die SEPA-Überweisung ist bei vielen erst Ende 2013/Anfang 2014 geplant. Doch die Zeit drängt. Zu den größten Herausforderungen bei der Einführung der SEPA-Zahlungsverfahren zählen die Anpassung der internen IT-Systeme und bei SEPA-Lastschrifteinzügen die Einholung und das Management schriftlicher SEPA-Mandate.

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Buch-Tipp: 

Trends im Zahlungsverkehr
von Alfred Dittrich / Thomas Egner (Hrsg.)
Art.-Nr.: 22.481-1200
ISBN: 978-3-86556-270-8
1. Auflage 2012 | Einbandart: gebunden | 296 Seiten
59,00 EUR

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Zahlungsverkehrsdienstleistungen als Basis für eine Kunde-Bank-Beziehung bleiben „Aushängeschild“ im Kundenverhältnis. Was erwartet der Kunde zukünftig von seinem Kreditinstitut? Ist mit neuen Produkten auch ein neues Selbstverständnis der Institute erforderlich? Gibt es zugleich eine Abkehr von der unreflektierten Innovationsgläubigkeit hin zur Rückbesinnung auf „alte Werte“ wie Vertrauen und Sicherheit?

Die Autoren – sämtlich in ihren Fachgebieten anerkannte Experten – stellen die Trends und Themen vor, die den Zahlungsverkehr in der nächsten Zukunft prägen werden. Sie spannen dabei den Bogen vom SEPA-Zahlungsverkehr über die Abwicklung des Zahlungsverkehrs zwischen Banken, die dabei basierende technische Infrastruktur, die Abwicklung des Wertpapierhandels, innovative Kundenprodukte vom E-Invoicing über elektronische Zahlungs-formen mit Karte, Telefon und auf kontaktloser Basis hin zum Bargeldgeschäft der Zukunft.

Inhalt    
Wer treibt wen im Zahlungsverkehr?
Umsetzung der SEPA
Zahlen mit Karte, Mobile Payments und Bargeldgeschäft
E-Invoicing, Clearing und Settlement
Wertpapierabwicklung
Zukünftige Marktakteure
 
Herausgeber       
Alfred Dittrich ist Leiter des Bereichs Produktmanagement Transaktionssysteme bei der WGZ BANK AG. Mit seiner langjährigen kreditwirtschaftlichen Erfahrung im Inlands- und Auslandszahlungsverkehr, im SEPA-Zahlungsverkehr und im Dokumentengeschäft vertritt er die WGZ BANK AG in genossenschaftlichen Arbeitskreisen und in Arbeitskreisen der "Deutschen Kreditwirtschaft".

Thomas Egner arbeitet seit 2001 im Zahlungsverkehrsbereich der Commerzbank AG. Maßgeblicher Arbeitsschwerpunkt ist die Weiterentwicklung des nationalen und europäischen Zahlungsverkehrs. Er vertritt die Commerzbank AG in zahlreichen nationalen und europäischen Zahlungsverkehrsgremien, u.a. in der "Deutschen Kreditwirtschaft", im European Payments Council, bei SWIFT und bei der EBA CLEARING, SAS, Paris.

 

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KÖLN, 18.3.2014. Swift bietet eine neue Business-Continuity-Lösung zur Unterstützung von Zahlungssystemen an. Der Ausfallservice MIRS (Market Infrastructure Resiliency Service) ist ein Backup-Service für das Echtzeit-Bruttoabwicklungssystem (Real Time Gross Settlement, RTGS), also für elektronische Plattformen für die kontinuierliche Abwicklung großer Zahlungsströme zwischen Banken in verschiedenen Währungen. Zentralbanken und Finanzmarktinfrastrukturen betreiben RTGS-Systeme, um effektive Abrechnungen im Zahlungsverkehr zu gewährleisten. Als Backup-Plattform stellt MIRS gewissermaßen eine dritter Verteidigungslinie dar, falls die ersten beiden Backup-Systeme ausfallen sollten. „Angesichts der wichtigen Rolle, die RTGS-Systeme in der Weltwirtschaft spielen, ist es wichtig, diese wirksam gegen Störungen und Risiken zu schützen. MIRS bietet Marktinfrastrukturen die notwendigen Werkzeuge für den äußerst unwahrscheinlichen Fall, dass die ersten und zweiten Verteidigungslinien gescheitert sind“, sagte Juliette Kennel, Leiterin Marktinfrastrukturen bei Swift. Seit Juli 2011 hat SWIFT mit einer Gruppe von Notenbanken, darunter die Bank of England, die dazu notwendigen Anforderungen identifiziert. Ende 2013 beendete die Bank of England einen erfolgreichen Pilotversuch, bei dem MIRS mit dem Clearing House Automated Payment System (CHAPS) getestet wurde. Seit Februar 2014 benutzt die Bank von England MIRS nun „live“ als erster RTGS-Provider. Toby Davies, Head of Market Services bei der BoE, sagte: „Mit zwei Live-Betriebsstätten sind unsere aktuellen RTGS-Systeme sehr robust. Allerdings wollten wir eine zusätzliche Notfalllösung etablieren, die sowohl robust als auch kosteneffektiv ist. MIRS wird es uns ermöglichen, im unwahrscheinlichen Fall eines Ausfalls weiterhin mit vollem Geschäftsvolumen arbeiten zu können.“ MIRS eignet sich für alle HVPS-Marktinfrastrukturen, auch für diejenigen, die momentan nicht mit Swift arbeiten.

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